Zweizylinder-Motorräder erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie oft ein gutes Drehmoment und einen ansprechenden Sound bieten. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle und ihre Eigenschaften vorgestellt.
Europäische Zweizylinder-Bikes im Vergleich
Europäische Hersteller gelten als Spezialisten für sportliche Zweizylinder-Bikes. Ein Vergleichstest verschiedener Modelle zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf.
Modelle im Vergleich
- Aprilia Dorsoduro 1200
- BMW R 1200 RS
- Ducati Hypermotard 939 SP
- KTM 1290 Super Duke R SE
- Moto Morini Corsaro 1200 Veloce
Ducati Hypermotard 939 SP
Die Ducati Hypermotard 939 SP überzeugt mit geschliffenen Manieren. Ihr 90-Grad-V2 läuft rund und kultiviert, die Leistungsentfaltung fällt linear und berechenbar aus.
Besonders das Mapping "Race" in Kombination mit der Gasannahme "High" wird bevorzugt. Trotz des direkten Ansprechverhaltens werden kaum Lastwechsel provoziert. Die leichtgängige, präzise Kupplung und die sagenhafte Einfingerbremse fallen positiv auf. Auf engen Straßen lässt sich die kurz übersetzte Hyper regelrecht ausquetschen.
Das Öhlins-Fahrwerk absorbiert Bodenwellen. Das sportlich abgestimmte ABS verhindert in den ersten beiden von drei Stufen keine Überschläge. Der Preis für die Hypermotard 939 SP liegt bei 15.590 Euro.
Aprilia Dorsoduro 1200
Die Aprilia Dorsoduro 1200, ausgestattet mit einem 90-Grad-V2, der kultiviert läuft, bietet einen eigenständigen Akzent durch ihr techno-hartes Donnern. Mit ihren gemessenen 130 PS wird das Vorderrad im zweiten und dritten Gang aus jeder engeren Kurve heraus leicht.
Im Vergleich zur Ducati Hypermotard 939 SP dreht der Motor weniger rapide hoch und spricht nicht ganz so zackig an. Die Testmaschine aus dem Jahr 2011 hatte noch keine Anti-Hopping-Kupplung, weshalb das Hinterrad bei harten Bremsattacken grob rattert.
Die Aprilia Dorsoduro 1200 liegt näher an einem Naked Bike als die Ducati Hypermotard 939 SP. Ihr langer Radstand verleiht der Aprilia auf ebener Piste Stabilität. Im Alltag gelingen Wendemanöver problemlos.
Moto Morini Corsaro 1200 Veloce
Die Moto Morini Corsaro 1200 Veloce grenzt sich durch ihren konsequenten Purismus ab. ABS, Traktionskontrolle oder elektronische Riding-Modes sucht man vergebens.
Der Antrieb der Morini ist eine Wucht. Der 87-Grad-V-Motor klingt schon beim Anfahren speziell. Um 3500/min herum serviert der V2 eine fette Drehmomentwelle, die bis 9000/min nicht mehr abebbt. Wheelies gelingen kinderleicht. Ein Wermutstropfen stellt das Konstantfahrtruckeln unter 6000/min dar.
Die Kupplung verlangt nach der Handkraft eines gestandenen Mannes, ebenso die Bremse. Das Sachs-Fahrwerk spricht auf schlechtem Untergrund unsensibel an, woraus eine gewisse Neigung zum Kickback resultiert. Das flotte Handling lässt nicht auf 216 Kilo Gesamtmasse schließen. In tiefen Linkskurven schleift der niedrig angebrachte Seitenständer.
BMW R 1200 RS
Der Tourensportler BMW R 1200 RS fährt entspannt die Landstraße entlang. Der Stunt, bei dem die 245,5 Kilo schwere Maschine aufs Hinterrad gestellt wird, klappt dank des sauber abgestimmten Motors. Im Fahrmodus "Dynamic" reagiert die R 1200 RS am direktesten auf Vorwärtsbefehle. Erstaunlich, wie lastwechselfrei der Boxer ans Gas geht.
Die Abstimmung der Fahrwerkselektronik inklusive Traktionskontrolle und Schaltautomat mit Blipperfunktion sorgt für einen Aha-Effekt. Der Blipper der BMW R 1200 RS macht seine Sache so gut, dass man nicht mehr auf seinen Einsatz verzichten möchte.
Missfallen erregen der lange Leerweg des Bremshebels und der wandernde Druckpunkt, nachdem einige Male härter in die Eisen gegangen wurde. Ihr vergleichsweise hohes Gewicht, die begrenzte Schräglagenfreiheit und das indifferente Gefühl für das Vorderrad erinnern daran, dass die Betonung in ihrem Namen mehr auf "Tourer" als auf "Sport" liegt.
KTM 1290 Super Duke R SE
Die KTM 1290 Super Duke R SE bietet einen Endschalldämpfer von Akrapovic, Wave-Bremsscheiben, eine CNC-gefräste Gabelbrücke aus Aluminium, einen griffigeren Sitz und Motorschutzdeckel aus Karbon. Der monumentale 75-Grad-V2 entfesselt eine urtümliche Gewalt. Die Bremse überzeugt mit noch besserer Dosierbarkeit und noch festerem Biss.
Die KTM 1290 Super Duke R SE hat aus dem Stand überall deutlich mehr Leistung. Beim Testen fällt die Bremse mit noch besserer Dosierbarkeit und noch festerem Biss auf, als sie die bisherigen Testmaschinen gleichen Fabrikats hatten. Die Wave-Scheiben sind ein kleines Accessoire mit großer Wirkung.
5 kleine Zweizylinder im Test
Ein weiterer Test vergleicht fünf Zweizylinder-Maschinen der Mittelklasse:
- BMW F 750 GS
- Suzuki SV 650
- Yamaha MT-07
- Kawasaki Z 650
- Ducati Monster 797
Testergebnisse
| Platz | Modell | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | BMW F 750 GS | Die BMW ist ein ebenso gutes wie teures Bike, ausgestattet mit vielen Extras. |
| 2 | Suzuki SV 650 | Die Suzuki überzeugt mit ihrem 20 Jahre alten Antrieb, hat keine echten Schwächen, kostet am wenigsten und ist günstig im Unterhalt. |
| 3 | Yamaha MT-07 | Die einzige Schwäche der Yamaha ist ihre mickrige Zuladung. Der Antrieb ist erste Sahne und das Fahrwerk wurde für 2018 überarbeitet. |
| 4 | Kawasaki Z 650 | Die Kawa wirkt winzig, stört mit Vibrationen und einer soften Fahrwerksabstimmung. |
| 5 | Ducati Monster 797 | Monster werden nicht gebaut, um Vergleichstests zu gewinnen, sondern Herzen. Das funktioniert, trotz des etwas müde wirkenden Motors. |
Weitere Zweizylinder-Modelle
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere interessante Optionen:
- Yamaha TRX 850
- Moto Guzzi Griso
- Moto Guzzi V10 Centauro
- Moto Guzzi V11
- Moto Guzzi 1200 Sport
- Moto Guzzi 1200 Breva
Honda CL500: Ein Street Scrambler mit Stil
Die Honda CL500 strotzt nur so vor Stil und Details, wie sie nur eine lange Geschichte hervorbringen kann. Der kräftige, A2-konforme Zweizylindermotor verrichtet seinen Dienst in einem robusten und kompakten Chassis. Die Maschine lädt förmlich dazu ein, gefahren und nach eigenen Vorlieben gestaltet zu werden. Die ikonische Optik beginnt beim 12-l-Kraftstofftank: glatt, rund, perfekt geformt und mit bequemen Gummikniepolstern. Alle Bauteile, bei denen dies möglich ist - Motor, Rahmen und Fahrwerk - sind tiefschwarz lackiert, was zum minimalistischen Erscheinungsbild beiträgt. Wie in den guten alten Zeiten sind die Gabeltauchrohre durch Faltenbälge aus Gummi geschützt.
Die CL500 wird mit allen Herausforderungen fertig, seien es unbefestigte Wege, gepflasterte Gassen oder Wochenendtouren. Die längeren Federwege schlucken Schlaglöcher und Fahrbahnunebenheiten und die tief profilierten Reifen vermitteln ein sicheres Gefühlt bei jedem Tempo. Der DOHC-Zweizylinder-Reihenmotor mit vier Ventilen und 180-Grad-Kurbelwellenversatz ist überaus gutmütig, bietet eine geschmeidige Gasannahme und überzeugt mit guter Leistungsentfaltung und deftigem Sound. Das negative LCD-Display ist von einem sauberen Ring mit 100 mm Durchmesser eingefasst. Die angezeigten Informationen sind alles, was man braucht, einschließlich Ganganzeige, Kraftstoffverbrauch und der beiden Pfeilsymbole für die Blinker.
Die 41-mm-Teleskopgabel mit 150 mm Federweg sorgt für feinfühlige Fahrzeugbeherrschung, und die hinten montierten Federbeine von Showa sind in der Vorspannung einstellbar. Die aufrechte Sitzposition macht die Maschine im Stadtverkehr mühelos beherrschbar, wobei Arme und Knie eine bequeme und natürliche Haltung einnehmen. Die Kupplung erfordert kaum Kraftaufwand und sorgt für geschmeidige Gangwechsel beim Herauf- und Herunterschalten. Mit 34,3 kW (46,6 PS) Spitzenleistung eignet sich die CL500 für Inhaber eines A2-Führerscheins.
Verwandte Beiträge:
- Aktuelle 3-Zylinder Motorräder: Modelle, Test & Vergleich
- Motorrad Zylinder Honen in Ihrer Nähe: Werkstätten & Kosten
- Motorrad mit 8 Zylindern: Test, Vergleich & Modelle
- Drei Zylinder Motorrad: Modelle, Test & Vergleich
- Der ultimative Alpe-Adria-Radweg: Das Paradies für Radfahrer von den Alpen bis zur Adria entdecken!
- Ultimativer Guide zu Shimano Trekking Fahrrad Komponenten – Alles, was Du wissen musst!
Kommentar schreiben