Ab wann Dreirad schieben lernen: Ein umfassender Ratgeber

Früher oder später wollen die Kleinen auf Spaziergängen oder in der Stadt selbstständiger unterwegs sein. Bestens geeignet dafür: Dreiräder. Inzwischen haben Modelle oft eine Menge drauf - dank Schiebestange vereinen sie Buggy, erstes Gefährt zum Selbstfahren und Spielgerät.

Ab wann ist ein Dreirad sinnvoll?

Viele Eltern fragen sich, ab wann ein Dreirad für das Kind sinnvoll ist. Schon im sehr jungen Alter von zwei Jahren ist ein „normales“ Dreirad eine Überlegung wert. Kinder wollen die Welt entdecken und das auf möglichst unterschiedliche Arten.

Das klassische Dreirad ist für Kinder ab einem Alter von ca. 2 Jahren geeignet. Es gibt aber auch Dreiräder, die mitwachsen. Mitwachsende Dreiräder - oder auch Multifunktionsdreiräder genannt - haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Diese Kinderfahrzeuge können, je nach Ausstattungsumfang, eine Alters- und Entwicklungsspanne von acht Monaten bis zu fünf Jahren abdecken.

Es wird angegeben, dass Kinder bereits mit zwei Jahren das Dreirad fahren lernen können. Diese Angaben beziehen allerdings nicht den Entwicklungsstand des Kindes sowie die Dreiradvariante mit ein. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und man sollte kein Kind zum Dreirad fahren zwingen.

Dreiradtypen

Des Weiteren werden verschiedene Dreiradtypen unterschieden. Das klassische Dreirad gehört zu den robusteren Modellen. Kinder können diese bereits ab dem zweiten Lebensjahr fahren.

Ein Dreirad ist ein Fahrgerät mit drei Rädern - wer hätte es gedacht. Durch ein Vorderrad und zwei Hinterräder hat das Dreirad eine gute Standfestigkeit und kann nicht so leicht umkippen. Das Dreirad gibt es mit Pedalen und ohne. In unserem Test haben wir nur Dreiräder mit Pedalen getestet.

Am Vorderrad sind die Pedale angebracht, mit denen sich die Kinder selbst fortbewegen können. Das Dreirad wird durch die Kraft des Kindes, mit der es in die Pedalen tritt, fortbewegt.

All-in-One-Modelle

Sogenannte All-in-One-Modelle können schon früh genutzt werden. Sie sind für Eltern ratsam, die ihr Kind bereits ab dem 10. Lebensmonat an einen Buggy gewöhnen möchten. Die All-in-One-Modelle sind beispielsweise von SmarTrike oder Smoby erhältlich. Die Dreiräder können als Kinderwagenersatz bzw. Die umfunktionierbaren Modelle glänzen durch ihre Vielseitigkeit.

Des Weiteren kann man ein All-in-One-Modell länger nutzen als ein einfaches Dreirad. Die Modelle besitzen sogenannte Aufbaustufen. Die Aufbaustufen wachsen mit. Die Eltern haben durch eine Lenkstange ihre Kinder sicher im Griff und können den Artikel zu Beginn als Buggy einsetzen. Der Nachteil der Modelle ist, dass sie teurer sind als klassische Dreiräder.

Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Beim Kauf eines Dreirades sollte man unbedingt auf die Handlichkeit achten. Das Kleinkind sollte das Dreirad einfach kontrollieren und fahren können. Des Weiteren sollte eine Schiebestange vorhanden sein.

Schiebestange

Ein Dreirad sollte mit einer abnehmbaren Schiebestange ausgestattet werden können. Die Stange sollte im Lieferumfang des Dreirades vorhanden sein oder problemlos hinzugekauft werden können. Durch die Schiebestange können die Eltern ihr Kind bei einem Spaziergang schieben und das Kleinkind kann das Dreirad so sicher kennen lernen.

Des Weiteren kann sich das Kind auf das Lenken des Gefährtes konzentrieren. Die Kleinen haben in dem jungen Alter noch nicht die Aufmerksamkeitsspanne, sich auf mehrere Dinge zu konzentrieren. Die Lenkungen erfordert zunächst Aufmerksamkeit und die Pedale zu treten, das kommt meist erst in späteren Lebensjahren.

Ungefähr ab dem vierten Lebensjahr kann ein Kind sich auf Lenkung und Pedale treten gleichzeitig konzentrieren. Die Altersangaben sind aber nur Richtwerte und müssen nicht für jedes Kind zutreffen.

Damit ein Dreirad Eltern und Kind über einen langen Zeitraum begleiten kann, sollte es mit einigen Ausstattungsdetails ausgerüstet sein:

  • Fußstützen: Beim Schieben kann das Kind die Füße bequem abstellen.
  • Schiebestange mit und ohne Lenkfunktion: Die Stange bietet Eltern die Möglichkeit, ihren Nachwuchs mit dem Dreirad zu schieben. Multifunktionsdreiräder sind als Dreirad mit Schiebestange und als normales Dreirad nutzbar.

Weitere wichtige Kaufkriterien

Der Großteil der Dreiräder hat eine Rahmenkonstruktion aus Metall. Das macht sie robust und vergleichsweise leicht. Es gibt auch nachhaltig orientierte Hersteller, die auf eine Grundkonstruktion aus Holz setzen.

Die meisten Dreiräder haben Reifen aus Kunststoff, die sehr unempfindlich, aber hart sind. Im Freien ist das wenig problematisch, aber für Innenräume unter Umständen zu laut. Es gibt auch noch Fahrzeuge mit Luftreifen, wie das Dreirad von Kettler in unserem Test. Bei diesen Reifen ist das Profil sehr ausgeprägt und durch die Luft werden Stöße durch unebene Bodenflächen angenehm abgefedert.

Der Sitz ist ebenfalls ein wichtiges Kaufkriterium und abhängig vom Einstiegsalter des Kindes. Bei sehr kleinen Kindern empfiehlt sich ein Dreirad mit hoher Rückenlehne, da sie mehr Sicherheit bietet. Das Material der Sitzflächen ist bei nahezu allen Dreirädern aus Kunststoff.

Die mitwachsenden Dreiräder mit Altersempfehlungen der Hersteller für Kinder unter einem Jahr sollten über 3-Punkt- oder 5-Punkt-Sicherheitsgurte verfügen. Sehr kleine Kinder müssen gegen das Herausrutschen und Herunterfallen gesichert sein. Idealerweise sind die Gurte im Schulter- und Schrittbereich zusätzlich gepolstert.

Der Sicherheitsbügel ist eine weitere Maßnahme, die den kleinen Fahranfänger vor dem Herausfallen bewahrt. Die Bügel sind ein- oder zweiteilig und mittig oder an den Seiten befestigt.

Die Griffe der Dreiräder sind aus Kunststoff oder Gummi. Besser sind die rutschfesten Ausführungen aus Gummi. Die Pedale bei einem Dreirad sind ebenfalls meistens aus Kunststoff.

Ein Sonnenverdeck kann beim Dreirad anfangs sehr hilfreich sein. Einige Modelle werben auch damit, dass die Verdecke gegen Regen schützen.

Zusätzliche Reflektoren erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr. Abdeckungen in Form von Fußablagen rechts und links über den Pedalen sorgen dafür, dass die Füße des Kindes beim Schieben nicht in die sich drehenden Pedalen gelangen.

Es gibt auch Dreiräder, die mit einem Freilauf-Knopf ausgestattet sind.

Alternativen zum Dreirad

Laufrad oder Dreirad - welches soll das erste Fahrzeug sein, auf dem dein Kind zum Spielplatz düst? Laufrad und Dreirad: Kann ich auf eins verzichten oder sollte ich beides haben? Dreirad und Laufrad in einem - ein guter Kompromiss?

Habe ich als Kind noch Wohnung und Spielstraße mit meinem Dreirad unsicher gemacht, hat meine Tochter 30 Jahre später jeden Weg mit dem Laufrad zurückgelegt. Doch was ist besser, Laufrad oder Dreirad?

Mit dem Laufrad hat das Dreirad etwa ab den 2000er-Jahren einen starken Konkurrenten bekommen. Das heißt aber längst nicht, dass der beliebte Pedalflitzer keine Existenzberechtigung mehr hat - es heißt lediglich, dass Eltern jetzt mehr Auswahl bei den Möglichkeiten haben, Mobilität und Motorik ihres Kindes zu fördern.

Kinder müssen nicht zwangsläufig sowohl Dreirad als auch Laufrad besitzen. Ein Argument spricht allerdings dagegen, auf das Laufrad zu verzichten und das ist die Vorbereitung auf das Fahrradfahren.

Expert:innen wie beispielsweise vom ADAC raten dazu, Kinder als Vorstufe zum Fahrradfahren Laufrad fahren zu lassen. Der Grund: Beim Fahrradfahren machen wir ununterbrochen Ausgleichsbewegungen, um die Balance zu halten. Dieses ständige Gleichgewichthalten üben Kinder beim Laufradfahren; beim Dreiradfahren ist es, ähnlich wie beim Fahrradfahren mit Stützrädern, nicht notwendig.

Der ADAC rät außerdem dazu, Kinder als Vorbereitung auf das Fahrradfahren mit dem Tretroller fahren zu lassen - die besten Roller für Kleinkinder haben wir ebenfalls für dich in einem Produktvergleich zusammengestellt.

Wenn du auf keine der genannten Vorteile von Laufrad und Dreirad verzichten, aber nicht beides kaufen möchtest, kannst du dich auch für ein Kombiprodukt entscheiden. Ein echter Allrounder ist beispielsweise das Kidiz 6in1 Laufrad und Dreirad. Du kannst es nicht nur als Dreirad und Laufrad, sondern auch als Laufrad mit drei Rädern und als Buggy-Ersatz mit Haltestange und Sicherheitsbügel nutzen.

Ob du dich für ein Laufrad, ein Dreirad oder ein Kombiprodukt entscheidest, hängt letztlich davon ab, was du suchst: Möchtest du ein Fahrzeug, das du kurzerhand auch selbst schieben und lenken kannst - dann eignet sich ein Dreirad gut. Möchtest du dein Kind bestmöglich auf das Fahrradfahren vorbereiten, ist ein Laufrad besser geeignet.

Viele Eltern entscheiden sich dafür, zunächst ein Dreirad und später ein Laufrad anzuschaffen. Wenn du direkt beides haben möchtest, kannst du entweder zu einem Kombiprodukt greifen oder zwei günstige Modelle erwerben.

Vor- und Nachteile von Dreirad und Laufrad

Für die Entscheidung hilft es, Vor- und Nachteile beider Produkte zu kennen.

Das Dreirad hat dem Laufrad gegenüber sogar einige Vorteile:

  • Stauraum: Dreiräder wie das Chicco U-GO 2-in-1-Kinderdreirad sind häufig mit Körben ausgestattet, in denen dein Kind seine Schätze transportieren kann.
  • Als Buggy nutzbar: Viele Dreiräder haben Schiebestangen, die sich leicht an- und abmontieren lassen. Seid ihr draußen unterwegs, kann das praktisch sein - wenn dein Kind aus der Puste kommt oder du kurzzeitig die Lenkung übernehmen möchtest, kannst du nach der Stange greifen und dein Kind kurzerhand schieben. Einige Modelle, wie das Aveo Dreirad von Kinderkraft, sind sogar mit einem Sonnendeck ausgestattet, sodass du sie auch als Buggy-Alternative verwenden kannst.
  • Früher einsetzbar: Dreiräder werden von den Herstellern teils bereits ab einem Alter von neun Monaten empfohlen - Laufräder meist ab zwei Jahren.
  • Sicherheit: Mit dem Dreirad erreichen Kleinkinder nicht dieselben Geschwindigkeiten wie auf dem Laufrad und Stürze sind darauf auch deutlich unwahrscheinlicher - für Eltern kann es je nach Situation also durchaus entspannter sein, mit einem Dreirad-Kind unterwegs zu sein.

Es gibt aber natürlich auch gute Gründe dafür, dass das Laufrad in den vergangenen Jahren die Gehwege und Spielplätze erobert hat. Denn verglichen mit dem Dreirad hat es einige Vorteile:

  • Gleichgewichtstraining: Auf nur zwei Rädern muss man sich stärker ausbalancieren als auf drei - darum trainieren Kinder mit dem Laufrad ihren Gleichgewichtssinn auch besser als mit dem Dreirad.
  • Leichtere Fortbewegung: Auf einem Dreirad in die Pedale zu treten, kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein - viele Kinder halten es darum nicht so lange durch wie das Laufradfahren. Die meisten Kinder sind auf dem Laufrad auch deutlich schneller.
  • Platzsparend: Ein Laufrad ist schmaler als ein Dreirad und lässt sich darum einfacher verstauen oder auch auf dem Buggy transportieren.

Dreirad-Test: 6 beliebte Kinderdreiräder im direkten Vergleich

Hier ist eine Tabelle mit einem Vergleich von sechs beliebten Kinderdreirädern:

Produkt Alter Größe Material Gewicht Max. Belastbarkeit Schiebestange Sitz verstellbar Reifen Fußstütze Getränkehalter Tasche Besonderheiten
Kinderkraft Aveo Dreirad 9 Monate bis 5 Jahre 50,5 x 106,5 x 112 cm Stahl, Polyester, Gummi 10,8 kg 25 kg Vollgummireifen 2 Körbe, 5-Punkt-Sicherheitsgurt, Drehsitz, zusammenklappbar
Smoby Be Move Kinderdreirad 15 Monate bis 4 Jahre 68 x 52 x 52 cm Metall, Kunststoff, EVA 3 kg 50 kg Kunststoffreifen Korb, 3-Punkt-Sicherheitsgurt, Pedalfreilauf, Laufradfunktion
Lionelo Haari 2-in-1 Dreirad 18 Monate bis 5 Jahre 94 x 55 x 107 cm Stahl, Polyester 7,8 kg 25 kg Vollgummireifen mit Verdeck, 5-Punkt-Sicherheitsgurt, Laufrad-Funktion, drehbarer Sitz
Puky Ceety Dreirad ab 2 Jahren 52,5 x 30 x 37 cm Stahl, Kunststoff, Gummi 5,5 kg 25 kg Vollgummireifen Korb mit Kippfunktion, verstellbarer Sitz, Handbremse, Komfortgriff
Chicco U-Go 2-in-1-Kinderdreirad 18 Monate bis 5 Jahre 40 x 51 x 68 cm Stahl, Kunststoff, Gummi 1,5 kg 20 kg Vollgummireifen Führungssperre und Freilauffunktion
Globber Explorer Trike 4-in-1 10 Monate bis 5 Jahre 96 x 95 x 47 cm Kunststoff, EVA 6,7 kg 20 kg Vollgummireifen werkzeuglose Montage, höhenverstellbarer Sattel, Heckfederung

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