Die Entwicklung der Harley-Davidson Modelle: Eine Reise durch Innovation und Tradition

Als eine der bekanntesten Motorradmarken der Welt begeistert Harley-Davidson Motorradfahrer*innen seit 1903. Einmal Harley, immer Harley! Wer einmal das Fahrgefühl auf diesem legendären Motorrad erlebt hat, der bleibt oft ein Leben lang dem Harley-Livestyle verschrieben. In Harley-Davidsons 120-jähriger Geschichte sind einige legendäre Maschinen entstanden, viele davon über Jahrzehnte verfeinert.

Die modernen Milwaukee Eight Tourenbikes ändern den Look und die Technik der Harley-Davidson Tourer in bislang ungekannter Radikalität, ohne jedoch die “Wurzeln” der über 120-jährigen Geschichte zu ignorieren. Zehn Jahre nach dem “Rushmore” Upgrade, mit dem die Tourenbikes auf ein exzellentes Fahrwerks- und Ausstattungslevel gehoben wurden, wurden die Harley-Davidson Tourenbikes erneut komplett überarbeitet und modernisiert.

Harley-Davidson Verkleidungen: Vom Wetterschutz zum aerodynamischen Meisterwerk

Wer sich die heutige Vielfalt der möglichen Harley-Davidson Verkleidungen für Bagger und Tourer betrachtet wird erstaunt sein, wie lange diese Art des Wetterschutzes brauchte, um sich in den USA durchzusetzen. Obwohl die Entfernungen wie auch die Wetterbedingungen durchaus für eine möglichst aerodynamische Verkleidung der Bikes sprachen. Mit dem Modelljahr 2024 ist die Aerodynamik auf modernstem Stand, LED Scheinwerfer und Zusatz-Beleuchtung von den hochwertigsten Anbietern und in der Verkleidung sitzt ein Info-Display, welches man so auch in einem modernem Kampfjet oder Airliner finden könnte. Harley-Davidson Verkleidungen gehören heute zu den Top-Motorradverkleidungen auf dem Markt! Eine Errungenschaft die eine “History” hat:

In der Frühzeit der Motorisierung war das Augenmerk der Entwickler natürlich auf die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors gerichtet - was sonst noch so gebraucht wurde, entnahm man den zeitgenössischen Technologien, entweder dem Fahrrad- oder Kutschenbau. Die gefahrenen Kilometer der damaligen Autos und Motorräder, in ihrer zunehmenden Komplexität noch lange Zeit „Schönwetter-Fahrzeuge“ für vermögende Gesellschaftsschichten, machten einen Wind- und Wetterschutz nicht zu einer dringenden Notwendigkeit. Doch als sich nach der Jahrhundertwende die Motorräder als Transportmittel durchzusetzen begannen, mussten auch die ersten „Tourer“ feststellen, dass man nicht immer mit dem Wetter zurückkommt, bei welchem man ausgefahren war: Regenbekleidung und Helme gab’s damals in guter Qualität vielleicht für das Militär, Schutzbrillen für einige Industrielle Berufe und erst mit dem Aufkommen der Fliegerei und des Automobilsports wurden spezielle Brillen für höhere Geschwindigkeiten gefertigt.

Wann die ersten „Windabweiser“ an Motorrädern montiert wurden ist unbekannt, sicher ist aber, dass sie aus Glas oder Metall bestanden. Wer ein bisschen im Internet stöbert, findet eine Zeichnung aus der Zeitschrift „Popular Mechanics“ (Shop Notes Band 8-9) von 1912, welche eine Art „Tourenscheibe im Eigenbau“ auf einem der zeitgenössisch breitem Lenker zeigt.

Der Krieg hatte für einen Technologieschub gesorgt, der sich bald auch auf die Motorenleistung und Aerodynamik von Fahrzeugen auswirken sollte: Vor allem die rasende Entwicklung der Kampfflugzeuge in Punkt Stromlinienform und immer höherer Motorleistung brachte auch die Entwicklung der Motorräder voran. Die “Fliegenden Kisten” der Pionier-Jahre waren - auch dank Graf Zeppelin - ausgefeilten aerodynamischen Hochleistungsmaschinen wie der Pfalz D III oder der Junkers J1 gewichen.

Die Erfindung des Plexiglas

Der Quantensprung in Sachen Klarsicht-Kunststoff kam aus Darmstadt: Hier hatte Otto Röhm seit 1902 zunächst beim Pharmaunternehmen Merck gearbeitet und 1907 mit Otto Haas die Firma „Röhm und Haas“ gegründet. In den späten 20er Jahren gelang ihm die Entwicklung eines neuen Kunststoffes, dem Polymethylmethacylat, (PMMA), welches er 1933 als Marke „Plexiglas“ patentieren ließ. Für Motorradfahrer war diese Erfindung ein unschätzbares Geschenk: Jetzt konnte man eine leichtgewichtige Tourenscheibe am Lenker montieren welche den Wetterschutz entscheidend verbesserte.

Bis in die Dreißiger Jahre waren Brille, Schal und Lederhaube - Relikte der Fliegerbekleidung des Weltkriegs - der einzige Kopfschutz gewesen. Wer konnte, hatte sich Lederschürzen für Regenfahrten über die Beine nähen lassen. Nicht ganz unwichtig dabei: Im Amerika der 30er Jahre waren die meisten Straßen noch unbefestigt! Jeder Regenschauer wurde damit zur Schlammschlacht.

Tatsächlich eröffnet das durchsichtige flexible Plastik eine ganze Reihe Anwendungsmöglichkeiten: Schon im „Enthusiast“ vom September 1926 bewirbt Harley-Davidson Rahmen-montierte „Legshields“ aus Blech und ein „Windshield“ als Kombination eines imprägnierten Segeltuch-Stoffs mit einer Klarsichtscheibe aus Pyralin. Für Motorrad und Seitenwagen - und die schwarze, über eine Rohrkonstruktion gespannte, Stoffverkleidung ist einer Fledermaus nicht unähnlich! Was in der späteren Harley-Verkleidungsgeschichte noch seinen Niederschlag finden sollte.

Die erste Harley-Davidson “Rennverkleidung” am Lenker - und zugleich die wohl legendärste - war aus zwei zusammengeschweißten Tankhälften gefertigt und an der “Knucklehead” Rekordmaschine von Joe Petrali montiert: Um das sportliche Image der damals “61 OHV” genannten “Knucklehead” zu unterstreichen baute man eine einzigartige Rennmaschine: Am 13. März 1937 erreichte Rennfahrer Joe Petrali eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 136,183 mph (ca. 219 km/h) aus zwei gemessenen Rekordläufen am Strand von Daytona Beach.

Bevor sich das neue Plexiglas im Zivilleben breit machen kann, stehen schnell wieder kriegerische Anwendungen im Vordergrund: Die Geschwindigkeit von Flugzeugen hat sich durch neue Motoren, Leichtbau und Aerodynamik schon in den Dreißiger Jahren so erhöht, dass geschlossene Cockpits eine zwingende Notwendigkeit wurden.

Die Tourenscheibe war und blieb noch immer der einzige Wetterschutz und auch Harley-Davidson setzte auf „Lightweight“ Motorräder - die Technik der 125er stammte vom ehemaligen Feind, DKW aus Zschopau.

Die Ära der Kunststoffteile bei Harley-Davidson

Verkleidungen kamen jetzt im Europäischen Motorsport in Mode: Teils aus Aluminium gehämmert, teils aus einem ebenfalls neuem Material: Fiberglass. Auch bei Harley-Davidson, traditionell ein Hersteller mit einem hohen Anteil Eigenfertigung, erkannte man das Potential von Kunststoffteilen und traf eine weit reichende Entscheidung: 1961 erwarb man eine eigene Fabrik zur Herstellung von Kunststoffteilen.

Harley-Davidson hat zu diesem Zeitpunkt erhöhten Bedarf für Kunststoff-Teile, ist doch gerade der „Topper“ Motorroller mit GFK-Body in Produktion und weitere Plastik-Träume sind in Entwicklung, darunter später so großflächige Projekte wie Golfwagen, Snowmobile, Packtaschen, Bodyparts für „Bobcat“ und andere Klein-Motorräder und der Ersatz der voluminösen Servicar Karosserie durch ein leichteres Kunststoffteil. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Kunststoff-Teile in Tomahawk gefertigt und nach Milwaukee transportiert - und später auch nach York/Pennsylvania, satte 995 Meilen.

Für das Modelljahr 1965 hatte Harley-Davidson eine Neuheit in der Hinterhand die heute eher mehr Fragen aufwirft denn Antworten gibt: Warum man ausgerechnet das letzte Panhead-Baujahr mit Elektrostarter ausrüstete ist wohl nur durch die Notwendigkeit zu erklären auf Biegen und Brechen etwas „Neues“ vorzustellen - zumal der 1966 eingeführte „Shovelhead“ Motor lediglich ein Upgrade an Zylindern und Köpfen darstellte. Ausgerechnet in dem Modelljahr, in dem die erste „Batwing“ Verkleidung für die Electra-Glide eingeführt wurde.

Entworfen von Dean Wixom im Jahre 1965, waren die ersten „Batwings“ abnehmbare Lenkerverkleidungen ähnlich den Tourenscheiben, die Instrumente verblieben zunächst im Tankdash. Erst mit dem Einbau der Instrumente in der ursprünglich “leeren” Batwing-Verkleidung wurde diese zum integralen Bestandteil der Electra-Glide und sind bei den heutigen Modellen mit Unmengen elektronischer Komponenten buchstäblich vollgestopft.

Die erste Rahmenfest montierte Vollverkleidung von Harley-Davidson war nicht jene der 1979 für das Modelljahr 1980 vorgestellten FLT „Tour Glide“ sondern kam von einer externen Quelle: Im Oktober 1966 hatte Craig Vetter seine erste Verkleidung entworfen und gebaut, schon Anfang der 70er Jahre war „Vetter“ einer der heißesten Tipps für Touren- und Tourensport-Verkleidungen, die 1971 entwickelte „Windjammer“ Verkleidung einer der Topseller der Motorradszene weltweit.

Die Antwort war „Ja“ - und Harley unterstrich dies mit der Übersendung einer Electra-Glide. Vetter machte sich an die Arbeit und modellierte aus Lehm eine massive Verkleidung mit Doppelscheinwerfer und noch zwei Zusatzlampen - sozusagen eine Kombination aus Münch-4 Scheinwerfer und Electra-Glide. Nur noch größer!

Die Harley-Davidson FLT „Tour Glide“

Der nächste Schritt zur Rahmenfest-montierten Verkleidung kam von Harley-Davidson selbst und wurde 1979 vorgestellt: Die Harley-Davidson FLT „Tour Glide“. Verkleidung und Ausstattung sollten erneut Maßstäbe setzten, denn die neue Konkurrenz kam aus Deutschland: Mit der BMW R100 RS von 1976 hatte BMW die erste Großserienmaschine mit rahmenfester Vollverkleidung vorgestellt und 1978 die RT Variante nachgeschoben.

Die Entwicklung der Harley-Davidson Radios

Die Geschichte der Harley-Davidson Radios reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als das Unternehmen begann, seine Motorräder mit eingebauten Radios auszustatten. Zu dieser Zeit handelte es sich noch um einfache AM/FM-Geräte, die weit von den heutigen Multimedia-Systemen entfernt waren. Im Laufe der Jahre hat sich die Technologie stetig weiterentwickelt. Eigentlich sollte der Motorsound einer V2 Klang genug sein, könnte man meinen. Doch auf langen Touren und bei der Fahrt im Konvoi sind Radios eine nützliche und sinnvolle Ergänzung. Ein Motorrad-Radio ist nicht mehr nur ein einfaches Radio. Das Radio in deinem Bike ist zur Infotainment-Zentrale geworden.

Beispielhaftes Modell: Harley-Davidson FLHTCUSE4 CVO Ultra Classic Electra Glide (2009)

Die Harley-Davidson FLHTCUSE4 CVO Ultra Classic Electra Glide wird ausschließlich im Modelljahr 2009 produziert. Sie gehört zur Custom Vehicle Operations (CVO) Serie, in der Harley-Davidson ausgewählte Modelle mit umfangreicher Sonderausstattung und exklusiven Lackierungen in limitierter Stückzahl anbietet.

Die FLHTCUSE4 basiert auf der Ultra Classic Electra Glide und wird im Werk York, Pennsylvania, gefertigt.Die FLHTCUSE4 ist mit dem Twin Cam 110 (1803 cm³) ausgestattet, dem größten serienmäßigen V-Twin-Motor von Harley-Davidson im Jahr 2009. Der Motor ist luftgekühlt und mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung (ESPFI) versehen. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 6-Gang-Getriebe (Cruise Drive) und einen Zahnriemenantrieb.

Zur Serienausstattung gehören ein Harman/Kardon Advanced Audio System mit CD-Player, AM/FM-Radio und CB-Funk, sowie ein Navigationssystem, das in das Cockpit integriert ist. Die FLHTCUSE4 verfügt über ein analoges Kombiinstrument mit zusätzlichem LC-Display für Bordcomputerfunktionen. Die Sitzposition ist auf Langstreckenkomfort ausgelegt, mit einem tiefen, breiten Fahrersitz und einer großzügigen Sozius-Sitzbank mit Rückenlehne und Armlehnen.

Die Maschine ist mit einem elektrisch verstellbaren Tour-Pak Topcase ausgestattet, das zusammen mit den fest montierten Seitenkoffern ein hohes Maß an Stauraum bietet. Der Windschild ist nicht verstellbar, jedoch aerodynamisch geformt und auf Langstreckenwindschutz ausgelegt. Die Bereifung besteht serienmäßig aus Dunlop D402 Touring-Reifen, vorne in der Dimension MT90B16 und hinten MU85B16.

Die FLHTCUSE4 ist mit einem elektronischen Tempomat, ABS und einem Smart Security System mit Keyless-Funktion ausgestattet. Die Lackvarianten sind exklusiv für dieses Modelljahr und beinhalten mehrfarbige Custom-Lackierungen mit Handlinierung. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei rund 350 km, basierend auf dem 22,7-Liter-Tank und einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 6,5 l/100 km.

Die Garantie beträgt ab Werk 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Die Maschine ist für den Soziusbetrieb voll ausgelegt und bietet serienmäßig Komfortelemente für den Beifahrer. Die Sitzhöhe beträgt unbeladen 760 mm, was eine vergleichsweise niedrige Sitzposition ergibt.

Technische Details der Harley-Davidson FLHTCUSE4 CVO Ultra Classic Electra Glide

MerkmalWert
MotorTwin Cam 110 (1803 cm³)
KühlungLuftgekühlt
KraftstoffeinspritzungESPFI
Getriebe6-Gang Cruise Drive
Tankvolumen22,7 Liter
Reichweiteca. 350 km
Sitzhöhe (unbeladen)760 mm

Häufig gestellte Fragen zur FLHTCUSE4

  • Ist die Harley-Davidson FLHTCUSE4 CVO Ultra Classic Electra Glide für Anfänger geeignet? Aufgrund ihres hohen Gewichts, der komplexen Ausstattung und des großen Hubraums ist die FLHTCUSE4 nicht für Fahranfänger konzipiert.
  • Hat die FLHTCUSE4 ABS? Ja, die FLHTCUSE4 ist serienmäßig mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet.
  • Wie hoch ist die Reichweite der FLHTCUSE4? Mit einem Tankvolumen von 22,7 Litern und einem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 6,5 l/100 km liegt die Reichweite bei rund 350 Kilometern.
  • Kann man mit der FLHTCUSE4 zu zweit fahren? Ja, die FLHTCUSE4 ist für den Soziusbetrieb ausgelegt und bietet serienmäßig eine komfortable Beifahrersitzbank mit Rückenlehne und Armlehnen.
  • Darf man mit der FLHTCUSE4 nach Tirol fahren? Das Standgeräusch der FLHTCUSE4 beträgt laut Zulassungsdokumenten 92 dB(A).

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