3 Motorräder auf Anhänger verzurren – Eine Anleitung

Sie möchten Ihr Motorrad auf Touren unkompliziert transportieren, anstatt eintönige Autobahnstrecken auf dem Bike zurückzulegen? Der Transport mit einem Anhänger ist dabei eine sichere und einfache Lösung. Um das Motorrad mit dem Anhänger sicher von A nach B zu bringen, bedarf es im Vorfeld einer sorgfältigen Sicherung der Maschine mit Hilfe von Spanngurten.

1. Auswahl des richtigen Anhängers

Je nach Größe des Motorrads und wie oft Sie dieses transportieren, eignen sich unterschiedliche Anhänger. Zunächst ist natürlich auf die passende Anhängergröße zu achten. Als Faustregel gilt, der Anhänger sollte 20 bis 30 cm länger als das Motorrad sein. Doch welcher Anhängertyp ist nun der richtige? Wer häufig ein oder mehrere Motorräder transportiert, für den ist ein spezieller Motorradanhänger wie zum Beispiel ein Absenkanhänger ideal. Denn dank der hydraulischen Absenkfunktion lässt sich das Motorrad mühelos aufladen, ohne dass eine Auffahrschiene erforderlich ist. Der Anhänger lässt sich mit Bordwänden nachrüsten, um ihn für weitere Zwecke nutzbar zu machen.Ein absenkbarer Kofferanhänger schützt das Motorrad zudem vor Wind und Wetter.

Aber auch ein klassischer Tieflader mit niedriger Ladehöhe, bei dem das Bike über eine Auffahrschiene auf den Hänger gelangt, kann für den Transport genutzt werden. Diese sind zudem ideale Allzweckanhänger und können somit neben dem Motorsport auch für andere Transportaufgaben rund um Haus und Garten genutzt werden.

2. Benötigte Ausrüstung

Die Spanngurte müssen einiges aushalten, um das Motorrad während der Fahrt zu sichern. Achten Sie bei der Auswahl immer auf die Zugfestigkeit (LC = Lashing Capacity). Für Motorräder bis 200 kg sind Gurte mit LC = 175 daN (daN = Dekanewton, 1 Dekanewton = 10 Newton) ausreichend. Für schwere Maschinen wird LC = 500 daN empfohlen. Außerdem sollten die Zurrgurte mit Ratschen ausgestattet sein, um die Verzurrung zu erleichtern. Um den Höhenunterschied zum Anhänger auszugleichen, benötigen Sie eine Auffahrrampe. Achten Sie dabei auf die Merkmale wie maximale Traglast sowie Breite und Länge der Auffahrschiene. Dabei gilt: Je breiter die Rampe ist, desto einfacher ist das Auffahren.

Eine Motorradwippe bzw. ein Vorderradständer erleichtern das Verladen auf dem Anhänger, da sie das Vorderrad des Motorrads ohne weitere Hilfsmittel senkrecht halten. Wichtig ist, dass der Ständer möglichst weit vorne angebracht wird und die Breite zum Reifen des Motorrads passt. Eine andere Möglichkeit sind Standschienen. Eine Plane schützt das Motorrad während der Fahrt vor Wind, Wetter und Schmutz.

3. Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Motorradsicherung

Das Transportieren eines Motorrads auf einem Anhänger erfordert einige Sicherungsmaßnahmen. Die erste Verladeaktion sollte am besten mit einem Helfer durchgeführt werden, denn gerade beim Aufladen kann damit so manche brenzlige Situation vermieden werden.

  1. Befestigen Sie die Auffahrschiene und schieben Sie das Motorrad über die Rampe auf den Anhänger. Dazu können Sie das Motorrad vorsichtig im ersten Gang neben sich herschieben. Bei einem absenkbaren Anhänger entfällt die Rampe.
  2. Das Motorrad muss nun so aufgestellt werden, dass es im nächsten Schritt mit Spanngurten gesichert werden kann. Achten Sie darauf, dass das Vorderrad nach vorne stabil abgestützt ist. Dafür eignet sich ein Vorderradständer, der die Maschine sofort aufrecht hält.
  3. Jetzt kommt der wichtigste Arbeitsschritt - das Anbringen der vier Spanngurte. Zuerst einen Gurt von rechts und einen von links vorne um die Gabelbrücke legen und abwechselnd festziehen, damit sich das Motorrad aufrichtet. Danach werden hinten die zwei Zurrgurte angebracht. Falls der Seitenständer verwendet wurde, wird dieser nun wieder eingeklappt. In einigen Fällen ist es unvermeidlich, dass ein Spanngurt die Verkleidung oder das Auspuffrohr berührt. Um zu verhindern, dass der Gurt die Oberfläche beschädigt, sollten Sie diese Bereiche schützen. Positionieren Sie die Zurrpunkte gleichmäßig auf der Ladefläche des Anhängers. Fixieren Sie die Zurrgurte an festen Motorradteilen.

4. Zusätzliche Hinweise und Tipps

  • Achten Sie beim Transport auf eine vorsichtige Fahrweise, besonders in Kurven, und halten Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger ein.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Spannung der Gurte, damit das Motorrad stabil auf dem Anhänger bleibt.
  • Werden die Gurte nach der Fahrt gelöst, sind alle Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchzuführen.
  • Um ein Umfallen des Motorrads beim Entladen zu vermeiden, bitten Sie eine zweite Person darum, das Motorrad zu halten, wenn Sie die Spanngurte an einer Seite lösen.

Verschiedene Meinungen und Erfahrungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Motorrad festzuzurren, aber am gebräuchlichsten ist die Verwendung eines Seils oder einer Kette. Beim Motorrad verzurren ist darauf zu achten, dass das Bike stabil steht und in die richtige Richtung ausgerichtet ist. Ein zu lockeres Verzurren kann dazu führen, dass sich das Motorrad bewegt und potenziell Schaden nimmt. Dieser Thematik sollte eine große Wichtigkeit zugeschrieben werden, da bei Fehlern die Motorradversicherung keinerlei Schäden übernimmt.

Ein oftmals unterschätzter Punkt stellt das sichere Auffahren des Motorrads dar. Das Bike wird hierbei auf die Ladefläche mithilfe von Schienen oder Befestigungsplatten befördert. Hierbei ist es sehr zu empfehlen, diesen Schritt mindestens zu zweit auszuführen. Während eine Person das Motorrad anschiebt, kann die helfende Hand darauf achten, dass das Motorrad nicht seitlich abrutscht. Für den Vorgang sind Schienen mit Seitenplatten sehr zu empfehlen.

Hierbei werden die Motorradlenkergurte über die Lenkergriffe gestülpt. Es gibt viele verschiedene Arten von Lenkerspanngurten auf dem Markt, wodurch mit Leichtigkeit das passende Motorradzubehör aufzufinden ist. Achte beim Anbringen des Riemens darauf, diesen so zu positionieren, dass er die gesamte Breite des Lenkers abdeckt. Ziehe anschließend die Spanngurte an jedem Ende fest, bis der Riemen unter Spannung steht. Es wird empfohlen, zusätzlich zur Sicherung des Lenkers auch durch die Reifen den Gurt zu führen, um zusätzlich für mehr Halt zu sorgen. Oft wird empfohlen, die Fußstützen des Beifahrers zu sichern oder um den Sitz herum zu versteifen. Es ist wichtig, dass es sich dabei um Metallteile und nicht um Kunststoff oder kunststoffbeschichtete Teile handelt.

Das Motorrad sollte nun in seiner endgültigen Position gesichert sein. Ziehe die Lenkerklemmen auf beiden Seiten allmählich an, bis die Vorderradgabel vollständig eingedrückt ist und kein Federweg mehr am vorderen Ende des Motorrads vorhanden ist. Sollte dieser Punkt nicht sorgfältig vollzogen worden sein, kann das Motorrad bei Fahrten auf holprigen Straßen wackeln, was durch die Federung (Gabel) unterstützt wird. Wenn das Motorrad hier richtig gesichert ist, sollte es im Anschluss auch am Hinterrad verzurrt werden, damit keinerlei Spielraum für eventuelle Ungleichheiten gegeben ist. Der einfachheitshalber können zwei separate Verriegelungsgurte auf der linken und rechten Seite angebracht werden. Dies ist jedoch nicht zwangsläufig vonnöten, da prinzipiell ein einziger ausreichend sein sollte. Wichtig ist nur, dass das Motorrad nicht hochgehoben werden darf. Hierbei würde die gleiche Problematik bezüglich des Aufschwungs der Feder herauf provoziert werden, sobald sich die Hauptfeder des Motorrads um die Hinterradschwinge dreht.

Zusätzliche Gurte sollten direkt an der Ratsche oder um das Fahrrad herum befestigt werden. Dieser Schritt sollte unternommen werden, um zu verhindern, dass sie unkontrolliert im Luftstrom gezogen werden und die Ratsche lockern.

Zurrgurte vs.

Die Wahl des richtigen Zurrgurttyps für Ihr Motorrad ist wichtig. Es gibt drei Haupttypen von Gurten: Schlaufe, D-Ring und Band. Schlaufengurte sind die einfachsten und werden oft bei kleineren Motorrädern zum Verzurren verwendet. Sie bestehen aus einer einzigen Stoffschlaufe mit einer daran befestigten Schnalle. D-Ringe können sicherer sein, sind aber größer und erfordern eine breitere Öffnung in der Satteltasche, um diese entsprechend anbringen zu können. Bänder sind komplizierter, bieten aber mehr Sicherheit und Vielseitigkeit. Welcher Gurt für dich am besten geeignet ist, hängt von deinen spezifischen Bedürfnissen ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für den sicheren Transport eines Motorrads einige einfache Schritte erforderlich sind. Durch die Verwendung eines Anhängers, das ordnungsgemäße Verzurren des Motorrads und Vorsichtsmaßnahmen während der Fahrt ist es möglich, dein Motorrad ohne Zwischenfälle von Punkt A nach Punkt B zu bringen. Denken daran, dass Sicherheit beim Transport eines Fahrzeugs immer an erster Stelle stehen sollte. Zu beachten ist natürlich, dass die Spanngurte eine gute Qualität aufweisen und immer in der Reihenfolge erst vorn- dann hinten angezogen werden.

Mit kleinen Hilfsmitteln und Tricks lässt sich das perfektionieren, dass alles im Alleinbetrieb zu bewältigen ist. Ich fahre auf einer normalen Holzbohle/Bauholz (2m lang/25 cm breit) mit Motorkraft seitlich neben der Maschine gehend nach oben und kippe das Motorrad dann auf den Seitenständer. Die Bohle liegt dabei nicht einfach auf der Ladefläche auf, sondern verfügt über zwei 8mm starke und 20mm breite Flacheisen. die an ihrem Auflageende 20 cm über das Ende der Bohle hinausragen und auf dem Ladeboden des Anhängers aufliegen. Sie sind leicht abgewinkelt, so dass durch das Ende der Bohle keine Kante am Ladeboden entsteht und sie (die Bohle) nicht wegrutschen kann.

Mit einem Spanngurt an der Telegabel (Foto) ziehe ich die Maschine fast in die Waagerechte- dann wird der Seitenständer eingeklappt - gefolgt von Spanngurt Nr. 2, natürlich vorn....dann hinten wie auf dem Bild mit dem Trailer zu sehen.

Nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Transporten aller Art gilt für Motorräder, dass sie in aller Regel auf den Rädern stehen sollten, nicht auf Haupt- oder Seitenständer.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0