Welches 14 Zoll Fahrrad ist für welches Alter geeignet? Eine detaillierte Tabelle und Anleitung

Die Wahl des richtigen Kinderfahrrads ist entscheidend für die Sicherheit und den Spaß Ihres Kindes. Dabei gilt es, einige wichtige Kriterien zu beachten.

Wichtigste Kriterien für die ersten Fahrversuche auf dem Kinderfahrrad sind die körperlichen Voraussetzungen, also Größe und Beinlänge, sowie die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes. Das Alter ist insofern von nachrangiger Bedeutung, als dass es die individuellen Voraussetzungen für das Radfahren nur sehr grob widerspiegelt.

Mitunter führt dies dann auch dazu, dass für Ihr später entwickeltes, aber schon großgewachsenes Kind ein Kinderfahrrad 16 Zoll oder sogar schon ein Kinderfahrrad 18 Zoll als erstes Einstiegsrad in Betracht kommen kann. Nur wenn das Fahrrad einem Kind passt, kann es damit auch sicher fahren und Spaß haben.

Deshalb sollte man die Suche nach der richtigen Kinderfahrrad-Größe ernst nehmen! Und dabei genügt es nicht, sich auf allgemeine Kinderfahrrad-Größentabellen oder vage Altersempfehlungen der Hersteller zu verlassen.

Denn diese Kinderfahrrad Größentabellen, die oft eine Fahrradgröße in Zoll mit konkreten Angaben zum Kindesalter verknüpfen, sind sehr grob. Deshalb sollten sie dir maximal als Orientierung dienen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und halten sich beim Wachstum nicht an Größentabellen: Gleichaltrige sind mitunter einen Kopf kleiner als andere.

Darum ist die Frage, welches Kinderfahrrad für welches Alter, fehl am Platz! Wir bei kids-bike-test.com orientieren uns immer an den modellspezifischen Größenangaben der Kinderfahrrad-Hersteller. Gibt ein Hersteller keine Größenempfehlung an, kann man auf die Kinderfahrrad-Größentabelle oben als grobe Orientierung zurückgreifen.

Wichtig bleibt: Anhand des Alters lässt sich die Fahrradgröße nicht exakt bestimmen. Grundsätzlich gilt zwar: Je jünger ein Kind ist (und damit meist kleiner), desto kleiner ist der Laufrad-Durchmesser (angegeben in Zoll).

Wer es ganz genau wissen will, sollte nicht nur an der Körpergröße des Kindes sondern vor allem an der Innenbeinlänge orientieren.

Die Bedeutung der Schrittlänge

Entscheidend ist die Schrittlänge (Innenbeinlänge) Ihres Kindes. Sie beschreibt den Abstand zwischen Boden und Schritt (a), siehe Grafik links, und gibt Auskunft darüber, ob Ihr Kind bei niedrigst eingestellter, minimaler Sattelhöhe des Kinderfahrrades mit beiden Füßen noch gut den Boden (der Kontakt mit den Fußballen reicht aus!) erreichen kann.

Die Körpergröße ihres Kindes (b) kann insofern nur eine Orientierungsgröße bei der Wahl eines geeigneten Kinderfahrrades sein. Zwar stehen bei "normal" entwickelten Kindern Körpergröße und Schrittlänge in einem festen bzw. engen Verhältnis, jedoch sollten Sie sich unbedingt die kurze Mühe machen und die Schrittlänge selbst messen.

Wie misst man die Schrittlänge richtig?

Um die Schrittlänge zu messen, benötigen Sie einen Zollstock und ein mittelgroßes Buch. Ihr Kind stellt sich nun ohne Schuhe, ohne Hose und ggf. auch ohne Windel mit dem Rücken an eine Wand.

Richten Sie das Buch bzw. den Buchrücken nun senkrecht an der Wand zwischen den Beinen Ihres Kindes aus. Nun führen Sie es von unten vorsichtig, aber mit sanftem Druck nach oben in den Schritt. Messen Sie nun den Abstand zwischen Fußboden und Buchrücken bzw. Oberkante des Buches und Sie erhalten die Schrittlänge bzw.

Größenorientierung: Tabelle für Kinderfahrradgrößen

Die nachfolgende Tabelle (Kinderfahrradgröße / Nutzungszeitraum in Relation zu den relevanten körperlichen Größen (Durchschnittswerte)) gibt Ihnen einen Überblick zur Größenorientierung.

Ob die ersten Radfahrversuche schnell von Erfolg gekrönt sein werden, hängt stark vom motorischen Entwicklungsstand Ihres Kindes ab. Ist es bereits geübt im Laufrad- oder Rollerfahren und hat ein sicheres Körpergefühl, so wird Ihr Kind erfahrungsgemäß keine Probleme mit dem Umstieg auf das Kinderfahrrad haben:

Das Gleichgewichtsgefühl ist meistens schon sehr gut entwickelt, lediglich das Anfahren und der Bewegungsablauf des Tretens muß noch geübt werden. Wenn Ihr Kind noch keine oder nur wenig Erfahrungen mit dem Laufrad oder Roller sammeln konnte, können Sie für die ersten Versuche mit dem Fahrrad die Pedale demontieren (lassen).

Das bedeutet nicht, daß Ihr Kind das Fahrradfahren nicht auch aus dem Stand bzw. direkt erlernen kann. Wahrscheinlich wird es aber schwieriger werden. Und die Gefahr, daß Sie als Eltern die nötige Geduld und Gelassenheit verlieren und Ihrem Kind die Lust vergeht, sollten Sie nicht unterschätzen.

Ziel muß es sein, daß Ihr Kind seine ersten Erfahrungen mit dem Kinderfahrrad positiv und mit Freude und Leichtigkeit erinnert. Jeder mißglückte, wenn auch gut gemeinte Versuch Ihrem Kind das Radfahren beizubringen, wird die Enttäuschung verstärken und den Druck erhöhen.

Mit beiden Füßen auf dem Boden? Wer gerade erst Fahrrad fahren lernt, sollte unbedingt im Sattel sitzend noch mit beiden kompletten Füßen auf dem Boden stehen können. Das gibt die nötige Sicherheit für den Anfang. Der Sattel muss dafür natürlich niedrig genug einstellbar sein.

Sobald Ihr Kind aber einigermaßen souverän fahren kann, sollte der Sattel höher eingestellt werden: Gleichzeitiger Kontakt der Ballen beider Füße mit dem Boden reicht dann aus. Spätestens bei 26 Zoll - oft aber auch schon bei 24 Zoll sind Kinder bereits hinreichend gute Radfahrer geworden, um auf- und absteigen zu können wie ein Erwachsener: Sprich: Jetzt müssen nicht mehr beide Füße den Boden gleichzeitig erreichen können.

Und so ist die Frage, ob Ihr Kind noch vergleichsweise unsicher oder schon sehr souverän fährt auch bei der Auswahl der richtigen Fahrradgröße relevant: Ein sicherer Fahrer wird durchaus gut mit einem Fahrrad zurechtkommen, das einem noch unsicheren Kind gleicher Körpergröße noch Schwierigkeiten bereiten würde. Hier geht es allerdings nur um wenige Zentimeter.

Mit der leider immer noch häufig zu hörenden Aussage "Da wächst sie/er schon noch rein." von Verkäuferseite hat das nichts zu tun. Die ist und bleibt falsch. Klar. Jedes Kinderfahrrad kann je nach Größe für ein bis zwei Jahre mit Ihrem Kind "mitwachsen".

Die Sattelhöhe lässt sich bei jedem Fahrrad stufenlos verstellen. Ebenso kann der Lenker in der Regel ein paar Zentimeter höher gestellt werden. Weitergehende Konzepte - zum Beispiel mit nach dem Teleskopprinzip verlängerbaren Rahmen - gibt es auch am Markt.

Tabelle: Kinderfahrradgrößen im Überblick

Kategorie Alter Körpergröße Beinlänge Sattelhöhe Typische Fahrradgröße Empfehlungen
Anfänger 2,5 - 4 Jahre 95 - 103 cm 38 - 44 cm 40 - 46 cm 12 Zoll und 14 Zoll Puky ZL 12-1, woom 2
Kinderfahrräder 4 - 6 Jahre 103 - 115 cm 44 - 50 cm 46 - 53 cm 16 Zoll Puky ZLX 16-1 Alu, woom 3
Fahrräder 6 - 8 Jahre 115 - 127 cm 50 - 57 cm 53 - 61 cm 18 Zoll und 20 Zoll woom 4, Puky LS-Pro 20-7 Alu
Fahrräder 8 - 10 Jahre 127 - 138 cm 57 - 65 cm 61 - 70 cm 24 Zoll woom 5
Jugendräder ab 10 Jahre ab 138 cm ab 65 cm ab 70 cm 26 Zoll woom 6

Wichtig: Die Altersangaben dienen lediglich als grobe Orientierung. Die tatsächliche Größe und Schrittlänge Ihres Kindes sind entscheidend.

Das erste Fahrrad: Ab wann ist es Zeit?

Ab wann es Zeit ist für das erste richtige Fahrrad hängt von einigen Faktoren ab. Pauschale Aussagen über das richtige Fahrrad Alter lassen sich kaum treffen. Während früher gerne das Fahrradfahren als Voraussetzung für die Schulreife gesehen wurde fahren heute einige Kinder bereits vor dem Kindergartenalter von 3 Jahren mit dem ersten Fahrrad.

Ein paar Voraussetzungen musst du erfüllen damit dein Kind schon früh mit dem Fahrradfahren anfangen kann:

  • Ein Kindgerechtes leichtes Fahrrad: In den letzten Jahren hat sich viel getan in der Entwicklung von kindgerechten Fahrrädern. Während über Jahrzehnte alle Kinder mit Puky Fahrradfahren gelernt haben gibt es heute viele Hersteller wie woom und Academy die hochwertige und besonders leichte Fahrräder für sehr kleine Kinder konstruiert haben. Und je leichter ein Fahrrad ist, desto eher können die Kinder es beherrschen.
  • Loslassen können: Ohne geht Fahrradfahren nicht. Dein Kind wird sich mit dem Fahrrad von dir entfernen und seine eigenen Entscheidungen treffen. Du wirst ihm nicht mehr in jeder Situation direkt beistehen können. Es wird hinfallen und sich das Knie aufschlagen. Und das ist auch gut so denn dein Kind wird dadurch selbstständig. Du musst aber natürlich mit dieser neuen Situation auch zurechtkommen.

Fahrrad fahren lernen

Wenn Entscheidung gefallen ist kann es losgehen mit dem Fahrradfahren. Die ersten Schritten brauchen etwas Zeit, gute Vorbereitung ist alles.

Schritt 1: Laufrad fahren!

Tatsächlich fängt Fahrrad fahren lernen schon lange vorher mit dem ersten Laufrad an. Die wichtigsten Abläufe haben die Kinder dadurch schon verinnerlicht lange bevor sie auf dem ersten Fahrrad mit Pedalen sitzen: Gleichgewicht halten, Rollen, Lenken und Bremsen, das klappt also schon bestens.

Was fehlt? Treten, treten, treten. Und, je nachdem was euer Laufrad für eine Bremse hatte ist da eventuell noch eine weitere Umgewöhnung nötig. Denn mit den Füßen (wie vom Laufrad gewohnt) bremst es sich beim echten Fahrrad eher schlecht.

Schritt 2: Das richtige Anfänger-Fahrrad kaufen

Jetzt kannst du etwas für deinen Schatz tun. Mit dem richtigen Fahrrad wird ihm das Lernen viel leichter fallen und der Erfolg sich schneller einstellen. Ohne Frust lernt es sich einfach besser.

Wie sieht das perfekte Lern-Fahrrad aus?

  • Geringes Gewicht: Bereits ab 5 kg gibt es vollwertige Fahrräder und das ist gerade für kleine Kinder auch schon am oberen Ende dessen was sie gut bewegen können.
  • Niedrige Sattelhöhe: Im besten Fall so niedrig, dass dein Kind im Sitzen mit einem Fuß sicher den Boden erreichen kann. Genau wie beim Laufrad gibt das Sicherheit bei den ersten Versuchen.
  • Niedriger Rahmen: Dein Kind sollte gut vor dem Sattel stehen können ohne auf der Stange aufzusitzen. Das erleichtert das Aufsteigen und Losfahren.
  • Keine Rücktrittbremse: Mit Freilauf können die Pedale rückwärts gedreht werden. Damit bekommen die Kinder sie leichter in die richtige Position, das Losfahren fällt leichter und ungewollte Vollbremsungen durch falsches Treten passieren auch nicht.
  • Keinen Stützräder: Dein Kind kann das Gleichgewicht halten. Das hat es schließlich schon lange auf dem Laufrad geübt, oder? Mit Stützrädern würde es das nur wieder verlernen. Also weg damit!

Schritt 3: Mit den Pedalen klar kommen

Das ist der schwierigste Schritt. Die Kinder sind gewohnt, dass da nichts ist und sie ihre Füße frei bewegen können, jetzt sind da auf einmal zwei Pedale im Weg an die sie immer mit ihren Beinen stoßen. Hier sind Fahrräder mit Freilauf (also ohne Rücktrittbremse) von Vorteil denn dann wird nicht gleich eine Vollbremsung hingelegt wenn die Kinder versehentlich in die falsche Richtung treten. Und das wird häufig passieren.

Tipps zum Treten lernen:

  • Sattel runter: Stellt den Sattel erstmal so ein, dass die Füße gut auf den Boden gelangen. Das sind die Kinder vom Laufrad so gewohnt und erhalten damit Sicherheit.
  • Anschieben: Dein Kind kann das Gleichgewicht alleine halten, also bitte nicht klammern sondern locker am Rücken mit einer Hand anschieben und leicht stützen. Niemals am Lenker halten denn das verwirrt dein Kind mehr. Glaub mir, es kann alleine das Gleichgewicht halten (wenn es Laufrad gefahren ist)! Und besser für deinen Rücken ist es auch wenn du dich nicht so bücken musst.
  • Treten: Wenn du am Rücken schiebst und leicht stützt kann dein Kind die Pedale suchen, die Füße sortieren und die ersten Pedalumdrehungen machen. Achtung, die Kinder schauen dabei nach unten und können sich nicht aufs Lenken konzentrieren. Das übernimmst du am Rücken.

Schritt 4: Fahrradfahren!

Wenn das Treten klappt und dein Kind einen mehr oder weniger runden Tritt gelernt hat, dann ist es fast geschafft. Noch rennst du nebenher und hast deine Hand am Rücken deines Kindes und dein Kind verlässt sich darauf, dass du stützt. Doch die Hand muss da weg.

Unser Klatsch-Tipp zum Fahrrad fahren lernen:

  • Bereite dein Kind darauf vor, dass du dein Hand weg nimmst:„Jetzt fährst du schon ganz allein und brauchst meine Hand nicht mehr!“
  • „Ich klatsche jetzt weil du so toll Fahrradfahren kannst!“
  • Und dann klatscht du in die Hände. Vielleicht lässt du...

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