18-Gang-Schaltung: Erklärung, Funktion und Anwendung

Die 18-Gang-Schaltung ist eine beliebte Wahl für Radfahrer, die Wert auf Vielseitigkeit legen. Sie verbindet technische Effizienz mit einer großen Auswahl an Übersetzungen. Diese Schaltung basiert entweder auf einer 6x3- oder einer 9x2-Konfiguration. Das bedeutet, sie kombiniert sechs oder neun Ritzel hinten mit drei oder zwei Kettenblättern vorne.

Grundlagen der 18-Gang-Schaltung

Die Grundlage der 18-Gang-Schaltung liegt in ihrer intelligenten Kombination von Kettenblättern und Ritzeln:

  • Kettenblätter vorne: Das größere Kettenblatt ist ideal für gerades, schnelles Fahren, während kleinere Kettenblätter perfekt für Anstiege oder langsamere Abschnitte sind.
  • Ritzel hinten: Die hinteren Ritzel bieten fein abgestimmte Übersetzungen, die es dir erlauben, schnell auf Veränderungen im Gelände zu reagieren.

Die 18-Gang-Schaltung überzeugt durch ihre Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit im Einsatz.

Komponenten einer Fahrradschaltung

Der Antrieb deines Bikes hilft dir deine Muskelkraft in Vortrieb zu verwandeln. Dafür ist es auch wichtig zu wissen, wie die Schaltung funktioniert. Der Antrieb sorgt dafür, dass du mit deinem Bike überhaupt vorwärts kommst. Er umfasst alle Teile, mit denen du das Fahrrad in Fahrt versetzen und beschleunigen kannst.

  • Kurbel: Die Kurbel ist die Komponente, an der die Pedale befestigt sind. Die Kurbel besteht aus mehreren Teilen, die Kettenblätter (Zahnräder) sind eine Schlüsselkomponente beim Schalten. Fahrräder haben ein, zwei oder drei Kettenblätter.
  • Kassette: Die Kassette bezeichnet die Gesamtheit aller Zahnkränze, die auf der rechten Seite des Hinterrads angebracht sind.
  • Kette: Die Kette verbindet die vorderen Kettenblätter mit den hinteren Zahnrädern (Ritzeln). Dadurch drehen sich nicht nur Kurbel und Blätter, wenn du in die Pedale trittst, sondern auch das Hinterrad rotiert.
  • Schalthebel: Über die Schalthebel am Lenker steuerst du den Umwerfer und das Schaltwerk. Dadurch wechselt die Kette zwischen den einzelnen Zahnrädern hin und her.

Funktionsweise der Schaltung

Trittst du in die Pedale, dreht sich die Kurbel samt Kettenblättern. Der eingelegte Gang und die Übersetzung entscheiden darüber, wie schwer das Treten ist. Gleitet die Kette z. B. Je höher der Gang, desto mehr Kraft benötigst du, um die Kurbel rotieren zu lassen. Das Kettenblatt ist größer als das Ritzel hinten und verfügt über mehr Zähne. Die meisten Fahrräder sind mit zwei oder drei Kettenblättern ausgestattet. Schaltest du vorne einen Gang höher, wandert die Kette auf ein größeres Blatt. Damit dauert eine Umrundung länger bzw. Die meisten Fahrräder verfügen über neun bis zwölf Ritzel. Schaltest du hinten einen Gang höher, wandert die Kette auf ein kleineres Ritzel. Der Reifen überträgt durch die Haftreibung die Kraft auf die Straße.

Übersetzung und ihre Bedeutung

Die Übersetzung zeigt, wie viele Umdrehungen das Hinterrad mit einer einzigen Pedalumdrehung macht. Sie bestimmt, wie leicht oder schwer du in die Pedale treten musst. Nehmen wir an, du fährst ein Rennrad mit zwei Kettenblättern (53 | 39). Das kleinere Blatt hat 39 Zähne, das größere 53 Zähne. Hinten gibt es Zahnkränze mit 11 bis 27 Zähnen (11 | 27). Am leichtesten fällt dir der Tritt in die Pedale, wenn die Kette vorne auf einem kleinem Blatt und hinten auf einem großen Zahnkranz liegt. Berücksichtige die möglichen Gangkombinationen und die minimale und maximale Übersetzung, wenn du dich für ein Fahrrad entscheidest. Bist du oft in Bergen unterwegs, kann eine Kompaktkurbel mit kleinerem Kettenblatt vorne und größerem Ritzel hinten (z. B.

Schaltvorgang und Tipps

Gangwechsel: Bei einer Kettenschaltung musst du in die Pedale treten, um den Gang wechseln zu können. Der richtige Start: Denk daran, vor dem Anhalten wieder in einen niedrigeren Gang zu schalten. Das erleichtert dir den Start, zum Beispiel an Ampeln. Übung macht den Meister: Mit der Zeit entwickelst du ein Muskelgedächtnis.

Einfluss des Schaltens auf den Energieverbrauch

Das Schalten hat einen erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch beim Radfahren, da es ermöglicht, die Kraftübertragung vom Fahrer auf das Rad zu optimieren. Bei langen Strecken oder in bergigem Terrain ist es wichtig, den richtigen Gang zu wählen, um die Muskelkraft effizient zu nutzen und Ermüdung zu vermeiden. In flachem Gelände ermöglicht ein höherer Gang, dass mit weniger Pedalumdrehungen eine höhere Geschwindigkeit erreicht wird, was die Effizienz steigert und den Energieaufwand reduziert. In bergigen Gebieten hingegen hilft ein niedrigerer Gang, die notwendige Kraft zu verringern, die für das Treten gegen die Steigung erforderlich ist, und ermöglicht so eine gleichmäßigere Energieverteilung über die Dauer der Fahrt.

Optimale Zeitpunkte zum Schalten

Ja, es gibt optimale Zeitpunkte zum Schalten, die dazu beitragen können, den Verschleiß der Kette und anderer Antriebskomponenten zu minimieren. Generell sollte der Gangwechsel erfolgen, während die Belastung auf dem Antriebssystem relativ gering ist, um einen sanften Übergang zwischen den Gängen zu ermöglichen und die mechanische Belastung zu reduzieren. Das bedeutet, dass es ideal ist, vor Beginn einer Steigung in einen niedrigeren Gang zu schalten und vor einer Abfahrt oder einem flachen Abschnitt in einen höheren Gang. Durch das Antizipieren der Geländeänderungen und das frühzeitige Schalten wird vermieden, dass unter hoher Last geschaltet wird, was die Kette und die Ritzel stark strapazieren kann.

Anpassung der Schaltung an individuelle Bedürfnisse

Die Anpassung der Schaltung und des Antriebs an unterschiedliche Fahrer und deren Stärken erfordert eine individuelle Betrachtung von mehreren Faktoren, einschließlich der physischen Kondition des Fahrers, des bevorzugten Fahrstils sowie der typischen Fahrumgebung. Für Fahrer mit starker Beinkraft und einer Vorliebe für schnelles Fahren auf flachen Strecken könnte eine Schaltung mit einem breiten Bereich an hohen Gängen ideal sein, während Fahrer, die häufig in hügeligem Terrain unterwegs sind oder eine geringere Kraftübertragung bevorzugen, von einem Antrieb mit einer größeren Auswahl an niedrigen Gängen profitieren würden. Die Auswahl der Kettenblätter und Kassette sollte auf die spezifischen Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt sein, um eine optimale Übersetzung für die bevorzugten Strecken zu gewährleisten. Zudem kann die Kurbellänge angepasst werden, um die Hebelwirkung und damit die Kraftübertragung zu optimieren, was besonders bei Fahrern mit kürzeren oder längeren Beinen relevant sein kann.

Ketten- vs. Nabenschaltung

Die meisten Fahrräder sind mit einer Kettenschaltung ausgerüstet. Die Kettenschaltung kommt an Fahrrädern bis heute am häufigsten zum Einsatz. Bei einer Nabenschaltung ist die Gangschaltung in die Hinterradnabe eingebaut. Eine Veränderung der Übersetzung erfolgt durch Umlauf- oder Planetenräder, die in der Hinterradnabe untergebracht sind. Heute werden immer mehr Nabenschaltungen eingesetzt, wodurch Umwerfer, Kassetten und mehrere Kettenblätter überflüssig werden. Während das Spektrum der Gänge bei der Nabenschaltung im Vergleich zur Kettenschaltung begrenzt ist, bieten sie den Vorteil, dass sie weniger anfällig für Schäden sind. Mehr darüber, welche Schaltungen es gibt und wie du das Schaltwerk optimal einstellst, erfährst du in unserem Ratgeber „Schaltung einstellen“.

Bedienung der Schalthebel

Mit dem linken Schalthebel bewegst du die Kette zwischen den vorderen Kettenblättern hin und her. Wenn du vorne drei Kettenblätter hast, solltest du deine Fahrt mit der Kette auf dem mittleren Blatt beginnen und bei Bedarf große Anpassungen nach oben oder unten vornehmen, wenn du im Rollen bist. Schaltest du einen Gang herunter, bewegst du die Kette zum kleinsten Blatt, wodurch du leichter in die Pedale treten kannst. Willst du das Treten erschweren, etwa weil du leicht bergab fährst und dennoch einen Zahn zulegen willst, schaltest du stattdessen einen Gang höher. Mit dem rechten Schalthebel lässt du die Kette auf der Kassette auf einen anderen Zahnkranz übersetzen. So nimmst du feine Abstufungen vor, um den perfekten Gang zu finden.

Besonderheiten bei verschiedenen Fahrradtypen

Zwischen den verschiedenen Fahrradtypen und Gangschaltungen gibt es geringfügige Unterschiede, was die Schalthebel, die Bedienung und das richtige Schalten betrifft. Prinzipiell werden beim E-Bike alle gängigen Schaltungen verwendet. Verfügt das E-Bike über eine Kettenschaltung, stehen dem Fahrer oft vier verschiedene Hebel zur Auswahl. Mit etwas Übung hat man die Bedienung jedoch schnell raus. Beim E-Bike kann die Kettenschaltung höhere Drehmomente verarbeiten, wodurch sie auch mit starken Motoren zurechtkommt. Beim E-Bike werden mit den Schalthebeln rechts und links nicht die vordere und hintere Schaltung bedient. Auch beim Mountainbike gilt: Bei einer Kettenschaltung wechselst du den Gang, wenn du mit leichtem Druck in die Pedale trittst. Wenn du mit deinem Mountainbike im Gelände unterwegs bist, solltest du im Idealfall nicht bei starken Unebenheiten schalten, damit die Kette nicht abspringt. Ist ein Berg in Sicht, solltest du bereits vor dem Anstieg auf ein kleineres Kettenblatt wechseln. Beim Rennrad ist der Schalthebel in den Bremshebel integriert. Drückst du den Bremshebel nach innen, kannst du zwischen den Gängen hin und her wechseln. So kannst du das Fahrrad so schnell beschleunigen, dass du Zeit hast, ein paar Umdrehungen sanfter zu pedalieren und den Gangwechsel unter leichtem Pedaldruck durchzuführen - ohne Geschwindigkeitsverlust.

Vor- und Nachteile der 18-Gang-Schaltung

Eine 18-Gang-Schaltung ist ideal für dich, wenn du flexibel unterwegs sein möchtest. Sie wird häufig bei Trekkingrädern, Reiserädern und Mountainbikes verbaut.

Pflege und Wartung

Eine saubere und gut gewartete Schaltung funktioniert nicht nur besser, sondern erhöht auch die Lebensdauer aller Komponenten.

  • Reinige die Kette: Schmutz und Staub beeinträchtigen die Funktionsweise der Schaltung.
  • Kontrolliere die Ritzel und Kettenblätter: Abgenutzte Zähne führen zu Problemen beim Schalten.

Alternativen zur Kettenschaltung

Damit du mit deinem Bike im richtigen Gang ans Ziel kommst, verbauen wir mit unserem Custom Made Prinzip viele verschiedene Schaltungsoptionen.

Nabenschaltungen

Durch ihre geschlossene Bauform ist die Nabenschaltung der zuverlässige Begleiter bei Wind und Wetter. Die interne Schmierung sorgt dafür, dass die Schaltung zuverlässig funktioniert und dich sicher ans Ziel bringt. Der Pflegeaufwand ist auf ein Minimum reduziert, sodass du dich noch mehr auf die Touren mit deinem Bike konzentrieren kannst.

  • Shimano Alfine: Mit ihrer höheren Bandbreite bietet die Alfine zusätzliche Gänge, die sich am Berg bezahlt machen. Für den sportlicheren Einsatz ist sie daher sehr zu empfehlen.
  • Rohloff Speedhub: Kennern ist die deutsch Firma Rohloff lange Zeit schon ein Begriff. Mit der 14-Gang Nabenschaltung erhält man eine Bandbreite, die mit einer 27-Gang Kettenschaltung vergleichbar ist. So ist die Nabe besonders für Radreisen und ambitionierten Toureneinsatz geeignet.
  • Enviolo: Das stufenlose System von Enviolo bringt Radfahren auf ein neues Level. Mit dem Drehgriff kann die Trittfrequenz stufenlos angepasst werden.
  • Pinion Getriebe: Mit einem besonders großen Übersetzungsverhältnis punktet das Pinion Getriebe, welches sich komplett am Tretlager befindet. Das Non-Plus-Ultra der Fahrradschaltung. 18 Gänge, eine riesige Bandbreite und eine Zuverlässigkeit, die ihresgleichen sucht.

Shimano CUES Schaltgruppen

  • Shimano CUES U6000: Bietet mit ihren 10 Gängen eine mittlere Bandbreite und überzeugt auch im hügeligen Gelände.
  • Shimano CUES U8000: Sollte es mal bergiger werden, so ist die Shimano CUES U8000 mit ihren 11 Gängen eine besonders gute Wahl. Das knackige Schaltverhalten verdankt sie der Linkglide Technologie.
  • Shimano CUES U4000: Die Fahrradschaltgruppe CUES U4000 bringt mit 18 Gängen eine gute Bandbreite mit, die für die alltgäglichen Situationen mit dem Rad optimal ist.

Elektronische Schaltungen

Die Vorteile der Ketten- oder Nabenschaltungen werden durch die elektronische Umsetzung konsequent weitergedacht. Gangwechsel können so besonders präzise realisiert werden. Dabei arbeiten Motorsoftware und Schaltung Hand in Hand, da die elektronischen Schaltungen am E-Bike an das Antriebssystem angeschlossen sind und so alle relevanten Daten direkt empfangen.

  • Rohloff E-14: Auch Rohloff bietet eine elektronische Schaltung an, die über einen Taster die Gänge schnell und zuverlässig elektronisch schaltet.
  • Shimano Nexus Di2: Als elektronische Version der Nexus 5 Gang bringt die Di2 Variante viele Vorteile mit - Langlebigkeit, ein robustes Design und die Fähigkeit, auch starke Mittelmotoren bis zu 85 Nm im Griff zu haben.
  • Shimano Alfine Di2: Die Alfine 8 Di2 ist eine elektronische Nabenschaltung, die besonders leise, präzise und zuverlässig schaltet. Anders als viele andere Systeme nutzt sie Öl statt Fett - für einen besonders leichten und wartungsarmen Lauf.

MTB-Schaltgruppen im Detail: Shimano vs. SRAM

Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.

Shimano MTB-Schaltgruppen

Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.

Überblick über die Shimano-Schaltgruppen

  • Tourney: Die billigste Gruppe im Shimano-Sortiment, geeignet für Einsteiger-Hardtails und Freizeit-Räder.
  • Altus: Eine Einsteiger-Gruppe, die gelegentlich noch bei Budget-Mountainbikes eingesetzt wird.
  • Acera: Ebenfalls eine Einsteiger-Gruppe, aber schon mit 2x9 und 3x9 Gängen und vermehrtem Einsatz von leichten Aluminium.
  • Alivio: Die Top-Gruppe in Shimanos Freizeit-Rad-Bereich, die schon so einige Technologien und Features der speziellen MTB-Gruppen übernimmt.
  • Deore: Die Shimano Deore Gruppe ist die erste wirklich 100%ige MTB-Schaltgruppe und richtet sich an Neulinge genauso wie Fortgeschrittene.
  • SLX: Das Mountainbike-Äquivalent zur 105 im Rennradbereich: Das Arbeitstier unter den MTB-Gruppen.
  • Zee: Die spezielle Downhill- und Freeride-Gruppe, die im Vergleich zur Einfach-SLX-Schaltung etwas an Beliebtheit verloren hat.
  • Deore XT: Die XT-Gruppe liefert die erstklassige Performance im XTR-Format für weniger Geld und etwas mehr Gewicht.
  • XT Di2: Die elektronische Version der XT nutzt elektronisch gesteuerte Servomotoren, um den Schaltvorgang direkt am Schaltwerk einzuleiten.
  • XTR: Die Meisterklasse von Shimano besteht aus einer Mischung von Carbonteilen, Titan und hochwertigem Aluminium.

MTB-Schaltgruppen: Hierarchie, Materialien und Funktion

Im Marken und Namens Wirrwarr der Bike Industrie stellt sich häufig die Frage, was die vielen Bezeichnungen überhaupt bedeuten und was die einzelnen Klassen der Komponenten an den Bikes wirklich voneinander unterscheidet. In diesem Artikeln erklären wir die Unterschiede zwischen den vier gängigsten Schaltgruppen des größten Herstellers für Fahrradkomponenten, Shimano.

Mittlerweile sind die bekanntesten vier Schaltgruppen von Shimano alle in der 1 x 12 Gang Variante angekommen. Selten werden noch Antriebe mit Umwerfer an Neurädern verbaut. Gerade für E-Bikes, bei denen es in den meisten Fällen keinen Umwerfer mehr gibt und damit nur die Möglichkeit eines Einfach Antriebs besteht, sind die 12 Gänge der aktuellen Sram und Shimano Schaltungen die beste Lösung.

Wenn die Anzahl der verfügbaren Gangstufen an allen vier Varianten, Deore, SLX, XT und XTR gleich ist, wodurch unterscheiden sich die Antriebe dann noch?

Hierarchie der Gruppen

  • Deore: Den Einstieg in die 1 x 12 Gruppen von Shimano bietet die Deore Gruppe. Hier werden günstigere Materialien verwendet und die Gruppe ist insgesamt etwas schwerer, dafür jedoch deutlich günstiger in der Anschaffung.
  • SLX: Die SLX Gruppe nähert sich funktionell schon der XT Gruppe an, ist jedoch noch ein bisschen schwerer und wird häufig bei Trail und Enduro Bikes verbaut, die gute Performance benötigen, jedoch nicht den Preisrahmen sprengen sollen.
  • XT: Der Klassiker unter den Schaltgruppen und den meisten Leuten ein Begriff, bietet sehr gute Schaltperformance und relativ niedriges Gewicht. Hochwertige Materialien und genaue Fertigungsstandards kommen hier zum Einsatz.
  • XTR: Bei der XTR (XT-RACE) Gruppe wird ausschließlich das Gewicht und Finish optimiert. Die Schaltperformance ist kaum besser als die der XT Gruppe, jedoch werden bei XTR die besten und leichtesten Materialien wie Titan und Carbon verwendet, um das Gewicht auf ein Minimum zu senken.

Materialien und Gewicht

Welches Material beim Komponentenbau verwendet wird, hat großen Einfluss auf das Gewicht und wie die letztendliche Fertigungsqualität ausfällt. Wichtig für präzise Schaltvorgänge sind auch die Toleranzen, die beim Komponentenbau eingehalten werden müssen.

Die Gewichtsunterschiede der Komponenten sind teilweise recht dramatisch. Beispielsweise unterscheidet sich die Deore Kassette, die komplett aus Stahl besteht, zur XTR Kassette, welche aus drei Alu Ritzeln, vier Stahl und fünf Titan Ritzeln besteht, um knapp 200 Gramm.

Von den hochwertigeren Materialien profitiert auch die Haptik. An den Schalthebeln werden bei den hochwertigen XT und XTR Gruppen anti rutsch Gummis verwendet, damit auch im ruppigen Mountainbike Einsatz jeder Schaltvorgang ausgelöst werden kann.

Verarbeitung und Funktion

Shimano bietet grundsätzlich eine relativ hohe Verarbeitungsqualität, auch in den einfacheren Gruppen. Der Preisunterschied zwischen den Klassen ist natürlich spürbar, allerdings ist eine Deore Gruppe deshalb kein schwergängiger billig-Plastik Bomber, sondern auch hier lässt sich die Schaltung gut bedienen und die Schaltvorgänge sind präzise. Der höhere Preis der XT und XTR Schaltgruppen ist aber auch in der Verarbeitungsqualität und der Bedienung zu spüren. Die hochwertigen Gruppen besitzen ein wertigeres Finish (im besonderen XTR) und wirken durchweg robuster.

Die Ketten der Gruppen unterscheiden sich durch ihre Beschichtungen. Das hat Einfluss auf das Schaltverhalten und auf die Langlebigkeit, auf die wir weiter unten noch näher eingehen. Bei Shimano kommt die eigene SIL-Tech Beschichtung und Chrombeschichtungen zum Einsatz.

Funktionell unterscheiden sich die Gruppen hauptsächlich durch die Schaltmöglichkeiten des Hebels. XT und XTR bieten die Möglichkeit 4 Gänge die Kassette nach oben zu schalten und 2 Gänge mittels 2-Way Release(der Hebel lässt sich ziehen und drücken) nach unten. Der SLX Hebel bietet nur noch 3 Gänge nach oben und einen Gang mittels 2-Way Release nach unten und bei Deore fällt der 2-Way Release weg.

Übersetzungen

Alle vier Gruppen bieten 12 Gänge und eine maximale Übersetzungsbandbreite von 10 - 51 Zähnen an der Kassette. Die drei obersten Gruppen, also SLX, XT und XTR gibt es jeweils mit der Option auf 2 x 12 Gängen und einer Kassette mit maximal 45 Zähnen. Die Deore Gruppe gibt es nur als 2 x 11 Version. Als Spezial gibt es die XTR Kassette in der feineren und sportlicheren 10 - 45 Zähne Abstufung mit einem kürzeren Käfig am Schaltwerk, was die Bodenfreiheit vergrößert.

Haltbarkeit der Verschleißteile

In Punkto verschleiß Resistenz kommen die oben bereits erwähnten Materialien und Beschichtungen ins Spiel, doch ist nicht zwingend die hochwertigste Gruppe auch die langlebigste. Die robusteste Kassette sollte nach Datenblatt die SLX Kassette sein, da sie den größten Anteil an plattierten Stahl Ritzeln hat und nur das Größte Ritzel, bei dem sich die Last auf viele Zähne verteilen kann, aus Aluminium besteht. Die Titanritzel der XTR Kassette machen diese etwas anfälliger im Vergleich, allerdings sind auch hier die kleinsten und verschleiß intensivsten Ritzel aus plattiertem Stahl.

Die Ketten werden mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen, dank der die XTR Kette die beste Schaltperformance und Verschleißresistenz bietet.

Zusammenfassung

Shimanos 12 Fach Gruppen bieten eine Top Schaltgruppe für jedes Budget.

Glossar der Schaltkomponenten

Gerade bei Fahrradschaltungen finden sich Unmengen an technischen Begriffen und Marketing-Bezeichnungen, die nicht immer selbsterklärend sind. Die Bauteile einer Kettenschaltung sind aber immer die Gleichen: Kettenblatt, Kassette, Kette, Schaltwerk, Umwerfer und Schalthebel. Jeder Hersteller hat eigene Ansätze zur Optimierung der Schaltqualität und Haltbarkeit, aber die grundsätzliche Funktionsweise ist bei Kettenschaltungen immer gleich. Wie die Bauteile genau miteinander arbeiten und welche die wichtigsten Begriffe sind, erklären wir Dir hier in unserem Glossar.

  • Bowdenzug: Ein Stahlseil, das den Schaltimpuls vom Schalthebel mechanisch an das Schaltwerk oder den Umwerfer überträgt.
  • E-Schaltungen: Statt durch einen Bowdenzug wird der Schaltimpuls per Kabel oder Funk übertragen. Den Schaltvorgang selbst lösen elektrische Stellmotoren in Schaltwerk und Umwerfer aus, wodurch das Schalten präziser und schneller wird.
  • Einfach-Antriebe: Der Name leitet sich vom einzelnen Kettenblatt an der Kurbel ab.
  • Kassette: Die Kassette wird auf den Freilaufkörper der Hinterradnabe gesteckt oder geschraubt.
  • Entfaltung: Die Entfaltung gibt an, wie viel Weg ein Fahrrad mit einer Kurbelumdrehung effektiv zurücklegt.
  • Freilaufkörper: Ein zentrales Bauteil der meisten Naben an Mountainbike und Rennrad, der es ermöglicht, ohne Kurbelbewegung zu rollen.
  • Funkschaltungen: Deutlich einfacher zu installieren und ergeben einen aufgeräumteren Look des Rads als Kabelschaltungen.
  • Getriebenabe: Siehe „Nabenschaltung“.
  • Hebelschellen: Ermöglichen die Montage von Schalthebeln oder des Hebels der Teleskopsattelstütze direkt an der Lenkerschelle des Bremshebels.
  • Kapazität: Eine sehr präzise Angabe der Übersetzungsbandbreite aller Gänge einer Schaltung.
  • Kettenlinie: Gibt an, um wie viel Millimeter rechts von der Rahmenmitte die Kette auf dem Kettenblatt läuft.
  • Kettenschaltung: Zum Übersetzungswechsel wird die Kette von einem Schaltwerk (am Hinterrad) und bei Bedarf einem Umwerfer (an der Kurbel) über diese Ritzel und Kettenblätter bewegt.
  • Lineares / Sequenzielles Schalten: Lineares Schalten beschreibt die direkte Abfolge von auf- oder absteigenden Übersetzungen beim Schalten.
  • Lochkreisdurchmesser: Eine eindeutige Angabe der Kompatibilität von Kettenblättern.

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