50 PS Motorrad: Höchstgeschwindigkeit und Fahrspaß – Eine Frage der Perspektive

Die Frage, ob 50 PS für ein Motorrad ausreichend sind, spaltet die Gemüter. Während einige die Leistung als ausreichend für den täglichen Gebrauch empfinden, wünschen sich andere mehr "Wumms", besonders beim Überholen auf Landstraßen. Ist das nicht rein subjektiv? Was ist genug und was nicht?

Die subjektive Wahrnehmung von Leistung

Viele Motorradfahrer, die auf Maschinen mit etwa 50 PS unterwegs sind, berichten von ähnlichen Erfahrungen. Am Anfang mag die Leistung ausreichend erscheinen, doch nach einiger Zeit wächst der Wunsch nach mehr Durchzugskraft, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten.

Es ist also immer die Frage, wie man es empfindet, was man selbst als angenehmen Vortrieb erachtet. Der eine schwört darauf, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen sei, als durch noch mehr Hubraum, der andere braucht einen Zweitakter (schreien muss sie, yeah!) zum Glücklichsein. So ist es auch mit den bloßen Werten der Pferdestärken.

Pauschal zu sagen, 50 PS seien zu viel oder zu wenig kann man also irgendwie gar nicht. Noch dazu finde ich, dass der Fahrspaß sich aus viel mehr Faktoren zusammensetzt als aus bloßem Gas geben.

Fahrspaß über längeren Zeitraum? Ich bin 2 Jahre mit 58 Ps gefahren gereicht ..von der Leistung her hat es mir ( das Ding fuhr auch 190 )

Drehmoment statt Leistung?

Ein wichtiger Aspekt ist der Drehmomentverlauf des Motors. Leistung ist furzegal, die braucht man nicht. Der Drehmomentverlauf ist wichtig.

Es kommt also nicht nur auf die reine PS-Zahl an, sondern auch darauf, wie diese Leistung abgerufen werden kann. Ein Motorrad mit 50 PS und einem hohen Drehmoment im unteren Drehzahlbereich kann sich spritziger anfühlen als ein Motorrad mit mehr PS, das seine Leistung erst bei höheren Drehzahlen entfaltet.

Allerdings findet man sehr selten Maschinen mit dem von mir gewünschten Drehmomentverlauf und 50 PS, erst recht bei modernen Motoren.

Erfahrungen mit unterschiedlichen Motorradtypen

Die Erfahrungen variieren auch je nach Motorradtyp. Eine leichte Enduro mit 50 PS kann im Gelände oder auf kurvigen Landstraßen sehr viel Spaß machen, während ein schwerer Tourer mit der gleichen Leistung auf der Autobahn schnell an seine Grenzen stößt.

Ich bin gerade von 152 PS (R1) auf 85 PS (F800S) umgestiegen. Mit weniger Power hab ich sogar mehr Spass weil man auch mal ausdrehen und mehr Schalten kann. Viel weniger Leistung sollte es aber auch nicht sein.

Mir gings genaus so. Von gewohnten 163 PS bin ich im Urlaub mehrere Tage auf einem 50PS-Einzylinder gesessen. War nicht nur ausreichend sondern extrem spaßig.

Hahn auf Anschlag spannen -> Motor legt Leistung Hubraum- + PS-gerecht zu. Sobald die gewünschte Leistung einen Moment später da ist, einfach Gasgriff nachregelnd zurücknehmen. So ein Mopped kann man quasi nicht "überfahren". Macht süchtig.

Die Rolle der Höchstgeschwindigkeit

Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit ist ein weiterer Faktor, der die Zufriedenheit beeinflusst. Während einige Fahrer Wert auf hohe Geschwindigkeiten legen, ist dies für andere weniger wichtig.

Meine Kleine läuft angeblich 190 - aber über 160kmh hab ich sie noch nicht gebracht, weil der Spaß bei einer Naked irgendwann aufhört. Und wann denn? Wozu? Ich fahre selten Autobahn/Autostraße, nur ein paar Ausfahrten. Was verstehst Du unter "höhere Geschwindigkeiten"?

Rechtliche Aspekte und Führerscheinklassen

In Deutschland gibt es verschiedene Führerscheinklassen für Motorräder, die sich nach Leistung und Hubraum richten. Für Motorräder mit mehr als 50 ccm Hubraum bzw. 45 km/h ist ein Führerschein der Klasse A erforderlich.

  • Klasse A1: Leichtkrafträder mit maximal 125 ccm Hubraum und 15 PS Leistung.
  • Klasse A2: Motorräder mit maximal 48 PS Leistung und einem Verhältnis von Leistung zu Gewicht von maximal 0,2 kW/kg.
  • Klasse A: Motorräder ohne Leistungs- oder Hubraumbeschränkung.

Besonders in der Führerscheinklasse A2 ist das Thema Drosseln sehr aktuell. Denn wer diese Klasse zum 18. Nach zwei Jahren ist dann der Aufstieg in die Führerscheinklasse A möglich.

Moped- und Roller-Regelungen

Für Kleinkrafträder, wie Mopeds und Roller bis 50 ccm Hubraum, gelten besondere Bestimmungen. Seit 2002 gilt EU-weit eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h. Dies hat zu Kritik geführt, da viele Fahrer sich im Stadtverkehr dadurch gefährdet fühlen.

50er & Roller sollen 60 statt 45 km/h laufen dürfen :Kleinkrafträder sollen schneller laufen dürfen, so die Petition von der SIP Scootershop GmbH. Eine nach unserer Meinung sinnvolle Petition wurde Anfang 2023 gestartet. Leider wurde sie im Juli 2025 abgelehnt.

Tuning und Individualisierung

Auch das umgangssprachliche Frisieren von Zweirädern ist grundsätzlich erlaubt. Das Fahrzeugtuning muss sich allerdings im gesetzlich erlaubten Rahmen bewegen und gegebenenfalls in den Fahrzeugschein eingetragen werden.

Geschwindigkeitsmessung bei Motorrädern

Die Messung der Geschwindigkeit bei Motorrädern, insbesondere im Bereich von 50 bis 120 km/h, ist ein wichtiger Aspekt der Leistungserfassung und Sicherheitsbewertung, vor allem im Kontext von Supersport-Motorrädern.

Mit dem Einsatz von GPS-Technologie hat sich die Möglichkeit, Geschwindigkeit exakt und in Echtzeit zu messen, revolutioniert. GPS-basierte Systeme bieten eine hohe Genauigkeit und können in Echtzeit die Geschwindigkeit eines Motorrads unter verschiedenen Bedingungen und in unterschiedlichen Fahrumfeldern ermitteln.

Beispielhafte Beschleunigungswerte (50-120 km/h):

Motorradmodell Beschleunigung (50-120 km/h)
Kawasaki 2,599 s
Suzuki 2,601 s
Aprilia Factory Tuono 2,707 s
Ducati 2,762 s
Honda CB1000 Hornet 3,948 s
QJ Motor 7,941 s

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