Motorradführerschein: Ab Welchem Alter Darf Man Fahren?

Grenzenlose Freiheit, Abenteuer und Fahrspaß - das macht das Motorrad- und Rollerfahren aus. Wenn du dich schon lange dafür begeisterst oder erst kürzlich der Funke übergesprungen ist, gibt es immer etwas Neues zu lernen. Hier findest du alle Informationen zum Motorradführerschein, den verschiedenen Klassen, Anforderungen, Fahrprüfungen und den gesetzlichen Grundlagen.

Wer sich dazu entscheidet, einen Motorradführerschein zu machen, steht meist vor folgenden Fragen: Welche Führerscheinklasse ist die richtige für meine Wunsch-Maschine? Wie alt muss ich für den Motorradführerschein sein und welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Motorradführerschein-Klassen: Was Darfst Du In Welchem Alter Fahren?

Bestimmt weißt du längst, dass Motorrad nicht gleich Motorrad ist. Für deinen Motorradführerschein ist aber erstmal nur wichtig, was sie unter der Haube haben. Wir verraten dir, welche Motorradklassen und Führerscheinklassen es gibt und was du und deine Eltern wissen solltet.

Die Prüfbescheinigung für Mofas

Mit der Mofa-Prüfbescheinigung darfst du auch einen auf 25 km/h gedrosselten Roller oder andere motorisierte Fahrräder mit bis zu 25 km/h und maximal 50 ccm Hubraum fahren. Laut Gesetz dürfen Jugendliche ab 15 Jahren alleine mit dem Mofa durch die Straßen brausen. Damit du auch wirklich mit 15 schon losdüsen kannst, meldest du dich am besten schon ein paar Monate vor deinem 15. Geburtstag bei der Fahrschule an. So machst du deinen Mofa-Führerschein ab 14 Jahren.

Um Mofa fahren zu dürfen, musst du mindestens 6 Doppelstunden von jeweils 90 Minuten Theorie büffeln und nochmal eine weitere Doppelstunde direkt auf dem Mofa üben. Anschließend gibt’s noch eine kleine theoretische Prüfung - wenn du die bestehst, darfst du Mofa fahren.

Der AM-Führerschein für Kleinkrafträder

Der AM-Führerschein ist für viele der Einstieg ins Motorradfahren, denn damit darf man schon viele verschiedene Krafträder fahren. Kleinkrafträder sind alle die Fahrzeuge, die diese Bedingungen erfüllen:

  • Sie haben maximal 50 ccm Hubraum
  • Sie haben maximal 4 kW Leistung, also ca. 5,4 PS
  • Sie fahren maximal 45 km/h schnell

Mit dem AM-Führerschein kannst du theoretisch sogar schon ein kleines Auto fahren: die sogenannten Mopedautos, Leichtkraftfahrzeuge oder 45 km/h-Autos. Wenn du lieber beim Zweirad bleibst, hast du die Wahl zwischen einem Mofa, einem Moped, einem Mokick und einem Roller. Der Unterschied ist dabei die Bauweise. Während Mofa, Mokick und Moped alle Pedale oder zumindest Fußrasten haben, hat der Roller einen Durchstieg.

Sobald du 15 bist, kannst du den AM-Führerschein machen - und alle Fahrzeuge entsprechend dieser Fahrzeugkategorie selbstständig fahren. Einzige Einschränkung: Das gilt nur für deutsche Straßen. Ins Ausland darfst du damit erst, sobald du 16 bist. Pflicht sind mindestens 12 Doppelstunden zu jeweils 90 Minuten mit allgemeiner Theorie und mindestens 2 Doppelstunden mit Theorie speziell für den AM-Führerschein. Anschließend kannst du dich für die theoretische Prüfung anmelden.

Bei der Praxis gibt es keine Mindestanzahl an Fahrstunden - sobald du dich sicher genug fühlst, kannst du dich für die praktische Prüfung anmelden.

Der A1-Führerschein für kleine Motorräder

Ein bisschen flotter bist du unterwegs, wenn du die Führerscheinklasse A1 machst. Denn dann darfst du auch Leichtkrafträder mit diesen Eigenschaften fahren:

  • Sie haben einen Hubraum von maximal 125 ccm
  • Sie haben eine Leistung von maximal 11 kW, also ca. 15 PS
  • Oder, wenn es ein Dreirad ist, sogar von maximal 15 kW, also ca. 20 PS
  • Gleichzeitig haben sie aber nicht mehr als 0,1 kW pro kg Fahrzeuggewicht

Motorräder mit diesen Eigenschaften schaffen in der Regel bis zu 110 km/h und machen auch optisch schon ordentlich was her. Natürlich darfst du mit dem Führerschein der Klasse A1 auch alle Bikes der AM-Klasse fahren.

Deinen A1-Führerschein bekommst du frühestens mit 16. Wenn du es eilig hast, kannst du dich aber schon mit 15,5 Jahren bei der Fahrschule anmelden. Wenn du direkt mit Führerscheinklasse A1 startest, musst du insgesamt mindestens 16 Doppelstunden á 90 Minuten die Fahrschulbank drücken. Davon sind 12 Doppelstunden allgemeiner Grundstoff und 4 Doppelstunden spezielle Inhalte fürs Motorradfahren. Falls du schon den AM-Führerschein hast, kannst du dir 6 Doppelstunden des allgemeinen Grundstoffs sparen.

Die Anforderungen der praktischen Fahrstunden sind genau so, wie beim Pkw-Führerschein geregelt: Du brauchst so viele „normale“ Fahrstunden, bis du dich sicher fühlst. Darüber hinaus gibt es aber ein paar Pflichtstunden, die du mindestens absolvieren musst:

  • 5 Einzelstunden á 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraßen
  • 4 Einzelstunden auf der Autobahn
  • 3 Einzelstunden bei Dämmerung oder Dunkelheit.

Danach steht noch eine praktische Fahrprüfung an.

Der A2-Führerschein: Der Nächste Schritt Zum „Großen“ Motorradführerschein

Du ahnst also schon, dass der Motorradführerschein A2 die nächste Stufe bis hin zum richtigen Motorradführerschein ist. Mit ihm darfst du nochmal größere und stärkere Bikes fahren. Konkret heißt das für dich, dass dein Motorrad diese Voraussetzungen erfüllen muss:

  • Es hat eine Leistung von maximal 35 kW, also ca. 47 PS
  • Falls du ein gedrosseltes Bike hast, darf es ungedrosselt maximal 70 kW Leistung haben, also ca. 94 PS
  • Gleichzeitig darf es nicht mehr als 0,2 kW pro kg Fahrzeuggewicht haben

Eine Begrenzung beim Hubraum gibt es nicht mehr. Wie auch bei der A1-Klasse gibt es außerdem keine vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit deines Bikes mehr - wie schnell du fahren kannst, hängt schlicht von deinem Motorrad ab. Auch mit dem Führerschein A2 darfst du wieder alle Motorräder untergeordneter Klassen fahren - also AM- und A1-Klassen.

Um den A2-Führerschein zu machen, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Good News für alle, die schon den A1-Führerschein haben: Wenn du den Schein schon seit mindestens 2 Jahren hast, kannst du dir den Theorie-Teil komplett schenken. Du musst nicht mal eine Prüfung machen.

Wenn du den A1-Schein noch keine 2 Jahre hast, kannst du deine Theorie-Stunden immerhin verkürzen: auf 6 Doppelstunden für den allgemeinen Stoff und weitere 4 Stunden für die speziellen Inhalte. Wenn du direkt mit dem A2-Schein startest, brauchst du mindestens 12 Doppelstunden á 90 Minuten für den Grundstoff und nochmal mindestens 4 Doppelstunden für die speziellen Motorrad-Inhalte - genau so, wie beim A1-Führerschein.

Bei der Praxis sieht es ganz ähnlich aus: Wenn du den A1-Führerschein schon seit mindestens 2 Jahren hast, kannst du dich in ein paar normalen Fahrstunden mit der größeren Maschine vertraut machen. Sobald du dich fit genug fühlst, kannst du dich direkt zur praktischen Prüfung anmelden. Wenn du deinen A1-Führerschein noch nicht so lange hast, musst du neben deinen normalen Fahrstunden auch noch einige Sonderfahrten machen:

  • 3 Einzelstunden á 45 Minuten auf Land- oder Bundesstraßen
  • 2 Einzelstunden auf Autobahnen
  • 1 Einzelstunde bei Dämmerung oder Dunkelheit

Und wenn du direkt mit dem A2-Schein einsteigst und keine Vorkenntnisse mitbringst, bekommst du das volle Programm, genau wie beim A1-Führerschein: Neben deinen normalen Fahrstunden musst du zusätzlich alle gesetzlich vorgeschriebenen Sonderfahrten absolvieren, bevor du dich zur Prüfung anmelden kannst.

Die Königsklasse: Der A-Führerschein

Der A-Führerschein ist die Königsklasse unter den Motorrad-Führerscheinen. Mit diesem Schein darfst du alle Krafträder fahren, die in Deutschland unter die Füße kommen.

Die Voraussetzungen für den A-Führerschein unterscheiden sich stark, je nach individuellen Voraussetzungen. Wenn du den A2-Führerschein schon seit mindestens 2 Jahren hast, hast du es am einfachsten: Du musst nur mindestens 20 Jahre alt sein und kannst dir die theoretische Ausbildung samt Prüfung komplett schenken. Auch beim praktischen Teil hast du es leicht: Du brauchst nur so viele Fahrstunden, bis du dich sicher fühlst. Sonderfahrten kannst du dir sparen. Du kannst dich also schon recht früh zur praktischen Prüfung anmelden.

Wenn du nur einen A1-Führerschein hast, musst du zuerst den A2-Führerschein machen. Andernfalls gelten für dich die gleichen Voraussetzungen, als hättest du noch gar keinen Motorradführerschein. Wenn du nur einen AM-Schein oder noch gar keinen Motorradführerschein hast, musst du mindestens 24 Jahre alt sein. Außerdem musst du alle Anforderungen an Theorie und Praxis erfüllen, die du auch für die anderen Klassen mitbringen musstest:

  • Mindestens 12 Doppelstunden á 90 Minuten allgemeine Theorie
  • Mindestens 4 Doppelstunden für die spezielle Theorie
  • Mindestens 5 praktische Einzelstunden á 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraßen
  • Mindestens 4 praktische Einzelstunden auf Autobahnen
  • Mindestens 3 praktische Einzelstunden bei Dämmerung oder Dunkelheit
  • So viele normale Fahrstunden, bis du dich sicher fühlst.

Beim Motorradfahren ist Erfahrung superwichtig. Wenn du schon früh davon träumst, mal mit dem Bike unterwegs zu sein, fängst du deswegen am besten schon so früh wie möglich an - mit der Klasse, die in deinem Alter erlaubt ist.

Motorradführerscheine Im Überblick

Hier eine Übersicht der verschiedenen Führerscheinklassen und deren Voraussetzungen:

Führerscheinklasse Mindestalter Erlaubte Kraftfahrzeuge
AM 15 Jahre Leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge mit max. 45 km/h, 50 cm³ Hubraum und 4 kW Leistung
A1 16 Jahre Krafträder mit max. 125 cm³ Hubraum und 11 kW Leistung
A2 18 Jahre Krafträder bis 35 kW Leistung
A 24 Jahre (Direkteinstieg) 20 Jahre (mit A2 seit 2 Jahren) Alle Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge

Kosten Für Den Motorradführerschein

Die Kosten für den Motorradführerschein variieren von Fahrschüler zu Fahrschüler. Vor allem die Anzahl der praktischen Fahrstunden wirkt sich auf die Höhe der Führerscheinkosten aus.

  • Mofa-Prüfbescheinigung - Kosten: ca. 100-150 Euro
  • Führerscheinklasse AM - Kosten: mind. 750 Euro
  • Führerscheinklasse A1 - Kosten: ca. 1.000-3.000 Euro
  • Führerscheinklasse A2 - Kosten: ca. 1.600-3.000 Euro
  • Führerscheinklasse A - Kosten: ca. 1.600-3.000 Euro

Diese Kosten sind auch abhängig davon, ob ihr die Prüfungen sofort besteht und wie viele Übungsfahrstunden ihr benötigt. Legt euch also einen finanziellen Puffer von insgesamt ca. 1.250-1.550 Euro an.

Der Stufenführerschein

Der Stufenführerschein ermöglicht es Fahrern, in einem Zeitraum von jeweils zwei Jahren Erfahrungen auf einem Fahrzeug mit einer geringeren Motorleistung zu sammeln, um dann nach einer entsprechenden praktischen Prüfung auch ohne zusätzliche Ausbildung (Zeitstunden in der Fahrschule) in die nächste Leistungsklasse aufzusteigen.

Der Stufenführerschein kann mit der Stufe 1 oder 2 begonnen werden:

  • Stufe 1: A1 - 11 kW (15 PS), Mindestalter: 16 Jahre
  • Stufe 2: A2 - 35 kW (48 PS), Mindestalter: 18 Jahre
  • Stufe 3: A - keine Beschränkung, Mindestalter Zweirad: 20 Jahre, Dreirad: 21 Jahre

Beim ersten Führerschein A1 oder A2 muss sowohl eine theoretische als auch eine praktische Ausbildung mit anschließender Prüfung erfolgen. Für den Aufstieg in die nächsthöhere Leistungsklasse wird dann nur noch eine zeitlich verkürzte praktische Prüfung benötigt. Die Dauer der Prüfung beträgt in diesem Fall 40 Minuten.

Die Klasse B196: Leichtkrafträder Mit Dem Autoführerschein Fahren

Seit Anfang 2020 können Inhaber der Fahrerlaubnisklasse B nach dem Absolvieren einer theoretischen und praktischen Fahrerschulung auch Krafträder der Klasse A1 in Deutschland fahren. Und das ohne die vollständige Ausbildung absolvieren zu müssen. Auch auf die theoretische und praktische Prüfung wird verzichtet.

Voraussetzungen für die Erweiterung der Klasse B auf Fahrzeuge der Klasse A1 sind:

  • 5 Jahre Vorbesitz der Klasse B
  • Mindestalter 25 Jahre
  • Fahrerschulung

Die Fahrerschulung beinhaltet neun Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten (6 Stunden Theorie, 7,5 Stunden Praxis). Die Berechtigung wird durch die Schlüsselzahl 196 im Führerschein eingetragen. Sie gilt nur in Deutschland.

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