Ab wann wieder Motorrad fahren nach Winter

Die ersten Frühlingstemperaturen stehen am Thermometer und das Motorrad wurde angemeldet. Es ist soweit! Ein Blick nach draußen und in die lachende Sonne reicht aus, um das Biker-Herz höher schlagen zu lassen. Doch die Vorfreude sollte aber nicht in Unvernunft ausarten.

Die Möglichkeit besteht, dass für das aktuelle Jahr neue Vorschriften im Straßenverkehr herrschen. "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Egal ob es Lärmvorschriften, Streckensperrungen oder ähnliches sind: Diesbezüglich kannst du auch deinen Verkehrsclub des Vertrauens (ÖAMTC / ADAC) konsultieren. Das dauert fünf Minuten und schützt dich vielleicht vor einer Strafe, die viel besser in Benzin investiert werden kann.

Die richtige Vorbereitung für den Saisonstart

Es liegen die kalten Wintermonate hinter uns, die nicht gerade zum Motorradfahren einladen. Nun haben sich aber nicht nur Staub auf dem Bike und der Ausrüstung gesammelt, sondern auch auf den Knochen. Motorradfahrer mit Saisonkennzeichen, oder welche die ihr Kennzeichen hinterlegen, kamen die letzten Monate sowieso nicht in Versuchung.

Wenn du diesen Bericht lest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du bereits erfahrener Motorradfahrer bist. Dennoch: Wann bist du zu Saisonstart das letzte Mal am Bike gesessen? Du hast mehrere Saisonen am Buckel und fühlst dich im Straßenverkehr sicher. Es ist vielleicht mehrere Monate zurück und das wirst du spüren.

Motorrad-Checkliste für den Saisonstart

Bevor das Motorrad voller Vorfreude aus der Garage geschoben wird, sollte der Allgemeinzustand geprüft werden. Dabei sollten Motorradfahrer unter anderem einen gründlichen Blick auf Bremsbeläge, Licht, Blinkanlage und Luftdruck im Reifen werfen. Nach der langen Winterpause ist es zunächst wichtig, die eigene Maschine vor der ersten Fahrt gründlich durchzuchecken.

Hier eine Checkliste, um sicher in die Saison zu starten:

  • Reinigen Sie das Motorrad gründlich und überprüfen Sie es auf Mängel oder Roststellen.
  • Bei der Reinigung können auch Undichtigkeiten an Motor, Vorderradgabel oder Federbein erkannt werden.
  • Checken Sie die Batterie und prüfen Sie, ob diese ausreichend geladen ist.
  • Prüfen Sie den Stand von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel und füllen Sie bei Bedarf nach.
  • Testen Sie bei laufendem Motor sowohl Lichtanlage als auch die elektronische Anlage, z.B. Kupplungs- und Seitenständerschalter.
  • Überprüfen Sie die Antriebskette und stellen Sie die Kettenspannung ein.
  • Überprüfen Sie die Bremsscheiben und -beläge.
  • Prüfen Sie Profilzustand, Luftdruck und Alter der Reifen.
  • Bei Vergaser-Maschinen: Benzinhahn öffnen und gegebenenfalls frischen Kraftstoff in die leere Schwimmerkammer der Vergaser füllen.
  • Eventuelle Mängel auf jeden Fall vor Fahrtbeginn reparieren oder reparieren lassen.

Die Mindestprofiltiefe der Reifen beträgt übrigens 1,6 Millimeter und bei Rissen oder porösen Stellen müssen die Reifen unbedingt erneuert werden. Außerdem wird ein Reifenwechsel nach ca. 5 Jahren empfohlen. Die Bremsflüssigkeit sollte spätestens alle zwei Jahre gewechselt werden. Ein Fachmann kann einem dabei weiterhelfen. Wichtig ist auch, die Kette zu reinigen, zu fetten und zu spannen, sollte sie mehr als zwei Finger breit durchhängen.

Ausrüstungs-Checkliste

Überprüfe auch deine Bekleidung auf ihren Zustand. Hier kann präventive Pflege helfen, damit Lederbekleidung keine Risse bekommt. Doch auch Verbindungselemente wie Zippverschlüsse verschleißen und können bei Beschädigung nicht mehr ihre volle Funktion erfüllen. Deinem Helm solltest du ein besonderes Augenmerk schenken. Auch wenn er noch gut aussieht, kann er schon zu alt sein. Die Materialien altern auch ohne Sturz, weshalb er nach ein paar Jahren vielleicht nicht mehr die volle Schutzwirkung gibt.

  • Helm: Visier muss sauber und kratzerfrei sein. Reinigung unmöglich? Austauschen! Sind Sie schon einmal damit gestürzt, muss ein neuer her. Alte Helme gehören ebenfalls in den Müll. Spätestens nach fünf bis acht Jahren ist ein neuer Helm fällig.
  • Schutzkleidung: Gute Schutzausrüstung ist lebenswichtig.

Fahrpraxis auffrischen

Es schadet also nicht, ein Motorrad Warm Up Training bei einem Verkehrsclub zu absolvieren. Selbst die routiniertesten Biker müssen sich jedoch erst wieder an die Maschine und das Fahren gewöhnen. Natürlich verlernt man die Technik nicht einfach über den Winter. Trotz allem müssen Bewegungs- und Bedienungsabläufe wieder eingeübt werden, dafür sollte man sich genug Zeit lassen.

Vor allem Voll- und Notbremsungen sowie die Schräglage erfordern beim Motorradfahren viel Übung. Fahrsicherheitstrainings, wie sie auch vom ADAC angeboten werden, bieten dafür die besten Möglichkeiten. „Warmfahren“ können Biker sich dort, wo kaum andere Autos, Motorräder und Fußgänger unterwegs sind, z. B. auf abgelegenen Straßen oder Parkplätzen.

Hier sind einige Tipps zur Auffrischung der Fahrpraxis:

  • Absolvieren Sie vor der ersten Tour ein paar Fahrübungen auf dem Parkplatz, um wieder das richtige Gefühl für Gewicht und Fahrverhalten der Maschine zu bekommen.
  • Noch besser: Ein professionelles Motorrad-Training, bei dem Fahrer an ihrer Technik feilen.
  • Beginnen Sie nicht gleich mit einer großen Runde, sondern starten Sie mit einigen kürzeren Eingewöhnungstouren.

Sicherheitstipps für die erste Fahrt

Auf der Straße ist Konzentration das A und O: Da Motorradfahrer wegen der fehlenden Knautschzone sehr verletzlich sind, müssen sie besonders gut auf andere Verkehrsteilnehmer achten, um im Notfall möglichst schnell reagieren zu können. Der Blick sollte weit nach vorne gerichtet sein, ohne dabei jedoch Details in unmittelbarer Nähe zu übersehen. Grundsätzlich gilt: Der Fahrer fährt dorthin, wo er hinschaut.

Auf der Fahrspur sollten sich Biker möglichst weit rechts halten, um nicht mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu kollidieren. Für die eigene Sicherheit sollten sie den Sicherheitsabstand einhalten und nach dem Motto „Der sieht mich nicht“ fahren. Bei schlechtem Wetter sind ein fließender und weicher Fahrstil sowie größte Vorsicht angesagt.

Nach der kalten Jahreszeit muss man mit großen und tiefen Schlaglöchern rechnen, die durch Frostschäden verursacht wurden. Deswegen ist eine aufmerksame und vorausschauende Fahrweise unabdingbar. In höheren Lagen, stößt man nach dem Winter auf Streusplitt auf der Straße oder sogar Schnee seitlich von der Fahrbahn, was das Motorrad bei zu hoher Geschwindigkeit zum Schleudern bringen kann.

Auch Kreuzungen sind nicht ganz ungefährlich für Motorradfahrer, da sie hier übersehen oder zu spät gesehen werden können. Biker sollten zu Beginn der Motorradsaison nicht vergessen, dass sich auch die Autofahrer erst wieder an die zunehmende Zahl an Motorrädern im Straßenverkehr gewöhnen müssen. Die Devise lautet also „für die Autofahrer mitdenken“.

Die häufigsten Unfallursachen bei Motorradfahrern sind zu hohe Geschwindigkeit, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, mangelnde Fahr-, Brems- und Blicktechnik. Dabei überwiegen vor allem Alleinunfälle in Kurven.

Weitere Tipps für einen sicheren Saisonstart

  • Kondition aufbauen: Gute Kondition lässt sich durch Joggen, Wandern oder Radfahren aufbauen und erhalten.
  • Start-Tour: Beginnen Sie mit einer Spazierfahrt. Direkt nach der Winterpause eine 300-Kilometer-Tour abzureißen, ist nicht ratsam.
  • Trocken-Training: Absolvieren Sie vor der ersten Tour ein paar Fahrübungen auf dem Parkplatz.
  • Technik-Check: Prüfen Sie sicherheitsrelevante Bauteile, also Bremsanlage, Elektrik, Reifen, Lenkung und Fahrwerk. Und: Öl- und Bremsflüssigkeit erneuern lassen.
  • Kette: Die korrekte Kettenspannung stellen Sie am besten zu zweit ein: Einer steigt auf, der andere prüft. Kette nicht zu stramm einstellen.

Wann ist die beste Zeit, um wieder Motorrad zu fahren?

Die Motorradsaison beginnt jedes Jahr etwa Anfang März und endet ungefähr Ende Oktober. Das Motorradfahren außerhalb der Saison ist zwar erlaubt, aber aufgrund von schwierigen Wetterverhältnissen sehr gefährlich und deshalb wenig empfehlenswert.

Temperaturen unter 0 sind generell zu meiden. Bei Temperaturen bis 10 solltest du aber auch eher vorsichtig machen, vor allem da der Reifen nicht genug Grip aufbauen kann und deswegen in Kurven das Fahrverhalten schlechter ist. Außerdem ist es bei höherer Geschwindigkeit Sau kalt. Für kurze Strecken sind mir persönlich 2 Grad genug, allerdings fahr ich nirgends wo engere Kurven oder Gefahrenstellen sind.

Fazit

Wenn du diese Tipps gewissenhaft beachtest, sollte einer herrlichen Motorradsaison nichts mehr im Weg stehen. Überprüfe dein Equipment bestehend aus Bike und Bekleidung und überschätze dich nicht selbst.

Aspekt Empfehlung
Motorrad Gründliche Reinigung und technische Überprüfung
Ausrüstung Zustand prüfen, reinigen und ggf. ersetzen
Fahrpraxis Auffrischen durch Übungen und Trainings
Sicherheit Defensive Fahrweise, vorausschauendes Fahren
Zeitpunkt Ab März/April bei geeigneten Temperaturen

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