24 Zoll Mädchen Fahrrad Test: Welches ist das Beste für Ihr Kind?

Kinder lieben es, sich zu bewegen und die meisten fahren gerne mit dem Fahrrad. Es gibt ihnen ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, wenn sie auf gleiche Art und Weise wie die Eltern unterwegs sein können.

Doch das passende Rad zu finden, das den Ansprüchen der Eltern und den Wünschen der Kinder entspricht, ist oft gar nicht so leicht. Schicke City-Räder in Retro-Optik oder richtige Offroad-Bikes: Die Angebotspalette ist ebenso breit wie die Preisspanne.

IMTEST hat fünf Modelle mit 24-Zoll-Reifen getestet. Darunter befinden sich die Marken Bocas, BBF, Decathlon, Specialized und S‘cool. Preislich liegen die Räder zwischen 329 Euro und 699 Euro.

Die richtige Größe fürs Fahrrad finden

Während Kinder ein Fahrrad oft nach ihrer Lieblingsfarbe auswählen, gibt es beim Kauf jedoch einige wichtige Punkte bezüglich Größe, Ausstattung und Sicherheit zu beachten. Um das passende Fahrrad zu finden, sollte man sich nach der Körpergröße richten.

Selbst innerhalb dieser Testgruppe gibt es große Unterschiede. Die fünf Modelle sind je nach Rahmen-Geometrie ab 112 cm Körpergröße (Specialized) bis zu einer Einstiegs-Körpergröße von 135 cm (Decathlon) empfohlen. Wenn die Beinlänge passt, sollten Eltern prüfen, ob die Griffe samt Bremshebel problemlos erreichbar sind.

Bei allen Modellen lässt sich der Bremshebelabstand an die Kinderhände individuell anpassen. Beim D4 Rock von Decathlon kann man darüber hinaus den Vorbau im Winkel justieren.

Die Räder im Testparcours

Für das Kind ist es wichtig, dass das Wunschfahrrad leicht und intuitiv bedienbar ist, es schnell auf- und absteigen kann und es beim Fahren gut zurecht kommt. Um die fünf Modelle zu testen, ist IMTEST mit einem Fahrrad-begeisterten Kind auf den Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht Hamburg gefahren.

Hier zeigte sich deutlich, dass das Kind mit den leichten Fahrrädern wie dem von Specialized (10 kg) oder von S‘cool (12.35 kg) viel einfacher umgehen konnte. Den Fahrradparcours mit Slalom, Wippe und engen Passagen meisterte es mit den leichten Modellen müheloser und fehlerfreier.

Die anderen drei Räder sind mit 14-16 kg teils schwerer als ein normales Erwachsenenrad, was sich natürlich auch im Antritt, in Kurvenlagen und auf Kopfsteinpflaster bemerkbar machte. Ebenso fiel es dem Testfahrer-Kind schwer, diese Räder eine Stufe zu tragen.

Schaltungen: Weniger ist oft mehr

Ohne Probleme kam es mit fast allen Gangschaltungen zurecht. Einzig Schwierigkeiten bereitete das D4 Rock von Decathlon mit 21 Gängen und Schaltmöglichkeiten an beiden Lenkerseiten.

Hier ist weniger sicher mehr, wie die anderen Modelle zeigen: Die Räder von Bocas, BBF und S‘cool haben nur sieben, das Specialized acht Gänge. Zudem lässt sich erwähnen, dass alle Räder bis auf das Specialized eine sogenannte Grip Shift Schaltung verwenden.

Hier schaltet der Fahrer durch Drehen am Griff den Gang hoch oder runter. Das Specialized hat hingegen zwei Schalthebel für Daumen und Zeigefinger (Rapid Fire).

Während der Probefahrten auf dem Verkehrsübungsplatz stand Torsten Fischer IMTEST zur Seite. Er ist pensionierter Polizist und war in dieser Funktion 19 Jahre für die Verkehrserziehung an Schulen tätig. Er appelliert ganz klar, dass das Fahrrad nicht zu groß sein darf.

Kurze Checkliste für Eltern beim Fahrradkauf

  • Auf passende Größe achten: Kind soll mit den Füßen noch den Boden berühren können, ebenso müssen die Bremshebel gut erreichbar sein
  • Idealerweise hat das Fahrrad drei Bremsen: Zwei am Lenker und die Rücktrittbremse
  • StVZO-konforme Ausstattung für den Alltagsgebrauch
  • Nabendynamo: So besteht nicht die Gefahr, dass der Nachwuchs die Anstecklichter vergisst oder der Akku leer ist
  • Keine Hörnchen am Lenker, das birgt zusätzliche Verletzungsgefahr
  • Auf scharfe Ecken und Kanten achten
  • Probefahrt machen

So sicher sind die Kinderräder

Das Thema Sicherheit ist für die meisten Eltern der wichtigste Aspekt bei einem neuen Fahrrad. Bis auf das Jett von Specialized haben alle Modelle ab Kauf eine komplette straßenverkehrskonforme Ausstattung. Dazu zählen unter anderem zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Klingel, ein Großflächenrückstrahler mit dem Buchstaben „Z“, Front- und Rücklicht, zwei Rückstrahler je Pedal sowie Laufrad-Reflektoren.

Um noch mehr sicherheitsrelevante Daten zu erhalten, hat Hansecontrol im Auftrag von IMTEST die Bremsleistung der Vorder- und Hinterbremsen unter trockenen und nassen Bedingungen gemessen und die allgemeine Beschaffenheit des Rades sowie Stabilität in mehreren Falltests überprüft. Beim Bremstest hat sich keines der Räder richtig positiv hervorgehoben.

Das Rad von BBF liegt immerhin noch mit befriedigenden Werten hier klar vorne, während das Rad von Decathlon die schlechtesten Ergebnisse lieferte. Alle Kinderräder im Test sind mit einer V-Brake-Bremse ausgestattet, die direkt an der Felge bremst.

Da Kinderfahrräder im täglichen Gebrauch so einiges aushalten müssen und auch häufiger mal umfallen, hat Hansecontrol zudem geprüft, ob und wie stark die Räder durch Stürze in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das Erfreuliche: Keines der Testräder wurde so beschädigt, dass es funktionsuntüchtig wurde. Bis auf das Rad von BBF, das komplett unversehrt geblieben ist, haben die anderen vier Räder mehr oder weniger große Blessuren davon getragen.

Dazu zählen beispielsweise ein eingedrückter Griff oder leichte Schrammen an Sattel und Pedale. Das Rad von Decathlon hat darüber hinaus beim Sturztest den Schutzblechspoiler verloren. Ebenso hat Hansecontrol untersucht, ob die Kinderräder scharfe Ecken, Kanten oder Rohrüberstände haben, die zu potenziellen Verletzungen führen könnten.

Nur bei den Modellen von Specialized und Bocas ist den Prüfern nichts aufgefallen. Die anderen Räder haben teils scharfkantige Kabelbilder (S’cool und Decathlon) oder Gewindeüberstände (BBF).

Testergebnisse im Detail

IMTEST hat folgende Ergebnisse erzielt:

  1. BBF Outrider
    • PRO: Robustes Rad, das auch mehrere Stürze aushalten kann.
    • KONTRA: Auf- und Abstieg durch hohen Rahmen und Gepäckträger schwer.
    • Testergebnisse: Befriedigend (2,8)
  2. S’cool XXlite 24-7SL
    • PRO: Agil und wendig. Fährt sich auf Straßen ebenso gut wie im Wald. Ohne Gepäckträger, aber StVZO-konform.
    • KONTRA: Eventuell Verletzungsgefahr durch scharfkantige Kabelbinder.
    • Testergebnisse: Befriedigend (3,1)
  3. Decathlon City Bike D4 Rock 24″
    • PRO: Einziges Rad im Testfeld, bei dem sich der Lenker-Winkel verstellen lässt.
    • KONTRA: Mit 16,4 kg ist das D4 Rock schwerer als manches Erwachsenenrad.
    • Testergebnisse: Befriedigend (3,4)
  4. Specialized Jett 24 Multispeed
    • PRO: Mitwachsend: Für Kinder von 112 cm bis 156 cm Körpergröße geeignet. Das macht die Handhabung zum Kinderspiel.
    • KONTRA: Schutzbleche und Licht müssen für den Alltag nachgerüstet werden.
    • Testergebnisse: Befriedigend (3,4)
  5. Bocas Emily 24-7
    • PRO: Tiefer Einsteig für einfaches und schnelles Auf- und Absteigen. Beim Test fielen keine scharfen Ecken oder Kanten auf.
    • KONTRA: Der Lenker lässt sich in der Höhe, aber nicht im Winkel verstellen.
    • Testergebnisse: Befriedigend (3,5)

Viele Kinder träumen von Federgabeln. In der Realität arbeiten diese beim niederen Gewicht von Kindern aber häufig schlecht. Die SR Suntour Gabel im SCOTT SCALE 24 BIKE ist typisch in dieser Preisklasse. Leider lässt sie sich nur bedingt auf das Fahrergewicht anpassen.

Reifen sind ein entscheidendes Bauteil für das Fahrverhalten und den Charakter eines Bikes. Die 2,2 Zoll Kenda Reifen fallen, gemessen an dem was bei 24 Zoll Bikes üblich ist, breit aus. Durch ihr hohes Volumen können sie kleinere Schläge abschwächen und erhöhen so die Geländetauglichkeit unabhängig von der Gabel.

Für Kinder ist es extrem wichtig, dass sich die Bremsen mit sehr wenig Handkraft bedienen lassen. Die V-Brakes (Felgenbremsen) sind leicht und technisch extrem simpel. Das ist für Kinder Mountainbikes meist zweckmäßig. In den Punkten Dosierbarkeit und Bremspower sind sie jedoch den Scheibenbremsen unterlegen.

Die achtfach Kassette am SCOTT SCALE 24 BIKE ist kein Highlight, erfüllt in den aller meisten Fällen aber ihren Zweck. Die Shimano Schaltung funktioniert.

Für Kinder sind kurze Kurbeln extrem wichtig, weil sich nur mit kurzen Kurbeln ergonomisch in die Pedale treten lässt. Mit 140 mm fallen die Kurbeln extrem kurz aus. Hier haben die Produktmanager Köpfchen bewiesen.

Weil der Hersteller eine Größenempfehlung schuldig bleibt, geben wir hier noch eine Orientierungshilfe. Zwischen 125 und 140 cm Körpergröße sollte dein Kind auf dieses Bike passen.

Mädchenfahrrad 24 Zoll Vergleich

Hier ist ein Überblick über einige beliebte 24-Zoll-Mädchenfahrräder:

Modell Rahmenform Reifengröße Geeignete Körpergröße Gänge Bremsen Besonderheiten
Licorne Premium-Stadtfahrrad Wave-Stil 24'' 135 - 145 cm 21 Felgenbremsen Beleuchtung, Gepäckträger
Bergsteiger Kodiak MTB-Stil 24'' 130 - 150 cm 21 Scheiben- | Felgenbremse Reflektoren
Licorne Bike Guide Premium Mountainbike MTB-Stil 24'' 135 - 155 cm 21 Felgenbremsen Beleuchtung, Gepäckträger, Kettenkasten
Bergsteiger Montreal MTB-Stil 24'' 135 - 155 cm 18 Scheiben- | Felgenbremsen Reflektoren
Licorne 24" Mädchenfahrrad MTB-Stil 24'' 130 - 150 cm 21 Felgenbremse Reflektoren
Bergsteiger Atlantis Wave-Stil 24'' 130 - 140 cm 18 V-Bremsen Beleuchtung, Gepäckträger

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0