2002 Harley Davidson Sportster 883 Testbericht

Die Harley-Davidson Sportster 883 ist sackschwer, etwas untermotorisiert und fahrwerksmäßig schnell überfordert. Und sie macht mächtig Spaß. Doch Vorsicht: Das Billig-Dope ist der Einstieg in so manche Drogenkarriere.

Der Mythos Sportster

Der Name ist eigentlich ein Witz: Sportster! Engagiert bewegte Rollatoren haben gegen die kleinste und günstigste Harley echte Chancen. Der Verweis auf eine nun schon fast 60-jährige Karriere, an deren Beginn die für damalige Harley-Verhältnisse durchaus sportliche Kampfansage an leichte und schnelle Twins aus England stand, macht die Sache aus heutiger Sicht nicht besser.

Egal, die von ihren Fans liebevoll „Sporty“ genannte und seit jeher unter dem Typenkürzel XL gehandelte Harley Davidson Sportster 883 entzog sich immer schon allen klassischen Bewertungskriterien und machte - grob vereinfacht gesagt - in ihrem Leben drei wesentliche Phasen durch. Von 1957 bis 1985 war sie ein Fall für US-affine Liebhaber mit ausgeprägten Schrauberkenntnissen. Der Wechsel vom gusseisernen Shovel- zum komplett neuen, endlich vollgasfesten Evolution-Motor machte die Sporty ab Ende 1985 massentauglich und strafte alle Harley-Vorurteile (ölt, hält nicht…) Lügen.

Quantensprung für 2004er-Jahrgang

Mit dem Wechsel zum 2004er-Jahrgang stand dann der nächste und bislang letzte Quantensprung für die Harley Davidson Sportster 883 an - und um genau diese Generation geht es hier. Ein vormals etwas phlegmatischer und ab und an ziemlich nerviger Vibrator mauserte sich zum Spaßgerät, das praktisch nur noch good vibrations an die Besatzung weitergibt.

Geheimnis des Erfolgs: Der in den meisten seiner über 400 Teile kräftig überarbeitete Evo-Motor steckt seitdem nicht mehr starr, sondern über Silentblöcke und Schubstangen schwingungsentkoppelt im Rahmen. In einem komplett neuen und deutlich verwindungssteiferen Rahmen. Obendrauf gab’s bessere Federbeine und leistungsstärkere Bremsen. 30 Kilo Mehrgewicht? Geschenkt, nie zuvor fühlte sich eine Harley Davidson Sportster 883 besser an.

Sportster-Neupreise waren und sind politische Preise, um die Kundschaft anzufixen. Prima für potenzielle Gebrauchtkäufer, denn so gibt’s zum recht überschaubaren Tarif die erste Dosis Harley-Spirit. Und wer’s dann doch nicht mag, macht nicht viel Geld kaputt.

Marktsituation

Das Gebrauchtangebot ist gut, doch relativ junge Exemplare der be­liebtes­ten Modelle (Iron, SuperLow) sind nicht sehr weit vom (relativ günstigen) Neupreis entfernt.

  • ab 5000 Euro: Niedriges Preisniveau. Unter fünf Mille geht praktisch gar nichts, aber auch unter 6000 Euro wird es schwer, etwas richtig Gutes zu finden. Wer etwas länger sucht, stößt immerhin auf Standardmodelle mit Vergaser und relativ hoher Kilometerleis­tung oder auf „individuelle“ Umbauten.
  • ab 6500 Euro: Mittleres Preisniveau. Wer zwischen 7000 und 8000 Euro ausgeben kann, hat die ganz große Auswahl, dafür sind auch schon die beliebten Iron- und Super­Low-Modelle zu bekommen. Die Kilometerleistung liegt meist knapp unter oder nur wenig über 10000 Kilometern.
  • ab 8500 Euro: Hohes Preisniveau. In dieser Preislage sind ganz junge Gebrauchte mit wenig Kilometern, gut gemachte Umbauten und Vorführer zu finden. Wer unbedingt ABS möchte, muss ebenfalls in dieser Preisklasse suchen - und spart im Vergleich zur Neumaschine selten mehr als 1000 Euro.

Beispiele für Gebrauchtangebote

  • Harley Davidson Sportster 883 für 8400 Euro: Erstzulassung 07/2009, 15.800 Kilometer, aus erster Hand. Typisches Händlerangebot: beliebtes Modell (883 Custom) aus erster Frauenhand, beim Vertragshändler scheckheftgepflegt, Scheibe, vorverlegte Rasten, Garantie.
  • XL 883 Sportster 32 545 km, EZ 4/2004, HU neu, aus erster Hand, scheckheftgepflegt, flacher Lenker, Solositz, neue Kupplungsfedern, 5678 Euro (freier Harley-Händler, Niedersachsen)
  • XL 883 R, 9600 km, EZ 10/2011, HU 2/2018, aus zweiter Hand, scheckheftgepflegt, technisch und optisch wie neu, 7500 Euro (Privatangebot aus Bayern)
  • XL 883N Iron, 2895 km, EZ 7/2014, HU 7/2016, aus erster Hand, ABS, Scheibe Originalzustand, 8900 Euro (Indian-Vertragshändler und freier Harley-Händler aus Nord­rhein-Westfalen)

Händler-Interview

Matthias Meier (46), Geschäftsführer der Harley-Davidson-Vertragshändler in Frankfurt am Main, Hannover, Wiesbaden und Wetzlar, zum Thema Einsteiger-Sporty.

Die Sportster 883 ist ein Frauenmotorrad - stimmt das?

Nicht mehr. Mittlerweile sind 70 Prozent unserer 883er-Kundschaft Männer. Dafür verantwortlich ist vor allem die sehr erfolgreiche Iron. Und auch vor 2009 hatten wir mit der XL 883 R, in gewisser Weise das Iron-Vorgängermodell, durchaus ein „Männermotorrad“ im Sportster-Angebot. Ansonsten galt bis dahin aber schon, dass recht viele Frauen zur Sportster griffen. Gern auch Ehefrauen von langjährigen Harley-Fahrern.

Wie sieht die Altersstruktur der Käufer aus?

Deutlich jünger als unsere übrigen Harley-Kunden, also durchaus schon ab Mitte 20 und damit mindestens zehn, 15 Jahre jünger als der „typische“ Harley-Käufer.

Welche Gebraucht-883er sind am beliebtesten, welche weniger?

Da liegt die Iron ganz klar und mit weitem Abstand vorn, es folgt die Custom - und dann kommt auch schon die SuperLow. Die 883 R ist ebenfalls noch recht beliebt. Am unteren Ende stehen dann die ältere Low und die Standard.

Wie lange behalten 883-Käufer ihre Maschine und warum verkaufen sie sie wieder?

Mit der 883 testen viele das Thema Harley an, sind darauf sicher geworden, stellen aber meist nach der zweiten Saison fest, dass das jetzt noch etwas flotter gehen könnte. Dann fahren sie die 1200er oder, besonders etwas größer Gewachsene, auch mal eine Street Bob oder sogar Softail Probe - und dann sagen sie sich: „Das brauch ich jetzt!“ Einige bleiben aber auch bei der hand­licheren Sportster, nur eben als 1200er, in letzter Zeit auch gern in Form der tourenmäßig ausgestatteten 1200 T. Iron-Besitzer behalten ihre Maschine, weil sie die Optik toll finden, rüsten aber auf 1200 Kubik auf.

Lohnt sich die Umrüstung überhaupt?

Das rechnet sich durchaus. Eine 883er-Iron kostet momentan neu rund 2200 Euro weniger als eine 1200er-Forty-Eight. Wer beim Vertragshändler mit 1200er-Kit, Arbeitszeit, Eintragung und allem drum und dran aufrüsten lässt, zahlt weniger - je nach Stundenverrechnungssatz des Händlers um die 2000 Euro oder sogar darunter. Wer also mit seiner 883 prinzipiell sehr zufrieden ist und nur mehr Leistung möchte, sollte sie nicht verkaufen, sondern aufrüsten. Außerdem ist die 883 etwas kürzer übersetzt als die 1200er und geht daher mit 1200er-Kit im Zweifelsfall sogar noch etwas besser.

Modellpflege 2004 bis 2015

Die Sportster-Historie ist prall gefüllt mit mehr oder weniger umfangreichen Modellpflegemaßnahmen, die die Maschine technisch von Jahr zu Jahr besser machten.

Jahr Modelle Änderungen
2004 Standard (XL 883), Custom 53 (XL 53C) Erstes Modelljahr der stark modellgepflegten Sportster, u. a. neuer Rahmen, neue Bremsen, komplett überarbeiteter Motor, Lagerung in Silentblöcken.
2005 XL 883, XL 883C, 883 Roadster (XL 883R), 883 Low (XL 883L) Vier Modelle verfügbar. XL 883C ersetzt Custom 53, neu: 883 Roadster (XL 883R) und 883 Low (XL 883L)
2006 XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L Keine wesentlichen Änderungen
2007 XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L Wichtigste technische Änderung: elektronische Kraftstoffeinspritzung.
2008 XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L Keine wesentlichen Änderungen
2009 XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L, Iron 883 (XL 883N) Iron 883 (XL 883N) wird im Laufe des Jahres zusätzlich präsentiert
2010 XL 883C, XL 883R, XL 883L, XL 883N Das Standardmodell XL 883 entfällt
2011 XL 883R, XL 883N, SuperLow (XL 883L) SuperLow ersetzt die Low (Modellkürzel weiterhin XL 883L), die Custom entfällt
2012 XL 883R, XL 883N, XL 883L Keine wesentlichen Änderungen
2013 XL 883R, XL 883N, XL 883L Keine wesentlichen Änderungen
2014 XL 883R, XL 883N, XL 883L Wichtigste technische Änderung: ABS serienmäßig (bei Iron optional, + 500 Euro).
2015 XL 883R (letztes Modelljahr), XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS), XL 883L XL 883R (letztes Modelljahr), XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS), XL 883L

Die Harley-Davidson XL 883R Sportster 883R (2002-2015)

Die Harley-Davidson XL 883R Sportster 883R wird erstmals im Modelljahr 2002 als sportlich orientierte Variante innerhalb der Sportster-Baureihe vorgestellt. Sie ist inspiriert vom Flat-Track-Rennsport und unterscheidet sich optisch und technisch von der Standard-XL 883.

Modelljahre 2002-2003 - Einführung der Harley-Davidson XL 883R Sportster 883R

Zu den markanten Merkmalen zählen eine Doppelscheibenbremse an der Vorderachse, ein flacherer Sitz, ein höher positionierter Lenker sowie eine zweiflutig geführte Auspuffanlage. Der luftgekühlte Evolution-V-Twin-Motor mit 883 cm³ Hubraum wird in diesen Jahren noch über einen Vergaser mit Kraftstoff versorgt. Die Lackierung in Schwarz mit orangefarbener Tankgrafik ist modelltypisch und bleibt über mehrere Baujahre erhalten.

Modelljahre 2004-2006 - Neue Rahmenplattform und gummigelagerter Motor

Ab dem Modelljahr 2004 erhält die XL 883R eine neue Rahmenplattform mit gummigelagerter Motoraufhängung. Diese Maßnahme reduziert die Vibrationen im Fahrbetrieb deutlich und verbessert den Langstreckenkomfort. Die Sitzposition bleibt sportlich-kompakt, wird jedoch durch die neue Rahmengeometrie leicht verändert. Die Elektrik wird überarbeitet, unter anderem durch ein neues Sicherungssystem mit Flachsicherungen. Die Kraftstoffversorgung erfolgt weiterhin über einen Vergaser. Die Doppelscheibenbremse an der Front bleibt ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der 883er-Modelle.

Modelljahre 2007-2009 - Umstellung auf elektronische Kraftstoffeinspritzung

Im Modelljahr 2007 stellt Harley-Davidson die gesamte Sportster-Baureihe auf elektronische Kraftstoffeinspritzung (ESPFI) um. Auch die XL 883R profitiert von dieser Änderung, die das Kaltstartverhalten verbessert und die Emissionswerte senkt. Die optischen Merkmale bleiben weitgehend erhalten, darunter die 13-Speichen-Gussräder, die flache Sitzbank und die charakteristische Tankgrafik. Die Abgasanlage wird an die neuen Emissionsvorgaben angepasst. Die Sitzhöhe beträgt weiterhin rund 760 mm, was die Maschine auch für kleinere Fahrerinnen und Fahrer zugänglich macht.

Modelljahre 2010-2015 - Letzte Baujahre und Produktionsende

Die XL 883R bleibt bis einschließlich Modelljahr 2015 im offiziellen Harley-Davidson-Programm. In dieser Phase erfolgen keine grundlegenden technischen Änderungen mehr. Die Ausstattung umfasst weiterhin analoge Rundinstrumente, eine einfache Bordelektronik und keine elektronischen Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle. Die serienmäßige Bereifung stammt von Dunlop, Modell D401. Die Maschine ist serienmäßig mit Soziussitz und Fußrasten ausgestattet und somit für zwei Personen zugelassen. Ein Windschild ist nicht serienmäßig verbaut und wird werkseitig nicht angeboten. Der Tankinhalt beträgt 12,5 Liter. Die offizielle Reichweite wird von Harley-Davidson nicht exakt angegeben, liegt jedoch laut Betriebsanleitung bei etwa 250 km, abhängig vom Fahrstil.

Ist die Harley-Davidson XL 883R Sportster 883R für Anfänger geeignet?

Die niedrige Sitzhöhe und das gut kontrollierbare Leistungsprofil machen die XL 883R grundsätzlich einsteigerfreundlich. Das relativ hohe Gewicht und das Fehlen elektronischer Assistenzsysteme sollten jedoch berücksichtigt werden.

Hat die XL 883R ABS?

Nein, die Harley-Davidson XL 883R Sportster 883R wird in keinem Modelljahr serienmäßig oder optional mit ABS ausgestattet.

XL 883R vs. XL 883 - Unterschiede?

Die XL 883R unterscheidet sich von der Standard-XL 883 durch eine sportlichere Optik, eine Doppelscheibenbremse vorn, eine flachere Sitzbank, einen anderen Lenker und eine spezielle Tanklackierung.

Harley-Davidson XL 883R Tankinhalt und Reichweite?

Der Tank fasst 12,5 Liter. Die Reichweite liegt laut offizieller Betriebsanleitung bei etwa 250 km, abhängig von Fahrweise und Einsatzbedingungen.

Darf man mit der XL 883R nach Tirol fahren?

Das Standgeräusch der XL 883R liegt je nach Baujahr zwischen 91 und 93 dB(A).

Gebrauchtberatung: Secondhand-Harley

Welche Harley macht ihrem Besitzer am meisten Spaß? Klare Antwort: immer die allererste. Gebraucht- oder Neukauf, Sportster oder Big Twin - egal, dieses ganz breite Grinsen, dieses Endlich-habe-ich-eine-Gefühl gibt's nur bei der Premiere.

Die muss kein Wunschtraum bleiben, denn nie war das Angebot an hochwertigen Secondhand-Harleys besser und günstiger als heute. Zwei Jahrzehnte fetter Neugeschäfte mit hohen Zulassungszahlen wirken sich jetzt verbraucherfreundlich aus. Die in ihrer Urform bereits 1957 präsentierte Sportster ist traditionell die Einstiegs-Harley.

Bis 1985 war die ursprünglich als Konkurrenz zu englischen Sportmaschinen gedachte "Sporty" eher ein Fall für tolerante Liebhaber mit Schrauberkenntnissen. Als dann aber der alte Shovelhead-Graugussmotor von dem mit Leichtmetall-Zylindern und -köpfen bestückten Evolution-Twin (kurz "Evo") abgelöst wurde, gewann das US-amerikanische Urviech jede Menge Alltagstauglichkeit.

Jüngste Generation: ab 2004 technisch viel besser, aber 30 Kilogramm schwerer

Mit Ausnahme eines kurzen 1100er-Gastspiels gab's die für Gebrauchtkäufer interessante Evo-Sporty immer in zwei Hubraumvarianten: als 883er und als 1200er. Die kleine Sportster ist ein Fall für eher ruhigere Charaktere und/oder Chopper-Fans. Die Modelle Hugger, XL 53 C oder 883 Custom tragen dem Rechnung. Die 1200er wird ihrem Namen schon eher gerecht - zumindest unter dem Maßstab, der 1957 als sportlich galt. Den Harleys so gern zugestandenen Antritt aus den Tiefen des Drehzahlkellers gibt's nur bei der 1200er.

Bis einschließlich 2003 war die Sportster (für Harley-Verhältnisse) ein echtes Leichtgewicht, das beim munteren Landstraßenschwingen mehr Spaß macht als so mancher Big Twin. Besonders als XL 1200 R ist die Sporty alles andere als ein Frauen-Motorrad.

Besichtigung

Je jünger, desto besser: Die Sportster-Historie ist prall gefüllt mit mehr oder weniger umfangreichen Modellpflegemaßnahmen, die die Maschine technisch von Jahr zu Jahr besser machten. Interessenten, denen das Kampfgewicht selbst bei einer Harley über alles geht, sollten sich aber nach einem vor dem Spätsommer 2003 gebauten Exemplar umschauen. Das Modelljahr 2004 brachte zwar jede Menge sinnvoller technischer Verbesserungen, aber leider auch 30 Kilogramm mehr auf den Rippen.

Sportys sind meist Erst-Harleys und dienen ihren noch unerfahrenen Besitzern oft als Experimentierfeld für Umbauten. Am schlimmsten sind Tuning-Maßnahmen von Hinterhof-Schraubern oder in Eigenleistung durchgeführte Aufrüstungen von 883 auf 1200 cm². Abgesehen von der oft lausigen Arbeitsqualität sind solche Aktionen vielfach auch nicht in die Papiere eingetragen - was sich spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung rächen wird. So langweilig es auch klingt: Als Gebrauchtkäufer greift man am besten zur Ersthand-Sportster im Originalzustand. Und baut dann selbst um.

Modellpflege 1985 bis 2009

Ein Teil der Sportster-Käufer bekommt nach relativ kurzer Zeit Lust auf mehr - vor allem mehr Image in der Harley-Szene - und greift zum Big Twin. Das beschert dem Gebrauchtmarkt viele relativ junge Sportys mit bescheidener Kilometerleistung. Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage.

Da eine nagelneue Basis-883 schon für unter 8000 Euro zu bekommen ist, ist der Wertverlust für Harley-Verhältnisse in den ersten Jahren relativ hoch. Gute 1200er (für die die obige Preistabelle gilt) gibt's bereits ab 5000 Euro, Top-Exemplare ab 7000 Euro. Verfügbarkeit am Markt: hoch

Modellpflege 1985 bis 2009

  • 1985 Markteinführung Sportster 883 , Grundpreis 13630 Mark (6969 Euro).
  • 1986 Markteinführung Sportster 1100, Grundpreis 16670 Mark (8523 Euro).
  • 1987 Die Sportster 1200 löst die 1100er ab, Grundpreis 15215 Mark (7779 Euro); Markteinführung 883 Hugger; Stoßdämpfer und Schwinge verlängert, stärkere Gabelstandrohre mit Chromkappen, neuer Vergaser.
  • 1991 Zahnriemenantrieb für XL 1200 und Deluxe; Motor und Getriebe überarbeitet; alle Modelle mit Fünf- statt Vierganggetriebe.
  • 1992 Neue Bremsen und Bremsscheiben; verbessertes Lackierverfahren für Klarlack; Zündschloss bei der 1200er verlegt; Standard und Hugger mit O-Ring- statt Einfachkette; Hugger mit niedrigerer Sitzhöhe; neuer Sitz und Buckhorn-Lenker für Deluxe-Modelle.
  • 1993 Zahnriemenantrieb bei allen Sportstern.
  • 1994 Kabelbaum und Rahmenheck überarbeitet; Zündschloss und Primärdeckel neu; Fender gummigelagert.
  • 1995 Elektronischer Tacho.
  • 1996 Markteinführung XL 1200 C (Custom) und XL 1200 S (Sport); Lenkerarmaturen überarbeite; 12,3-Liter-Tank für 1200er.
  • 1998 Neue Ölpumpe; Elektrik teilweise neu verlegt; neue Zündung; neuer elektronischer Tacho für XLH 883; grundlegende Überarbeitung XL 1200 S: neue Sitzbank; überarbeiteter Motor (Nockenwellen, Zylinderköpfe). neue Zündung.
  • 1999 Custom 53 und 1200 Custom mit schmalerem Dragbar-Lenker und vorverlegten Fußrasten; Tacho modifiziert.
  • 2000 Neue Festsattel-Scheibenbremsen für Vorder- und Hinterrad; neue gekapselte Radlager; neue wartungsfreie Batterie; größerer Tank XL 52 C und XL 1200 C.
  • 2001 Alle Modelle ab Werk mit Harley-Davidson-Reifen (Dunlop); 883er mit modifiziertem Ansaugtrakt und mehr Leistung (53 PS); Nockenwellen-Zahnräder überarbeitet; Ölpumpe und Schmiersystem modifiziert; 1200er mit optimierten Zylinderlaufbuchsen.
  • 2002 Neue Bullet-Style-Blinker; neuer Benzinahn; Markteinführung XL 883 R; 883 Hugger mit niedrigerer Sitzhöhe und überarbeiteten Federelementen.
  • 2003 Alle Modelle mit 100-Jahre-Logos
  • 2004 Markteinführung der neuen Sportster-Baureihe; Motor komplett überarbeitet und mit mehr Leistung (54/67 PS); neues Schmiersystem; Zündung und Auspuffanlage überarbeitet; leichtgängigere Kupplung; neuer Rahmen; neues Bremssystem; 150er- statt 130er Hinterradreifen; Wegfahrsperre und Alarmanlage serienmäßig; Custom-Modelle mit 17-Liter-Tank; Lenker und Fußrasten teilweise neu positioniert; dünnere Lenkergriffe; Service-Intervalle auf 8000 Kilometer verlängert.
  • 2005 Klarglas-Scheinwerfer; bessere Verchromung der Speichenräder; steifere Hinterradschwinge mit stärkerer Hinterradachse.
  • 2006 Getriebe, Kupplung und Bremslichtschalter neu; längerer Seitenständer für 883, 883 R und 1200 R; modifizierte Wegfahrsperre.
  • 2007 wurde der Motor der XL 883 neu abgestimmt und mit neuen Nockenwellen ausgerüstet.
  • 2007 Einspritzanlage statt Vergaser; neue Alarmanlage; Kupplung und Bremse leichtgängige; neue Instrumente, neue Motorabstimmung und neue Nockenwellen für die XL 883.
  • 2008 Einführung XL 1200 Nightster; Seitenständer-Schalter statt Einklapp-Sicherung; verbesserte Kopfdichtungen; 1200 Roadster mit 17- statt 12,5-Liter-Tank.

Modellhistorie der Harley-Davidson XLH 883 Sportster 883 Hugger (1987-2003)

Die Harley-Davidson XLH 883 Sportster 883 Hugger wird 1987 als eigenständige Variante innerhalb der Sportster-Baureihe eingeführt. Sie basiert auf der XLH 883, unterscheidet sich jedoch durch eine niedrigere Sitzhöhe, kürzere Federwege und ein angepasstes Fahrwerk. Die Hugger richtet sich gezielt an kleinere Fahrerinnen und Fahrer. Die Sitzhöhe beträgt laut offizieller Herstellerangabe 695 mm.

  • Baujahr 1987 - Markteinführung der Hugger.
  • Baujahr 1991 - Einführung des 5-Gang-Getriebes.
  • Baujahr 1993 - Elektrische Überarbeitung.
  • Baujahr 1994 - Neuer Rahmen.
  • Baujahr 1999 - Neue Bedienelemente.
  • Baujahr 2000 - Wartungsfreies Lenkkopflager.
  • Baujahr 2003 - Letztes Produktionsjahr.

Ist die Harley-Davidson XLH 883 Sportster 883 Hugger für Anfänger geeignet?

Die niedrige Sitzhöhe von 695 mm und das moderate Gewicht machen die Hugger besonders für kleinere Fahrerinnen und Fahrer attraktiv. Die lineare Leistungsentfaltung und das gutmütige Fahrverhalten sprechen auch Einsteiger an.

Hat die XLH 883 Sportster 883 Hugger ABS?

Nein, während der gesamten Produktionszeit von 1987 bis 2003 ist die XLH 883 Sportster 883 Hugger nicht mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet. ABS wird bei Harley-Davidson erst ab späteren Modellgenerationen eingeführt.

XLH 883 Sportster 883 Hugger vs. XLH 883 - Unterschiede?

Die Hugger unterscheidet sich von der Standard-XLH 883 durch eine niedrigere Sitzhöhe, kürzere Federwege, eine flachere Sitzbank und ein angepasstes Fahrwerk. Motor und Getriebe sind identisch.

Harley-Davidson XLH 883 Sportster 883 Hugger - Tankinhalt und Reichweite?

Der Tankinhalt beträgt laut offizieller Herstellerangabe 12,5 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 Litern pro 100 km ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 220 Kilometern. Die tatsächliche Reichweite variiert je nach Fahrweise.

Kann man mit der XLH 883 Sportster 883 Hugger zu zweit fahren?

Die Hugger ist serienmäßig mit einer Doppelsitzbank und Beifahrerfußrasten ausgestattet. Sie ist für den Soziusbetrieb zugelassen.

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