Ab Wann Vom Laufrad Auf Fahrrad Umsteigen: Ein Ratgeber

Das erste Fahrrad für Kinder ist ein Meilenstein für den Nachwuchs und die Eltern. Denn auf dem ersten Fahrrad auf dem Gehweg entlang zu kurbeln, bedeutet für Kinder ein Stück Freiheit. Radfahren zu lernen ist für kleine Kinder eine echte Herausforderung. Dementsprechend stolz sind die Kleinen dann, wenn sie sagen können: „Ich kann Radfahren!“ Dank Laufrädern gelingt der Umstieg aufs erste richtige Fahrrad mit Pedalen und Bremsen heutzutage deutlich schneller und einfacher.

Der Richtige Zeitpunkt Für Den Umstieg

Sie werden es erleben: Der Übergang und Umstieg vom Laufrad auf das Kinderfahrrad ist in den allermeisten Fällen ein Kinderspiel, also eine schnelle Angelegenheit. Ihr Kind hat seinen Gleichgewichtssinn gut entwickelt, ein gutes Koordinationsvermögen und zeigt bei seinen Bewegungen eine ausgeprägte Geschicklichkeit. Ansonsten müssen Sie eigentlich nur die Ruhe bewahren und Geduld zeigen. Lesen Sie nun in unserem Kinderfahrrad-Ratgeber die nächsten Schritte nach und bereiten sich auf den großen Tag vielleicht ein wenig vor.

Wann ein Kind bereit ist fürs Radfahren, lässt sich nicht pauschal am Alter festmachen. Allerdings meist nicht von heute auf morgen. Häufig steigen die Kleinen mit einem Alter von drei bis vier Jahren vom Laufrad aufs Fahrrad um. Oft nutzen die Kinder das bekannte Laufrad, auf dem sie sicher unterwegs sind, weiter und wechseln nur gelegentlich auf das neue, noch unbekannte Fahrrad. Viel wichtiger als das Alter ist der Entwicklungsstand des Kindes.

Wenn der Nachwuchs vom Laufradfahren bereits einen guten Gleichgewichtssinn mitbringt, sicher lenken kann sowie groß und kräftig genug ist, kann sich das Kleinkind auch schon mit 2,5 Jahren auf das erste Fahrrad setzen. Spätzünder finden vielleicht erst mit fünf Jahren Gefallen am ersten Fahrrad und steigen direkt mit einem 16 Zoll Bike ein. In der Regel packen Kinder ab drei Jahren es von der Motorik her Fahrrad zu fahren. Allerdings müssen sie es dann auch wollen.

Unser Tipp: Es macht kein Sinn ein Kind auf ein Fahrrad zu zwingen, nur weil es drei Jahre alt ist. Wenn ein entsprechendes Bike in der Wohnung rum steht, wird es irgendwann von selbst loslegen wollen.

Die Wahl Des Richtigen Fahrrads

Das erste Fahrrad für Kinder muss nicht unbedingt eins in der kleinsten verfügbaren Radgröße - also 12 Zoll - sein. Grundsätzlich sollte das Entscheidungskriterium die Innenbeinlänge des Kindes sein, wie bei allen Kinderfahrrädern. Hier haben wir einen ausführlichen Artikel, der beschreibt wie man die richte Größe für das erste Kinderfahrrad findet. Bei der Zwischengröße 14 Zoll bietet der Kinderfahrradmarkt nur ein beschränktes Angebot. Auch wenn bei Kinderfahrrädern in 16 Zoll die Auswahl an guten, leichten Modellen deutlich größer als beispielsweise bei 14-Zoll-Kidsbikes ist, lohnt es sich Bikes aus dieser Nische anzusehen.

12-Zoll-Fahrräder kann man nur bis zu einer Körpergröße von etwa 100 Zentimetern fahren, und oftmals entpuppen sich die angebotenen Modelle eher als Spielzeug wie als richtiges Fahrrad. Sie sind für viele drei-jährige Mädchen und Jungen auch schnell zu klein. Gute, leichte Kinderfahrrad-Modelle in 16 Zoll mit tiefem Rahmen bieten beispielsweise Woom, Pyrobikes und Kubikes an.

Gerade während dem Umstieg nutzen Kinder das Laufrad und das erste Fahrrad noch parallel. Mit kleinen 14 oder 12 Zoll Kinderrädern sind erste Fahrversuche ab ca. 2,5 Jahren möglich.

Wichtige Kaufkriterien

  • Geringes Gewicht: Fahrrad sollte möglichst leicht sein (Verzichte auf Gepäckträger, Licht oder Seitenständer) - leichte Kinderbikes in 14 Zoll: ca. 6,5 kg / 16 Zoll: ca.
  • Das Gewicht bleibt vor allem beim ersten Fahrrad eines der wichtigsten Kaufkriterien.

Beim ersten Fahrrad für Drei-Jährige oder Vier-Jährige kannst du auf zusätzliche Ausstattung wie Gepäckträger, Licht oder Körbchen verzichten. Denn dieses Zubehör macht Kidsbikes schwer und kostet Geld. Lässt man diese Sachen weg, landet man automatisch bei Rädern, die landläufig als Mountainbikes bezeichnet werden. Eine genaue Ausführung, warum Mountainbikes die besseren Kinderfahrräder sind, findest du hier.

Investiere dein Budget lieber in ein leichtes Kinderfahrrad mit kindgerechten Teilen und guter Qualität. Denn Schaltung, Licht oder andere Extras sind für den Spaß am Radfahren mit drei bis fünf Jahren überflüssig. Wenn dir neue, hochwertige Kinderfahrräder zu teuer sind, schau mal nach gebrauchten.

Sollten Stützräder Verwendet Werden?

Stützräder sollen bei den ersten Radfahrversuchen helfen - so zumindest die weit verbreitete Meinung. Doch diese Annahme ist falsch, deshalb raten wir von Stützen am Hinterrad ab - ganz egal ob das Kinderfahrrad 12, 14 oder 16 Zoll Räder hat. Denn die Stützräder am ersten Fahrrad machen den Gleichgewichtssinn der Kinder hinfällig, da sie das Fahrrad zum Dreirad machen. Dabei kennen und können Kinder das Ausbalancieren längst vom Laufradfahren.

Ein weiterer Nachteil der Stützräder ist, dass sie das natürliche Fahrverhalten des Fahrrads verändern. Kinderfahrräder mit Stützen reagieren beim Einlenken in Kurven anders (und unnatürlicher) als ohne.

Rücktrittbremse: Ja Oder Nein?

Dass Kinderfahrräder unbedingt eine Rücktrittbremse haben sollten, ist ein Gerücht. Wir raten auch beim ersten Fahrrad von Rücktritt ab. Warum? Erstens sind Rücktrittnaben schwerer als zwei Handbremsen (V-Brakes). Zweitens weil die Kinder bei der nächsten Größe sowieso auf zwei Handbremsen umsteigen. Der dritte Nachteil von Rücktritt: Es schränkt die Fahrrad-Anfänger bei ihren Bremsmanövern ein, da man nur in zwei Pedalstellungen wirklich zuverlässig und schnell zum Stehen kommt.

Auch das Anfahren, das Kindern anfangs oft schwerfällt, ist ohne Rücktrittbremse praktischer, da man die Kurbeln im Stand einfacher in die richtige Position drehen kann.

Das Ideale Kinderfahrrad

Kinder freuen sich bereits beim ersten Fahrrad über ein leichtes, kindgerechtes Modell. In der Regel ist ein Mountainbike vor allem für die ersten Fahrversuche im Alter von 2,5 bis vier Jahren die beste Wahl. Etwas mehr Geld zu investieren, lohnt sich. Denn so haben Kinder nach dem Umstieg vom Laufrad direkt Spaß am Radfahren.

Bei der Radgröße gilt: Nicht raten, sondern Körpergröße und Innenbeinlänge messen. Manche haben bereits mit drei Jahren die Größe für ein 16 Zoll Bike. Andere sind noch besser auf einem 14 Zoll Bike aufgehoben.

Tipps Für Die Ersten Fahrversuche

Wann ist bei Kindern der richtige Zeitpunkt, das Fahrradfahren zu lernen? Und sind Stützräder sinnvoll? Diese Tipps können dabei unterstützen, dass die Kids sich nach den ersten Fahrversuchen sicher im Straßenverkehr bewegen.

  • Laufrad: Gute Vorbereitung
  • Stützräder: Besser ohne sie üben
  • Straßenverkehr: Allein erst nach der Radfahrprüfung

Fahrradfahren lernen ist für kleinere Kinder oft herausfordernd, denn sie brauchen dafür Konzentration, Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn und Koordination. Jedes Kind lernt individuell, und auch beim Radfahren ist das nicht anders. Wichtig ist, dass die Kleinen von sich aus Fahrradfahren lernen wollen und von Anfang an Spaß an der Bewegung mit dem Rad haben.

Generell bestimmt somit die individuelle Entwicklung des Kindes den richtigen Zeitpunkt, um Fahrradfahren zu lernen. Das Üben ohne Zwänge oder Drängen der Eltern ist dabei ganz entscheidend. Konkret bedeutet das, viel Geduld beim Üben mit den Sprösslingen zu haben, sie immer wieder neu zu motivieren und den Spaß am Radfahren durch entsprechende Belohnungen zu fördern.

Üben In Sicheren Umgebungen

Eltern sollten mit ihren Kindern zunächst in sogenannten Schonräumen wie Garagenvorhöfen oder Parkplätzen üben. Erst wenn das Kind sich auf dem Fahrrad sicherer fühlt, sollte es gemeinsam mit der Mutter oder dem Vater zum Beispiel in verkehrsberuhigten Bereichen oder Spielstraßen üben.

Vorbereitung Durch Laufrad Oder Roller

Ideal ist es, wenn Kinder vor den ersten Fahrversuchen mit dem Rad bereits Erfahrungen mit dem Laufrad oder Roller sammeln konnten. Weil dadurch die Konzentration auf das Gleichgewicht geschult wird, ist dies die beste Vorbereitung. Denn Kinder konzentrieren sich beim Fahren mit Stützrädern hauptsächlich auf das Treten der Pedale und nicht darauf, das Gleichgewicht zu halten.

Die Ausgleichsbewegungen des Körpers durch das Lenken bei gleichzeitigem Treten der Pedale fallen hier weg. Diese beiden Bewegungen zugleich auszuführen, um so im Gleichgewicht zu bleiben, ist jedoch wichtig, um das Radfahren richtig zu lernen. Insbesondere beim Kurvenfahren sind Stützräder kontraproduktiv für den Lernerfolg.

Die richtige Koordination der verschiedenen Aktionen - Pedale treten, lenken, bremsen - und die schräge Körperhaltung in der Kurve sind für Kinder gewöhnungsbedürftig. All das muss geübt werden, um sicher auf dem Rad unterwegs zu sein. Durch die Stützräder kommt es in Kurven jedoch nicht zur Schräglage, und die kleinen Radler trainieren nicht, das Gleichgewicht in dieser Fahrsituation zu halten. Somit lernen sie nicht das beim Fahrradfahren übliche Kurvenverhalten.

Der ADAC empfiehlt deshalb, Kindern immer die Möglichkeit zu geben, ohne Stützräder zu üben.Zudem bieten die Fahrhilfen gerade am Anfang eher eine trügerische Sicherheit. Auch die Gefahr von Stürzen ist hoch: Es gibt "Stolperfallen" wie Bordsteinkanten, bei denen ein Stützrad in der Luft hängen und das Fahrrad so nicht mehr stützen kann. Oder weichere Oberflächen wie Rasen, in die Stützräder einsinken können. Die kleinen Radler können so unkontrolliert rückwärts rollen oder sogar durch die Stützräder gefährdet werden.

5 Tipps: Bremsen, Kurvenfahren Und Co.

  • Anfahren: Ein Fuß des Kindes sollte auf dem oberen Pedal platziert sein. Erst das Anfahren mit Anschieben üben, dann ohne. Dabei möglichst nur so lange anschieben und halten, wie es nötig ist. Außerdem beim Anfahren zunächst das einfache Geradeausfahren üben. Übrigens: Viele Kinder schieben sich mit den Füßen an, wie sie es vom Laufrad kennen. Das ist fürs erste Lernen in Ordnung.
  • Bremsen: Idealerweise sollten Kinder nicht mit ihren Füßen bremsen. Deshalb empfiehlt es sich, zu Beginn die Vorder- und Hinterradbremse zu erklären und das Kind bremsen üben zu lassen. Erst mit Festhalten üben, dann selbstständig fahren und bremsen lassen. Spielerisch können Haltelinien auf den Boden gezeichnet werden, an denen das Kind bremsen und zum Stehen kommen soll. So lassen sich erste Bremsversuche gut begleiten.
  • Kurvenfahren: Das Ausfahren von Kurven trainiert man am besten, indem ein Erwachsener neben dem radelnden Kind her läuft. Dabei stets sowohl die Links- als auch die Rechtskurve in großen Bögen üben, die dann immer kleiner werden.
  • Üben: Das Kind sollte alle Fahrtechniken auf spielerische Weise möglichst oft wiederholen: bremsen, Slalom fahren, Schwung holen, Hindernissen ausweichen, kleine und große Kurven fahren, wenden.

Sicherheit Im Straßenverkehr

Im Straßenverkehr kommen noch äußere Einflüsse hinzu, etwa andere Radfahrende, E-Scooter, E-Bikes und Pedelecs sowie Fußgänger - und das alles auch im Gegenverkehr. All das überfordert Kinder anfangs schnell und sollte immer wieder geübt werden. Dabei können kurze Trainingseinheiten in Schonräumen wie Parkplätzen und Garagenvorhöfen helfen. In jedem Fall ist ein langsames Herantasten an den Straßenverkehr und komplexere Verkehrssituationen zusammen mit Erwachsenen sinnvoll.

Die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr ohne erwachsene Begleitperson sollte immer erst nach der Radfahrprüfung in der Schule (3. oder 4. Klasse) erfolgen und immer wieder geübt werden.

Für Kinder im Grundschulalter, die bereits Fahrradfahren können, bietet der ADAC im Rahmen seiner Verkehrserziehungsprogramme auch Fahrradtrainings in Kooperation mit Grundschulen an. Diese bereiten die Kinder weiterhin gut auf das sichere Radfahren im Straßenverkehr vor. Buchen können Schulen die Fahrradtrainings bei den ADAC Regionalclubs.

Das Richtige Kinderfahrrad Finden

Die richtige Größe hat ein Fahrrad, wenn das Kind aufrecht sitzend den Lenker bedienen und auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen bequem auf dem Boden stehen kann. So können Kids besonders am Anfang das Radfahren sicher üben.

Auch die richtige Reifengröße des Fahrrads sollte vor dem Kauf immer bedacht werden. Sie sollte sich stets an der Körpergröße des Kindes orientieren. Ab dem Alter von drei Jahren und einer Körpergröße von rund 90 Zentimetern kommt zum Beispiel ein Fahrradmodell mit 12-Zoll-Reifen infrage. Wichtig: das Rad vor dem Kauf im Fachhandel ausprobieren.

Hinweis: Eltern sollten ihrem Kind kein zu großes Fahrrad kaufen, nur damit es über einen längeren Zeitraum genutzt werden kann. Für den Spaß am Fahrradfahren ist das kontraproduktiv, und das Kind kann so keine Sicherheit beim Radfahren gewinnen. Welche Vor- und Nachteile einzelne Kinderfahrrad-Modelle haben, zeigen die ADAC Tests zu Kinderfahrrädern mit 16-Zoll-Reifen und 20-Zoll-Reifen.

Vor Dem Kauf Zu Beachten

  • Höhenverstellbarer Lenker und Sattel (damit das Rad mitwachsen kann)
  • Kindgerechte Rahmenergonomie: Kinder sollten mit der gesamten Fußfläche auf den Boden kommen.

Tabelle: Empfohlene Fahrradgrößen nach Alter und Körpergröße

Alter Körpergröße (ca.) Reifengröße
Ab 2,5 Jahre Ab 90 cm 12 Zoll
Ab 3 Jahre Ab 95 cm 14 Zoll
Ab 3,5 Jahre Ab 100 cm 16 Zoll

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