1. Mai Motocross Kamp-Lintfort: Ein Motorsport-Spektakel am Eyller Berg

Sportler nehmen am Donnerstag, den 01.05.2025, an dem 1. Mai-Motocross in Kamp-Lintfort teil. Auch weltmeisterliche Sportler können sich die Rahmenbedingungen in der Regel nicht aussuchen.

Für Freunde des Motorsports waren die Bedingungen am 1. Mai an der Traditionsstrecke in Kamp-Lintfort nahezu ideal. Klappstühle, Pommes, Gerstensaft, Schnuppergeschäfte am Eingang, strahlender Sonnenschein, dazu viele Gleichgesinnte auf den Wegen sowie Benzingeruch und Maschinengeknatter von der Strecke sorgten für eine perfekte Atmosphäre.

Zahlreiche der 3100 Zuschauer waren mangels Parkplatz gleich mit dem Rad angereist und genossen einen spannenden, sprithaltigen Feiertag. An dem die Sonnenwärme aber im Laufe des Nachmittags den Fahrern durchaus zusetzte.

Seitenwagenrennen als Highlight

Am 1. Mai war es wieder so weit: Seitenwagenrennen auf der Motocross-Strecke am Eyller Berg. Als die Seitenwagen auf der Motocross-Strecke am Eyller Berg am Mai-Feiertag gefragt waren, staubte es bei sommerlichen Temperaturen nahe der 30 Grad Celsius schon mächtig. Und so versuchte der niederländische WM-Dritte Ben van den Moyeart mit seinem Co-Piloten, in beiden Läufen schlicht vornweg zu fahren. Das gelang vor 3100 Zuschauern an der bestens präparierten Rennstrecke auch vorzüglich.

Die Kamp-Lintforter Lokalmatadoren Jan Hoormann und Andy Schlinnertz landeten auf der Hausstrecke immerhin auf Rang neun.

Weitere spannende Rennen und Teilnehmer

Insbesondere der Fanklub von Larissa Papenmeier hatte gute Laune. Die Deutsche Motocrossmeisterin und mehrmalige WM-Starterin aus Bünde/Westfalen fuhr in der MX2-Klasse bei den Männern mit. Die 35-Jährige wurde nach zwei beherzten Rennen am Ende strahlende Sechste. Ihr Fanklub zündete noch an der Strecke ein paar Bengalos - wie beim Fußball. Der Niederländer Damian Knuimann sorgte nicht nur mit schönen Flugeinlagen an den zahlreichen Sprunghügeln für optische Leckerbissen.

Belgischer Erfolg in der MX-Open-Klasse der Amateure

Passend zur Frittenbude, die belgische Pommes-Spezialitäten anbot, aber in Duisburg ihren Sitz hat, gab es in der MX-Open-Klasse der Amateure einen belgischen Erfolg. Ron Groneschild, der für den MCC Neukirchen-Vluyn auf die Strecke ging, aber in Remersdaal/Belgien wohnt, fuhr in königsblauer Kluft der Konkurrenz erbarmungslos davon. Zwei Amazonen mischten im Feld auch eifrig mit.

Die Niederländerin Anika Erpeka aus dem grenznahen Lobith bei Emmerich wurde starke Sechste. Besonders durfte sich Veteran Ansgar Kranen aus Issum freuen, der schon mehr als zwei Jahrzehnte seinem Sport frönt. Er wurde am Ende guter Fünfter.

Ein spannendes Duell im MX1 Battle lieferten sich der 21-jährige Phil Niklas Loeb aus Derschau im Westerwald und der Bonner Carl Ostermann. Am Ende sicherte sich Loeb in beiden Rennen die 25 Punkte für den Sieger.

Aus dem Rote-Kreuz-Lager wurden um kurz vor 19 Uhr nach einem langen Mai-Feiertag mit viel Motocross und der Siegerehrung nur wenige Blessuren der Fahrer gemeldet.

AMX Battle und MX Open Amateure

Beim „AMX Battle“ treten die besten Fahrer der beiden Verbände zu einem Vergleichskampf an: Eliteklasse (DAMCV) vs. Leistungsklasse 1 (ADAC MX Cup). Am Start werden etliche Fahrer erwartet, die bereits Erfahrungen im Profilager sammeln konnten und in den vergangenen Jahren auf dem Eyller-Berg-Kurs bei DM-Läufen ihre Qualitäten unter Beweis stellen konnten.

Am Start stehen sowohl die Big Boys mit ihren 450-Kubikzentimeter-Maschinen als auch die Leichtgewichte mit nur 250 Kubikzentimetern, allerdings besseren „Flugeigenschaften“. In der Klosterstadt am Niederrhein tritt auch die zweite Garnitur zum Kräftemessen an. So dient das Rennen auf der international bekannten Rennstrecke am Eyller Berg auch dem Breitensport.

Die vollbesetzten Klassen, MX Open Amateure vom DAMCV und Leistungsklasse 2 vom ADAC MX Cup treten in getrennten Rennen an und fahren jeweils um den Tagessieg und um Punkte für den Aufstieg in die oberste Liga.

Historie des Motocross in Kamp-Lintfort

Der Motorclub Kamp-Lintfort hat mit seinen Rennaktivitäten auf dem Eyller-Berg-Kurs zweifelsohne Motorradsport-Geschichte geschrieben. Die dann 70 Veranstaltungen haben insgesamt weit über eine halbe Millionen Zuschauer aus allen Teilen Deutschlands und dem benachbarten Ausland an den Niederrhein ziehen können. Seit Jahrzehnten steht das traditionelle Motocross sportlich auf höchsten Niveau.

Trotz aller Sorgen und Nöte der Menschen kurz nach dem 2. Weltkrieg war das Interesse am Motorsport unter den Kamp-Lintfortern immer noch vorhanden. So wurde der „Motorclub 1950“ gegründet. Nach Teilnahme des Vereins an einer öffentlichen Motorsportveranstaltung 1951 beim Straßenwettbewerb „Rund um Friedrich Heinrich“ für Motorräder, Motorräder mit Seitenwagen und Automobile, kam bereits 1952 der Wunsch auf, eine eigene Motorsportveranstaltung durchzuführen.

Am 26. Nach der Präparierung der Pferderennbahn zur Motorsportpiste fand am 29. Juni 1952 das „1. Nationale Grasbahnrennen für Motorräder“ in Kamp-Lintfort vor 6000 Zuschauern statt.

Das erste Moto-Cross am 1. Dazu musste ein geeignetes Gelände gefunden werden. Mit der Unterstützung der Stadt Kamp-Lintfort und der Zeche Friedrich Heinrich wurden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um auf dem brachliegenden Eisenbahngelände am Eyller Berg eine Motocrossbahn entstehen zu lassen.

So wurde das Gelände von der Gruppe um Paul Heiermann größtenteils in Handarbeit so gestaltet, dass der ca. 910 m lange Rundkurs mit Sprunghügeln, Auf- und Abfahrten den Bedürfnissen des Sports und den zu erwartenden Zuschauermassen genügte.

Zum ersten Rennen auf dem Eyller-Berg-Kurs kamen 49 Fahrer und 10.000 Zuschauer, die bei schönem Wetter einen abwechslungsreichen Renntag erlebten. Im Laufe der Jahre wurden die Motocross-Maschinen immer professioneller, so dass die Bahn stetig an neue Anforderungen durch Veränderungen von Kurven und Sprüngen angepasst wurde.

Einen weiteren Zuschauerrekord gab es beim Gaumeisterschaftsrennen 1956 mit 25.000 Besuchern. Diese Zahl wurde nur noch 1958 beim ersten Deutschen Meisterschaftslauf überboten. Hier drängten sich über 30.000 Zuschauer um die Rennstrecke.

Entwicklung und Highlights im Laufe der Jahrzehnte

In den 60er Jahren hatte der Verein durch die große Zahl der Zuschauer auch genügend Geld, um die deutsche Elite der Motocross- und Geländefahrer zu verpflichten und darüber hinaus auch ausländische Stars einzukaufen. Aus sportlicher Sicht waren die 70er Jahre bei konstant hohen Zuschauerzahlen die beste Zeit des Vereins. Der ADAC-Motorclub war einer der ersten deutschen Veranstalter, der die neu aufgekommenen, spektakulären Seitenwagenrennen ins Programm aufnahm.

So war der 1. Mai für die besten Gespannteams Europas ein fester Termin, sei es für ein Rennen im Rahmen der Inter-Side-Car-Serie oder auch zu einem Europameisterschaftslauf. Auch im Solobereich gab es ein absolutes Topereignis. Beim ersten Seitenwagenrennen 1971 wurde gleich ein Europameisterschaftslauf organisiert.

Mit diesem Konzept gibt es auch beim 70. Motocross auf dem Eyller-Berg-Kurs ein hochkarätiges Sportprogramm mit Rennen zur Europa offenen Deutsche Meisterschaft im Doppelpack. Die Seitenwagenklasse wird sicherlich das sportliche Highlight sein. Die besten deutschen Gespanne streiten gegen internationale Topteams um begehrte Meisterschaftspunkte, Prämien und den Siegerpokal. In der Solodisziplin stehen die „Big Boys“ der Open-DM am Start.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Im Jahr 2001 schien durch den neuen Autobahnzubringer, die B 528, das Ende des Landschaftsschutzgebiets und der Motocrossbahn am Eyller Berg besiegelt. Die erste Teilstrecke wurde dann auch vom Autobahnkreuz bis zum Industriegebiet Dieprahm gebaut. Die Bürgermeister von Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn drängen schon seit Jahren auf den Bau der 2. Teilstrecke über die Motocrossbahn bis zur B 510.

„Wir können wirklich zufrieden sein. Die Zuschauerzahl war bei Eisdielenwetter gut. Und dies auch ohne großen Meisterschaftslauf wie in den vergangenen Jahren“, fasste Roland Beyer zusammen, der Sprecher des gastgebenden und bestens organisierenden ADAC Motorclub Kamp-Lintfort.

Die 73. Absage: Kein ADAC Motocross am 1. Der Vorstand des Motorclubs hat am Samstag, 20. März, einstimmig beschlossen, das diesjährige Rennen am 1. Mai abzusagen, obwohl die Verantwortlichen zu Beginn des Jahres noch eine gewisse Hoffnung auf bessere Zeiten hatten. Wegen der aktuell gültigen Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung sei die Durchführung des Motocross zur Zeit nicht genehmigungsfähig.

„Da eventuelle Verbesserungen der Rahmenbedingungen allein von sich stetig ändernden Inzidenz-Werten abhängig sind und die Vorzeichen dazu schlecht stehen, war die Entscheidung alternativlos“, so der Verein. Da bei den Planungen, wie bereits seit einem Jahr, nur auf Sicht gefahren werden könne und auch kein Strategiewechsel der Politik in Sicht sei, könne zum jetzigen Zeitpunkt die Frage nicht beantwortet werden, ob es in diesem Jahr noch Motorsportaktivitäten, zumindest im kleineren Rahmen geben werde. Dazu wird der Vorstand am 10. April die Lage neu bewerten und ggf.

„Das ist eine bittere Entscheidung für die Fahrer und Teams in der Deutschen Motocross-Meisterschaft, aber auch für die vielen Amateure und Hobbyfahrer, die, wie die meisten anderen Sportler, seit einem Jahr ihren geliebten Sport nicht ausüben können“, schließt der Club seine Pressemitteilung.

Wie lange die Motorsportfans noch auf solche spektakulären Momente warten müssen, ist ungewiss.

Zeitplan und Organisation

Der Kamp-Lintforter Motorclub wurde bei der Planung des diesjährigen Motocross-Rennens mit dem Umstand konfrontiert, dass der Traditionstermin am 1. Mai durch eine enge Terminfolge von ADAC MX Masters am 26./27.4 und DM-Rennen in allen Soloklassen am 3./4. Mai in Dolle „eingerahmt“ war. Hinzu kam noch der am selben Wochenende im Niederländischen Oss terminierte WM-Lauf der Sidecars.

Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) sah sich außer Stande, einen weiteren Prädikatstermin zu vergeben.

Nicht fehlen dürfen die Seitenwagen am Eyller Berg. Der DAMCV ist Pionier als Veranstalter der Sidecarrennen und eine echte Talentschmiede. Das neuste Aushängeschild in ist Tim Prümmer vom Eifelteam Kleinhau mit seinem Beifahrer Jarno Steegmans, denen Aufstieg in die Weltmeisterschaft gelungen ist. Durch die Absage des GP im holländischen Oss ist das lange Wochenende für die Gespannteams jetzt rennfrei.

Mittwoch, 30. Donnerstag, 1. • Int. Trainingsläufe ab 8:00 | Rennen ab 13:00 | Siegerehrung ca.

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