Kirchen und Kapellen gibt es viele, doch die Sieben Kapellen der Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung sind etwas ganz Besonderes. Sie sind aus Holz, einzigartig und modern - die jüngste wurde erst im Jahr 2020 eingeweiht. Alle Kapellen liegen im Dillinger Land und dem benachbarten Augsburger Land in Bayerisch-Schwaben.
Hinter dem Sieben-Kapellen-Radrundweg steckt weit mehr als nur ein schönes Radprojekt. Die sieben Kapellen wurden im Rahmen eines besonderen Kulturprojekts der Denzel-Stiftung errichtet. 2016 errichtete das Wertinger Unternehmer-Ehepaar die Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung mit dem Zweck, Kunst, Geschichte, Kirche, Religion und Kultur zu fördern.
Die Einzigartigkeit der Sieben Kapellen
Jede Kapelle stammt von einem anderen renommierten Architekten und erzählt ihre ganz eigene Geschichte: so symbolisiert die Kapelle von Alen Jasarevic nahe der Ludwigsschwaige im Donauried zwei zum Gebet gefaltete Hände. Die Kapelle von Hans Engel nahe Peterswörth ähnelt eher einem römischen Tempel und die preisgekrönte Kapelle des Londoner Architekten John Pawson gleicht einem Stapel mächtiger Baumstämme am Waldrand bei Unterliezheim. Licht und die besondere Stimmung, die es erzeugt, spielen in den Kapellen von Wilhelm Huber und Christoph Mäckler eine besondere Rolle.
Einzige Vorgabe an die Architekten war: Die Wegkapellen, die an keine Konfession gebunden sind, müssen aus Holz bestehen und ein Kreuz enthalten, außen oder innen. Und sie müssen naturnah an einem exponierten Ort stehen.
Die Kapellen im Überblick
- Kapelle von Alen Jasarevic: Symbolisiert zwei zum Gebet gefaltete Hände.
- Kapelle von Hans Engel: Ähnelt einem römischen Tempel.
- Kapelle von John Pawson: Gleicht einem Stapel mächtiger Baumstämme.
- Kapellen von Wilhelm Huber und Christoph Mäckler: Spielen mit Licht und Stimmung.
Der Radrundweg zu den Sieben Wegkapellen
Wer nun Lust bekommen hat, die Sieben Kapellen einmal selbst zu besuchen, der sollte sich den „Radrundweg zu den Sieben Wegkapellen“ nicht entgehen lassen! Sie verbindet die 153 km lange Rundtour, die neben den Kapellen selbst viele weitere schöne Landschaften, gemütliche Orte und Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Der Sieben-Kapellen-Weg zieht eine 153 Kilometer lange Runde durch das Schwäbische Donautal.
Gestartet werden kann überall an der Rundtour. Die Streckenorte Schwenningen, Gundelfingen und Offingen sind an die Bahn angebunden und somit die besten Ausgangspunkte für alle, die mit dem Zug anreisen. So kann man ohne Zeitdruck auch einen Blick auf die landschaftlichen und kulturellen Highlights links und rechts der Strecke werfen.
Besonders die Landschaft ist auf dieser Tour äußerst vielfältig: Von den südlichen Ausläufern der Schwäbischen Alb geht es berg- und talwärts durch kleine Nebenflusstäler der Donau, z.B. durch das idyllische Kesseltal. In der Donauebene und dem Donauried geht es dagegen auf weiter Flur flach dahin. Hügelig wird es erst wieder in den dicht bewaldeten Gebieten des Naturparks Augsburg - Westliche Wälder.
Den Gegensatz zum modernen Baustil der Sieben Kapellen bilden mächtige sakrale Kirchenbauten, wie das Klosters Maria Medingen und die Wallfahrtskirche St. Leonhard in Unterliezheim. Sehenswert sind auch die kleinen und größeren Orte entlang der Strecke, die zu einem kurzen Spaziergang oder einer Stadtführung einladen. Natürlich ist auf der Tour auch für das leibliche Wohl und ein Bett für die Nacht gesorgt. Die Gastgeberinnen und Gastgeber entlang der Strecke heißen Radfahrerinnen und Radfahrer herzlich willkommen.
Empfehlungen für die Tour
- Die Tour kannst du in zwei oder drei Tagesetappen radeln mit jeweils 50 bis 80 Kilometer.
- Die Strecke verläuft größtenteils auf ruhigen Nebenstraßen, Wald- und Schotterwegen, durch kleine Orte und Felder.
- Für Rennradfahrer ist die Tour allerdings nicht geeignet, da der Schotteranteil doch sehr hoch ist.
- Mit etwa 1.000 Höhenmetern ist die Tour ideal für ein langes Wochenende.
Highlights entlang der Strecke
Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Highlights, die einen Besuch wert sind. Hier einige Beispiele:
- Kloster Maria Medingen: Ein beeindruckendes Kloster mit einer reichen Geschichte.
- Wallfahrtskirche St. Leonhard in Unterliezheim: Ein bedeutendes religiöses Zentrum.
- Dattenhauser Ried: Ein Naturschutzgebiet von beeindruckender Schönheit.
- Altstädte von Wertingen und Gundelfingen: Idyllische Städte mit historischen Bürgerhäusern.
Der Sieben-Kapellen-Radrundweg ist mehr als nur eine Fahrradtour. Es ist eine Einladung, langsamer zu werden. Die Landschaft bewusst wahrzunehmen. Diese Tour ist perfekt für alle, die eine genussvolle Mehrtagestour mit dem Gravel- oder Trekkingrad suchen. Egal, ob du sportlich bist oder eher genussradelst - diese Strecke bietet für alle etwas.
Praktische Informationen
Die Tour ist ein Rundweg - du kannst also flexibel an verschiedenen Punkten starten. Gute Bahnhöfe mit Anbindung sind z. B. Gundelfingen an der Donau (über Günzburg) oder Schwenningen (über Donauwörth). Wichtig: Wenn du mit dem ICE anreist, brauchst du einen Fahrradstellplatz, der im Voraus reserviert werden muss. Auch mit dem Auto bist du flexibel. Entlang der Strecke gibt es in fast allen Orten Parkmöglichkeiten.
Tipps für die Ausrüstung
- Ein Gravelbike oder Trekkingrad mit guten Reifen ist ideal - denn du fährst auf sehr unterschiedlichen Untergründen: Asphalt, Schotter, Wald- und Wiesenwege.
- Mit einem E-Bike ist die Tour ebenfalls machbar - der Rundweg hat moderate Anstiege.
- Nimm dir ein Buch mit oder eine kleine Decke.
- Es gibt einige Cafés, Gasthöfe und Dorfläden entlang der Strecke - aber nicht in jedem Ort, daher mein Vorschlag, schau dir vorher an, wo du Einkehren kannst.
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