12V Steckdose am Motorrad nachrüsten: Eine detaillierte Anleitung

Viele Motorradfahrer wünschen sich eine 12V Steckdose, um Navigationsgeräte, Smartphones oder andere elektronische Geräte während der Fahrt aufladen zu können. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie eine solche Steckdose an Ihrem Motorrad nachrüsten können.

Schritt 1: Vorbereitung und Überlegungen

Bevor Sie mit der Installation beginnen, sollten Sie sich überlegen, wo Sie die Steckdose platzieren möchten. Ein geschütztes Plätzchen unter der Verkleidung bietet sich an, um die Dose vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Stromversorgung sicherzustellen. Eine Option ist der Anschluss an das Dauerplus des Abblendlichts. Es ist ratsam, sich vorab einen Schaltplan zu besorgen, um die korrekten Kabel zu identifizieren.

Schritt 2: Geeignetes Zündungsplus finden

Damit die Ladebuchse später nur funktioniert, wenn die Zündung eingeschaltet ist, sollte die Stromversorgung über ein geschaltetes Plus erfolgen. Hierfür greifen wir den Strom beispielsweise vom vorderen Standlicht ab. Alternativ kann auch Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwendet werden. Da die Ladebuchse in der Regel aber im vorderen Bereich montiert wird, nutzen wir die Spannung des Standlichts. Keine Sorge, das Licht wird später beim Laden des Smartphones nicht dunkler, da eine Parallelschalung entsteht.

Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, beide Enden der Ladebuchse direkt mit der Batterie zu verbinden und eine Schwebesicherung sowie einen Schalter zu installieren. Der Aufwand wäre allerdings deutlich größer und bringt keine nennenswerten Vorteile mit. Daher entscheiden wir uns für die einfachste Lösung.

Schritt 3: Abgreifen der Spannung

Nun wollen wir unsere Ladebuchse an die 12V-Spannung des Standlichts anschließen. Dazu trennen wir das rote Kabel, das zur Lampe führt auf und entfernen etwa 5-10mm der Isolation an beiden Enden. Nun führen wir das Rote Kabel der 12V-Ladebuchse an diese Stelle und kürzen es falls nötig. Wichtig: Das Kabel sollte nicht auf eine Minimallänge gekürzt werden, da es sich beim Einschlagen des Lenkers bewegt. Gerne darf es 10-15 Zentimeter länger ausfallen als nötig. Auch an diesem Kabel wird die Isolation am offenen Ende abgetrennt.

Jetzt müssen alle drei offenen Kabelenden miteinander verbunden werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Im Fahrzeugbau sind Crimp-Verbindungen üblich, deshalb lösen wir es auch auf diese Weise. Eine Lötverbindung funktioniert auch, ist allerdings kurzlebiger. Die offenen Drähte müssen natürlich vor Wasser geschützt werden. Ein Schrumpfschlauch erfüllt den Job am besten, Isolationsband ist keine dauerhafte Lösung.

Schritt 4: Verbinden des Minuspols

Damit der Stromkreis geschlossen wird, muss auch der Minuspol der Ladebuchse, also das schwarze Kabel, angeschlossen werden. Hierfür kann zum Beispiel die Masse des Standlichts verwendet werden. Das Vorgehen ist identisch wie beim Abgreifen der Spannung - allerdings wird nun das schwarze (oder teilweise blaue) Kabel genutzt. Alternativ lässt sich das Kabel mit der bereits montierten Ringöse am Hauptrahmen des Motorrades befestigen. Hier ist ein guter Kontakt sehr wichtig, am besten wird er an einer unlackierten Stelle erreicht. Bei vielen Motorrädern kann die Öse zum Beispiel an den Verschraubungspunkten für Verkleidungsteile zwischen Rahmen und Verkleidung geklemmt werden.

Hinweis: Die Verbindung mit der Fahrzeugmasse sollte nur am Hauptrahmen erfolgen. Wer den Strom über den Lenker, die Gabel oder der Schwinge wandern lässt, schadet dem Lenkkopf- beziehungsweise Schwingenlager. Daher bitte nur den Hauptrahmen verwenden.

Schritt 5: Funktion überprüfen

Nun ist die Ladebuchse korrekt angeschlossen und kann zum ersten Mal in Betrieb genommen werden. Dafür muss zunächst die Batterie wieder angeklemmt und die Zündung eingeschaltet werden. Wenn alles funktioniert, leuchtet an der 12V-Ladebuchse ein blaues Licht auf. Falls nicht, sollten die Verbindungen überprüft werden.

Weitere Tipps und Informationen

  • Bei den einschlägigen Händlern gibt es Klemmen, mit denen du das rote Kabel der Steckdose an die gewünschte Leitung (Abblendlicht, Kühlerventilator, ...) anklemmen kannst.
  • Das schwarze Kabel kommt dann an den Rahmen.
  • Abgesichert ist die Steckdose in dem Fall über die Sicherung, an der auch der Verbraucher hängt, von dem du die 12V abzapfst.
  • Meist ist aber auch noch eine eigene Sicherung zusätzlich in der Leitung der Steckdose. Die brauchst du dann nicht, musst sie aber reinstecken, damit an der Steckdose auch Strom fließen kann.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, ob du die richtige Leitung für die 12V abgreifst, besorg dir entweder einen Schaltplan, aus dem hervorgeht, welche Kabel welche Farben haben und von wo nach wo gehen, oder teste mit einem Messgerät oder einer kleinen 12V-Birne an den verschiedenen Kabeln gegen Masse (Rahmen).
  • Wenn du zum Testen nicht an irgendwelche Klemmen gelangst, kannst du auch mit einer Stecknadel als Messspitze arbeiten.

Einige Motorradfahrer haben auch die Hupe als Stromlieferant missbraucht, da dort bei Zündung ein Dauerplus anliegt. Bedenken sollte man, dass bei neueren Fahrzeugen der Trend zu separat abgesicherten Stromkreisen geht, was aber in älteren Fahrzeugen selten sinnvoll umzusetzen ist.

Alternativ kann man die Dose auch direkt an die Batterie anschließen und eine Sicherung sowie einen Kippschalter dazwischen schalten, um den Stromfluss bei Bedarf zu unterbrechen und die Batterie laden zu können.

Anschluss über den SZ-Stecker (BMW)

Bei BMW Motorrädern gibt es oft einen sogenannten SZ-Stecker (SonderZubehör-Stecker), an den Zubehör wie Navi oder USB-Buchse angeschlossen werden kann. Um an das Rahmendreieck zu kommen, muss der Tank runter - und das ist auch schon 98% der Arbeit...

Hinweis: Der SZ-Stecker war bei mir leicht zu identifizieren, da er der einzige mit einer Blindkappe war. Wenn keine Zusatzscheinwerfer verbaut sind, hat deren unbenutzter Steckkontakt ebenfalls eine Blindkappe.

Damit das Zusatzgerät (z.B. die USB-Steckdose) in der Garage nicht die Batterie leernuckelt, müssen die 12 V über den CAN-Bus abgeschaltet werden. (Bezug des Adapterkabels z.B. Das geschieht über eine kleine Elektronik, die unter dem Schrumpfschlauch als kleines rechteckiges Modul erkennbar ist.Anmerkung: Der in einem USB-Adapter enthaltene Wandler von 12V auf 5V läuft auch im Leerlauf (ohne angeschlossenes Gerät), zieht daher ständig etwas Strom und entlädt so die Batterie.

Der Adapter hat auf einer Seite ein passendes Gegenstück für den SZ-Stecker, auf der anderen Seite kommt eine Leitung mit zwei offenen Enden (+12V (rot) und Masse (schwarz)) heraus.An diese Leitung kann nun z.B. über Schnelllötverbinder das gewünschte Gerät angeschlossen werden.

Wie man sieht, sind bis hier keine besonderen elektrischen Kenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich - bis auf die Lötschnelllverbinder ist alles Plug & Play. Und Lötschnelllverbinder sind ja auch kein Hexenwerk... Siehe Youtube für eine Anleitung, z.B. Dann den Adapter an den SZ-Stecker aufstecken, und die Konstruktion an der linken Seite nach vorne verlegen. Noch mit ein paar Kabelbindern fixieren - fertig! Nun den Tank wieder montieren.

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