A2 Motorrad für kleine Menschen: Ein umfassender Test

Neues Jahr, alte Klischees. Was ist ein Frauen Motorrad? Bei dieser Begrifflichkeit wollen wir schon am Anfang klar sagen: Ein sog. Hingegen gibt es Motorräder, die gern von Frauen gefahren werden.

Faktoren, die bei der Motorradauswahl eine Rolle spielen

Also, woran liegt das? Bemühen wir hier als erstes die Statistik: Die durchschnittliche Körpergröße einer Frau ist 1,65 m, die durchschnittliche Körpergröße bei Männern liegt bei 1,75 m. Somit sind alle Bedienelemente für die Motoradfahrerin von Natur aus schon mal anders erreichbar.

Also könnten die Abmaße ein Hinweis darauf sein, das kleinere Menschen vielleicht lieber ein kleineres Motorrad fahren. Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Motorrads ist für alle Motorradfahrer die Sitzhöhe. Wenn die Motorradfahrerin also etwas kleiner ist, wählt Frau vermehrt ein kleineres Motorrad.

Viele Motorradfahrinnen haben Bedenken, wenn das Motorad umzufallen droht, es als Frau nicht mehr halten zu können. Wenn wir nachfragen, was unseren Leserinnen beim Motorrad wichtig ist, wird oft das Gewicht des Bikes genannt.

Das Motorradgewicht scheint somit einige Menschen auf die falsche Fährte zu führen, leichtes Motorrad = Frauen Motorrad. In der SHE is a RIDER Community werden Sitzhöhe und Gewicht gern unter dem Begriff “Handling” zusammengefasst.

Viele Motorradharsteller bieten ab Werk und ohne Aufpreis verschiedene Sitzhöhen bzw. Sitzbänke an. Auf das Gewicht des Motorrads können wir keinen Einfluss nehmen aber auf die Sitzhöhe. Auch die Zubehörausstatter haben sich auf die Nachfrage nach einer niedrigeren Sitzhöhe eingestellt und bieten für viele Motorrad-Modelle niedrigere aber auch höhere Sitzbänke an.

Zugegeben, hier kann Frau für ihre Gene nichts. Aber Motorradstiefel mit erhöhtem Absatz bzw. Sohle können helfen. Motorradfahrende Frauen können auch hiermit noch ein paar cm herausholen. Wenn Frau (oder Mann) mag, kann auch bei vielen Motorrädern das Fahrwerk tiefer gelegt werden.

Beliebte Modelle bei Motorradfahrerinnen

Wenn also die Faktoren Gewicht und Sitzhöhe so ausschlaggebend sind, wenn sich Frau ein Motorrad kauft, was bieten die Motorradhersteller? Bei Motorradfahrerinnen sehr beliebte Modelle sind die BMW F 750 GS und, Überraschung, die BMW R 1250 GS. Mit 249 Kg ist die große GS eine der schwersten Maschinen in den Top 10 und trotzdem bei motorradfahrenden Frauen eines der beliebtesten Motorräder.

Bei den Motorrädern von Harley fällt generell auf, dass die Bikes alle sehr geringe Sitzhöhen haben. Aber macht das eine Harley Davidson schon zum Frauen Motorrad? Denn zur niedrigen Sitzbank bringen die Milwaukee-Maschinen auch reichlich kg auf die Waage. So markiert die Street Bob mit ihren massiven 297 kg das obere Ende der Gewichtsskala.

Bei Frau sehr beliebte Bikes sind die Honda CBR 650, die Honda CB 500F und die Honda CMX 500 Rebel. Die Naked Bikes wie die Kawaaki Z 650 und die große Schwester, die Kawasaki Z 900 (125 PS), sind bei Motorradfahrerinnen ebenfalls sehr beliebt. Die Z650 führt viele Jahre die Zulassungstabelle an.

Frau fährt gern mit der Suzuki SV 650 durchs Leben. Frau fährt gern die Yamaha MT-07.

Top A2-Motorräder für Einsteiger

Die Klasse der Einsteiger-Bikes bis 48 PS zählt in der Bestenliste aktuell 31 Modelle. MOTORRAD zeigt die 5 besten A2-Kräder. Kaum eine andere Klasse entwickelt sich derzeit so schnell weiter. Die Klasse der Einsteiger-Bikes für den A2-Führerschein (maximal 48 PS) wandelt sich seit gut 3 Jahren weg von der Budget- hin zur Premium-Klasse.

Interessanterweise ohne wirklich teurer zu werden. Die neuen Modelle sind piekfein konstruiert und produziert. Gerade die Kategorien 'Kosten' und 'Alltag' sammeln bei den Einsteigern viele Punkte. Überraschung: Selbst in der Fahrwerkswertung sind die besten Einsteiger besser als die schwächsten Supersportler. Spannend!

Die besten Einsteiger-Bikes mit 48 PS bei MOTORRAD

  • Platz 1: Honda CB 500 X
    Die CB 500 X ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Einsteiger-Bikes. Als einziger Crossover der Klasse wirkt sie wie eine Reiseenduro und fährt wie ein Naked Bikes. Zu Recht versammelt sie 623 Punkte auf ihrem Testkonto und liegt damit weit vor dem 2. Platz. Und nicht nur bietet Honda mit der 500 X das derzeit beste Einsteiger-Bike in MOTORRAD, die 500 X darf sich auch noch mit der Preis-Leistungs-Note 1,0 schmücken.
  • Platz 2: Kawasaki Ninja 400
    Bereits mit deutlichem Abstand in Form von 8 Punkten steht die Kawasaki Ninja 400 mit 615 Punkten auf Platz 2. Interessant: Die Motorwertung entscheidet die kleine Ninja mit starken 131 Punkten für sich im Vergleich zur 500er-Honda mit 117 Punkten. Dafür verliert die Kawasaki ihren deutlichen Vorsprung dann wieder in der Alltagswertung.
  • Platz 3: Kawasaki Ninja 500 SE
    Den aktuell besten Einsteiger-Motor bietet Kawasaki in der Ninja 500. Mit 132 Punkten steht er unerreicht auf Platz 1 der Antriebe, während die Ninja mit 613 auf Platz 3 steht. Im Grunde ist der 500er-Motor der von 399 auf 451 aufgebohrte Motor der Ninja 400, bietet allerdings einiges mehr an Kraft und Kraftentfaltung.
  • Platz 4: Honda CB 500 Hornet
    Mit 611 Punkten steht die Honda Hornet 500 auf Platz 4 der Bestenliste der Einsteiger-Bikes von MOTORRAD. Interessant: Der Twin mit 471 Kubik erfährt in der Hornet satte 7 Punkte mehr als in der motorisch baugleichen CB 500 X. Den Grund zeigt die Punktewertung im Detail.
  • Platz 4: Honda CBR 500 R
    Ebenfalls 611 Punkte erhält die Honda CBR 500 R. Im Grunde die Supersport-Version der Hornet und der CB 500 X. Ebenfalls interessant: Auch in der CBR fährt der Motor mit 122 Punkten mehr Punkte ein als in der CB 500 X. Die Unterschiede der Punkte zur CB 500 Hornet sind minimal.
  • Platz 5: KTM 390 Adventure
    Tatsächlich steht erst auf Platz 5 die erste Enduro in der Bestenlisten der Einsteiger. Und zwar dank der 609 Punkte, die die KTM 390 Adventure einfuhr. Allerdings noch eine Version von 2023, also die 390er-Modelle noch keine schräglagensensiblen System hatten.

Adventure-Bikes leben von ihrer Vielfältigkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit - nicht von ihrer Leistung. Eine Kategorie, die für A2 Bikes prädestiniert ist. Wie viel Leistung braucht es für das kleine Abenteuer zwischendurch?

Bei den Retro- und Cruiser A2 Bikes geht es ums Feeling - nicht um Topspeed, Beschleunigung und Rundenzeiten. Der Look ist entscheidend, der Motorcharakter bringt den Vibe voran. Gerade im Gelände bietet die geringere Leistung oft ein Plus an Fahrbarkeit, besonders wenn kein gestandener Motorcrosser am Kabel zieht. Eine Kategorie, die sich großer Beliebtheit erfreut, nicht umsonst legt Hersteller Suzuki seine DR-Z-Modell neu auf.

Naked Bikes und Sportler bilden die fahrdynamische Quintessenz der Motorräder - unabhängig von Leistung und Gewicht. Natürlich kann man sich alle Nakeds der nächsten Klasse (Top10 Liste: bis 94PS!) auch drosseln lassen. Mit bis zu 500ccm finden sich aber genauso scharfe, oft agilere, meist leichtere, auf jeden Fall aber deutlich günstigere Geräte - in Österreich: alle unter 6600 Euro - bei den serienmäßigen A2-Bikes. Nur die fesche 650er Enfield liegt schon bei 7350,- und kam nicht in unsere Liste.

Ob für lange Touren, kurvige Landstraßen oder den täglichen Weg zur Arbeit - diese Bikes vereinen Komfort, Leistung und Abenteuerlust. Mit all diesen Eisen würde Lost Espandrillo bis nach Barcelona fahren, mit manchen tat er es schon. Hier seine Auswahl der besten nackten A2 Motorräder.

Du suchst nach einem kraftvollen, vielseitigen Motorrad ohne Verkleidung? Hier findest du die besten Naked Bikes der Mittelklasse - ideal für Fahrspaß auf der Straße, mit ausgewogener Performance und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis.

Du suchst das perfekte Bike für den Einstieg oder den Neuanfang? In unserer Top-10-Liste findest du Motorräder, die sich durch einfache Handhabung, faire Preise und viel Fahrspaß auszeichnen.

Du suchst ein Motorrad, das sportliche Performance mit Langstreckenkomfort vereint? Dann wirf einen Blick auf unsere aktuelle Top-10-Liste der besten Sporttourer! Ob für kurvige Landstraßen oder ausgedehnte Touren - diese Bikes bieten Fahrspaß und Vielseitigkeit auf höchstem Niveau.

Motorräder mit niedriger Sitzhöhe

Die Ausrede "Ich bin zu klein zum Motorradfahren" ist schon lange nicht mehr gerechtfertigt. Im Modelljahr 2024 gibt es eine gewaltige Vielfalt an Motorrädern mit niedriger Sitzhöhe - und nicht nur Cruiser!

Der Führerschein mag sich vielleicht verändern und die Möglichkeiten an Leistungsklassen wachsen - die eigene Körpergröße macht aber leider selten. Die Angaben der Sitzhöhe sind leider nur die halbe Wahrheit. Sie zeigen zwar, wie hoch oder niedrig die Sitzbank positioniert ist, doch bedeutet das nicht sofort einen sicheren Stand. Auch die Breite der Sitzbank entscheidet, wie lange die Schrittbogenlänge sein muss.

Zur Erklärung: Enduros wie die GASGAS ES 700 können zwar eine Sitzhöhe von 935 mm haben, aber dennoch für kleine Piloten fahrbar sein. Die Sitzbank ist schmal, weshalb die Beine relativ senkrecht sind. Cruiser und Roller mit niedriger Sitzbank bieten hingegen oft eine breite Sitzfläche für hohen Komfort.

Beispiele für Motorräder mit niedriger Sitzhöhe

  • Honda Monkey 125 / MSX 125 / DAX 125: Diese 125er Motorräder von Honda überzeugen nicht nur mit ihren kompakten Ausmaßen, sondern auch mit niedrigen Sitzhöhen. Monkey und Dax stellen die Neuauflagen von Honda Klassikern dar, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen. Dabei bieten sie niedrige Sitzhöhen von je 775 mm. Noch niedriger geht es mit der Interpretation im modernen Stil, der Honda MSX 125. Dieses Motorrad in ähnlich kleinen Maßen bietet eine Sitzhöhe von nur 761 mm.
  • UM Renegade 125: Soll es ein Cruiser sein, empfiehlt sich der Griff zur UM Renegade 125. Erhältlich in verschiedenen Versionen mit unterschiedlichen Designs und Komponenten, bietet die Renegade viel Auswahl. Je nach Variante kann die Sitzhöhe bis auf 730 mm fallen. Noch niedriger schafft es die Hyosung GV125S Aquila: Hier nimmt man auf nur 710 mm Platz. Hinzu kommt eine coole Optik, die einem amerikanischen Cruiser kaum etwas nachsteht.
  • Honda PCX 125 / Yamaha NMAX 125: Will man praktischen Nutzen mit niedriger Sitzhöhe verbinden, lohnt sich ein Blick auf die Roller-Klasse. Hier sticht der Honda PCX 125 hervor, der eine niedrige Sitzhöhe von 764 mm bietet. Etwas wuchtiger, aber mit einer beinahe gleichniedrigen Sitzhöhe von nur 765 mm, präsentiert sich der Yamaha NMAX 125.
  • Suzuki GSX-S 125 / GSX-R 125: Zum Beispiel die Suzuki GSX-S 125 mit ihrer Sitzhöhe von 785 mm. Als Supersport-Schwester verfügt die Suzuki GSX-R 125 über dieselbe Sitzhöhe von 785 mm wie ihre unverkleidete Schwester und eignet sich somit auch für kleine Fahrer.
  • Honda CMX500 Rebel: Sie hat den Hype um A2-Cruiser neu begründet und punktet auch heute noch mit ihrer niedrigen Sitzhöhe von 690 mm. Doch sie hat Konkurrenz bekommen, denn Kawasaki steigt mit der Eliminator 500 in den Ring und bietet einen ähnlich niedrigen Sattel von 735 mm Höhe.
  • Yamaha R3 / CFMOTO 300 SR: Die in der A2-Führerscheinklasse beliebten Naked Bikes wollen eine breite Zielgruppe ansprechen und punkten deshalb oft auch mit niedrigen Sitzhöhen. In dieser Klasse basieren die Supersportler meist auf Pendants aus der Naked Bike Kategorie. Die Wahl entscheidet sich somit meist nur aufgrund des persönlichen Geschmacks. Zur Auswahl stehen die Yamaha R3 mit der niedrigsten Sitzhöhe von 780 mm - ein Wert, den sie sich mit der CFMOTO 300 SR teilt. Die Honda CBR500R und die Kawasaki Ninja 500 liegen mit jeweils 785 mm Sitzhöhe eine Spur höher.
  • Suzuki Burgman 400: Für Stadtpendler, die eine niedrige Sitzhöhe suchen, eignet sich der Rollerklassiker Suzuki Burgman 400 mit einer niedrigen Sitzhöhe von 755 mm.

Reiseenduros und Sitzhöhe

Reiseenduros stehen eigentlich konträr zu niedriger Sitzhöhe - schließlich wollen sie mit langen Federwegen eine hohe Bodenfreiheit bieten. Doch es gibt sie! Entweder durch verstellbare Sitzhöhen oder andere ausgeklügelte Systeme. Egal ob USA, Europa oder Japan: Cruiser sind die offensichtlichste Möglichkeit, auf niedrige Sitzhöhe aufzusteigen.

Die Royal Enfield Super Meteor 650. Man muss aber auch mit offenem Führerschein nicht gezwungenermaßen zu einem Cruiser greifen. Die BMW R12 bietet sich mit ihrer niedrigen Sitzhöhe von nur 754 mm an, nur knapp gefolgt von der Triumph Speed Twin 900 mit 765 mm und der Kawasaki W800 mit 770 mm über dem Boden - alles Modelle im Retro Segment.

Klassische Tourer punkten zwar mit niedriger Sitzhöhe, es darf aber nicht ihre Sitzbreite, sowie ihr Gewicht vergessen werden. Somit kommt man zwar vielleicht zum Boden, doch Rangieren wird zu einer Qual.

Komfort für lange Etappen, viele praktische Features und lange Federwege für abenteuerliche Wege - Kein Wunder, dass Reiseenduros so beliebt sind. Sie sind aber auch meist recht hoch und dadurch herausfordernd für kurzgewachsene Piloten.

Die Sitzhöhe ist der wichtigste Anhaltspunkt auf der Suche nach einem niedrigen Motorrad. Doch auch die Form des Sattels, des Tanks und die Proportionen des Fahrers spielen eine große Rolle und haben schlussendlich einen Einfluss darauf, welches Motorrad passt und welches nicht. Das niedrigste Motorrad dieser Liste muss also nicht das beste Bike für dich sein! Hier kannst du dir einen Überblick verschaffen, doch Gewissheit bringen nur Sitzproben oder Probefahrten.

A2-Reiseenduros im Vergleich

Im Sinne einer besseren Vergleichbarkeit wenden wir uns zuerst den Reiseenduros der A2-Führerscheinklasse zu. Im Anschluss findest du alle niedrigen Reiseenduros mit mehr als 48 PS. Man würde meinen, dass die A2-Eisen in Anbetracht der beschränkten Leistung und niedrigen Fahrzeuggewichte deutlich geringere Sitzhöhen aufweisen. Doch die Realität sieht anders aus.

Wenn es um Zugänglichkeit geht, ist die Sitzhöhe aber, wie bereits oben angesprochen, nicht der einzige relevante Faktor. Bestes Beispiel dafür ist die TRK 502, auf der man zwar sehr niedrig und tief im Motorrad integriert Platz nimmt, von dort aber auch das für ein A2-Motorrad rekordverdächtige Gewicht von 235 kg bewegen muss. Deshalb würde ich kleingewachsenen A2-Fahrern und -Fahrerinnen eher die neue Royal Enfield Himalayan empfehlen. Mit 825 mm ist die Sitzhöhe zwar deutlich höher, doch die schmale Taille, ein niedriger Schwerpunkt und ein Gewicht von 196 kg machen sie dennoch sehr zugänglich. Beim Test der Royal Enfield Himalayan wurde ich auch noch von ihren restlichen Qualitäten überzeugt, weshalb ich sie A2-Reiseenduristen wärmstens empfehle.

Mit 830 Millimetern Sitzhöhe sind KTM 390 Adventure und Honda NX500 eigentlich gar nicht mehr so niedrig, aber dennoch unter den Top 5 der niedrigsten A2-Reiseenduros. Leider gibt es weder bei der Österreicherin, noch bei der Japanerin im hauseigenen Zubehör eine niedrigere Sitzbank.

Wie oben angekündigt, die Benelli TRK 702 ist ausgesprochen niedrig. Eine serienmäßige Sitzhöhe von 790 mm schafft sonst keine große Reiseenduro auch nur ansatzweise ohne Modifikationen. Mit Zubehör-Sitzbänken und Tieferlegungen, alles vom Hersteller ab Werk angeboten, sieht die Sache aber ganz anders aus.

Moto Guzzi V85 TT und Ducati Multistrada V2 liegen mit 830 mm Sitzhöhe in Serie eher im unteren Durchschnitt, die niedrigen Sitzbänke aus dem Zubehör holen aber 20 mm raus und drücken die Sitzhöhe auf deutlich erklimmbare 810 mm.

BMW Reiseenduros und ihre Anpassungsmöglichkeiten

Am ernsthaftesten gehen diese Tieferlegung ab Werk die Bayern an. Fünf verschiedene Sitzbank-Varianten werden zu den GS Modellen angeboten, davon gleich zwei niedrigere Variante, und zusätzlich noch eine Tieferlegung des gesamten Fahrzeugs. Dabei ist die BMW F 750 GS mit 815 mm Sitzhöhe in Serie schon so unter den niedrigsten Reiseenduros.

Der extra niedrige Sattel senkt sie auf 780 mm, die Tieferlegung sogar auf extrem zugängliche 760 mm Sitzhöhe. Selbst mit sehr kurzen Beinen sollte die F 750 GS guten Stand am Boden ermöglichen. Wobei, das lässt sich nur anhand der Sitzhöhe gar nicht mit Sicherheit bestimmen, da die Breite der Motorrad-Taille, die Form des Sattels und die Proportionen des Fahrers hier aber auch einen Einfluss haben. Deshalb gibt BMW bei den Tieferlegungen auch die Schrittbogenlänge (gemessen von einer Fußsohle zur anderen entlang der Innenseite der Beine) an. 1.770 mm sind es bei der extra niedrigen Sitzbank der F 750 GS, 1.730 mm mit Tieferlegungs-Kit.

Für Offroad-Begeisterte ist womöglich die BMW F 850 GS mit ihrem 21-Zoll-Vorderrad interessanter. Mit 860 mm Sitzhöhe in Serie eine typische, hohe Reiseenduro. Mit der extra niedrigen Sitzbank muss man aber nur mehr 825 mm erklimmen und findet mit einer Schrittbogenlänge von 1.850 mm sicheren Stand. Mit Tieferlegung sind es nur 805 mm Sitzhöhe und ein Schrittbogen von 1.810 mm. So tief kann sonst keine offroad-taugliche 21-Zoll-Reiseenduro gehen.

Gibt es keine hauseigene Anpassungsmöglichkeiten der Sitzhöhe, bleiben Reiseenduros recht hoch. Nach der untypischen Benelli TRK 702 ist die CFMOTO 800MT mit 825 mm schon die nächstniedrigste Reiseenduro ohne niedriger Sitzbank-Variante. Es folgt die KTM 790 Adventure mit noch höheren 840 mm. Wenn man aber nur etwas zu kurze Beine für die durchschnittlichen Reiseenduros hat, dann könnte die KTM dennoch interessant sein. Durch ihren eigenwilligen, tief nach unten gezogenen Tank, fällt der Sattel schmaler aus als bei anderen Reiseenduros. Zusätzlich ist dadurch auch der Schwerpunkt sehr weit unten, wodurch die 216 fahrfertigen Kilogramm leichter zu handhaben sind, auch auf Zehenspitzen.

Elektronisch gesteuerte Fahrwerke

Inzwischen sind elektronisch gesteuerte, semi-aktive Fahrwerke in der Oberklasse der Reiseenduros zum Standard geworden. BMW R 1300 GS, Triumph Tiger 1200 Modelle, Ducati Multistrada V4 S, oder Harley-Davidson Pan America 1250 Special - Sie alle setzen auf adaptive Fahrwerke.

Diese per Knopfdruck und Sensor geregelten Fahrwerke können sich aber nicht nur permanent an die gegebene Fahrsituation anpassen, sondern manche Hersteller nutzen die Stellmotoren im Inneren auch dafür, um abseits des eigentlichen Fahrbetriebs die Handhabung zu erleichtern. So macht sich das Fahrwerk der neuen 1300er GS zum Beispiel extra lang, um möglichst mühelos auf den Hauptständer gehoben zu werden.

Die Triumph Tiger 1200 GT wiederum kann allein mit dem elektronischen Fahrwerk 20 mm bei der Sitzhöhe einsparen. Kombiniert man das mit der optionalen, 20 mm niedrigeren Sitzbank, sinkt die Sitzhöhe so von ursprünglichen 850 mm in Serie auf für so eine Big-Enduro sehr zugängliche 810 mm.

Auf die bewusste Absenkung und Erhöhung des Motorrads über das Fahrwerk setzt Harley-Davidson den stärksten Fokus. Die Pan America 1250 Special war bei ihrem Erscheinen 2020 auch das erste Bike mit diesem Feature. Im Stand und bei langsamen Geschwindigkeiten bleibt sie abgesenkt und fährt erst ab einer gewissen Geschwindigkeit das Fahrwerk aus.

Die Unterschiede in der Höhe sind spürbar, teilweise fühlt man sich wie auf einem übergroßen Bürosessel. Wie tief kann die Pan America 1250 Special mit dem semi-aktiven Fahrwerk werden? Laut Harley-Davidson kann sie sich maximal von serienmäßigen 850 mm auf 772 mm absenken. Das ist so extrem niedrig, dass ich dieser Angabe etwas skeptisch gegenüber stehe.

Immerhin würde sie damit als Big-Enduro weit unter vielen Naked Bikes liegen und schon fast am Cruiser-Segment kratzen. Bisher haben wir bei Tests die Sitzhöhe bei eingefahrenem Fahrwerk leider noch nie so genau gemessen, weshalb ich hier nichts belegen oder widerlegen kann. Wir holen das bei der nächsten Gelegenheit nach.

Die Harley-Davidson Pan America 1250 Special ist auf jeden Fall eine der zugänglicheren Reiseenduros aus der Königsklasse, sofern man breite Hüften und starke Beine mitbringt.

Weitere coole Motorräder mit niedriger Sitzhöhe

Wer nicht allzu groß ist, braucht ein Motorrad mit geringer Sitzhöhe und wenig Gewicht. AUTO BILD hat zehn coole Beispiel-Bikes zusammengestellt. Nicht jeder ist ein Hüne mit 1,95 m Körpergröße. Viele Motorradfahrer und -fahrerinnen, die nicht allzu groß sind, schätzen ein Bike mit überschaubarer Rahmenhöhe.

Sie kennen alle die schlauen Sprüche: "Wenn Du mit den Zehenspitzen am Asphalt ankommst, langt das doch." "Klar können wir Ihnen den Sitz abpolstern, kein Problem!" Doch es gibt auch Motorrad-Modelle, die sich auch für nicht so groß gewachsene Biker eignen. Und zudem cool aussehen. AUTO BILD hat zehn Motorräder zusammengestellt, die zwei Eigenschaften eint: Sitzhöhe und Leergewicht halten sich im Rahmen.

BMW G 310 R

Die kleine Einstiegs-BMW geht auf die Konzeptstudie Stunt G 310 zurück, an deren Entwicklung der Stuntfahrer Christian Pfeiffer beteiligt war. Erstes Beispiel ist die BMW G 310 R. Ihr stehender Zylinderkopf ist nach hinten geneigt in den Rahmen eingebaut. So soll der Schwerpunkt an einem optimalen Punkt liegen.

Der wassergekühlte Einzylinder der G 310 R hat 313 Kubikzentimeter Hubraum, schafft Euro 4 und leistet 34 PS. Die Höchstgeschwindigkeit gibt BMW mit 143 Stundenkilometern an. Sitzt man einmal drauf, betört die G 310 R mit ihrer einfachen, selbsterklärenden Bedienung. Sie antwortet flink und leichtfüßig auf Bewegungen am Lenker und hält in Schräglage satt die Spur. Ihr ABS lässt sie sicher stoppen.

Und das Entscheidende für diese Übersicht: BMW gibt die Sitzhöhe für die G 310 R mit 78,5 Zentimetern an, leer wiegt die kleine Maschine 160 Kilo! Besonders interessant: Die kleine BMW darf mit dem A2-Führerschein bewegt werden.

Triumph Street Twin

Wer es trendiger und auch leistungsstärker mag, wird bei Triumph fündig. Die Briten haben seit 2016 die Street Twin im Modellprogramm. Die Street Twin folgte auf die Triumph Bonneville SE. Ihr Sitz ist 75 Zentimeter flach, sie kommt auf ein Leergewicht von 198 Kilogramm.

Ihr Zweizylinder hat 900 Kubikzentimeter Hubraum. Die maximale Leistung von 65 PS liegt bei 5900 Umdrehungen pro Minute an. Ride-by-Wire setzt Triumph in der Bonneville-Baureihe zum ersten Mal an Bord der Speed Twin ein. ABS, eine Traktionskontrolle und eine Anti-Hopping-Kupplung sind dazu im Paket inbegriffen.

Tabelle: Gewicht und Sitzhöhe ausgewählter Motorradmodelle

Hersteller Modell Gewicht Sitzhöhe
Kawasaki Z650 188 kg 790 mm
Yamaha MT-07 184 kg 805 mm
Honda CMX 500 Rebel 191 kg 690 mm
Suzuki SV650 200 kg 785 mm
Kawasaki Z900 210 kg 820 mm
KTM 390 Duke 149 kg 830 mm
BMW R 1250 GS 249 kg 850 mm
Honda CBR 650R 207 kg 810 mm
Harley Davidson Street Bob 297 kg 680 mm

Gewicht: Fahrfertig, vollgetankt. Sitzhöhe: Standardsitzbank ab Werk, niederigere Sitzbank ggf. verfügbar. Die Leistung (PS) ist unerheblich.

Wichtiger Hinweis

Egal wie groß oder klein Du und Deine Maschine sind, ein Training ist immer zu empfehlen um mit dem Moped sicher umzugehen, Berührungsängste zu nehmen und einfach eine noch bessere Motorradfahrerin zu werden.

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