125ccm Motorrad mit Beiwagen: Eine Übersicht

Motorräder mit Beiwagen erfreuen sich großer Beliebtheit, besonders in der 125ccm-Klasse. Sie bieten eine einzigartige Kombination aus Nostalgie und praktischem Nutzen. Im Folgenden werden einige interessante Modelle und Umbauten vorgestellt.

Die Mash Black Side

Die Franzosen haben mit der Mash Black Side ein neues Modell auf den Markt gebracht. Schon seit 2017 hat man ja ein Modell mit Beiboot im Programm, damals debütierte die Mash Family Side (mittlerweile aus dem Programm gestrichen). Im vergangenen Jahr 2021 folgte die sehr martialische Mash Side Force im Military-Look mit entsprechender Ausstattung (Munitionskisten etc.). Technisch ist die neue Black Side mit der Side Force identisch, der Verzicht auf die Militär-Attribute spart aber rund 15 Kilo ein.

Für den Antrieb ist ein luftgekühlter Einzylinder mit 445 Kubikzentimeter zuständig. Er leistet 21 kW (29 PS), womit es das Gespann auf 105 Stundenkilometer bringt. Weitere technische Eigenschaften: Der Tank fasst 13 Liter, der WMTC-Verbrauch liegt bei 4,0 l/100 km, fünf Gänge plus ein Retourgang warten auf Betätigung. Der Look appeliert natürlich an Nostalgie-Liebhaber, mit klassischen Formen, angedeutetem Schwingsattel und der glänzend schwarzen Lackierung (mit weißen Zierlinien am Beiwagen). Das vergleichsweise simple Strickmuster des Mash Black Side mündet in einen überschaubaren Preis: In Deutschland kostet das Gespann ohne Liefer-Nebenkosten 10.999 Euro.

Honda Monkey 125 Sidecar-Custombike von K-Speed

K-Speed in Thailand ist spezialisiert auf Custombikes und Zubehör - und damit längst international bekannt. Ein Schwerpunkt für K-Speed-Gründer Tanadit "Eak" Sarawek und sein Team sind Kult-Minibikes der japanischen Hersteller, insbesondere Honda Super Cub, Grom, MSX, Dax und Monkey .

Ebenso viel Erfahrung wie Zubehör-Teile sind bei K-Speed für die Honda Monkey 125 vorhanden. Doch ein Gespann-Umbau, das war sogar für Eak & Team neu. Doch ein Kunde drohte mit Auftrag und ließ nicht locker. Da K-Speed bisher keine Gespann-Komponenten im Sortiment, aber die Auftragsbücher voll hat, einigte man sich so: Um einen proportional passenden Seitenwagen mitsamt Anbau kümmerte sich der Kunde selbst, und bei K-Speed wurde das Ganze im Custombike-Stil angerichtet.

Eine aktuelle Honda Monkey 125, Baujahr 2023, war die Basis für den Gespann-Umbau. Bei K-Speed bekam sie ihr Heck gekürzt und eine Hinterradschwinge mit verstärkendem Unterzug eingebaut. Ein weiteres markantes Detail im Heckbereich ist die hochgelegte, dunkle Abgasanlage, Typ Diabolus von K-Speed. Vorn wurde hauptsächlich ein höherer Lenker mitsamt Lenkerenden-Rückspiegeln montiert.

Zur Gesamterscheinung tragen außerdem die im Scheibenrad-Look verkleideten 12-Zoll-Räder bei, besonders grobstollig bereift mit IRC Tractor Grip im Format 130/80-12 - vorn, hinten und am Seitenwagen. Damit die so stark wie möglich zur Geltung kommen, verzichteten K-Speed und ihr Kunde auf zwei von drei Radabdeckungen. Lediglich das dritte Rad bekam ein kleines Kotflügelchen verpasst. Und der Kennzeichenhalter ist seitlich an der Schwinge befestigt.

Am und im Seitenwagen legten die thailändischen Spezialisten ebenfalls Hand an: Sitzpolster und Innenverkleidung in braunem Leder-Look sind auf die Solo-Sitzbank für den Fahrer abgestimmt. Seitlich, am liegenden Federbein des Beiwagens, wurde ein kleiner LED-Scheinwerfer montiert, am Heck ein Gepäckträger-Rack.

Genaue Eckdaten zum Monkey-Gespann nannte K-Speed bisher nicht, doch aus den originalen rund 100 Kilogramm der kleinen 125er-Honda dürften circa 150 Kilo Gesamtgewicht geworden sein. Für ein Gespann ist das zwar sehr leicht, doch der luftgekühlte Viertakt-Einzylinder-Motor mit nur knapp 10 PS hat daran relativ schwer zu schleppen. Und mit dem deutlich vergrößerten Luftwiderstand sind die ohnehin nur mit starkem Rückenwind möglichen 100 km/h für die Monkey unerreichbar.

Yingang Whale 125/150 mit Seitenwagen

Die Yingang Whale 125/150 mit Seitenwagen ist als 125er- und 150er-Ausführung erhältlich. Die Abmessungen des Fahrzeugs (L x B x H): 1750 mm x 1480 mm x 1035 mm, mit einer Sitzhöhe von 705 mm und einem Gewicht von 203 kg.

Die Yingang Whale 125/150 basiert auf dem klassisch gehaltenem Super Mini des chinesischen Herstellers Yingang. Von der Basis übernimmt sie den luftgekühlten Einzylinder-4-Taktmotor, der in der Version mit 149 Kubik 11 PS Leistung und 11,5 Nm maximales Drehmoment bereitstellen soll. Auf welche Geschwindigkeit das Gespann damit maximal beladen kommt - und wie viel Zuladung überhaupt erlaubt ist - ist nicht bekannt.

Auf klassisch - zumindest, was die Optik angeht - macht die Yingang Whale 125/150 mit Seitenwagen, mit ihrem runden LED-Scheinwerfer und dem digitalen Rundinstrument im Cockpit. Auch die Sitzpolster ziehen den Retro-Stil konsequent durch.

In Bezug auf Fahrwerk und Bremsen hält sich die Yingang Whale 125/150 an die Zutaten, die die Super Mini vorgibt: Die Vorderradaufhängung übernimmt eine herkömmliche Gabel, hinten federn zwei fünffach einstellbare Dämpfer. Verzögert wird per Scheibenbremsen vorn und hinten sowie mit ABS, die Räder sind mit 12-Zoll Reifen bezogen.

Anders als an der Basis sind bei der Yingang mit Seitenwagen die mehrstufig einstellbaren Kupplungs- und Bremshebel, wie auch die Feststellbremseinrichtung am vorderen Bremshebel. Das soll für Stabilität sorgen, falls das Gespann an steilen Hängen geparkt wird. Außerdem ist das Yingang-Gespann mit einem Rückwärtsgang ausgestattet. Und mit einem Kardan, was vor allem dem Beifahrer im Seitenwagen entgegenkommen dürfte, der sonst fast auf der Höhe einer Antriebskette sitzen würde. Nebenbei ist ein Kardan in der Regel auch langlebiger und wartungsärmer.

Für den Seitenwagen wurde der Rahmen des Motorrads optimiert. Das Fahrzeug besteht aus einem Rahmen und einem Fahrgestell: Das Chassis wird von zwei großen Hauptrohren gestützt. Zwei weitere Rohre sind schräg angeordnet und tragen zur Versteifung bei. Dadurch wird die Verbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Fahrgestell stabilisiert, und soll sogar für eine "Offroad-Fähigkeit" der Yingang Whale 125/150 sorgen. Gut, dass der Seitenwagen mit dämpfenden Federbeinen ausgestattet ist und über ein mit dem Motorrad verbundenes Bremssystem verfügt.

Der Beiwagen der Yingang Whale 125/150 ist laut Hersteller aus "hochfestem, glasfaserverstärkten Kunststoff". Das Material soll korrosionsbeständig, leicht und das Innere mit Leder ausgekleidet sein, wobei wir davon ausgehen, dass es sich um Kunstleder handelt.

Technische Daten im Überblick

Modell Motor Leistung Hubraum Besonderheiten
Mash Black Side Luftgekühlter Einzylinder 21 kW (29 PS) 445 ccm Nostalgie-Look, Retourgang
Honda Monkey 125 (K-Speed Custom) Luftgekühlter Viertakt-Einzylinder ca. 7 kW (ca. 10 PS) 125 ccm Custom-Umbau, 12-Zoll Räder
Yingang Whale 125/150 Luftgekühlter Einzylinder-4-Taktmotor ca. 8 kW (ca. 11 PS) 149 ccm LED-Scheinwerfer, ABS, Kardanantrieb, Rückwärtsgang

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