8-Zylinder-Boxermotor Motorrad Entwicklung

Die "China-Gold-Wing" von Great Wall Motor (GWM) ist mitsamt ihrem 8-Zylinder-Boxer-Motor mittlerweile Realität geworden: Im Oktober 2024 kamen die ersten drei Modell-Varianten des Luxus-Tourers Souo S 2000 in den Handel. Bisher nur in China - doch das könnte sich ändern. Zumal weitere Modell-Varianten hinzukommen. Die Nächste ist offenbar die Souo LH 2000, ein gigantischer Cruiser.

Neue Souo LH 2000 als Mega-Cruiser von Great Wall Motor (GWM)

Im November 2024 erwischte der MOTORRAD-Erlkönig-Jäger erstmals die neue Souo LH 2000 - während sie zu Test-Zwecken in Deutschland war. Dabei fällt der Verdacht auf zwei deutsche Zulieferer: Bosch für Motorsteuerung, Benzineinspritzung und Assistenzsysteme sowie ZF Sachs fürs Fahrwerk. Bei der LH 2000 handelt es sich offenbar um die unverkleidete Cruiser-Variante auf Basis der Souo S 2000. Und nachdem das Vorbild für die Souo S 2000 ganz offensichtlich die Honda GL 1800 Gold Wing war, war das Vorbild für die Souo LH 2000 wohl die Honda Valkyrie Rune. Mitte der 2000er-Jahre hatte Honda die Valkyrie Rune als Cruiser-Ableger auf Basis des Luxus-Tourers Gold Wing aufgelegt und ebenfalls, wie damals die Gold Wing, im Honda-Werk in Ohio, USA, gefertigt.

8-Zylinder-Boxer-Motor mit 2 Liter Hubraum und 154 PS

Bei der neuen Souo LH 2000 wiederholt sich die Modell-Geschichte von Honda prinzipiell, denn die LH 2000 übernimmt Motor und Fahrwerk von der Souo S 2000. Für den Antrieb bedeutet das einzigartige und extrem imposante Eckdaten: Es ist ein 8-Zylinder-Boxer-Motor mit 2.000 Kubik (Honda: 6-Zylinder-Boxer-Motor mit 1.833 Kubik). Zur Souo S 2000 nennt GWM 154 PS (113 kW) Spitzenleistung bei 6.500/min sowie 190 Nm maximales Drehmoment bei 4.500/min.

32 Ventile und variable Einlassnockenwellen

In den beiden langen dohc-Zylinderköpfen des 8-Zylinder-Boxers von Souo mit zweimal 16, also insgesamt 32 Ventilen stecken variable Einlassnockenwellen, die den Drehmomentverlauf und obendrein die Leistungsentfaltung optimieren. Wie bei ähnlich dimensionierten Pkw-Antrieben ist eine große Drosselklappe zentraler Bestandteil im Ansaugtrakt. Für 120 km/h dreht der 2-Liter-8-Zylinder angeblich nur 2.100/min. Weitere Motor-Details sind die elektrisch angetriebene und elektronisch gesteuerte Wasserpumpe für die zwei separaten seitlichen Kühler sowie die Klappensteuerung in der schwungvoll arrangierten 8-in-2-Abgasanlage.

Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit 8 Gängen plus Rückwärtsgang

Dass am Erlkönig der Souo LH 2000 der Kupplungshebel fehlt, ist einfach zu erklären: Souo setzt bereits bei der S 2000 ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit 8 Gängen ein (Honda-DCT: 7 Gänge). Plus Rückwärtsgang bis 4 km/h. Vorwärts beschleunigt die vollverkleidete Souo S 2000 angeblich auf bis zu 210 km/h. Ob für die unverkleidete Cruiser-Variante LH 2000 ebenso viel Topspeed vorgesehen ist, war bislang nicht zu erfahren.

Aluminium-Chassis mit Einarmschwinge und Kardan

Ausgehend vom Fahrwerk der Honda GL 1800 Gold Wing und der davon abgeleiteten Souo S 2000 ist auch das Chassis der neuen Souo LH 2000 aufgebaut. Neben dem großzügigen Aluminium-Brückenrahmen und der einarmigen Hinterradschwinge mit integriertem Kardan sind insbesondere an der Front einige spezielle Details zu sehen.

Aufwendige Vorderradaufhängung nach dem Hossack-Prinzip

Denn bei der Vorderradaufhängung von Souo handelt es sich um eine Neuinterpretation oder gar Evolution des nach wie vor unkonventionellen Hossack-Prinzips mit zwei Längslenkern und zentralem Federbein, wie bei Honda und auch bei BMW (K 1600-Modelle mit Duolever). Am zwar getarnten, aber unverkleideten Erlkönig des Typs Souo LH 2000 ist entsprechend gut die aufwendige, zusätzlich oberhalb des großen Benzintanks gelagerte und schwingungsentkoppelte Lenkung zu sehen.

Über 1,80 Meter Radstand und semi-aktiv geregeltes Fahrwerk

Dafür sieht die Gabel ganz vorn an der Souo LH 2000 vorgetäuscht klassisch-normal aus, wenn auch ohne Teleskop-Elemente. Das Federbein vorn sowie das Federbein hinten liefert offenbar ZF Sachs zu, mitsamt semi-aktiver Regelung Constant Damping Control (CDC) und automatischem Beladungsausgleich per elektrohydraulischer Vorspannung. Stabilität, zumindest geradeaus, garantiert der Radstand im Stretch-Format: über 1,80 Meter.

Brembo-Bremsen und Bosch-ABS für circa 400 Kilo

Bei den Bremsen setzt Souo auf bewährt-effektive und obendrein prestigeträchtige Komponenten von Brembo. Sowohl an der Doppelscheibe vorn als auch an der Scheibe hinten mit radial angeschraubten 4-Kolben-Bremszangen. Zusätzlich zu den schräglagensensiblen Assistenzsystemen ABS und Schlupfregelung - wohl von Bosch - und den LED-Leuchten rundum sind verschiedene Fahrmodi, ein Tempomat sowie Griff- und Sitzheizung zu erwarten. Das XL-Display der S 2000 mitsamt Audio-System kann das unverkleidete Cruiser-Modell LH 2000 konzeptbedingt nicht übernehmen, am Erlkönig ist ein relativ kleines, rundes Display montiert. Dafür wird die LH 2000 leichter. Oder besser: weniger schwer. Mindestens 450 Kilogramm wiegen die S 2000-Modelle, hier könnten es hoffentlich weniger als 400 Kilo werden.

Souo S 2000 mit 8-Zylinder-Boxer

Great Wall Motor steigt als Souo Motorcycle mit 8-Zylinder-Boxer ins Motorradgeschäft ein. Das erste Modell heißt S 2000 und kommt in 3 Modell-Varianten von Bagger bis Super-Tourer. Preise: ab 28.000 Euro. Chef-Entwickler bei Souo ist ein deutscher Auswanderer.

Größer, schwerer, stärker und schneller als die Gold Wing

Seit Juni 2024 sind einige technische Daten der beiden Souo S 2000-Modelle bekannt. Und die toppen in nahezu allen wichtigen Dimensionen die konkreten Vorbilder Honda Gold Wing und Gold Wing Tour. Neben den schon länger bekannten 8 Zylindern und den 8 Gängen des DCT zeigen die Leergewichte 71 und 83 Kilo mehr: Der Souo-Fulldresser wiegt fahrfertig 461 Kilo (+71 kg), die Bagger-Version 450 Kilogramm (+83 kg). Immerhin: Dem deutlichen Mehrgewicht steht deutlich mehr Leistung gegenüber. 154 PS (113 kW) bei 6.500/min leistet der neue 8-Zylinder-Boxer und damit 28 PS mehr als der 6-Zylinder-Boxer von Honda (126 PS). 210 km/h Topspeed sollen damit möglich sein (Honda. 180 km/h). Das Drehmoment aus 2 Liter Hubraum (+166 cm³) übertrifft die 170 Nm der Gold Wing um 20 Nm: 190 Nm bei 4.500/min sind es bei Souo.

8-Zylinder-Boxer Typ GW8P68MYL mit 1.999 Kubik

Inzwischen ebenfalls bekannt ist die Typbezeichnung des Souo-Motors von GWM: GW8P68MYL. Insider deuten diese Ziffern so, dass GW für Great Wall steht, 8 für die Anzahl der Zylinder und 68 für die Durchmesser der Zylinderbohrungen. Beim bekannten Hubraum, 1.999 Kubik, ergibt sich demnach dieses Bohrung-Hub-Verhältnis: 68,0 mm mal 68,4 mm. Zum Vergleich der 6-Zylinder-Boxer von Honda: 73 mm mal 73 mm, 1.833 Kubik. Für 120 km/h dreht der 8-Zylinder-Boxer laut Souo nur 2.100/min.

dohc versus sohc

Deutlich unterscheiden sich die Konstruktionen von GWM/Souo und Honda in den Zylinderköpfen. Wo Honda auf die "Uni-Cam"-Technik mit jeweils einer obenliegenden Nockenwelle pro Zylinderkopf (sohc) setzt, geht Souo den aufwendigeren Weg mit 2 obenliegenden Nockenwellen je Zylinderkopf (dohc). Gleichstand wieder beim Antrieb der Nockenwellen per Steuerketten und den 4 Ventilen pro Brennraum. Weitere Motor-Details bei Souo sind die variablen Nockenwellen, die elektrisch angetriebene und elektronisch gesteuerte Wasserpumpe sowie die Klappensteuerung in der Abgasanlage.

8-Gang-Getriebe plus Rückwärtsgang

Die Stoßrichtung von GWM/Souo mit dem Motor und den beiden Modell-Varianten ist klar in Richtung Honda Gold Wing und deren unverkleidetem Ableger Valkyrie Rune angelegt. Neben dem Boxer mit 6 Zylindern ist bei der Honda Gold Wing das 7-Gang-DCT (Doppelkupplungsgetriebe) eine weiterhin einzigartige Baugruppe. Auf den Bildern von der Automesse Peking ist der komplette GWM-Antrieb zu sehen, mit Getriebe und Ausgangswelle. Der Aufbau weist auf ein Doppelkupplungsgetriebe hin, das allerdings nichts mit dem Honda-DCT gemein hat, außer das Prinzip. Klare Hinweise auf eine Automatik geben das Fehlen einer Schaltwelle und Ausrückmechanismus der Kupplung, sowie diverse Hydraulikkomponenten vor und hinter dem Getriebe am Gehäuse liegend. Und seit Mai 2024 ist klar: Die Souo hat ein Doppelkupplungsgetriebe mit 8 Gängen vorwärts und einem Gang rückwärts (bis 4 km/h). Also auch an dieser Stelle mehr als die Gold Wing.

Chassis von der Honda Gold Wing plus semi-aktive Dämpfung CDC

Neben dem Motor, der sich klar am Honda-Sechszylinder orientiert, und dem dazu passenden Brückenrahmen aus Alu, zeigt dieser Prototyp sogar die enorm aufwendige Doppel-Quer-Lenker-Vorderradaufhängung der Gold Wing. Und einen Kardantunnel in Form des Honda-Endantriebs, Typ - man ahnt es - GL 1800 Gold Wing. Inzwischen vorliegende Daten der Souo S 2000 ST: Radstand: 1.810 Millimeter, Reifenformate: 130/70 R 18 vorn, 200/55 R 16 hinten. Mit dem CDC (Constant Damping Control) hat Souo eine semi-aktive Dämpfung mitsamt automatischer Anpassung der Federvorspannung (Beladungsausgleich). Die 3 Fahrmodi "Travel", "Dynamic" und "Rain" wirken nicht nur aufs DCT-Getriebe, sondern auch auf die semi-aktive Dämpfung.

Souo Motorcycle startet mit 3 Modellen

Nach dem ersten Soundcheck Anfang April 2024, fuhren Mitte April chinesischen Fotografen gleich 2 Modelle als Erlkönige mit dem 8-Zylinder-Boxer vor die Linse. Ein großer Fulldresser à la Gold Wing und ein unverkleidetes Cruiser-Modell, das stark an die Valkyrie Runde von Honda erinnert. Beim Fulldresser waren kaum Details zu erkennen. Das unverkleidete Modell offenbarte zumindest das Ausführen der vorderen Radführung mit doppeltem oberem Querlenker, wie bei der Gold Wing, prinzipiell ähnlich wie der BMW Duolever oder ursprünglich die Hossack-Gabel. Von der chinesischen Walküre war ab dann nichts mehr zu hören, dafür wird es zum Marktstart 3 Touring-Modelle geben. Auf 88 Stück limitiert kommt der Fulldresser als Founder-Edition mit Signatur von GWM-Chef Wei Jianjun und mondäner Mehr-Fahrlackierung. Darunter rangiert der Fulldresser S 2000 GL an Pendant zur Gold Wing Tour. Einstieg in die Welt des boxenden 8-Zylinders ist die S 2000 ST als Bagger mit nur 2 Koffern.

GWM-Boss Wei Jianjun und der deutsche Chef-Entwickler Uwe Moser

Hinter dem 8-Zylinder-Boxer und Souo Motorcycle steht der chinesische Autobauer Great Wall Motor (GWM). Seit 1984 werden Autos unter verschiedenen Marken verkauft, und schon 2020 kamen in China Gerüchte auf, GWM-Boss Wei Jianjun wolle als Motorrad-Fan in den Motorradbau einsteigen und habe dafür ein eigenes Werk in Baoding/Hebei gebaut. 2022 nahm GWM umgerechnet über 22 Milliarden Euro ein und verkaufte weltweit gut 1,2 Millionen Autos. In China ist GWM Marktführer bei den Pick-ups und hat noch die Marken Wey, Ora, Tank und Haval. Hochinteressanter Hintergrund: Chef-Entwickler für GWM in China und seit 2020 speziell für Souo Motorcycle im Einsatz ist der deutsche Auswanderer Uwe Moser. Frühere Stationen in der Karriere des aus Baden-Württemberg stammenden Ingenieurs: Mercedes-Benz, AMG, Irmscher, Continental, Ricardo.

Was kostet die Souo 2000 in China?

Souo platziert die 2 Basis-Versionen S 2000 ST und S 2000 GL klar gegen die Honda Gold Wing, die in China bestellt werden kann. Allerdings unterbietet Souo den Einfuhrpreis des japanischen Modells um 125.000 Yuan, umgerechnet circa 16.000 Euro. Kostet die Gold Wing in China umgerechnet ab knapp 44.500 Euro mit DCT, ist die Souo S 2000 ST "schon" ab umgerechnet gut 28.500 Euro zu haben. Die Souo S 2000 GL ist mit umgerechnet 31.000 Euro um gut 16.000 Euro günstiger als die Gold Wing Tour. Einzig der optionale Airbag hebt die Honda vom chinesischen Herausforderer - bisher noch - ab.

Deutscher Chef-Entwickler bei GWM/Souo in China

Uwe Moser leitet die Entwicklung bei Souo Motorcycle, einem noch recht jungen Ableger des großen chinesischen Konzerns Great Wall Motor (GWM). 2024 erschien das erste Motorrad von GWM, die spektakuläre Souo S 2000. Dabei handelt es sich um einen Luxus-Tourer nach dem Vorbild der Honda Gold Wing, allerdings mit 8-Zylinder-Boxer und 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Weitere Modell-Varianten und komplett neue Motorrad-Modelle werden folgen. Uwe Moser stammt aus Baden-Württemberg und lebt seit 2020 in China. Zuvor war der deutsche Ingenieur bei Mercedes, AMG, Irmscher, Ricardo und FEV tätig, bei den beiden letztgenannten Unternehmen als Entwicklungsspezialist für Motorrad-Projekte.

Die Geschichte des Boxermotors bei BMW

BMW-Motorräder ohne Boxer-Motor sind wie Bayern ohne Biergarten.

Der Boxer-Motor mit zwei Zylindern ist die prägende Konstante in der Geschichte der Antriebstechnologie für BMW Motorräder. Schon das erste Modell der Marke, die 1923 vorgestellte BMW R 32, verfügte über einen Boxer-Motor sowie über ein angeflanschtes Getriebe und einen Wellenantrieb. Die wichtigste Besonderheit lag in der Anordnung der beiden Zylinder quer zur Fahrtrichtung. BMW Chefkonstrukteur Max Friz hatte damit das Problem der gleichmäßigen Kühlung auf geniale Weise gelöst.

Zwei Jahre später kam die BMW R 37 dank ihres im Motorradbau einzigartigen Aluminium- Zylinderkopfs mit hängenden Ventilen auf eine von 8 auf 16 PS verdoppelte Leistung. Kompressoraufladung ebnete 1929 den Weg zu den ersten Geschwindigkeitsweltrekorden, die auf BMW Motorrädern erzielt wurden. Auch der Motor des ersten Einzylinder-Modells BMW R 39 war bereits mit einem Aluminium-Zylinderkopf ausgestattet.

Der Motor der BMW R 5 diente als solide Basis für den Neuanfang in den Nachkriegsjahren, er wurde für die neue BMW R 51/2 um detaillierte Modifizierungen ergänzt und beispielsweise mit einem gemeinsamen Ölkreislauf für beide Zylinder, schräg montierten Vergasern und verrippten Ventildeckeln versehen. Für die Kraftübertragung wurde ab 1955 nicht nur ein neues Dreiwellengetriebe eingesetzt, sondern auch eine Kardanwelle mit nunmehr vorn angeordnetem Kreuzgelenk.

Die in den 1960er-Jahren erzielten Leistungszuwächse bei den Boxer- Motoren waren unter anderem auf deutlich höhere Verdichtungsverhältnisse, angepasste Steuerzeiten und Ventilhübe sowie größere Schiebevergaser zurückzuführen. Die 1969 präsentierte BMW R 75/5 erhielt erstmals Gleichdruck-Vergaser, die nicht nur das Ansprechverhalten, sondern auch die Laufkultur verbesserten, sowie als weiteres Novum einen E-Starter, mit dem sich der Motor auf Knopfdruck aktivieren ließ.

Die 1993 eingeführte Ausbaustufe des Boxer-Motors wartete mit einer Vielzahl von innovativen Konstruktionsdetails auf: Vierventil-Technik, Saugrohr-Einspritzung und ein Dreiwege-Katalysator zur Abgasreinigung waren die wichtigsten Neuerungen. Auf dieser Basis entstand 2007 der bis dahin stärkste Serien-Boxer. Mit je zwei oben liegenden Nockenwellen pro Zylinder und einer Höchstleistung von 98 kW/133 PS verhalf er der BMW HP 2 Sport zu überragender Dynamik.

Seit 2012 präsentiert sich der BMW Boxer-Motor in seiner jüngsten Generation - noch immer mit einer Luft- /Flüssigkeitskühlung, die nun jedoch mit einem Glycol-Wasser-Gemisch betrieben wird. Erstmals durchströmen Gas-Gemisch bzw. Abgase die Zylinderköpfe vertikal statt horizontal.

1983 brachte BMW eine weitere Antriebsvariante an den Start. Der erste Reihenmotor war zugleich der erste Vierzylinder der Unternehmensgeschichte. Obendrein war das neue Triebwerk längs und dabei um 90 Grad nach links geneigt im Rahmen des neuen Modells BMW K 100 angeordnet. Das ungewöhnliche Prinzip ging mit einer kompakten Bauweise und einem hohen Leistungsvermögen einher.

21 Jahre lang blieb der erste, ab 1988 mit Vierventil-Technik, DOHC- Zylinderkopf und der weltweit ersten digitalen Motorelektronik für Motorräder verfeinerte Vierzylinder-Motor im Programm. Sein Nachfolger - 2004 in der BMW K 1200 S eingeführt - fiel schon auf den ersten Blick durch nochmals kompaktere Maße auf. Noch offensichtlicher: Der neue Reihen-Vierer war nun quer zur Fahrtrichtung positioniert und die Zylinderachse neigte sich um 55 Grad nach vorn. Weitere Highlights waren die engen Ventilwinkel, die mit 13,0 : 1 herausragend hohe Verdichtung und die bis heute einzigartige Trockensumpfschmierung.

Nochmals übertroffen wird diese Fülle an Hightech-Details nur vom Motor der BMW S 1000 R. Die Familie der Reihenmotoren für BMW Motorräder wurde außerdem schon 2006 um den ersten Parallel-Twin der Markengeschichte ergänzt. Die Kraftübertragung erfolgte erstmals per Zahnriemen, später über eine Rollenkette.

Der schmalste und zudem auch leichteste jemals im Serienmotorradbau eingesetzte Reihensechszylinder-Motor treibt seit 2010 die Modelle BMW K 1600 GT und BMW K 1600 GTL an.

Tabelle mit den wichtigsten Daten der Souo S 2000 im Vergleich zur Honda Gold Wing:

Merkmal Souo S 2000 Honda Gold Wing
Zylinder 8 6
Hubraum 1.999 cm³ 1.833 cm³
Leistung 154 PS (113 kW) 126 PS
Drehmoment 190 Nm 170 Nm
Getriebe 8-Gang DCT 7-Gang DCT
Gewicht (fahrbereit) 461 kg 390 kg
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 180 km/h
Radstand 1.810 mm 1.695 mm

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