Harley-Davidson wird in diesem Jahr 120 Jahre alt. Was für eine Historie!
Seit 1903 produziert Harley-Davidson bereits Motorräder. Das bedeutet, dass der Hersteller aus Milwaukee dieses Jahr das 120. Jubiläum feiert, was genügend Grund ist, einen Sprung in die Vergangenheit zu machen. 2023 steht nun der 120-jährige Geburtstag auf der Agenda. Das will die Motor Company kräftig feiern - etwa in Milwaukee oder auf der europäischen 120th Anniversary Party, die vom 22. bis zum 25. Juni in Budapest steigen wird, und natürlich überall dort, wo sich die Freunde der US-Marke treffen, Party machen und Benzin reden.
Dieser Beitrag gibt euch einen Einblick in die Historie der Company, alle fünf Jahre zum jeweiligen Jubiläum werfen wir einen Blick auf das Zeitgeschehen rund um Harley-Davidson.
Jeder hat sie bestimmt schon mal gehört, die Geschichte vom Hinterhofholzschuppen, in dem die ersten drei Harley-Davidson Motorräder entstanden. Das war 1903 im US-amerikanischen Milwaukee. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA eine Vielzahl von Motorradherstellern. Sie kamen und sie gingen, Harley-Davidson blieb - und wird jetzt 120. Als einziger Hersteller der Welt hat die Firma 120 Jahre lang ohne Unterbrechung eigenständig Motorräder gefertigt.
Wir schauen auf die Anfangsjahre, in denen die vier Gründer Arthur Davidson, William Harley, William Davidson und Walter Davidson die ersten Motorräder bauten. Damals noch mit De-Dion-Eintopf.
Die "Produktion" läuft nach Feierabend und am Wochenende in einem Schuppen in der 37. Straße von Milwaukee, Wisconsin, auf den Arthurs Schwester Harley-Davidson Motor Co. gepinselt hat.
Die ersten drei Harley-Davidson kamen mit Einzylinder und Riemenantrieb daher.
Die frühen Jahre
In Milwaukee, Wisconsin (USA), arbeiten der technische Zeichner William Harley und der technische Modellbauer Arthur Davidson in ihrer Freizeit an der Konstruktion und Fertigung eines Verbrennungsmotors. Später schließt sich ihnen Arthurs Bruder, der Eisenbahnmaschinist Walter Davidson, an.
1903 - gestatten - die Harley-Davidson Motor Co.: Die ersten drei fahrtüchtigen Motorräder - Einzylinder mit Riemenantrieb - werden hergestellt. Die junge Firma zieht in ein größeres, zweigeschossiges Holzgebäude an der heutigen Juneau Avenue. Gleichzeitig wird die Harley-Davidson konstruktiv systematisch verbessert.
Die Bastler geben ihre gelernten Berufe auf und William „Bill“ Harley beginnt ein Studium der Ingenieurswissenschaften. Der Werkzeugmacher William A. Davidson schließt sich den drei Pionieren an. Am 17. gegründet. Die Jahresproduktion beläuft sich auf 150 Motorräder.
Wir erzählen, wie Harley-Davidson sich durch Rennerfolge und technische Innovation einen Namen als Motorradhersteller machte. Seit Mitte der 1910er-Jahre fuhr das Werksrennteam, genannt Wrecking Crew, mit Bikes wie dem 180 km/h schnellen „Eight-Valve Racer“ der Konkurrenz davon - was die Leistungsfähigkeit der Motorräder aus Milwaukee unterstrich.
Der erste V-Twin - konstruiert von William Harley - kommt auf den Markt: 27 Einheiten des Modells 5D mit rund 810 ccm und dem bis heute typischen 45°-V2-Motor verlassen die erneut vergrößerte Fabrik. Nachdem der V2 im Jahr 1910 umfassend optimiert worden ist, betritt jetzt die verbesserte Version mit mechanisch gesteuerten Einlassventilen die Bühne. Die Jahresproduktion steigt auf insgesamt 5.625 Motorräder.
So wuchs Harley-Davidson binnen 17 Jahren zum größten Motorradhersteller der Welt heran und konnte sich seiner imposanten Fabrik rühmen, die unweit des Holzschuppens an der heutigen Juneau Avenue in Milwaukee entstanden war.
Die Weltkriege und danach
In beiden Weltkriegen lieferte Harley-Davidson Motorräder für die US Army.
Die Weltwirtschaftskrise meistert die Motor Company mit einem strengen Sparkurs, einer straffen Händlerpolitik und einem konsequenten Management. Fortan wird das Motorrad als Luxus- und Freizeitgerät vermarktet, die Modellpalette sowohl technisch als auch optisch aufgewertet. Zudem erscheint die 45 - genannt Flathead (Flachkopf) - mit einem seitengesteuerten 750 ccm großen V2-Motor.
Neben einem neuen seitengesteuerten V-Twin mit 30 PS und 80 cui Hubraum (1.340 ccm) kommt ein weiterer neuer Motor auf den Markt, den man wegen seiner Zylinderköpfe, die an die Knöchel einer Faust erinnern, Knucklehead nennt. Er leistet etwa 37 PS und beschleunigt die mit ihm bestückten Modelle E und EL auf rund 145 km/h.
Im Dezember treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Anstelle der Zivilmodelle werden im H-D-Werk während der Kriegsjahre rund 88.000 Militärmaschinen produziert. Mit Eintritt der USA baute Harley-Davidson Militärfahrzeuge.
Nach dem Krieg kam der V2 in zweiter Generation - der legendäre Flathead war geboren. Dieser wurde in ähnlicher Form bis in die Siebziger gebaut (in den Servi-Cars). Auch er kam, wie sein Vorgänger, in Militär-Maschinen zum Einsatz.
Ende der vierziger Jahre etablierte sich der Panhead-Motor als neues Arbeitstier und bot auch die Basis für die Chopper, die fast zwanzig Jahre später im Film „Easy Rider“ auftauchen sollten.
Eine hydraulische Telegabel ersetzt bei den Panhead Typen die Springergabel. Die erste Sportster, Typkürzel XL, erscheint - mit modernem Fahrwerk, Telegabel und Federbeinen sowie einem 883 ccm großen OHV-Motor, der 55 PS leistet. Willie G. Davidson, Enkel von Firmengründer William A. Davidson, arbeitet bereits am Design mit und entwirft das runde 1957er H-D Tanklogo.
Die bisher mit ungefedertem Hinterrad gelieferte Hydra Glide wird mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet und heißt fortan Duo Glide. Gründerenkel Willie G. Davidson eröffnet das Styling-Department. Harley-Davidson wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Duo Glide erhält einen elektrischen Anlasser, heißt jetzt - einem Vorschlag von Willie G. folgend - Electra Glide und wird zum Inbegriff des komfortablen Tourers.
Ein neuer Motor erscheint, der von den Fans Shovelhead (Schaufelkopf) genannt wird.
Die AMF-Ära und die Rückkehr zu den Wurzeln
Harley-Davidson wird von der American Machine and Foundry Company (AMF) übernommen, einem großen Mischkonzern, der massiv in das Unternehmen investiert. Willie G. Davidson stellt mit der Super Glide das erste Factory-Custombike vor, mit dem sich Harley-Davidson auch den Kunden der Chopperszene zuwendet. Der Café Racer, eine Sportster mit Fastback und kleiner Verkleidung, und die erste Low Rider kommen auf den Markt. In den nächsten Jahren folgen Fat Bob, Wide Glide und Sturgis. Der Hubraum der großen Twins wächst wieder auf 1.340 ccm. Die Verkaufszahlen steigen, doch weil AMF in erster Linie kein Motorradunternehmen ist, kommt es immer wieder zu folgenschweren Fehlentscheidungen und der Mischkonzern verliert zusehends das Interesse an Harley-Davidson.
Mit einem klassischen Buy-out erwirbt das Harley-Davidson Management für 80 Mio. US-Dollar „seine“ Company vom AMF-Konzern zurück. Unter dem Motto „Ride and have fun“ wird die Harley Owners Group (H.O.G.) gegründet.
Moderne Zeiten
Harley-Davidson präsentiert den neuen Evolution Motor und die erste Softail. Willie G.s Sohn Bill Davidson tritt in die Company ein und entwickelt die H.O.G. weiter. Karen Davidson, Tochter von Willie G. und Urenkelin von William A. Davidson, tritt als Designerin der neuen MotorClothes-Produkte in die Company ein. Mit der Fat Boy führt Harley-Davidson eine neue Motorradgattung ein: den Cruiser. Die erste Road King betritt die Bühne. Harley-Davidson rollt die 2.000.000 Maschine vom Band.
Die jährliche Motorradproduktion überschreitet erstmals die 100.000er-Grenze. Die 30th Anniversary Ultra Classic Electra Glide verfügt als erste Harley-Davidson über eine Kraftstoffeinspritzung. In Wauwatosa, Wisconsin, eröffnet das Willie G. Davidson Product Development Center.
Die European Bike Week entsteht: In Faak feiert Harley-Davidson seinen 95. Geburtstag. Der Twin Cam 88 mit 1.450 ccm und zwei Nockenwellen wird eingeführt. Die aktuelle Softail Generation mit neuem Rahmen und neuen Bremsen wartet mit dem Twin Cam 88B mit Ausgleichswellen auf, der auf dem Twin Cam 88 basiert. Harley-Davidson Motorräder erhalten eine elektronische Wegfahrsperre.
Harley-Davidson bringt das erste Modell der neuen VRSC Baureihe, die V-Rod, auf den Markt. Der 100. Unternehmensgeburtstag wird mit einer mobilen Megafete weltweit gefeiert. Die Company präsentiert die neue Sportster Baureihe - mit neuem Fahrwerk und stark überarbeiteten Evolution Motoren. Mit Harley-Davidson of Beijing gibt es nun auch den ersten Vertragshändler in China. Der Twin Cam 96 mit 1.584 ccm, aktivem Einlass- und Auspuffsystem sowie Cruise Drive Sechsganggetriebe kommt auf den Markt. In den CVO Sondermodellen werden erstmals Twin Cam 110 und 110B Motoren mit einem Hubraum von 1.801 ccm angeboten. Die ersten Harleys mit ABS nehmen Asphalt unter die Räder. V-Rod und Touring Modelle bremsen jetzt serienmäßig mit ABS. Der Twin Cam 103 mit 1.690 ccm Hubraum und die Forty-Eight sind neu am Markt. Nach 49 Jahren als Chefdesigner geht Willie G. Davidson im April in den Ruhestand. Neben ABS wird der Twin Cam 103 in der Dyna Baureihe eingeführt. Für die Softail Baureihe wird der Twin Cam 103B mit Ausgleichswellen präsentiert. Mit Anniversary Bikes und weltweiten Partys feiert Harley-Davidson sein 110. Firmenjubiläum. 1.801 cm3 großem Twin Cam 110 bzw.
Harley-Davidson feiert sein 115-jähriges Firmenjubiläum mit exklusiven Jubiläumsmodellen und riesigen Partys - unter anderem in Prag und in Milwaukee. Die Softail Modelle kommen in vollständig überarbeiteten Versionen mit neu entwickeltem Chassis und Milwaukee-Eight Motor auf den Markt. In den CVO Modellen ist erstmals der Milwaukee-Eight mit 1.923 cm3 verbaut. Die LiveWire, das erste von einem Großserienhersteller gefertigte Elektromotorrad, erscheint. Mit den RDRS Safety Enhancements stellt Harley-Davidson eine Vielzahl von elektronischen Fahrerassistenzsystemen vor. Mit der Pan America debütiert das erste Adventure Touring Bike von Harley-Davidson. Die in zwei Versionen erhältliche Maschine verfügt über den neuen Revolution Max Motor und ein neu konstruiertes Fahrwerk. Auf der technischen Basis der Pan America wird die neue Sportster S präsentiert. Der Milwaukee-Eight 117 treibt die neuen S und ST Modelle an. Als traditionsreichster Motorradhersteller der Welt feiert Harley-Davidson sein 120-jähriges Firmenjubiläum - unter anderem in Budapest und in Milwaukee.
Doch was geblieben ist und sich nie ändern wird, ist der besondere Nimbus einer Harley-Davidson: Ihr Look, ihr Sound und das Feeling, das sie vermittelt, sind einzigartig. Sie steht für ein Lebensgefühl, das mit Werten wie Freiheit, Individualität und Nonkonformismus einhergeht.
Hier ein Rückblick auf vergangene Events und die Feierlichkeiten zum 120. Firmenjubiläum:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1903 | Gründung der Company |
| 1918 | 1. Weltkrieg |
| 1923 | Harley sucht neue Märkte |
| 1928 | Grund zum Feiern |
| 1933 | Depression-Ära |
| 1938 | Gründung Sturgis Rally |
| 1943 | 2. Weltkrieg |
| 1948 | Harley beschenkt sich selbst |
| 1953 | 50 Years Harley-Davidson |
| 1958 | Keine Gründe für Jubelfeiern |
| 1973 | Von Umbrüchen und Pech bei der Planung |
| 1976 | Anniversary-Editions |
| 1978 | Sternfahrt der Manager |
| 1983 | Gründung der HOG |
| 1988 | Stadtfest von Milwaukee |
| 1993 | Über 100.000 Teilnehmer |
| 1998 | Stundenlange Parade |
| 2003 | Rund um den Globus |
| 2008 | Museums Eröffnung |
| 2013 | Alle Wege führen nach Rom |
| 2023 | Harley Donner an der Donau! |
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