Die Geschichte des Motorrads ist eng mit der Entwicklung des Fahrrads verbunden. Bereits bei den frühen Entwicklungen verfolgten die Konstrukteure vor allem den Ansatz, dem Fahrtwind ein Schnippchen zu schlagen. Eine Alternative zur klassischen Fahrrad-Sitzposition bieten Liegeräder. Und das nicht erst seit gestern - erste Liegeräder gab es schon bald nach den ersten Fahrrädern. In jener Epoche hatten Liegeräder bei Geschwindigkeitsrekorden die Nase vorn, bis sie 1934 vom offiziellen Sportbetrieb ausgeschlossen wurden. Das war dann auch weitgehend das Aus für diese Gattung.
Wiederentdeckt wurden die Liegeräder dann Anfang der 1980er Jahre, als man sich auf der Suche nach Mobilitätsalternativen zum Auto und den damals vergleichsweise primitiven Standardfahrrädern befand.
Frühe Entwicklungen und Innovationen
Schon im Jahre 1794 wurden Kugellager in Fahrrädern eingesetzt. Diese waren aber vielfach noch recht schwer. Konstruktiver Tätigkeiten gab es viele. Die Bremsen waren noch ziemlich unvollkommen. Die Rücktrittbremse der Torpedonabe war eine wichtige Erfindung. Auch das Problem, dass das Rad zu verlieren, wurde mit dem Freilauf angegangen.
Fichtel & Sachs: Ein Pionier der Fahrradtechnik
Am 1. August 1895 gründete Ernst Sachs zusammen mit Karl Fichtel die Handelgesellschaft »Schweinfurter Präcisions-Kugellagerwerke Fichtel & Sachs«. Über Karl Fichtel, der schon am 8. Januar 1852 geboren wurde, ist bekannt, dass er aus einer kinderreichen Familie eines Spinnereibesitzers geboren. Nach dem Militärdienstpflicht war er als Kaufmann tätig. Seine kaufmännische Erfahrung und eine fast einjährige Weltreise sicher von Bedeutung. Sachs brachte seine Ersparnisse und sein Elternhaus mit in das neue Unternehmen ein.
Das Unternehmen startete mit 15.000 Mark. Im Jahr 1896/97 wurden von Fichtel & Sachs übernommenen Nürnberger Hercules-Werken A.-G. modern nach amerikanischem Vorbild konzipiert. Im Jahr 1914 werden 833.000 Naben ausgeliefert. Im Ersten Weltkrieg wurde Fichtel & Sachs ein wichtiger Rüstungsproduzent.
Nach dem Krieg musste Sachs in die Firmengeschichte eingreifen, um die Ablösung der Anteile der Erben Fichtels am Unternehmen zu gewährleisten. In den folgenden Jahren kam es zu einer Verlagerung der Produktionsschwerpunkte. Karl Fichtel wurde für seine Verdienste mit der Ehrendoktorwürde gewürdigt. Er starb am 16. Juni 1911 im Alter von 36 Jahren.
Die Torpedonabe: Eine Revolution
Ernst Sachs brachte die »Torpedo« Freilaufnabe heraus. Die Torpedonabe wurde weiterentwickelt. Haupt-Licenznehmerin unseres D.R.P. 131486« ist. Die Freilaufrücktrittbremsnabe mit vier Übersetzungen konnte sich nicht durchsetzen, da die Fahrer diese deshalb auch nicht verlangt würden. Auch der höhere Preis spielte eine Rolle.
Motorradmarken im Wandel der Zeit
Die Motorradindustrie hat im Laufe der Jahre viele Veränderungen erlebt. Hier sind einige bemerkenswerte Entwicklungen und Marken:
AJS und Matchless: Englische Motorradgeschichte
AJS hingegen wäre nicht denkbar ohne Joseph “Joe” Stevens, der mit seiner Frau fünf Söhne hatte: die Brüder Harry, George, Joseph “Joe” Junior, Albert John “Jack” und William “Billie” Stevens. Dass ausgerechnet Albert John Stevens einmal zum Namensgeber für A.J.S. werden sollte, lag übrigens keinesfalls daran, dass er - wie oft fälschlicherweise kolportiert wird - der älteste der Stevens-Brüder war (tatsächlich war er, geboren 1885, von den fünf Söhnen sogar der zweitjüngste). Vielmehr war diese Tatsache dem Umstand geschuldet, dass er der einzige Stevens mit einer dritten Initiale war - das machte sich eben optisch besser. Außerdem spricht sich “äj! Dschäj!
Die Colliers verdankten die Namensrechte für ihre Matchless-Motorräder einem gewissen Glück, da sie zuvor beim Singer-Konzern lagen. Matchless erwarb sich unsterblichen Ruhm als Sieger in der Ein-Zylinder-Klasse der allerersten Tourist Trophy (“TT”) auf der Isle of Man im Jahre 1907. Es war Charlie Collier, der die Einzylinder-Klasse mit durchschnittlich 38,22 Meilen pro Stunde (mph) gewinnen konnte und damit sogar um exakt zwei mph schneller war als Rem Fowler auf Norton, der Sieger der Zweizylinder-Klasse.
AJS genoss durch die Beschickung der 1/3-Liter-Klasse in Frankreich schon vor dem Ersten Weltkrieg einen ausgezeichneten Ruf. Matchless baute nach dem Ersten Weltkrieg zuverlässige Gebrauchsmotorräder kleinerer Hubräume und großvolumige Solo- und Gespannmaschinen. Technische Extravaganz zeigte sich in den 30er Jahren in Form der V 2 “Silver Arrow” und insb. der V 4 “Silver Hawk”. AJS hingegen kaprizierte sich vorwiegend auf Sportmotorräder.
Mit der G3WO und der WD G3/L mauserte sich Matchless während des Zweiten Weltkriegs zum Produzenten eines der meistgebauten Armeemotorräder. Stellte die G3WO noch das kaum weiterentwickelte Bindeglied zu den zivilen Motorrädern der Vorkriegszeit dar, so versinnbildlichte die WD G3/L geradezu archetypisch den “Heavy Weight Single” klassischer englischer Schule, wie er nach dem Krieg jahrzehntelang das Bild der Motorradszene auf der Insel bestimmen sollte - wobei “Heavy Weight” auf die G3/L bestimmungsgemäß eigentlich weniger zutraf, stand das “L” doch für “Light”. G3WO wie auch G3/L fußten nämlich auf der Vorkriegs-G3 von 1936, doch nur die G3/L wurde systematischen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion unterzogen.
Nach dem Krieg präsentierten sich die “Ajays” mit ihren Matchless-Pendants faktisch baugleich. In den späten 50er Jahren bemächtigte sich Matchless der 7R-Konstruktion, brachte sie auf 500 cm³ und führte sie unter der Bezeichnung G50 ebenfalls zu beträchtlichem Ruhm. Singles und Twins wurden in zwei regulären Straßenausführungen, nämlich als Standard- und als De Luxe-Version, verkauft. Daneben gab es die CS-(“Competition Sports”-)Modelle für Geländeeinsatz und schließlich die CSR-Modelle (“Competition Sports Road”) für den Straßeneinsatz.
BMW Motorrad: Tradition und Innovation
Dr. Markus Schramm (55) übernimmt zum 1. Mai 2018 die Leitung von BMW Motorrad. Er folgt auf Stephan Schaller, der BMW Ende Februar 2018 verlassen hat, um die Leitung der Voith-Geschäftsführung in Heidenheim zu übernehmen. Übergangsweise hatte Motorrad-Finanzchef Hubert Kühner die Zweiradmarke kommissarisch geleitet. Er wird zum 1. April 2018 in den Ruhestand wechseln.
Die Leser der Fachzeitschrift „Motorrad“ haben ihre Favoriten für die Saison gewählt. Beliebteste Marke wurde BMW. Mit der S 1000 XR und der R 1200 RS holten sich die Münchener den Sieg in den Kategorien „Crossover“ und „Tourer/Sporttourer“ sowie sieben weitere Podestplätze.
In der Mongolei trägt BMW im Juni die international GS-Trophy aus. Die 114 Motorräder vom Typ R 1200 GS Rallye wurden inzwischen für den Amateurwettbewerb vorbereitet und sind jetzt unterwegs nach Ulaanbaatar. Alle zusätzlichen Fahrzeugteile sind ab Werk als Sonderausstattung oder als Originalzubehör erhältlich.
Aktuelle Trends und Entwicklungen
Der Motorradmarkt hat der Kälte getrotzt und ist gut durch den Februar gekommen. Wie der Branchenverband IVM meldet, wurden im vergangen Monat in Deutschland 7597 Motorräder und Scooter neu zugelassen. Das sind 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr nach dem Euro-3-Abverkauf. Für die ersten beiden Monate ergibt sich damit eine Steigerung um 29,3 Prozent auf 11 763 Maschinen.
Auch in der Fahrradlandschaft fällt die Zuordnung nicht mehr immer ganz so einfach aus. Dort, wo es noch vor zehn Jahren im Sportsegment „Rennrad oder Mountainbike“ hieß, tummeln sich heute zahlreiche Zwischenformen, die mal mehr, mal weniger Geländegängigkeit bieten. Der Begriff Crossrad sorgt dabei für etwas Verwirrung, denn so bezeichnet man zum einen ein geländetaugliches Rennrad für die Sportart Cyclocross mit breiteren Reifen und Felgen- oder Scheibenbremsen. Zum anderen steht der Begriff für die in Deutschland recht populäre Crossover-Kategorie aus den zwei ziemlich unterschiedlichen Fahrradtypen Rennrad und Mountainbike.
Elektromobilität
Yamaha hat heute Tokyo Motorcycle Show (-25.3.2018) mit der TY-E sein Elektromotorrad für die europäische E-Trial-Meisterschaft vorgestellt. Die Maschine wiegt weniger als 70 Kilogramm. Die TY-E wird bei den beiden EM-Läufen im französischen Auron Mitte Juli sowie in Comblain au Pont in Belgien am 20. und 21. Juli 2018 erstmals starten. Fahrer ist der japanische Trialspezialist Kenichi Kuroyama.
Kymco hat für die kommenden drei Jahre eine Elektrooffensive mit einem neuartigen Konzept angekündigt. Der taiwanische Rollerhersteller plant zehn Modelle und in zunächst 20 Ländern den Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Die E-Scooter sollen auf dem System des Kymco Many EV basieren, der vergangenen Monat auf der Tokyo Motorcycle Show vorgestellt wurde.
Motorradhändler in Deutschland (Auswahl)
- Motorrad Point Toni Meier
- KINTEC Motorradteam
- Moto Mondiale Motorrad GmbH
- TSS Bikes
- PBS-Ingolstadt
- IWAN Bikes
- Auto Matzinger GmbH & Co.
- Motorräder Schreiz
- Rau Motorrad
- Motorrad Neumann
- Zweirad-Center Stadler GmbH
- AF-Motobikes
- Zweirad Schißlbauer GmbH
- Löw GmbH
- Fa. Künzel, Inh. K.
- Motorrad Weinzierl
- Motorrad Langhirt
- Ural Factory Andre Blenk
- Belmondo's Bikeschmiede
- Autohaus Stapel e.K.
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