Wenn der Frühling kommt und die Temperaturen steigen, steht dem Start in die neue Motorradsaison nichts mehr im Weg. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Sonne lässt sich zum ersten Mal im Jahr wieder für längere Zeit blicken: Der Frühling ist da - und mit ihm auch der Start in die neue Motorradsaison. Für viele Biker kann sich jetzt endlich wieder in den Sitz geschwungen, ordentlich in die Kurven gelegt und die Freiheit auf zwei Rädern genossen werden.
Ganz offiziell gibt es kein fixes Startdatum - aber in der Praxis beginnt die Motorradsaison in Deutschland für viele im März oder April, abhängig vom Saisonkennzeichen. Wer sein Bike z. B. auf „03-10“ zugelassen hat, darf ab dem 1. März wieder fahren und muss es erst Ende Oktober wieder verstauen. Außerhalb dieses Zeitraums zu fahren bringt Bußgelder mit sich. Wer ein Jahreskennzeichen hat, ist natürlich deutlich flexibler. Aber der Start der Motorradsaison, sowie vor allem des sonnigen Frühlingswetters, ist trotzdem ein passender Anlass, die Maschine fit zu machen und sich selbst langsam wieder ans Fahren zu gewöhnen.
Vorbereitung ist alles
Doch vor den ersten Ausfahrten sollten Sie auf jeden Fall die Maschine und die Ausrüstung sorgfältig überprüfen. Denn nicht nur das Motorrad muss aus dem Winterschlaf erwachen. Mindestens genauso wichtig wie dieser Check nach der saisonalen Fahrpause sind die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr sowie die mentale und körperliche Vorbereitung auf die ersten Touren.
Checkliste für den Saisonstart
Mit dieser Checkliste zum Start in die Motorradsaison gehen Sie auf Nummer sicher. Natürlich gelten übergreifend alle Tipps und Hinweise in der Bedienungsanleitung des Herstellers.
- Motorrad gründlich reinigen: Reinigen Sie das Motorrad gründlich und überprüfen Sie es auf Mängel oder Roststellen. Bei der Reinigung können auch Undichtigkeiten an Motor, Vorderradgabel oder Federbein erkannt werden.
- Prüfung auf Lack- und Korrosions-Schäden
- Batterie checken: Checken Sie die Batterie und prüfen Sie, ob diese ausreichend geladen ist. Vor dem ersten Start des Motors sollte sie in jedem Fall voll aufgeladen sein.
- Flüssigkeitsstände prüfen: Prüfen Sie den Stand von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel und füllen Sie bei Bedarf nach. Wenn Betriebsstoffe in größeren Mengen nachgefüllt werden müssen, sollte auch die mögliche Ursache für den niedrigen Füllstand geprüft werden, etwa verschlissene Bremsbeläge oder Undichtigkeiten am Kühlsystem.
- Lichtanlage und elektronische Anlage testen: Testen Sie bei laufendem Motor sowohl Lichtanlage als auch die elektronische Anlage, z.B. Kupplungs- und Seitenständerschalter.
- Antriebskette prüfen: Überprüfen Sie die Antriebskette nicht erst kurz vor dem Start, sondern spätestens am Vorabend, denn nur so kann das aufgetragene Kettenfett richtig einwirken. Ist die Kette richtig gespannt? Für das korrekte Spiel des unteren Kettendurchhangs gelten die Vorgaben in der Bedienungsanleitung. Wenn die Kette zu stark oder sehr unregelmäßig gelängt ist, muss sie ersetzt werden.
- Bremsen prüfen: Überprüfen Sie vor der ersten Fahrt unbedingt die Bremsscheiben und -beläge. Nach längerer Standzeit können sich Staub und schmieriger Schmutz auf den Scheiben ablagern. Deswegen sollten Sie die Bremsscheiben zunächst beidseitig mit einem Bremsenreiniger auf einem Tuch abwischen. Zur Funktionsprüfung der Bremsen gehört auch, den Druckpunkt am Hebel und den Tritt aufs Pedal zu checken. Sind sie deutlich und präzise spürbar? Öffnet sich die Bremse wieder? Sitzen vielleicht die Kolben fest? Dies können Sie schon beim Schieben des Bikes kontrollieren. Auch die Bremsleitungen sind zu überprüfen - sie dürfen weder porös noch undicht sein. Bei Fehlern oder Mängeln an der Bremsanlage sollten Sie die Maschine stehen lassen und von einer Werkstatt prüfen und reparieren lassen.
- Reifen prüfen: Prüfen Sie Profilzustand, Luftdruck und Alter der Reifen (auch wenn Sie in der letzten Saison wenig gefahren sind). Die Reifen haben weniger als 1,6 Millimeter Profil oder sind älter als sechs Jahre? Dann sind auf jeden Fall neue fällig.
- Vergaser-Maschinen: Bei Vergaser-Maschinen: Benzinhahn öffnen und gegebenenfalls frischen Kraftstoff in die leere Schwimmerkammer der Vergaser füllen. So können beim Motorstart leichter entzündliche Spritbestandteile in den Brennraum gelangen.
- Probefahrt machen: Vor der ersten echten Ausfahrt eine kurze Probefahrt machen. Dabei auf den ersten Metern beachten, dass die Kontrollleuchten für ABS und Traktionskontrolle ausgehen. Wenn es die Verkehrssituation erlaubt, Vorder- und Hinterradbremsen prüfen. Am Hinterrad sollte deutlich das ABS ansprechen.
Die richtige Ausrüstung
Die richtige Kleidung erhöht nicht nur den Fahrkomfort, sie kann auch die passive Sicherheit beim Motorradfahren deutlich verbessern. Neben Helm, Handschuhen und Schutzkleidung sind vor allem in den manchmal noch erstaunlich kühlen Frühlingstagen eine warme Funktionsunterbekleidung sowie ein Nierengurt bzw. Rückenprotektor zu empfehlen. Mit kontrastreicher Kleidung sind Sie als Motorradfahrer bzw. Motorradfahrerin für andere Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen besser sichtbar. Ihr Haupt- und Anti-Beschlag-Visier sollten Sie auf Kratzer untersuchen und gegebenenfalls austauschen.
Sicherheit geht vor
Gerade zu Beginn der Saison unterschätzen Autofahrer und -fahrerinnen Geschwindigkeit und vor allem Beschleunigungsvermögen der Motorräder. Darum sollten alle Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen zu jeder Zeit rücksichtsvoll und vorausschauend fahren. Eine defensive Fahrweise ist auch deshalb angebracht, weil es in der Übergangszeit vor allem in Waldstücken und auf Brücken morgens noch feuchte und glatte Straßenabschnitte geben kann. Vielerorts sind die Straßenoberflächen durch Frost beschädigt, sodass sich zum Teil große und tiefe Schlaglöcher bilden. Diese können genau wie Rollsplittreste für Biker und Bikerinnen gefährlich werden.
Statistiken und Sicherheitshinweise
Statistisch gesehen ist mindestens jeder fünfte Verkehrstote in Deutschland ein Motorradfahrender. Im Jahr 2023 verloren 497 Motorradfahrende auf deutschen Straßen ihr Leben. „Motorräder haben ein extremes Leistungs-Gewichts-Verhältnis und können in kürzester Zeit sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Diese Technik verlangt jedoch Disziplin und Verantwortungsbewusstsein“, mahnt PHK Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.
Wichtige Hinweise für den Saisonstart:
- Motorrad und Fahrer fit machen: Vor der ersten Ausfahrt sollte die Maschine gründlich auf Verkehrssicherheit überprüft werden - inklusive Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Ölstand. Genauso wichtig: Sich selbst wieder an das Fahrverhalten und die Reaktionsweise des Motorrads herantasten.
- Körperlich vorbereiten: Die ersten Frühlingstage eignen sich hervorragend, um sich auch körperlich auf die Saison vorzubereiten.
- Sicherheitstrainings nutzen: Ein Fahrsicherheitstraining ist eine Investition in die eigene Sicherheit - nicht nur für Einsteiger. Auch erfahrene Biker profitieren von professionellem Feedback und praktischen Übungen.
- Moderne Technik nutzen: Bei Neu- oder Gebrauchtkauf sollten Assistenzsysteme ein wichtiges Auswahlkriterium sein.
Saisonkennzeichen: Flexibilität und Versicherungsschutz
Für Motorräder ist nämlich eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben und Voraussetzung für das amtliche Kennzeichen. Und ohne dieses ist das Touren verständlicherweise nicht möglich. Zusätzlich zu der Haftpflicht kann eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen werden, diese greift meist bei Diebstahl, Wildunfällen oder auch Glasbruch. Bevor man wieder beide Hände an den Griffen hat, sollte man zuerst mögliche Versicherungsfragen klären.
Mit der Wahl eines Saisonkennzeichens kann man nicht nur den Zeitraum des erlaubten Fahrens frei wählen, sondern auch der Versicherungsschutz richtet sich nach eben jenem Zeitraum. Bedeutet im Klartext: Man zahlt nur für die Monate, in denen auch gefahren werden darf. Wenn das Motorrad nicht das ganze Jahr über genutzt werden soll, kann man sich beim Anmelden für ein Saisonkennzeichen entscheiden - mindestens zwei zusammenhängende Monate im Jahr müssen es mindestens sein, bis zu elf Monate ist maximal erlaubt. Meist entscheiden sich Biker für einen Zeitraum von März/April bis Ende Oktober, dies ergibt aufgrund der Jahreszeiten und dem damit verbundenen Wetter auch Sinn.
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