Kinderräder galten lange als schwieriges Geschäft, hochpreisige Modelle sowieso. Doch so langsam scheint sich das zu ändern, was auch mit der Wertigkeit des Fahrrades an sich zu tun hat. Vor zehn Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, dass sich Millionen von Menschen E-Bikes für mehrere Tausend Euro kaufen. Und warum auch nicht? Auch Kinderräder sind längst kein selten genutztes Spielzeug mehr, sondern Teil moderner Familienmobilität, dazu Sportgerät und technisches Faszinosum. Klar wollen die Kids am liebsten auf Bikes, die technisch an jene von Mama und Papa angelehnt sind. Hierfür hat sich in den letzten Jahren viel getan.
MTBs ohne Scheibenbremsen gibt es nicht mehr, solche mit Dreifach-Kettenblatt nur noch in den untersten Preisklassen. Das ist gut und noch besser, wenn es um Kinder-MTBs geht - die profitieren nämlich besonders von Funktionssicherheit und technischer Reduzierung. Und das merkt man den fünf hier vorgestellten Modellen an. Die teureren Ausführungen wiegen allesamt nur zwischen neun und elf Kilo, was für Kinderräder sehr wenig ist. Zwei Bikes sind mit sensibel ansprechenden Luftfedergabeln ausgestattet, eins mit einer topmodernen Elfgangschaltung, und sogar ein Modell mit Carbonrahmen ist dabei. Bei Preisen bis zu tausend Euro kann man natürlich kurz mal schlucken - nicht vergessen darf man aber, dass gerade hochwertige Kinderräder auf dem Gebrauchtmarkt sehr begehrt sind und zu hohen Preisen weiterverkauft werden können.
Testkandidaten im Detail
Bulls Tokee Ultra Lite
Das Bulls ist eigentlich das teuerste Bike im Test, dabei aber in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen. Seine Highlights sind ein leichter Carbonrahmen, was beim Kinder-MTB ein absolutes Alleinstellungsmerkmal darstellt, sowie die Luftfedergabel, die ans Körpergewicht des Kindes angepasst werden kann und damit feinfühlig anspricht und bestens funktioniert. Der glattflächige Rahmen gefällt mit komplett innenverlegten Zügen und Leitungen und dürfte auch so manchen erwachsenen Biker neidisch machen; dabei ist er mit aufrechter, kompakter Sitzhaltung perfekt auf Kinder zugeschnitten, die ab 1,25 Meter groß sein sollten. Top ist die Ausstattung, die selbstverständlich hydraulische Scheibenbremsen und eine Zehnfach-Schaltung umfasst. Dazu montiert Bulls griffige MTB-Reifen mit recht großem Volumen, die Komfort und Fahrsicherheit bringen. Einziges Manko ist, dass eine simple Sattelkerze statt einer Patentstütze zum Einsatz kommt.
Das Carbon-Bulls ist ein top ausgestattetes Sportgerät für ambitionierte Offroad-Kids, deren Eltern selbst hochwertiges Material fahren.
Cannondale Cujo
Ein Bike für kleine (bzw. die Kinder von) Puristen stellt Cannondale mit dem Cujo vor. An den leichten Aluminiumrahmen mit der schönen FlipFlop-Lackierung kommt eine ebensolche Forke statt einer Federgabel, was gerade für Einsteiger ein gutes Fahrtechnik-Training ist. Um die Sache aber nicht allzu schwierig zu machen, ist das Cujo mit 2,6 Zoll breiten Reifen ausgestattet, die mit ihrem großen Volumen top in Sachen Stoßdämpfung und Fahrbahnhaftung sind. Offroad ist das solide, mit hochwertigen Komponenten ausgestattete Cannondale jedenfalls eine Wucht, zumal es mit seiner Starrgabel sehr gut ausbalanciert ist. Die hydraulischen Scheibenbremsen packen sicher zu, und die Zehngang-Kettenschaltung ist breit genug abgestuft für echte Trails. Insgesamt erscheint das Cannondale aber etwas teuer.
Das Breitreifen-Bike zeigt, dass Stoßdämpfung auch ohne Federgabel geht.
KTM Wild Speed Disc
Das KTM macht einen durchaus vielversprechenden Eindruck mit seinem schönen Alu-Rahmen in der auffälligen Hausfarbe, bei dem Schaltzug und Bremsleitung im Unterrohr geführt werden. Und auch der mit 549 Euro günstige Preis lockt, entspricht das Rad mit 1x-Antrieb doch modernen Standards. Die Sitzhaltung ist kindgerecht aufrecht, und der Rahmen erlaubt die Montage von Gepäckträger und Schutzblech, womit das Wild Speed alltagstauglich nachgerüstet werden kann. Manko des KTM ist jedoch die Stahlfedergabel, die einerseits das Gewicht des Komplettrades auf knapp über zwölf Kilo hochtreibt, andererseits aber nicht wirklich funktioniert. Warum also keine Starrgabel spezifizieren?
KTM tut sich mit der Federgabel am Wild Speed Disc keinen Gefallen - es fällt im Vergleich mit den gefederten wie den ungefederten Konkurrenten ab.
Scott Scale RC 400
Das Gewicht des RC 400 muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Kaum mehr als neun Kilo wiegt das Rad inklusive Pedalen, was beim Handling gerade für Kinder einen deutlichen Unterschied macht. Wobei das kompakte Rad, das schon von Kindern um 1,15 Meter gefahren werden kann, die Testpilotinnen und -piloten von Velomotion mit seiner unauffälligen Optik nicht auf Anhieb ansprach. Wer einmal draufsaß, war aber schnell begeistert. Kein Wunder, denn hier stimmt alles: Die Sitzhaltung ist kompakt und bringt Sicherheit; der Übersetzungsbereich hält mit 32 Zähnen vorne und 11-42 hinten extraleichte Gänge bereit, sodass Anstiege oder kniffelige Fahrsituationen locker ohne großen Krafteinsatz bewältigt werden können. Dazu ist die Elffach-Zahnkranzkassette eng genug abgestuft. Zum geringen Gewicht trägt einerseits der leichte Alu-Rahmen bei, der freilich mit außen liegenden Leitungen kommt, andererseits Bauteile wie der sportliche Laufradsatz mit reduzierter Speichenzahl.
Das Starrbike von Scott begeistert mit rundum hochwertiger Technik und sehr geringem Gewicht.
Woom Off Air 5
Woom hat sich mit federleichten Kinderrädern einen guten Namen erarbeitet, auf den vor allem Eltern anspringen. Das Testteam selbst reagierte anfangs verhalten, was aber eher auf die zurückhaltende Lackierung des Off Air 5 zurückzuführen ist, das nicht wie sonst bei Woom in diversen kräftigen Farben zu haben ist. Dabei ist das Mountainbike funktionell ganz vorne mit dabei: Die Luftfedergabel spricht auch bei einem Fahrer/innengewicht um 20 Kilo feinfühlig an und die Technik ist auch im Detail qualitativ hochwertig, was man etwa am leichten Laufradsatz sieht. Die Hydraulikbremsen beißen kräftig zu, und nur bei der Schaltung muss man Abstriche machen - mehr als neun Gänge werden nicht geboten. Die guten Schwalbe-Reifen fallen mit 2,35 Zoll etwas breiter aus; allerdings ist das Off Air 5 für Kinder ab knapp 1,30 Meter gemacht, die dann auch etwas schwerer sein dürften. Für kleinere gibt es das Off Air 4 in 20 Zoll, für Größere das 6 mit 26er Laufrädern, beide mit Luftfedergabel; außerdem können alle drei Modelle mit leichter Carbon-Starrgabel bestellt werden. Dadurch wird jedes Bike um 150 Euro günstiger, außerdem rund anderthalb Kilo leichter - mit 10,88 Kilo inklusive Pedalen ist das Woom Off Air 5 nämlich kein absolutes Leichtgewicht.
Das Woom ist mit Luftfedergabel und Steckachsen vorbildlich ausgestattet, zeigt aber auch, dass MTB-Technik ohne Mehrgewicht nicht zu haben ist.
Weitere Empfehlungen und Aspekte beim Kauf
Ein 24-Zoll Mountainbike ohne Dreifach-Kettenblatt zu bekommen, war vor vier Jahren noch fast unmöglich. Inzwischen hat sich das Konzept eines soliden Kinder-MTBs mit Starrgabel und 1x-Antrieb durchgesetzt, und wer seinen Kindern ein Rad mit diesen Ausstattungsdetails gönnt, kann sicher sein, solides, vielseitiges und nicht zu schweres Material zu erwerben. Und auch wenn statt der Scheibenbremsen noch V-Brakes montiert sind, kann man bedenkenlos zugreifen: Die einfach aufgebauten Felgenbremsen sind kräftig genug, dabei günstig und leicht zu warten. Wer deutlich mehr investiert, wünscht sich natürlich eine lange Nutzungsdauer und sollte den Nachwuchs deshalb nicht zu spät aufs 24er Rad steigen lassen. Genau aus diesem Grund bietet die Industrie Rahmen mit kurzem Sitzrohr an, was schon mittelgroßen Grundschulkindern den Aufstieg ermöglicht. Die nächste Laufradgröße ist dann nach zwei bis spätestens drei Jahren dran. Viel Zeit, sich ans echte Offroad-Bike zu gewöhnen, bleibt da nicht.
Kinder, die mit neun Jahren noch kein großes Interesse am Geländeradeln haben, kommen also auch mit einem konventionellen 24er Sportrad klar. Bikes mit Federgabel eignen sich vor allem für junge Fahrerinnen und Fahrer, die ambitioniert unterwegs sind und die Vorzüge der Federung wirklich nutzen können. Eltern sollten bedenken, dass eine Federung dauerhafter Wartung bedarf. Was die Nutzung angeht, weisen bereits die fünf hier vorgestellten Räder in unterschiedliche Richtungen. Ein Bulls mit Carbonrahmen ist ein reines Sportgerät, das pfleglich behandelt werden sollte und wenig Erweiterungsmöglichkeiten bietet - perfekt für Kids, die mit den Eltern biken gehen und richtig Spaß daran haben. Ein Alu-Starrbike wie das Scott wiederum lässt sich problemlos zum Alltagsrad umbauen, oder man schraubt für eine längere Radtour einen Gepäckträger dran.
Mountainbikes & Kinder - diese Kombination hat in den letzten Jahren geboomt. Doch die Frage nach dem passenden Mountainbike für Kinder ist für Eltern oft eine Qual. Für 599 € ist das Grand Canyon Young Hero eine preislich attraktive Alternative. Das Mountainbike ist für Kinder und Jugendliche nach wie vor die beste Alternative zu Smartphone und Playstation. Denn statt stundenlangem passiven Bildschirm-Glotzen kann man sich mit dem Mountainbike herrlich an der frischen Luft bewegen. Was sich prima anhört, kann aber auch für so manchen Schock bei Eltern sorgen. Denn Mountainbikes für Kinder und Jugendliche sind teuer. Wer ins Material-Wettrüsten - wie man es bei manchen MTB-Kinderrennen sieht - einsteigen will, kann gut und gerne 1.500 € und mehr für ein Jugend-Mountainbike ausgeben. Canyon bietet mit seinem Grand Canyon Young Hero eine preislich vernünftige Alternative.
Wenn Kinder bereits sicher im Sattel sitzen und das Fahrradfahren beherrschen, verliert die alte Faustregel „Füße müssen im Sattel den Boden berühren“ an Bedeutung. Auf ein 24-Zoll-Bike passt man ca. ab einer Körpergröße von 125 cm. Unsere Erfahrungen, die wir auf kids-bike-test.com gemacht haben, decken sich beim Canyon Young Hero 24 mit der Empfehlung des Herstellers. Gerade bei Kindern ist es wichtig, nicht nur die Laufrad- und Rahmengröße im Blick zu behalten. Das Canyon Grand Canyon kommt ab Werk mit einem 760 mm breiten Lenker - was für Kinder in der passenden Größe deutlich zu breit ist. Wir haben deshalb nach der ersten Testfahrt den Lenker links und rechts um jeweils 8 Zentimeter mit einer Eisensäge gekürzt. Mit 600 mm Breite ist man gut aufgestellt. Außerdem haben wir die 300 mm lange Sattelstütze so weit gekürzt, dass sich der Sattel maximal im Rahmen versenken lässt. In der Werkskonfiguration war das nicht möglich.
Bei Kindern hat das Thema Gewicht - aufgrund ihres geringeren Körpergewichts - eine übergeordnete Bedeutung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es bei diesem Gewicht bereits eine Federgabel und Scheibenbremsen an Bord hat. Unsere Marktanalyse zeigt: Wer eine Federgabel will, ist mit dem Gewicht von 11,5 Kilo gut dabei. Federgabeln sind cool. Und genau deshalb wollen fast alle Kinder eine solche haben. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll macht das auch Sinn - davor sind Federgabeln eher ein unnötiger Ballast. Leider verbaut Canyon eine SR Suntour-Gabel mit Stahlfedern. Sie spricht zwar feinfühlig an, lässt sich aber nur bedingt auf sehr leichte oder eher schwerere Kinder einstellen. Eine Pille, die man in diesem Preissegment schlucken muss. Denn eine hochwertige Luftfedergabel kostet fast so viel wie hier das ganze Bike.
Die 9-Gang-Shimano-Cues-Schaltung ist robust, hat Schalthebel, die extra für kleine Hände ausgelegt sind, und stellt mit dem großen 46er-Ritzel an der Kassette auch einen leichten Klettergang bereit - ohne dass Kinder einen zweiten Schalthebel für den Umwerfer an der Kurbel bedienen müssen. Ähnliches gilt für die Tektro-Scheibenbremsen: Die Bremshebel lassen sich gut auf Kinderhände einstellen. Vor allem aber verzögern die Bremsen auch mit wenig Handkraft zuverlässig. Das Canyon Grand Canyon ist ein echtes Mountainbike, zeigt bei den Rahmendetails aber auch eine pragmatische Seite. Am Unterrohr ist Platz für ein Bordo-Schloss, und am Oberrohr gibt es einen zusätzlichen Montagepunkt für ein kleines Täschchen - z. B. für Snacks oder den Haustürschlüssel.
Canyon hat mit dem Grand Canyon Young Hero ein sinnvolles, bezahlbares und robustes Bike auf die Laufräder gestellt. Das Bike begeistert Kinder und hat durchdachte Details. Mit guter Bremse und soliden Reifen ist der Nachwuchs auch im richtigen Gelände sicher unterwegs.
Checkliste für den Kauf eines Kinder-Mountainbikes
Welche Mountainbikes für Kinder geeignet sind und was beim Kauf wichtig ist: Hier unsere Community-Favoriten und Experten-Tipps für Kinder-MTBs von woom, Puky, S’COOL und Co. Wir haben recherchiert, auf welche Kriterien man bei einem Kinder-Mountainbike achten sollte. Zusätzlich haben wir auch mit Marcus Degen von Velomotion im Rahmen unseres Podcasts Dad’s Talk darüber gesprochen, welche Kaufkriterien aus seiner Sicht beachtet werden sollten. Und die Väter und Eltern aus der Dad’s Life Community haben wir befragt, was sie von E-Bikes für Kinder halten. Vorweg: Die Skepsis zum Zeitpunkt der Markteinführung der woom UP-Bikes war groß. Allerdings gab und gibt es auch Eltern, die darauf hinweisen, dass unter gewissen Umständen auch ein Elektro-Mountainbike für Kinder Sinn machen kann.
- Bauart: Für Kinder wird zum Einstieg häufig ein Mountainbike Hardtail empfohlen. Der Grund: Es überträgt dank ungefedertem Hinterbau die Kraft direkt und ist in der Ebene deshalb schneller, auch weil es durch die fehlende Federung leichter ist.
- Größe: Wie auch bei anderen Kinderfahrrädern ist die richtige Größe der Räder und des Rahmens das erste entscheidende Kriterium beim Kauf.
- Gewicht: Besonders bei Kinder-MTBs ist ein geringes Gewicht wichtig. Unnötiger Ballast erhöht den Kraftaufwand enorm und das Fahrvergnügen leidet deutlich.
- Bremsen: Diese sind bei MTBs besonderen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen somit nicht nur kraftvoll zupacken, sondern auch gut dosierbar und für Kinderhände gut erreichbar sein.
Und seit ... 24 Zoll gilt für viele Kinder-Bikes als das perfekte Mittelmaß zwischen kleinen 20 Zoll und größeren 26 oder gar 29 Zoll Laufrädern. Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Kinder-Mountainbikes auseinandersetzt, wird deshalb überrascht sein, wie groß die Vielfalt an 24-Zoll-Rädern inzwischen ist. Etablierte Hersteller, wie Marin und Scott bauen ihr Kinder-Portfolio beständig aus. Damit aber nicht genug: Bislang weniger bekannte Labels, wie Roko.Bike, geben mächtig Gas und werben um die Gunst der Familien. 24-Zöller mit Starrgabel versprechen günstigere Preise und ein niedrigeres Gewicht. Derweil können 24-Zoll-Hardtails mit Federgabel schon ernstzunehmende Spaß-Geräte für erste Sprünge und immer anspruchsvollere Abfahrten sein.
Drei interessante Optionen im Schnell-Check
Die neuesten 24-Zoll-Mountainbikes zeigen: Ihr Material muss dem der Erwachsenen heute in Nichts mehr nachstehen.
Marin San Quentin 24
Traditionshersteller Marin widmet sich dem Thema Kinder-Mountainbikes schon seit langer Zeit ausgiebig. Die Vorlieben von Freeride-Trickmaschine Matt Jones für robuste, spaßige Bikes mit starrem Heck waren ausschlaggebend für die neueste Ausbaustufe des Marin Kinderbikes. Die geschrumpfte Version steht dem ausgewachsenen Trail-Hardtail in nichts nach. So lässt sich die Rockshox Judy Silver Federgabel mit 100 Millimetern Federweg dank Luftdämpfung auf niedrige Kindergewichte einstellen und kinderspezifische, hydraulische Scheibenbremsen von Tektro bringen den Nachwuchs sicher zum Stehen.
Der robuste Aluminiumrahmen kommt mit einer progressiven Geometrie rund um einen flachen Lenkwinkel von 65 Grad. Für Grip und zusätzliche Dämpfung sorgen Vee Tires Crown Gem, deren massive Breite von 2,6 Zoll auf Felgen mit 27 Millimetern Innenweite besonders gut zur Geltung kommt.
Details zum Marin San Quentin 24:
- Preis: 1099 Euro
- Gewicht: 13,62 kg (BIKE-Messung, ohne Pedale)
- Laufradgröße: 24“
- Verfügbare Rahmengrößen: One Size
- Größenempfehlung: 124 - 144 cm
- Federweg vorne: 100 mm
- Einsatzbereich: Trail- Hardtail
- Schaltung / Kassette: 1 x 9 / 11-46 Zähne
- Highlights: Trail-Geometrie, 2,6” breite Reifen
Gewicht und Ausstattung des Marin San Quentin 24 sind eher auf Fahrspaß und den Allround-Einsatz ausgelegt, als auf sportliche Touren. Ein solider Rahmen, dicke Reifen und ein vom Dirtbike inspiriertes niedriges Oberrohr dürften dafür beim Erlernen der Fahrtechnik helfen. Da Marin nur eine Rahmengröße anbietet, sollten Eltern vor dem Kauf checken, ob das Trail-Hardtail ihrem Sprössling auch wirklich passt.
Roko.Bike 24
Vom kleinen Label Roko.Bike hat man in Deutschland wahrscheinlich noch wenig gehört. Erst seit 2022 ist das junge Unternehmen im Geschäft. Mit dem Roko.Bike 24 will das kleine Label ein niedriges Gewicht und guten Vortrieb mit einem günstigen Preis vereinen. Rahmen und Starrgabel bestehen aus leichtem Aluminium, sodass das einfach gehaltene Bike mühelos unter der Neun-Kilo-Marke bleibt. Dass das Leichtgewicht in fünf verschiedenen Farben erhältlich ist, dürfte wählerische Kinder freuen. Extra kurze Kurbeln mit 127 Millimetern Länge sollten ergonomisch gut zu Kinderbeinen passen.
Vorbaulänge und Lenkerbreite des Roko.Bike 24 sind mit 35, beziehungsweise 580 Millimetern knapp gehalten, sodass auch kleinere Kinder das Bike noch gut kontrollieren können. Ein 69,5 Grad steiler Lenkwinkel, neun straff übersetzte Gänge und schnell rollende Kenda-Reifen passen zum sportiven Charakter des Kinder-Hardtails.
Details zum Roko.Bike 24:
- Preis: 699 Euro
- Gewicht: 8,28 kg (BIKE-Messung, ohne Pedale)
- Laufradgröße: 24“
- Verfügbare Rahmengrößen: One Size
- Größenempfehlung: 120 - 145 cm
- Federweg vorne: Starrgabel
- Einsatzbereich: Hardtail
- Schaltung / Kassette: 1 x 9 / 11-42 Zähne
- Highlights: geringes Gewicht, günstiger Preis, junges Unternehmen
Getreu dem Motto “Keep It Simple” stellt Roko.Bike ein unkompliziertes Kinderbike auf die zahm profilierten Reifen. Schön ist das leichte Gewicht und der faire Preis. Trotz nur neun Schaltstufen schafft es der Microshift-Antrieb mit der Übersetzungsbandbreite teurerer Elffach-Schaltungen gleichzuziehen. Auf Touren über Schotter und Waldwege sollte auch die Starrgabel ausreichen.
Scott Scale RC 400
Der Modellname Scale ist kein unbekannter, sondern zieht sich vom Profi-Sportgerät bis zum Kinder-MTB durch die Hardtail-Produktpalette von Scott. Am 24-Zoll-Modell bleibt die Waage dank Alu-Starrgabel schon bei knapp über 9 Kilo stehen. Um Kindern viel Bewegungsfreiheit über dem Rad zu geben, hat Scott auf einen extra kompakten Rahmen mit niedriger Überstandshöhe geachtet.
Bei den wichtigsten Komponenten vertraut Scott auf Produkte von Shimano. So stammt nicht nur die Schaltung mit elf Gängen, sondern auch die Bremsanlage mit 160 Millimeter kleinen Scheiben von den Japanern. Fein profilierte und gut rollende Schwalbe Rocket Ron Reifen sollen dafür sorgen, dass Kindern kein Watt verloren geht.
Details zum Scott Scale RC 400:
- Preis: 899 Euro
- Gewicht: 9,15 kg (BIKE-Messung, ohne Pedale)
- Laufradgröße: 24“
- Verfügbare Rahmengrößen: One Size
- Größenempfehlung: 125 - 135 cm
- Federweg vorne: Starrgabel
- Einsatzbereich: Hardtail
- Schaltung / Kassette: 1 x 11 / 11-42 Zähne
- Highlights: Elffach-Schaltung, Shimano-Scheibenbremsen, niedrige Überstandshöhe
Mit dem Scott Scale RC 400 können Nachwuchs-Mountainbiker ihren Race-Vorbildern nacheifern und Freude an Geschwindigkeit entwickeln. Im Scale schlummert eher ein unkomplizierter Freund für Touren und Ausflüge. Genau das suchen viele Eltern für ihre Kinder.
Weitere Kinder-Mountainbikes im Überblick
Neben den ausführlich getesteten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer guter Mountainbikes für Kinder & Jugendliche. Hier eine Übersicht:
Hardtail Mountainbikes
Hardtails bieten Steifigkeit und Vortrieb, ideal für Asphalt und leichtes Gelände. Sie sind leichter als Fullys, aber weniger geeignet für größere Sprünge.
- Bikestar 18-Zoll-Mountainbike: Geeignet für Kinder ab 5 Jahren.
- Puky Kinderfahrrad bzw. Hardtail-Mountainbike: Mit 7 Gängen für Kinder ab 6 Jahren.
- MAX High-End-Mountainbike: Für Kinder ab 10 Jahren, quasi ein 29er auf Basis von 20 - 29 Zoll Laufrädern.
- Early Rider Hellion 24: Hardtail mit 11 Gängen und 100 mm Federweg, für Kinder zwischen 8 und 11 Jahren.
- Woom OFF 6 (26 Zoll): Für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, wiegt nur 9,3 kg.
Fully Mountainbikes
Fullys bieten durch die zusätzliche Federung eine bessere Bodenhaftung und sind ideal für sportliche Kinder, die im Bike-Park an ihre Grenzen gehen wollen.
- Early Rider Hellion X (20 Zoll): Fully für Kinder ab 4 bis 8 Jahre, mit 10 Gängen und breiten Reifen.
- Bergsteiger Kodiak (24-Zoll): Vollgefedertes Mountainbike für Kinder ab 135 cm Körpergröße.
E-Mountainbikes für Kinder
E-Mountainbikes sind ideal, um bei längeren Ausfahrten mit Erwachsenen mithalten zu können.
- S’COOL E-Bike: Für Kinder ab 12 Jahren, mit Heckmotor (250 Watt) und Akku mit 252 Wattstunden.
- Woom UP 5: 24 Zoll E-MTB für Kinder ab 7 Jahren, mit Antriebssystem ohne Tretwiderstand und leichtem Alu-Rahmen.
Die Bedeutung des Gewichts und der Ergonomie
Ein niedriges Fahrradgewicht macht das Bike-Handling von Kinder Mountainbikes besonders intuitiv. Oft wollen Kinder eine Federgabel haben. In der Praxis sind sie aber meist zu leicht, damit diese vernünftig funktioniert. Bremsen für Kinder Mountainbikes müssen vor allem zwei Kriterien erfüllen: Sie müssen mit wenig Handkraft bedienbar sein. Und der Bremshebel muss sich für die kleinen Hände anpassen lassen. Kurze Kurbeln sorgen dafür, dass der Kniewinkel beim Treten in einem angenehmen Bereich bleibt. Das erhöht nicht nur die Ergonomie, sondern auch den Fahrspaß für Kinder.
Tipps für den Kauf
Verlass dich bei der passenden Größe fürs Fahrrad deines Kindes nicht auf allgemeine Alters- und Zoll-Empfehlungen! Ermittle die Innenbeinlänge deines Kindes und gleiche sie, zusätzlich zur Körpergröße, mit den genauen Größenempfehlungen des Herstellers ab. Beim ersten Fahrrad ist es extrem wichtig, dass die kleinen Kinder im Sattel sitzend mit den Füßen zum Boden kommen. Ab einer Laufradgröße von 20 Zoll wird eine ergonomisch korrekte Sitzposition zum in die Pedale treten wichtiger. Tendenziell gilt für Fahranfänger darf das Rad lieber zu klein als zu groß sein. Fortgeschrittene Fahrer profitieren dagegen eher von größeren Laufrädern.
Es muss nicht unbedingt ein Woom oder Puky sein! Lass dich beim Kinderfahrrad-Kauf nicht zu sehr von angesagten Marken blenden und fixiere dich nicht von vornherein auf einen bestimmten Hersteller. Gute Kinderbikes müssen nicht unendlich teuer sein. Bei 16 Zoll Bikes sollte man prinzipiell auf eine Schaltung verzichten. Ab einer Größe von 20 Zoll und mehr sind die einfache Bedienung der Gangschaltung und kindgerechte Schalthebel sind das A und O! Wir empfehlen Kettenschaltungen mit 1x-Antrieb.
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