Shimano SIS 6-Gang-Schaltung: Erklärung und Einstellung

Rasselnde Ketten und springende Gänge müssen nicht sein. Mit der richtigen Einstellung der Shimano Schaltung gehören solche Probleme der Vergangenheit an.

Das Shimano RD-TY21B Schaltwerk

Der RD-TY21B zeichnet sich durch seine Kompatibilität mit 6-Gang SIS Index Shifting Antrieben aus. Die direkte Befestigungsmöglichkeit sorgt für eine stabile Verbindung zwischen dem Schaltwerk und Ihrem Fahrradrahmen. Mit einem Maximum von 28 Zähnen am kleinsten Ritzel und einem Minimum von 14 Zähnen am größten Ritzel bietet der RD-TY21B die perfekte Balance zwischen Geschwindigkeit und Kraftübertragung.

Dank des praktischen Kabelverstellers lässt sich dieses Schaltwerk mühelos anpassen.

Shimano Schaltung einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Wenn die Kette nur widerwillig von einem Ritzel zum nächsten springt oder ständiges Kettenrasseln Ihre Fahrt begleitet, wird es Zeit, die Shimano Schaltung an Ihrem Mountainbike korrekt einzustellen.

Der Umwerfer und seine Bedeutung

Der sogenannte Umwerfer begegnet uns bei Kettenschaltungen am Fahrrad. Bei Betätigung des Schalthebels steuert er vorne den Lauf der Fahrradkette auf den verschiedenen Kettenblättern. Aufgrund seiner Position wird der Umwerfer, insbesondere beim Mountainbiken, gern mal Opfer von Stößen und Stürzen. In diesem Fall kann es passieren, dass er neu eingestellt werden muss, so dass Sie anschließend wieder Freude an reibungslosen Schaltvorgängen haben können.

Umwerfer-Einstellung in 6 Schritten

Die Kette klettert nur dann schnell und reibungslos von einem Kettenblatt aufs nächste, wenn der Umwerfer präzise eingestellt ist. Zur perfekten Einstellung sind nur wenige Schritte nötig.

  1. Schritt 1: Leitblech kontrollieren

    Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.

  2. Schritt 2: Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen

    Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts, sollte 1-3 Millimeter betragen.

  3. Schritt 3: Modus-Wandler anpassen

    An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.

  4. Schritt 4: Einstellen der unteren Begrenzung

    Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel. Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.

  5. Schritt 5: Einstellen der oberen Begrenzung

    Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel. Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers. Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.

  6. Schritt 6: Zugspannung einstellen

    Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein. Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.

Weitere Tipps zur Umwerfereinstellung

  • Wenn Sie Ihren Fahrradumwerfer im ersten Schritt zunächst grob ausrichten, wird Ihnen die Feinjustierung später leichter von der Hand gehen.
  • Bevor es an die Feinausrichtung geht, müssen Sie den Schaltzug wieder einspannen.
  • Für den unteren Anschlag schalten Sie vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel.
  • Zum Schluss widmen Sie sich der Schaltzugspannung. Über die Spannschraube am Schalthebel können Sie die Spannung erhöhen oder verringern.
  • Treten Probleme beim Hochschalten auf, muss die Zugspannung erhöht werden.
  • Führen Sie eine Probefahrt durch, um Ihre Einstellungen zu überprüfen.

Umwerfer-Standards von Shimano

Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:

  • Top Swing/Low Clamp: Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr.
  • Down Swing/High Clamp: Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet.
  • E-Type: Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt.
  • Direct Mount Low/Top Swing: Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert.
  • Direct Mount High/Down Swing: Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten.

Übersetzung des Schaltwerks

Die Übersetzung sagt aus, wie weit sich das Schaltwerk bewegt, wenn der Schalthebel den Schaltzug um einen Millimeter bewegt.

Beispiel: Als Shimano 1984 mit Dura-Ace S.I.S. die weltweit erste Klickschaltung einführte, hatte diese Schaltung eine Übersetzung von ca. 1,9. Für jeden Millimeter Zug am Schalthebel bewegte sich die Schaltung um 1,9 Millimeter.

Bald stellte sich für Shimano heraus, dass es technisch vorteilhaft war, die Übersetzung zu verändern. Also hatten sämtliche 6-, 7-, 8- und 9-fach Shimano-Schaltungen, die danach kamen, eine Übersetzung von 1,7.

Wer als Upgrade versucht hat, seine Shimano 105 8-fach Schaltung oder Schalthebel durch Dura-Ace 8-fach zu ersetzen, hat Schiffbruch erlitten - sie waren nicht kompatibel. Nur die Kombination aus neuem Schalthebel und neuer Schaltung hätte funktioniert, und das wäre entsprechend teuer geworden.

1997 brachen geradezu paradiesische Zustände aus, was die Standardisierung anbelangt: Die neue, 9-fache Dura-Ace 7700-Gruppe hatte ebenfalls eine Übersetzung von 1,7 und war mit allen anderen Shimano-Schaltwerken, egal ob für Rennräder oder für Mountainbikes (MTB) kompatibel. Schaltungen von Campagnolo haben dagegen eine andere Übersetzung, sie sind nicht kompatibel.

Bis einschließlich der 10-fach Rennradgruppen blieb Shimano bei seinem Standard.

Als 2010 die 10-fachen „Dyna-Sys“ MTB-Gruppen erschienen, wurde jedoch ihr Übersetzungsverhältnis auf circa 1,2 verändert - diese Schaltwerke sind nicht mit den vorigen kompatibel. Weil Shimano bei Dyna-Sys auch den Kabelzug an den Schalthebeln verändert hat, hat das 10-fach MTB-System, bestehend aus Schalthebel und Schaltung, trotzdem denselben Weg geschaltet wie das 10-fache Rennradsystem.

Das war wichtig, weil damit der Ritzelabstand der MTB- und Rennradkassetten gleich bleiben konnte. Genauso wie vorher die 8- oder 9-fach Kassetten, sind alle Shimano 10-fach Kassetten untereinander kompatibel, sie passen auf denselben Freilauf. SRAM 8-, 9- und 10-fach Kassetten sind übrigens mit ihren Shimano-Pendants kompatibel.

Nur alte 7-fach Shimano- und SRAM-Schaltungen haben einen um 4,5 mm schmäleren Freilauf und Kassette.

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