29 Zoll Fahrrad Cube Test: Ein umfassender Überblick

Cube ist einer der größten Fahrradhersteller Europas, und besonders die Einsteiger-Bike-Line mit dem AIM zählt zu den Steckenpferden der Bayern. Wie eingangs erwähnt, hat Cube bei seinen Hardtails der Einstiegs- und Mittelklasse ordentlich Hand angelegt. Die auffälligste Veränderung im Vergleich zu den 2021er-Modellen sind die deutlich flacheren Rahmen.

Das Oberohr - das Sattelrohr und Steuerrohr verbindet - liegt nun deutlich tiefer, was im Gelände und beim Auf- und Absteigen praktisch ist, da man nun mehr Platz über dem Rad hat. Insgesamt ist die Rahmengeometrie etwas sportlicher geworden. Man sitzt also etwas weniger aufrecht, als noch in den Jahren davor. Die Sitzposition bleibt aber Cube-typisch moderat-sportlich.

Auch das Cube-typische „Smart Sizing“ darf bei dem Aim und den anderen CMPT-Modellen natürlich nicht fehlen. Die kleinsten Rahmengrößen XS und S haben 27,5 Zoll Reifen, die Größen M, L, XL und XXL rollen auf 29 Zoll Reifen.

Cube AIM Modelle im Detail

Die Unterschiede zwischen den AIM-Modellen liegen hauptsächlich im Bereich der Federgabel, der Schaltung beziehungsweise des Antriebs und der Bremsen. Als 2022 das Cube Aim EX-Modell eingeführt wurde, war es das einzige Cube Aim mit 1-fach-Antrieb. 2023 sind alle AIM-Modelle mit einem Zweifach-Antrieb - also zwei Kettenblättern vorne - ausgestattet. Alle CMPT-Modelle verbindet, dass sie eine 100 Millimeter Federgabel verbaut haben, die je nach Modellvariante technische Unterschiede aufweist. Eine 100 Millimeter Federgabel ist die klassische Federgabel an Hardtail-Mountainbikes.

Cube Aim Pro: Einsteigerfreundliches Hardtail

Optisch macht das Cube Aim Pro einen wirklich hochwertigen Eindruck und muss sich mitnichten hinter höherpreisigen Hardtail-Mountainbikes verstecken. Bei genauerer Betrachtung wird natürlich klar, dass das Aim Pro im Einsteigerbereich angesiedelt ist. Das Cube Aim Pro 2019 ist ein Einstiegsmodell, nicht mehr aber auch absolut nicht weniger. Für den Preis erhält man ein richtig gutes Mountainbike.

Schön ist, dass es das Aim Pro 2019 sowohl in 29 Zoll als auch in 27,5 Zoll (650B) gibt. Die größere Agilität und einfache Handhabung der 27,5 Zoll Variante kann gerade für junge und jugendliche Mountainbike-Einsteiger und Rennrad-Fahrer, die auch MTB-Ambitionen haben relevant sein - mitunter auch für körperlich kleinere Fahrer, die die Zwischengröße 650B favorisieren.

Das Cube Aim Pro 2019 macht beim Fahren einen richtig guten Eindruck. Die Sitzposition auf dem recht steifen Cube Aluminium-Rahmen ist sehr angenehm. Die SR Suntour XCT Disc Federgabel ist mehr als solide für den MTB-Hausgebrauch. Einsteiger erhalten mit ihr ein perfektes Tool. Auf wirklich heftigen Trails wird sie auf Dauer überfordert sein, aber dafür ist sie auch nicht gemacht.

Die hydraulische Scheibenbremse mit 160 Millimeter Scheiben bremst zuverlässig und ist für diese Preisklasse sicher ein Highlight. Die 3×8 Shimano Acera Schaltung schaltet gut und sauber durch, Punkt! Die Bereifung des Cube Aim Pro ist mit den Schwalbe Smart Sam so gewählt, dass man im Gelände Grip hat und auf Asphalt ordentlich rollt. Aus meiner Sicht sind die Reifen perfekt für den Einsteiger, der sich meist auf unterschiedlichen Untergründen bewegt.

Was ich aus optischer Sicht noch erwähnen möchte, sind die innen verlegten Züge am Rahmen des Cube Aim Pro 2019. Das Cube Aim Pro 2019 ist ein richtig schönes Fahrrad und richtet sich an Einsteiger in den Mountainbike-Sport. Diese erhalten mit dem Aim Pro ein Hardtail-MTB für einen schmalen Preis und breitem Einsatzspektrum. Es ist für alle Späße zu haben.

Das neue Cube Aim Pro 2017 29er hat in diesem Jahr ein etwas einfachere Ausstattung bekommen als im Vorjahr. Cube schafft es wie jedes Jahr, das Fahrrad in Lack stylisch zu verpacken. Cube verwendet bei jeden Hardtail den gleichen Rahmen, somit kann man davon ausgehen, dass man einen sehr guten Rahmen bekommt. Er ist gleichwertig mit den höherpreisigen Modellen, die sich nur noch durch die Komponenten unterscheiden.

Cube verbaut wie im Jahr zuvor die im Rahmen integrierte Ständeraufnahme. Man sitzt auf dem Cube Aim Pro sehr mittig und zentral; die Sitzposition liegt irgendwo zwischen Tour und Sport. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut. Das Cube Aim Pro hat eine Shimano Schaltung auf Tourney Niveau und bietet insgesamt 24 Gänge. Es ist eine Trekto Scheibenbremse verbaut, die optisch an die von Shimano ankoppelt und für die Preisklasse sehr gut bremst. Cube bietet das Fahrrad mit etwas schmaleren Reifen an.

Auf den Weg zum Wald fährt sich das Cube Aim Pro sehr gut, auf der Straße und auf leichten unbefestigten Parkwegen auch. Das Schalten klappt gut, es dauert zwar kurz, aber die Schaltung funktioniert gut. Im Wald auf Trails (Passagen mit engen Kurven und vielen Steinen oder Wurzeln) merkt man, dass sich das Fahrrad langsam unwohl fühlt. Dies liegt an der einfachen Federgabel und dem Schaltwerk (Tourney TX), welches sehr weich ist und in solchen Passagen ein präzises Schalten schwer macht.

Das Cube Aim Pro sehe ich als SUV für die Stadt. Jeder will ein großes Auto, aber kaum einer fährt damit noch ins Gelände. Daher sind die Geländewagen heute auch eher für leichte Geländefahrten geeignet - genauso wie das Aim Pro von Cube. Es ist ein MTB, was sich dank der Ausstattung eher für den Stadtbetrieb und leichte Waldfahrten eignet. Man kann nachträglich einen Gepäckträger montieren lassen, sowie einen Ständer anbauen und schon hat man ein top Stadtrad, um Hindernisse in der Stadt zu meistern. Das Cube Aim Pro soll auch Radfahrer mit geringem Budget ansprechen, die nur ab und zu fahren, aber dennoch ein robustes, gutes Bike haben wollen.

Die Waage bleibt bei diesem Modell laut CUBE bei 14,9 kg stehen. Damit zählt das CUBE Hardtail zu den leichteren Einsteiger-Bikes die man für 599 Euro bekommt.

Cube Reaction TM One: Trailhardtail zum Kampfpreis

Cube schießt mit seinem neuen Trailhardtail den Vogel ab. Denn für 1100 € liefern die Bayern ein Trailhardtail, dem auf den ersten Blick nichts fehlt. Trailhardtails legen eine Gratwanderung zwischen Vergötterung und Verachtung hin. Die einen lieben sie, aufgrund ihrer simplen Technik und dem ungefilterten Fahrgefühl. Die anderen hassen sie, weil sie keinen Komfort bieten und im rauen Gelände einem Fully ganz klar unterlegen sind. Cube stellt mit seinem neuen Reaction TM One vor allem ein Argument für Trailhardtails ins Rampenlicht: Den Preis. Und das ist wohl für die allermeisten das ausschlaggebende Kaufkriterium. Verdammt sexy für 1100 €.

Die Optik von Cubes Trail-Hardtail stimmt. Viele, vor allem junge Biker träumen von einem Fully zum Trails shredden. Denn das Cube Stereo One 22 Fully gibt es zwar ab 1999 €, also etwas weniger als den doppelten Preis. Unter 2000 € wird es verdammt schwer, ein Fully mit gleichem Einsatzbereich und ähnlicher eleganter Optik zu finden. Viele träumen von Fullys wie dem Stereo One22. Aber vollgefederte Bikes kosten mindestens doppelt so viel.

Trotz Kampfpreis lässt sich Cube bei der Qualität und Optik des Rahmens nichts nachsagen. Hier hat sich in der Alu-Verarbeitung in den letzten Jahren wirklich nochmal einiges getan. Cube weiß es, die neuesten Entwicklungen beim Schweißen von Alu-Rahmen perfekt umzusetzen. Das geschraubte BSA-Tretlager und die Zugverlegung durch das Unterrohr bzw. Details wie die stabil abgestützte Direkt-Mount-Bremsaufnahme am Hinterrad, die ab Werk für eine 180er-Scheibe vorbereitet ist, oder das Gusset im Sitzrohrbereich zeigen, dass man bei Cube die Bedürfnisse der Zielgruppe endlich ernst nimmt. Der Rahmen macht einen deutlich stabileren Eindruck als der alte Reaction TM Rahmen.

Mit 15,5 Kilo ohne Pedale ist das Bike für ein Hardtail schwer. Zwar wiegen andere Trailhardtails in dieser Preisklasse ähnlich viel, aber Fullys wie das Canyon Spectral CF schaffen es mit Dämpfer und mehr Federweg auf das gleiche Gewicht. Normalerweise spart ein Hardtail gegenüber einem Fully ca. 1,5 Kilo Gewicht, weil der Dämpfer und die Gelenke bei einem starren Rahmen wegfallen.

Die Schwalbe-Reifen haben massiv Grip und mit ihrer doppelten Karkasse auch den Pannenschutz, den man sich für ein Trailhardtail vorstellt. Aber sie drücken mit über 1300 Gramm pro Reifen auch ordentlich auf die Waage. Hinzu kommt, dass man die Reifen mit ihrem Drahtkern auch nur mit Schlauch und nicht Tubeless fahren kann. Das ist richtig üppig und das macht das Bike beim Antreten oder im Uphill auch spürbar behäbig. Das Gute an der Sache ist aber auch, dass man hier im Nachgang relativ leicht tunen kann. Denn wenn man den ersten Satz Reifen mal runtergefahren hat, lassen sich mit einem Budget von 80 - 100 € schnell mal ein Kilo Gewicht sparen, ohne dass man an Grip oder Pannenschutz eingebüßt.

Bei den Bremsen lässt Cube nichts anbrennen. Der 4-Kolben-Magura-Bremssattel am Vorderrad ist in Kombination mit der 203 mm großen Scheibe einer der stärksten Stopper, die man sich vorstellen kann. Die Anlage im Heck ist etwas schwächer, aber immer noch absolut ausreichend. Cube investiert hier an der richtigen Stelle.

Die SR Suntour Federgabel hat nicht den Ruf einer Rock Shox oder Fox Gabel, funktioniert aber auf dem selben Niveau wie die günstigen Gabeln der Marktführer im Highend Segment. Wichtig ist vor allem, dass die Gabel mit einer Luftfeder, und nicht mit einer Stahlfeder arbeitet. So manche Gabel in diesem Preissegment macht das nämlich noch. Die Luftfeder hat den Vorteil, dass ich mit einer einfachen Gabelpumpe die Federhärte an mein Körpergewicht oder meine Vorlieben auf dem Trail anpassen kann. Außerdem ist sie deutlich leichter als die Stahlfedergabel.

Mit dem 65 Grad Lenkwinkel trifft man den Nagel auf den Kopf. Lass krachen! Eine Sache muss man bei der Geometrie betonen. Mit den Größen XS und S hat man selbst als kleiner, vielleicht noch nicht ausgewachsener Mensch, zwei Rahmengrößen zur Auswahl. Das ist absolut sinnvoll. Das Gewicht ist ein Thema bei dem Bike und mit den kleinen Laufrädern wird es einfach noch einmal circa ein halbes Kilo leichter. So lässt es sich, auch für leichte Fahrer, besser handhaben. Ab der Größe M hat das Reaction TM 29er-Laufräder.

Das Bike ist nicht super quirlig, sondern schlägt sich tendenziell eher auf die laufruhige Seite. Das Zusammenspiel aus den soliden Reifen, der gelungenen Geo und den Bremsen schafft es selbst dann, wenn es richtig knifflig wird, ein sicheres Fahrgefühl aufzubauen.

Für 400 € mehr liefert Cube das Reaction TM Pro. Das Bike hat denselben Rahmen, ist aber besser ausgestattet und wiegt über 1 Kilo weniger. Achtung: Die Reaction Bikes ohne den Modellzusatz TM haben zum Verwechseln ähnliche Modellnamen, mit nur 100 mm Federweg aber eine ganz andere Ausrichtung.

Das Reaction TM schwimmt gegen den Trend. Cube liefert für 1100 € genügend Mountainbike, um den Sport in seiner vollen Bandbreite, von leichten Hometrails bis zu den Killer Trails von Finale auszuüben. Unterm Strich ist es aber ein Paradebeispiel dafür, wie einst hochpreisige Technologien mittlerweile in bezahlbaren Preisregionen angekommen sind.

Cube Stereo Hybrid 140 TM: E-Mountainbike im Test

Das Stereo Hybrid 140 von Branchenriese Cube ist wohl eines der meistverkauften E-Mountainbikes überhaupt. Die TM-Variante des Klassikers ist traditionell voll auf Trail-Stärke ausgelegt. Das macht sich am Stereo Hybrid 140 besonders bei den Maxxis-Reifen bemerkbar. Super griffiger Maxxgrip-Gummi an Vorder- wie Hinterrad, dazu eine robuste Doubledown-Karkasse im Heck. Das schaffen andere Hersteller selbst bei hochwertigen Enduro-E-MTBs allzu oft nicht. Doch im Grunde ist das 140er-Stereo kein Downhill-Experte.

Die Geometrie des Cube Stereo 140 ist gemäßigt gezeichnet und voll auf Komfort getrimmt. Dazu passt auch das riesige Kiox 500 Display von Bosch, das viele Informationen übersichtlich und gut ablesbar bereitstellt, inklusive Navigationsfeatures. Doch puristische Biker könnten sich an der sperrigen Optik stören. Auch hier sieht man: Allroundstärke und ein praller Strauß an Features geht bei diesem Bike vor extremer Sportlichkeit. Der Hauptrahmen aus Carbon verhindert allzu üppige Pfunde, trotz schwerem Akku. Doch mit 24,7 Kilo ist das Bike kein Leichtgewicht.

Interessant: Während die meis­ten Kontrahenten die Preise deutlich gesenkt haben, ist das Stereo 2024 nach offizieller Preisempfehlung bei nahezu identischer Ausstattung sogar 400 Euro teurer als zum Zeitpunkt unseres letzten Tests des Cube Stereo Hybrid 140 TM im Jahr 2022. Ausstattungsseitig wurde es dabei nur um das Kiox 500 aufgemotzt. In den meisten Shops findet man aktuell aber auch hier satte Rabatte. Vergleichen lohnt sich.

Technische Details des Cube Stereo Hybrid 140 TM

  • Motor: Bosch Performance Line CX, 85 Nm max. Drehmoment
  • Akku: Powertube, 750 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon / Alu
  • Federweg: 150 / 140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Preis: 5799 Euro
  • Gewicht: 24,7 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 135 kg (Herstellerangabe)

Cube setzt traditionell auf Bosch-Motoren. Und der dynamisch-kräftige Performance Line CX passt gut in das Stereo. Die Modulation ist top, die Kraftentfaltung spritzig. Gerade in schwierigen Anstiegen spielt er seine Stärke voll aus. Der 750er-Powertube schiebt das Bike auf eine extrem starke Reichweite, sorgt aber auch für ein höheres Gesamtgewicht des Bikes. Denn der Akku wiegt satte 4,3 Kilogramm.

Das Chassis des Cube Stereo Hybrid 140 setzt auf gemäßigte Geometriewerte. Der Lenkwinkel ist vergleichsweise steil, der Sitzwinkel eher flach. Reach und Radstand fallen mittellang aus. Die längeren Kettenstreben polen das Bike auf Fahrsicherheit, ein hoher Vorbau bockt das Cockpit auf. Dadurch wird die Sitzposition betont komfortabel.

Ausstattung des Cube Stereo Hybrid 140 TM

  • Gabel / Dämpfer: Fox 36 Performance / Float X Perf.
  • Schaltung: Sram GX Eagle, 12-fach, 34; 10-52 Zähne
  • Bremsen: Magura MT7, 203/203 mm
  • Laufräder: Newmen Performance 30
  • Reifen: Maxxis Assegai Exo+ Maxxgrip, 29 x 2,5'' / Minion DHRII DD Maxxgrip, 29 x 2,4''
  • Besonderheiten: Nur 150 mm Hub an der Telestütze, großes Kiox 500-Display

Fahreindruck des Cube Stereo Hybrid 140 TM

Hier wird Komfort großgeschrieben! Die Sitzposition ist eher kompakt, und das Cockpit thront weit oben, Streckbankgefühle kommen definitiv nicht auf. Das Fahrwerk saugt Unebenheiten gierig auf. Dazu kommt die griffige und stabile Reifenkombi von Maxxis, die mit niedrigem Luftdruck gefahren werden kann und förmlich am Boden klebt. So treckert man recht gelassen durchs Gelände - auch ohne Profi-Fahrtechnik. Auf Flachpassagen und asphaltiertem Untergrund zieht der weiche Hinterreifen einiges an Akku, denn er rollt zäh.

Wer bergauf die Grenzen des Machbaren ausloten möchte, würde sich mehr Gegenhalt von der Heckfederung und eine zentralere Position wünschen. Doch das Cube Stereo klettert grundsolide. Solange es nicht zu steil und stufig wird, behält das Vorderrad gut Bodenkontakt und der Fahrer die Kontrolle. Eine allzu aktive Fahrweise muss man dafür nicht einnehmen - der längeren Kettenstreben sei dank. Traktion, Motor, Steigfähigkeit: Hier gibt’s keinen Grund zum Meckern.

Einen ähnlichen Charakter zeigt das TM-Stereo bergab. Der hohe Federungskomfort und die geniale Traktion geben viel Vertrauen. Die griffige Reifenkombi zahlt sich aus, sobald man ins Gelände abbiegt. Erst bei sehr schneller Fahrweise im ruppigen Geläuf sinkt das Sicherheitsempfinden. Die gemäßigte Geometrie mit eher steilem Lenkwinkel begrenzt Laufruhe und Nehmerqualitäten, wenn man es im schweren Gelände laufen lassen will. Auch die fluffige Fox-Gabel ist eher auf Komfort getrimmt. Hier gibt es stärkere, weil sportlicher ausgerichtete Kandidaten im Testfeld.

Deutlich wohler fühlt sich das Bike, wenn man es eher gemütlich angehen lässt. Dann lässt es sich sicher und intuitiv auch schwierigere Abfahrten hinabbewegen. Zwar gibt es auch in Sachen Agilität und Spritzigkeit bessere Konkurrenz, doch das Cube bleibt auf gemäßigten Trails spaßig und angenehm steuerbar.

Bewertung des Cube Stereo Hybrid 140 TM

Stärken:

  • Hoher Fahrkomfort und unkompliziertes Handling
  • Viel Fahrsicherheit
  • Starke Reichweite
  • Gute Ausstattung

Schwächen:

  • Kein Gelände-Extremo
  • Geringer Hub der Teleskopstütze
  • Motor klappert

Cube AMS One11 C:68 X Pro 29 im Test

Ein Downcountry-Fully, das 12,9 kg wiegt und nach Tempo aussieht - das ist das AMS One11 C:68 X Pro 29 von Cube. Das C:68 X Pro 29 ist das günstigere der zwei AMS-One11-Downcountry-Fullys, die sich vielseitig fahren lassen sollen.

Inspiriert vom XC-Racefully Cube AMS Zero99, soll das 29-Zoll-Downcountry Testbike AMS One11 ähnlich flink bergauf klettern, bietet mit 120 mm Gabelhub und 110 mm hinten aber mehr Reserven. Highlight ist das leichte Voll-Carbon-Chassis mit 1600 g (ohne Dämpfer, Herstellerangabe). Seinen Vielseitigkeitsanspruch unterstreicht das AMS One11 mit einem Acros-Steuersatz zur Geometrieverstellung: Für mehr Wumms bergab steht eine flachere Einstellung parat, wer es lieber agil und wendig mag, stellt die Winkel via Steuersatzeinsätze steiler.

Fahreindruck Cube AMS One11

Mit 12,9 kg ist das AMS One11 nicht super leicht, was etwas schwereren Parts wie der Gabel geschuldet ist. Trotzdem kraxelt man mit dem Carbon-Fully flott, ja sogar leichtfüßig! Hier punktet die sportive Sitzposition mit flachem Sitzwinkel (der alten Tourenfüchs*innen gefallen dürfte). Dennoch mittig und mit viel Druck am Vorderrad nimmt man Platz.

Newmen-Laufräder und MaxxisPneus pimpen den Vortrieb. Schaltmanöver wickelt die Shimano-XT/ SLX-Kombi ab. Das Viergelenk-Heck wippelt leicht. Wer es per Plattform-Hebel strafft, schafft Abhilfe - und klettert Rampen effizient. Ein Ausrufezeichen setzt das AMS One11 bergab: Unterstützt vom neutralen Handling, den Überrollqualitäten der 29-Zöller, guter Fahrwerkstraktion und moderat langen Heck, räubert man beherzt durch steile, selbst gröbere Wurzeltrails! Der flache 66,1-Grad-Lenkwinkel sorgt für Laufruhe. Fahrspaß satt also?

Vor- und Nachteile des Cube AMS One11

Das mochten die Tester:

  • breit abgesteckter Einsatzbereich
  • top in steilen Uphills
  • gut ausbalanciertes Handling
  • erstaunlich potent bergab

Das mochten die Tester weniger:

  • günstigere Federelemente arbeiten weniger sensibel
  • kein Leichtgewicht
  • kein Kettenstrebenschutz am Testbike

29-Zoll-Laufräder: Vor- und Nachteile

Noch vor wenigen Jahren waren 29er-Bikes einer Handvoll geekiger Fahrer vorbehalten, die auf das Marketing findiger Anbieter hereingefallen sind. Doch die Zahl ihrer Anhänger wächst energisch, weshalb nicht mehr nur Visionäre behaupten, dass die großen 29-Zoll-Laufräder das Maß aller Dinge werden könnten. Denn im Vergleich zum Standardmaß 26 Zoll böten sie ausschließlich Vorteile: Mehr Laufruhe, Grip und Traktion, und das etwas höhere Gewicht sei zumindest Downhill eine vernachlässigenswerte Größe. Die Riesenräder rollen außerdem komfortabler, weil man sie nicht so prall aufpumpen müsse.

Die Entwicklung der 29er ist längst nicht zu Ende, es herrscht noch Diskussionsbedarf zum Für und Wider, den die Fachmagazine und Wissenschaftler mit ihren Messungen und die Forennutzer mit ihren Fahrberichten schüren. Die Anbieter wiederum investieren sehr viel in Begründungswelten. So seien die großen „Twentiyniner“ zwar weniger wendig, neigen zum Verwinden durch geringere Steifigkeit und könnten - Stichwort „rotierende Masse“ - durchaus etwas träger in der Beschleunigung sein als die kleineren Pendants. Doch mit den Maximalausgaben ließen sich geröllige Trails besser fahren als mit den Laufrädern der kleineren Standardgröße. Ein 29er-Bike rolle viel leichter über Hindernisse hinweg und über Kanten hinauf und sei, einmal in Schwung, ein perfekter Tourenbegleiter für alle, die mit weniger Kraftaufwand weiter kommen wollen. In den Argumentationslinien ist auch die größere Laufruhe eines 29-Zoll-Rades fester Bestandteil geworden, weshalb insbesondere Komfortorientierte sie bevorzugen - und natürlich sind solche Aspekte fast jedem Radler recht, auch Nicht-Sportlern oder reinen Genussfahreren.

Der Einfluss der Riesenräder auf den Rollwiderstand wiederum wird von Gegner gern in das Reich der Märchen und Fabeln verwiesen. Und tatsächlich haben Messungen gezeigt, dass Reifenmodell, - aufbau, -profil und Luftdruck - und im Prinzip viele anderen Faktoren bis hin zur Passform der Fahrerjacke - eine weit größere Rolle für den Gesamtwiderstand spielen als die Laufradgröße. Oder umgekehrt formuliert: Ein 29er-Laufrad kann im Gelände den kleineren Rädern sogar überlegen sein, weil sich die Reifenverformung im Verhältnis nicht so stark auswirkt - und erhellt die Komplexität des Themas genauso wie die Erkenntnis, dass Räder auf realen Untergründen rollen und nicht auf physikalischen Formeln. Hinzu kommt, dass größere Räder Platz brauchen, vor allem bei kleinen Rahmengrößen und Rädern mit viel Federweg. Sie lassen sich nicht einfach gegen kleinere austauschen wie ein Paar Schuhe, aus denen man herausgewachsen ist. Stattdessen brauchen sie größere Rahmen und Gabeln für ausreichend Durchlauf, der größere Radstand vergrößert zudem die Länge der Hinterbaustreben.

Überhaupt ist die gesamte Radgeometrie von Veränderungen betroffen. So muss für die 29er-Räder der Lenkkopfwinkel verflacht werden, damit durch die Streckung des Radstandes nicht gleichzeitig das Oberrohr in die Länge wächst. Schlussendlich ist die Verlagerung des Tretlagers in die Höhe vonnöten, da die größeren Laufräder auch die Ausfallenden um einige Zentimeter liften.

Aus allem lässt sich für die Twentyniner nur eine grobe Empfehlung ableiten: Interessant sind sie für Komfortfahrer von normaler Körpergröße aufwärts (ab etwa 1,70 Zentimeter), und wer einen wendigen Kletterer, kurvenfreudigen Abfahrer oder ein stabiles Trekking- oder Cityrad sucht, wird sich mit einem 26-Zöller sicherlich leichter tun. Festgehalten sei: Nicht jedes Argument, das für die Riesenräder bemüht wird, stimmt tatsächlich. Am deutlichsten wird dies beim Grip-Aspekt: Gleich schwere Räder belegen bei gleichem Luftdruck die gleiche Aufstandsfläche. Die Laufradgröße spielt hierfür keine Rolle.

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