28 Zoll Fahrradreifen Test: Alles, was Sie wissen müssen

Die Auswahl an Fahrradreifen ist enorm, und die Fragen vor einem Kauf sind vielfältig: Tubeless oder mit Schlauch, welche Breite, welches Profil, welches Modell, welcher Reifendruck? Geschwindigkeit, Komfort oder Pannensicherheit?

Grundlagen und Definitionen

Drahtreifen bzw. Clincherreifen benötigen einen separaten Schlauch, der zwischen Felge und Reifen sitzt, während Tubeless-Reifen auf einen separaten Schlauch verzichten und direkt luftdicht auf die Felge montiert werden.

Moderne Rennradreifen bieten spezielle Schutzschichten aus Materialien wie Kevlar, Vectran, PU, Aramid usw. für den Pannenschutz. Gewicht und Schutz sind in der Regel konträr: Höherer Pannenschutz bedeutet oft ein höheres Gewicht.

Reifenbreite und Rollwiderstand

Ein breiterer Reifen hat bei gleichem Luftdruck in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als ein schmaler. Die Bodenkontaktfläche ist dabei in der Länge und in der Breite ausgeglichener. Bei schmaleren Pneus ist sie deutlich länger als breit. Daher entsteht bei einem breiteren Reifen weniger Walkarbeit, was den Widerstand verringern kann.

Auch verringert sich die Kontaktfläche bei einer seitlichen Neigung weniger stark - dies bringt mehr Grip in Kurven. Ist der Luftdruck geringer, dann rollt der Reifen leichter über Gegenstände hinweg, die eine potenzielle Pannen-Gefahr darstellen.

Mehrere Messungen zeigten: Breitere Reifen haben einen kürzeren Kontaktpunkt, was die Reibung reduziert. Sie können mit einem niedrigeren Druck gefahren werden, was Vibrationen absorbiert und die Muskulatur entlastet.

Tubeless-Systeme: Vor- und Nachteile

Tubeless-Systeme haben sich im Mountainbike- und Gravel-Bereich bereits weitgehend durchgesetzt. Denn gerade bei breiten Reifen und niedrigen Luftdrücken von weniger als 3,5 Bar funktioniert das System besonders gut.

Im Offroad-Bereich sind die Aspekte Dämpfungskomfort, Traktion und Pannenschutz besonders vorteilhaft. Auch hier lässt sich der Luftdruck deutlich senken - oft um rund zwei Bar. Dies kann hinsichtlich des Fahrkomforts und der Rolleffizienz zu großen Verbesserungen führen - im Vergleich zu vielen Clincher-Schlauch-Kombinationen.

Die Gefahr von Durchschlägen auf die Felge, bei denen der Schlauch durch einen „Snakebite“ beschädigt wird, entfällt. Die in vielen Fällen sehr geringen Rollwiderstands-Werte bei den Tubeless-Reifen sind in diesem Test auffällig. Auch der Praxis-Eindruck war meist überzeugend.

Je geringer der Luftdruck, desto größer sind die Tubeless-Vorteile. Auch das spricht für den vermehrten Einsatz von 28 Millimeter breiten Reifen. Der Komfortgewinn und damit die Möglichkeit der bestmöglichen Ausdauer-Performance ist hoch. Die Abstriche hinsichtlich des Rollwiderstandes sind nach aktuellen Erkenntnissen gering.

Ohne Schlauch verringert sich die Reibung im Reifen. Die Möglichkeit, mit niedrigerem Luftdruck zu fahren, verbessert den Dämpfungskomfort enorm. Gleichzeitig bietet Tubeless in der Regel eine höhere Pannensicherheit, da kleine Durchstiche durch Dichtmilch sofort versiegelt werden.

Rollwiderstand im Detail

Der Rollwiderstand ist ein zentraler Faktor, der die Effizienz des Reifens beschreibt. Er definiert den Energieverlust, der entsteht, wenn sich der Reifen unter Belastung verformt. Messungen des Bicycle Rolling Resistance Lab zeigen, dass hochwertige Rennradreifen einen Rollwiderstand zwischen 8 und 15 Watt aufweisen, abhängig von Material und Breite.

Einflussfaktoren auf den Rollwiderstand sind etwa die Reifenbreite, der Luftdruck, die Gummimischung und das Profil beziehungsweise dessen Tiefe. Breitere Reifen reduzieren den Rollwiderstand auf glatten Oberflächen.

Im Durchschnitt erhöht ein Reifendruck von 1 bar über dem empfohlenen Druck den Rollwiderstand um 0,5 bis 1 Watt.

Aerodynamik

Laut einer Studie von AeroCoach beeinflussen bereits geringe Unterschiede in der Reifenbreite den Luftwiderstand. 23 Millimeter breite Pneus schneiden hier aerodynamisch besser ab als breitere Modelle, da sie eine geringere Stirnfläche bieten.

Testergebnisse und Empfehlungen

Der Grand Prix 5000 von Continental überzeugt unter den Clincher-Modellen besonders - sowohl durch seine Laborwerte beim Rollwiderstand und beim Pannenschutz als auch durch die Praxiseindrücke zum Grip und zum Abrollverhalten. Dieses Allround-Top-Niveau erreicht ansonsten nur der Pro One von Schwalbe.

Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis, und sehr viel Grip, bietet etwa der sehr gut abschneidende Goodyear Eagle F1. Im Tubeless-Sektor ragt ein Modell heraus: Der in der Praxis sehr geschmeidig rollende Pro One TLE von Schwalbe ist der Beste in den Kategorien Gewicht und Rollwiderstand - und auch beim Pannenschutz vorne dabei.

Einzelne Reifenmodelle im Test

Günstige Reifen

  • Vittoria Rubino Pro: Extrem robuster und haltbarer Ganzjahres-Trainingsreifen mit hohem Grip und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mittelfeld

  • Bontrager R3: Solides Niveau bei Rollwiderstand und Gewicht, einfache Montage, Pannenschutz im Mittelfeld.
  • Schwalbe One Plus: Fokus auf Pannenschutz, Testsieger beim Durchschlag, höheres Gewicht und Rollwiderstand.
  • Vittoria Corsa N.EXT: Geringes Gewicht, Allround-Reifen zwischen Rubino und Corsa.
  • Goodyear Eagle F1: Geringer Rollwiderstand, viel Grip dank Graphen-Mischung, Pannenschutz nicht im Top-Bereich.

Top-Reifen

  • Schwalbe Pro One: Viel Grip, hoher Komfort, geschmeidiges Fahrgefühl, Pannenschutz im Spitzenbereich.
  • Continental GP 4 Seasons: Ganzjahres-Trainingsreifen, hoher Pannenschutz, höheres Gewicht und Rollwiderstand.
  • Continental Grand Prix 5000: Bestwert beim Rollwiderstand, solider Pannenschutz, sehr geringes Gewicht.

Im Vergleich der 30-Millimeter-Reifen schneiden der Schwalbe Pro One und der Grand Prix 5000 sehr gut ab. Der Komfort ist auch auf ruppigeren Untergründen hoch.

Tabelle: Vergleich von Rollwiderstandsmessungen

Die folgende Tabelle fasst exemplarische Messungen zusammen, die unter gleichen Bedingungen (Reifendruck: 7 bar, Geschwindigkeit: 30 km/h, Last: 75 kg) durchgeführt wurden.

Reifenmodell Breite Rollwiderstand (Watt)
Continental Grand Prix 5000 25 mm 9
Vittoria Corsa Pro Speed TLR 28 mm 5,6
Continental 5000 23 mm (bei 5,5 Bar) 10,2

Die Wahl des richtigen Rennradreifens hängt stark von den persönlichen Anforderungen ab. Es gibt auch unter den Top-Allroundern für unterschiedliche Fahrertypen und deren Ansprüche unterschiedlich gut geeignete Reifenmodelle.

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