Die Wahl des richtigen Mountainbike-Reifens entscheidet über Fahrspaß oder Frust auf dem Trail. Je nach Disziplin, Bike oder Vorliebe des Bikers gibt es eine Vielzahl von Mänteln, die auf die Felge montiert werden können. Die Reifen sollten je nach Einsatzbereich einen guten Rollwiderstand oder maximalen Grip liefern, pannensicher oder sehr leicht sein.
Ein Mountainbike-Reifen ist ein einziger Kompromiss. Hoher Pannenschutz oder geringes Gewicht? Massig Grip und Traktion oder gute Haltbarkeit und leichter Rollwiderstand? Also: Prioritäten setzen.
Kenda K-Series: Ein Überblick
Kenda wurde bereits 1962 in Taiwan gegründet und zählt heute zu den größten Reifenherstellern der Welt. Mit den sogenannten „Advanced -Trail, -Enduro oder -Gravity Casings”, kurz „ATC”, „AEC” oder „AGC” gab es bereits eine gute Auswahl unterschiedlicher Karkassenstärken für abfahrtsorientierte Einsätze. Außerdem gab es noch das weniger intuitiv benannte, für Sidewall Casing Technology stehende „SCT”-Casing für den XC-Einsatz. Mit den selbsterklärenden Karkassenbezeichnungen „XC”, „TRAIL”, „ALL MOUNTAIN”, „ENDURO” und „DOWNHILL” sollten künftig definitiv keine Verständnisprobleme mehr auftauchen. Mit nun insgesamt fünf Karkassen fällt damit die Auswahl entsprechend eures individuellen Fahrprofils leichter.
Drei dieser fünf Karkassen werden mit Einführung der K-Series-Reifen nur neu benannt, bleiben technisch jedoch unverändert. Zusätzlich gibt es zwei neue Karkassen: Die ENDURO-Karkasse ersetzt künftig die bisherige AEC-Karkasse und die TRAIL-Karkasse wird dem Portfolio gänzlich neu hinzugefügt.
Die Karkassen im Detail
- XC-Karkasse: Das XC-Casing wird es bestehend aus 120- oder 60-TPI-Karkassenmaterial geben und wird dem Einsatzzweck entsprechend stets mit einer schnell rollenden Gummimischung kombiniert.
- TRAIL-Karkasse: Wie das leichtere XC-Modell wird es die einlagige Kenda TRAIL-Karkasse mit 60 oder 120 TPI geben. Die 60-TPI-Variante soll dieselbe Performance und Pannenschutz bei etwas höherem Gewicht liefern, aber günstiger sein.
- ALL MOUNTAIN-Karkasse: Für mehr Pannenschutz hat die ALL MOUNTAIN- Karkasse neben der Seitenwandschutz im Gegensatz zur TRAIL-Karkasse auch eine Schutzeinlage an der Lauffläche. Der Pannenschutz der Lauffläche sollte daher bei der ALL MOUNTAIN-Karkasse etwas höher ausfallen.
- ENDURO-Karkasse: Das neue ENDURO-Casing der K-Series kommt weiterhin mit einem 60-TPI-Aufbau und soll leichter und pannensicherer als die AEC sein. Auch die Dual Layer-Gummimischung ist mit dem neuen Casing verändert worden.
- DOWNHILL-Karkasse: Sie entspricht der bisherigen AGC-Karkasse.
Gummimischungen bei Kenda
Kenda hat Einfach-, Zweifach- sowie bald auch Dreifachgummimischungen im Angebot. Die Gummimischung ist bei Kenda immer an die entsprechende Karkasse geknüpft und nicht unabhängig davon wählbar.
- Einfachgummimischungen: Bei denen das gesamte Profil aus einer homogenen Mischung besteht.
- Dual Tread Compound: Nutzt in der Mitte der Lauffläche eine festere Mischung, um den Rollwiderstand zu verbessern, während im Übergangsbereich und an der Schulter des Reifens eine weichere Mischung für bessere Kurvenkontrolle und Grip zum Einsatz kommt.
- Dual Layer Compound: Verwendet eine steife Mischung als Basis, überzogen von einer weicheren Mischung, die sich über die gesamte Lauffläche erstreckt und für den nötigen Grip sorgt. Diese Konstruktionsweise soll die Stollen beim Bremsen und in Kurvenfahrten widerstandsfähiger machen.
- Triple Compound: Damit wird praktisch der Aufbau vom Dual Tread Compound und Dual Layer Compound miteinander kombiniert.
Neuerungen und Kennzeichnungen
Mit Einführung der neuen Karkassen ändert sich künftig auch die Bezeichnung der Reifen. Reifen der K-Series sind am roten „K” erkennbar, das vor der angepassten Modellbezeichnung steht. Die TRAIL-, ENDURO- und DOWNHILL-Modelle nutzen einen Dual Layer Compound, während die Variante mit ALL MOUNTAIN-Karkasse vom Triple Compound profitieren soll.
MTB-Reifen-Kombinationen im Test
Um herauszufinden, wie stark sich die unterschiedlichen Karkassen, Seitenwandkonstruktionen und Gummimischungen voneinander unterscheiden - und ob man die Unterschiede in der Praxis wirklich spürt - wurden von drei Herstellern jeweils zwei Reifen-Kombis zum Test gebeten: eine Allround-Kombi und eine Extrem-Kombi. Der Clou: Profil und Reifendimension sind jeweils identisch. Die Unterschiede liegen ausschließlich im Reifenaufbau und der Gummimischung. Von jeder Marke haben wir dabei die gängigsten und vielseitigsten Profile für abfahrtslastiges Biken ausgewählt:
- Von Maxxis die beiden Klassiker Assegai und Minion DHR II
- Von Schwalbe den Magic Mary und Big Betty
- Und vom deutschen Gummi-Riesen Continental aus der neuen Gravity-Serie die Allround-Kombi aus Kryptotal Fr (Front) und Re (Rear).
Allround-Kombinationen
- Continental Kryptotal Fr Trail/Re Trail
- Maxxis Assegai EXO+ / Minion DHR II EXO+
- Schwalbe Magic Mary Superground / Big Betty Supertrail
Extrem-Kombinationen
- Continental Kryptotal Fr/Re DH
- Maxxis Assegai DD / Minion DHR II DH
- Schwalbe Magic Mary / Big Betty SuperG
Karkassen im Überblick
Hier ist eine Übersicht der Karkassen von Continental, Maxxis und Schwalbe:
Continental Kryptotal Re
Drei Karkassen und drei Gummimischungen stehen vom Kryptotal zur Auswahl. Die Trail-Reifen sind die leichtesten und bieten den geringsten Durchschlagschutz. Die dicken DH-Schlappen setzen den Höchstwert beim Pannenschutz, gehören aber auch zu den schwersten.
- Kryptotal Re Trail Endurance: 1018 g / 313 mm / 18 W
- Kryptotal Re Enduro Soft: 1181 g / 425 mm / 33,9 W
- Kryptotal Re DH Soft: 1386 g / 638 mm / 35,6 W
Maxxis Minion DHR II
Fünf Reifenkonstruktionen, drei Gummimischungen, zahllose Möglichkeiten zu kombinieren: die Qual der Wahl beim Maxxis Minion MTB-Reifem. Deutlich höheren Pannenschutz gibt’s erst bei der DH-Karkasse.
- Minion DHR II EXO MaxxTerra: 1033 g / 325 mm / 29,3 W
- Minion DHR II EXO+ MaxxTerra: 1079 g / 363 mm / 28,9 W
- Minion DHR II DD MaxxTerra: 1212 g / 413 mm / 32 W
- Minion DHR II DH MaxxGrip: 1335 g / 613 mm / 49,9 W
- Minion DHR II DH Draht Dual: 1380 g / 613 mm / 35,5 W
Schwalbe Magic Mary
Bei Schwalbe mussten wir für den Vergleich zum Vorderreifen greifen, denn den Magic Mary gibt es in allen vier relevanten Karkassen, während der Big Betty erst ab Supertrail verfügbar ist. Gegenüber Maxxis nimmt der Pannenschutz bei den stärkeren Karkassen gleichmäßig und deutlich zu.
Unterschiede der MTB-Reifenkombis im Test
Dicke oder dünne Karkasse? Weiche oder harte Gummimischung? Die Unterschiede verbergen sich im Innenleben der Fahrradreifen.
Pannenschutz
Im Schnitt bieten die schweren Kombis 60,4 Prozent mehr Durchschlagschutz als ihre leichten Pendants. Das erreichen die Pneus über stabilere Karkassen, also mehrere Gewebelagen übereinander, und stichfeste Schutzschichten oder Gummieinlagen. Mehr Material, mehr Pannenschutz. Dadurch steigt aber auch das Gewicht im Schnitt um 23 Prozent.
Grip und Traktion
Neben dem Profil hat vor allem die Gummimischung Anteil am Kurvenhalt und der Traktion der Reifen. Insbesondere auf harten Untergründen oder bei Nässe. Ein weicher Gummi passt sich dem Boden deutlich besser an und verzahnt sich förmlich mit Hindernissen.
Rollwiderstand
Die extrem pannensicheren und griffigen Reifen-Kombis rollen im Schnitt um 69 Prozent zäher als die Allrounder. Den größten Anteil daran hat die weichere Gummimischung zu verantworten. Die weichen Stollen kleben förmlich am Boden.
Verschleiß
Ein weicher Radiergummi rubbelt sich schneller ab, als ein harter. So ist es auch bei Reifen. Die Zauberworte Ultrasoft, Supersoft oder Maxx-Grip versprechen massig Traktion, doch die weichen Mischungen verschleißen auch deutlich schneller.
Testergebnisse und Empfehlungen
Hier sind einige Testergebnisse und Empfehlungen für verschiedene MTB-Reifen:
- Schwalbe Hans Dampf: Vielseitig und bissig, ideal für All-Mountain- und Enduro-Fans. Bietet starken Grip und überraschend gutes Rollverhalten.
- Continental Kryptotal-Fr Trail Endurance und Continental Kryptotal-Re Downhill Soft: Ausgezeichnete Allrounder, bieten bei gutem Rollwiderstand einen ausgezeichneten Grip auf fast jedem Untergrund.
- Maxxis Aggressor Exo TR Dual: Bietet gute Rolleigenschaften, besitzt einen guten Grip und bleibt auch auf anspruchsvollen Trails gut beherrschbar.
Je nach individuellem Fahrstil und Einsatzbereich ist es wichtig, die richtige Reifenkombination zu wählen, um das bestmögliche Fahrerlebnis zu erzielen.
Weitere MTB Reifen im Überblick
Hier sind einige weitere MTB Reifen im Überblick:
- Fincci MTB-Fahrradreifen: Optimale Wahl für begeisterte Mountainbiker, mit ausgezeichneter Traktion und Stabilität auf verschiedenen Untergründen.
- High Roller II von Maxxis: Sehr gute Gesamtleistung, geeignet für harte, nasse sowie unwegsame Untergründe.
- Cubierta von Maxxis: Gute Beständigkeit, hohe Reißfestigkeit und Pannensicherheit, zuverlässig für jedes Gelände.
- Marathon Plus von Absoluts: Pannensichere Fahrt, dynamisches Profil für zusätzlichen Grip im Gelände.
- Minion von Maxxis: Elastischer Faltreifen für Mountainbikes, bietet ausgezeichneten Grip auf jedem Untergrund.
- Set Paar, 26 x 2,125 Zoll von Fincci: Ausgewogene Leistung für Touren und Training, vielseitig verwendbar für verschiedene Fahrradtypen.
- Johnny Watts Performance von Schwalbe: Geeignet für Asphalt und Gelände, ideal für Touren und Training.
- Cross King Protect von Continental: BlackChili-Gummi für außergewöhnlichen Grip, hervorragende Leistung und lange Lebensdauer.
E-MTB Reifen im Test
Hier ist eine Übersicht der besten E-MTB Reifen 2024 im Test:
| Reifen | Modell | Preis | Gewicht | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Maxxis | Assegai Double Down 3C Maxx Grip TR 29 x 2,5" WT | 85 Euro | 1355 g | Rollt sehr zäh, läuft dafür in Kehren und auf Wurzelpassagen wie auf Schienen. |
| Maxxis | Minion DHR II DH Casing Dual TR 29 x 2,4" WT | 62 Euro | 1381 g | Greift beherzt in Kehren zu, bietet Traktion pur und zeigt erst spät Grenzen auf. |
| Michelin | E-Wild Front Racing Line 29 x 2,6" | 86 Euro | 1391 g | Klebt wie Pattex auf den Steinen, Wurzeln oder Schotterpassagen. |
| Michelin | E-Wild Rear Racing Line 29 x 2,6" | 86 Euro | 1391 g | Satter Grip, der superweiche Gummi spielt auf Wurzeln und in Kurven seinen Vorteil aus. |
| Pirelli | Scorpion E-MTB S 29 x 2,6" | 80 Euro | 1317 g | Kurvengrip ist sehr gut, auch im feuchten Terrain. |
| Pirelli | Scorpion E-MTB R 29 x 2,6" | 80 Euro | 1263 g | Leichtester E-Reifen im Test. Seriöser Halt in Kehren und im Trockenen. |
| Schwalbe | Eddy Current Front Super Trail Soft 29 x 2,6" | 75 Euro | 1266 g | Grip-Feuerwerk: Bremstraktion, Kurvenhalt? Alles top. |
| Schwalbe | Eddy Current Rear Super Gravity Soft 29 x 2,6" | 75 Euro | 1483 g | Grip und Traktion erreichen nicht das Niveau des Vorderreifens, sind dennoch sehr gut. |
| Vittoria | E-Mazza Enduro Graphene 2.0 29 x 2,6" | 69 Euro | 1338 g | Mehr auf Tour denn Trail: Er rutscht früh, die Traktion im Gelände ist ausbaufähig. |
| Vittoria | E-Martello Enduro Graphene 2.0 29 x 2,6" | 69 Euro | 1350 g | Bietet speziell auf technischen Uphills gute Traktionswerte. |
Tour & Trail-Reifen für dein MTB 2024 im Test
Hier ist eine Übersicht der besten Tour & Trail-Reifen für dein MTB 2024 im Test:
| Reifen | Modell | Preis | Gewicht | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Schwalbe | Nobby Nic Super Ground Soft 29 x 2,4" | 69 Euro | 866 g | Mit vorhersehbarem Handling und enorm viel Traktion/Grip unterstreicht der Nobby sein Alleskönnertalent. |
| Schwalbe | Wicked Will Superground Speed Grip 29 x 2,4" | 69 Euro | 833 g | Leicht, exzellente Rollwiderstandswerte und solide Pannenschutzeigenschaften. |
| Continental | Mountain King Protection TR 29 x 2,3" | 65 Euro | 675 g | Das sehr offene Profil eignet sich mehr für Flowtrails, Traktion und Halt auf festem Erdboden sind okay. |
| Continental | Cross King Protection TR 29 x 2,3" | 65 Euro | 687 g | Der superleichte Cross King sorgt für ein lebendiges Heck: Er rollt äußerst flott, grippt in Kehren stets berechenbar und sicher. |
| Goodyear | Escape Ultimate TC 29 x 2,35" | 60 Euro | 850 g | Punktet auf harten Böden und langen Touren. Der Rollwiderstand ist gering, beim Pannenschutz ist der relativ leichte Pneu Schlusslicht. |
| Kenda | Regolith Pro SCT TR 29 x 2,4" | 65 Euro | 898 g | Im Gelände schmiegt er sich toll dem Boden an, verwöhnt dabei mit solider Traktion. |
| Kenda | Karma 2 Pro SCT TR 29 x 2.4 | 60 Euro | 783 g | Macht einen seriösen Job, nur beim Bremsen könnte er berechenbarer sein. |
| Maxxis | Forekaster Exo 3C Maxx Terra TR 29 x 2,4" WT | 75 Euro | 915 g | Kurvengrip, Seitenhalt und Traktion glänzen in jeder Traillage, dazu rollt er noch im sehr guten Bereich. |
| Maxxis | Rekon Exo Dual TR 29 x 2,4" WT | 60 Euro | 899 g | Bietet Maxxis-typisch hohe Traktion und tollen Seitenhalt, neigt in Kurven nur minimal zum Ausbrechen. |
| Specialized | Purgatory Grid T9 2Bliss 29 x 2,4" | 60 Euro | 1044 g | Beißt sich toll ins Erdreich, auch auf Wurzeln greift das weiche Gummi ideal. |
| Specialized | Ground Control Grid T7 2Bliss 29 x 2,35" | 45 Euro | 840 g | Zählt nicht zu den spritzigsten, dafür im Gelände zu den gripstärksten Pneus. |
| Vittoria | Agarro Trail Graphene APF 29 x 2,6" | 69 Euro | 981 g | Auf Touren ist er smooth unterwegs, etwas kritischer wird es bei extremen Fahrmanövern. |
| Vittoria | Syerra Downcountry 4C Graphene 2.0 TLR 29 x 2,4" | 66 Euro | 858 g | Reißt im Talschuss bei Schräglage früher weg und wirkt weniger stabil. |
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