Ab wann lohnt sich ein E-Bike wirklich?

E-Bikes werden immer beliebter. Während sie vor einigen Jahren eher gelegentlich an uns vorbeigeflitzt sind, entdeckt man sie inzwischen fast überall. Auch im Stadtverkehr sind E-Bikes angekommen und erleichtern mit ihrer Unterstützung kurze und lange Strecken. Daher gilt es abzuwägen, für wen sich ein E-Bike wirklich lohnt. Die Besitzer von herkömmlichen Fahrräder belächeln jedoch sowohl Gewicht des Bikes, als auch die Sperrigkeit.

Für wen lohnt sich ein E-Bike?

Bevor du in ein neues E-Bike investierst, solltest du dir im Vorhinein Gedanken darüber machen, ob sich ein Kauf überhaupt lohnen würde. Hier sind einige Gründe, die für den Kauf eines Elektrofahrrads sprechen:

Körperliche Fitness

Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fit genug bist, Strecken mit einem klassischen Fahrrad zu fahren, solltest du über den Kauf eines E-Bikes nachdenken. Durch die Unterstützung des Motors wird viel Kraft gespart und deine Gelenke werden geschont.

Regelmäßigkeit

Ob tägliches Pendeln zur Arbeit oder regelmäßige Fahrradausflüge am Wochenende, das E-Bike lohnt sich vor allem dann, wenn es regelmäßig genutzt wird.

Nachhaltigkeit

Vor allem in der Stadt lohnt sich ein E-Bike nicht nur aus zeittechnischen Gründen mehr, als ein Auto. Immer mehr Städte sind geplagt von zu starken Abgasen, die vor allem durch Fahrzeuge produziert werden. Das E-Bike mit seinem integrierten Akku trägt dabei zur Luftreinhaltung bei.

Was spricht gegen ein Elektrofahrrad?

Trotz einiger Vorteile des E-Bikes bringt es ebenso einige Nachteile mit sich. Damit du auch hierüber ausreichend informiert wirst, haben wir dir die größten Nachteile des Elektrofahrrads aufgezählt:

Finanzen

Die Preise für ein gutes und qualitatives E-Bike liegen nicht selten im vierstelligen Bereich. Wer sich ein Elektrofahrrad kaufen möchte, sollte deshalb genau überlegen, ob sich eine solche Investition lohnt. E-Bikes sind immer mehr im Kommen: Der Komfort ist hoch, das Tempo auch, ebenso Gewicht und - leider- auch der Preis.

Man sollte schon mindestens 2.000 € in ein gutes E-Bike investieren. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Wer unter diesem von uns genannten Mindestpreis bleibt, fährt oftmals mit einem großen Risiko auf dem Elektrofahrrad. Noch dazu, benötigen die günstigen Pedelecs oftmals mehr Pflege und Reparaturen können um einiges teurer sein, als bei einem hochwertigen E-Bike.

Wer nicht ganz so viel Geld investieren möchte, aber dennoch ein hochwertiges E-Bike auf seiner Wunschliste hat, kann natürlich im Gebraucht-Bereich schauen. Jedoch ist auch dies nicht unbedingt eine gute Alternative, wenn auch erst einmal günstiger. Ein Fahrrad-Akku hält etwa 500 bis 1.000 Ladezyklen, danach geht die Leistungsfähigkeit herunter. Wenn nun ein neuer Akku nötig ist, beläuft sich die Investition hierfür auf ab 500 €.

Unterbringung

Der Kauf eines neuen E-Bikes stellt eine größere Investition dar, die nicht jeder tätigen kann. Daher ist es besonders wichtig, dass dein E-Bike sicher untergebracht werden kann, wenn es nicht gefahren wird. Bevor du dir also ein Elektrobike zulegst, solltest du dir Gedanken darüber machen, wo du es sicher verstauen kannst. Dabei solltest du nicht vergessen, dass das E-Bike durch seinen Akku deutlich mehr Gewicht auf die Waage bringt, als ein klassisches Fahrrad. Dadurch lässt es sich nicht mal eben in den Keller tragen.

Die meisten Pedelecs wiegen aber doch noch um die 20 kg, viele noch um einiges mehr. Dieses Gewicht kommt logischerweise durch den Motor und den Akku zustande. Wichtig ist auch, das in dem sicheren Abstellbereich Ihres E-Bikes ein Stromanschluss vorhanden ist. Nur so können Sie den Akku zwischendurch immer mal wieder direkt laden. Sonst ist es zwingend nötig, dass der Akku vom Pedelec entnommen werden kann und somit nicht fest im Rahmen verbaut ist.

Ein hochwertiges und teures E-Bike möchte man auch wirklich sicher abgestellt wissen. Somit fällt das Abstellen des E-Fahrrades zu Hause im Gemeinschafts-Fahrradkeller, im Innenhof oder gar vor dem Haus an der Straße von vorneherein raus. Ein Diebstahl - trotz hochwertigem und sicherem Fahrradschloss - ist wohl abzusehen. Somit wäre nur die eigene Wohnung als sicherer Raum zu sehen. Aber jeden Tag die Treppen mit einem schweren und vor allem sperrigen E-Bike hoch zu laufen.

Geringere Ausdauer-Punkte

Das Fahren mit dem E-Bike bringt ebenso dein Herz-Kreislauf-System in Schwung wie das Fahren mit einem klassischen Fahrrad ohne Unterstützung eines Motors. Diese Unterstützung beansprucht deine Ausdauer jedoch nicht in einem Ausmaß, wie es das Fahren mit einem klassischen Fahrrad tut.Wenn du deine körperliche Fitness mit dem Fahrradfahren verbessern möchtest, solltest du daher auf ein Fahrrad zurückgreifen, das keinen integrierten Motor hat.

Sicherheit

Leider belegtes die Statistik der letzten Jahre, es werden immer mehr E-Biker in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. Vor allem Senioren geraten immer wieder in solche Unfälle. Speziell ältere Menschen können mit der Schnelligkeit durch die Unterstützung des Elektromotors nicht so gut umgehen und sind in ihren Fähigkeiten dann schnell überfordert. Vor allem für die „silberne Generation“ ist es wichtig, sich - vor dem Kauf - ganz behutsam mit einem Elektrofahrrad vertraut zu machen, die Technik zu erfahren und zu erleben und das Tempo optimal zu ihrem Sicherheitsgefühl anzupassen. Generell sollte man sich als Leitsatz merken, dass Kinder unter 14 Jahren nicht auf ein E-Bike gehören. In diesem Alter können Sie die höheren Geschwindigkeiten noch nicht einschätzen und verlieren daher gegebenenfalls die Kontrolle über das Fahrrad. Solche Unfälle müssen unbedingt zu vermieden werden.

Wann lohnt sich ein E-Bike nicht?

E-Bikes sind vergleichsweise teuer. Das offensichtlichste Manko zuerst: E-Bikes sind teurer als klassische Fahrräder. Je nachdem, für welches E-Bike-Modell man sich interessiert, unterscheiden sich die Preise zwischen Fahrrädern mit und ohne elektrische Unterstützung gewaltig. Und auch, wenn es inzwischen viele vergleichsweise günstige Angebote für E-Bikes gibt, sollten diese genau unter die Lupe genommen werden. Meistens gehen mit dem niedrigeren Preis Abstriche in Stabilität, Komfort und Ausstattung einher.

Zwar sagt man E-Bikes nach, sie seien ideal für jeden, dem es an körperlicher Fitness fehlt, doch das greift etwas zu kurz. Aus diesem Grund eignet sich ein E-Bike nicht für Menschen, die sich die Handhabung eines schweren Fahrrads körperlich nicht zutrauen oder die ihr Rad regelmäßig rauf in die Wohnung tragen müssen.

Falls du überlegst, dir ein E-Bike anzuschaffen, solltest du dir vorher Gedanken über einen sicheren Stellplatz machen. Denn dass E-Bikes beliebt und dementsprechend viel wert sind, wissen auch Fahrraddiebe nur zu gut. Am besten ist das E-Bike in einem Schuppen oder einem abschließbaren Fahrradkeller aufgehoben. Hast du keine Möglichkeit, dein Fahrrad sicher unterzustellen, lohnt sich der Kauf eines E-Bike für dich daher möglicherweise eher nicht.

E-Bike Typen

City-E-Bike

Das City-E-Bike ist konzipiert, um möglichst bequem und wartungsfrei kürzere Strecken zurückzulegen - wobei auch längere Strecken für City-Bikes kein großes Problem mehr darstellen. City-E-Bikes sind ausgestattet mit Gepäckträger, Lichtanlage und breiter Bereifung, die oftmals besonders pannensicher ist, sowie Schutzblechen, damit man auch bei schlechtem Wetter geschützt fahren kann. In der Regel werden Nabenschaltungen eingesetzt, in manchen Fällen auch Kettenschaltungen.

Commuter-E-Bike

Die Commuter-E-Bikes sind in aller Regel leichte, elegante E-Bikes, dazu gedacht, innerhalb urbaner Räume schnell und elegant von A nach B zu kommen. In der Regel werden an diesen Fahrrädern hochwertige Komponenten verbaut. Als Antriebe werden sowohl Mittelmotoren als auch Hinterradnabenmotoren verwendet. Letztere ermöglichen ein dezentes Erscheinungsbild, sodass viele Commuter-Bikes auf den ersten Blick nicht als E-Bike erkannt werden.

E-Faltrad

Das E-Faltrad kommt besonders im städtischen Bereich zum Einsatz. Sein Vorteil liegt, insbesondere im gefalteten Zustand, in den geringen Ausmaßen. Dadurch nimmt es in der Wohnung wenig Platz weg. Doch auch bei Pendlern ist es für die „letzte Meile“ sehr beliebt. Ein Faltrad ist zwar klein - aber nicht zwingend leicht: Akku, Motor und der stabile Rahmen ergeben oftmals ein Gewicht von 25 kg oder mehr. Ein hochwertiges Faltrad muss jedoch kein Notbehelf sein und kann auch als vollwertiges „Erstrad“ dienen.

E-Lastenrad

In dicht besiedelten Bereichen in Großstädten erfreut sich das E-Lastenrad immer größerer Beliebtheit. Anstelle eines Zweitwagens oder auch generell eines Autos ist es möglich, mit einem Lastenrad gut in der Stadt unterwegs zu sein. E-Lastenräder verfügen in der Regel über Mittelmotoren. Es gibt einspurige und zweispurige E-Lastenräder. Die Ladung ist meist zwischen Lenker und Vorderrad platziert.

E-Mountainbike

Die größte Entwicklung innerhalb der letzten Jahre hat die Kategorie der E-Mountainbikes hinter sich gebracht. Das E-Mountainbike bietet durch seine robuste Bauweise einen sehr breiten Einsatzbereich, ist allerdings in der Regel nicht straßenverkehrstauglich ausgerüstet. Als Antrieb hat sich beim E-MTB der Mittelmotor durchgesetzt. Das liegt daran, dass dieser Antrieb auch an langen Anstiegen am besten mit einer gut abgestuften Kettenschaltung funktioniert.

Trekking-E-Bike

Trekking-E-Bikes sind die Allrounder unter den E-Bikes. Mit ihnen ist praktisch jeder Einsatz möglich. Die Sitzposition ist meist entspannt, tourentauglich aufrecht. Trekking-E-Bikes verfügen über eine umfangreiche Ausstattung mit Schutzblech, Lichtanlage, Klingel, größtenteils breiter, pannensicherer Bereifung und einem robusten Gepäckträger, der für hohe Lasten ausgelegt ist. Als Antriebe werden mehrheitlich Tretlagermotoren eingesetzt, seltener sind Hinterradnabenmotoren zu finden. Bei den Schaltungen werden 10- oder 11-Gang-Kettenschaltungen verbaut. Oftmals werden auch Nabenschaltungen genutzt.

Motorpositionen

Motoren findest du an E-Bikes vorne an der Gabel, in der Mitte am Tretlager oder hinten an der Nabe. Heckmotoren haben ihre Vor-, und Nachteile und überzeugen vor allem durch die direkte Kraftübertragung auf das Hinterrad. Wir empfehlen allerdings E-Bikes mit Mittelmotoren, da sie sich als leise, zuverlässig und verschleißarm erwiesen haben und das Fahrverhalten kaum beeinflussen.

Frontmotor

Der Frontmotor kann als Klassiker unter den Antriebsarten bezeichnet werden. Der Vorteil eines E-Bikes mit Frontnabenmotor ist, dass Ketten- oder Nabenschaltungen verwendet werden können. Das ungewohnt hohe Gewicht des Vorderrads kann beim Tragen eine Herausforderung sein. Durch die Position des Antriebs im Vorderrad ist es nur mit hohem technischem Aufwand möglich, ein natürliches Tret- und Fahrgefühl zu erzeugen.

Mittelmotor

Der Mittelmotor ist zwischen den Pedalen eingebaut. Mittelmotoren sind bekannt für enorme Unterstützungswerte: Die Motoren leisten meist zwischen 65 und 100 Newtonmeter. Ein Mittelmotor sorgt meist für ein natürliches Fahrgefühl.

Hinterrad-Nabenmotor

Beim Hinterrad-Nabenmotor gibt es zwei Bauarten: Motor ohne Getriebe und Motor mit Getriebe. Der Hinterrad-Nabenmotor ohne Getriebe ist besonders leise, aber sehr groß. Beide Bauarten bringen etwa 40 bis 50 Newtonmeter Drehmoment auf. Das erscheint im Vergleich zu den 100 Newtonmetern beim Mittelmotor als geringe Leistung. Beide Naben-Motorentypen neigen bei starken Steigungen zur Überhitzung und zu entsprechenden Leistungsverlusten.

Akkus

Die Akkukapazität ist ein wichtiger Indikator für die Reichweite des E-Bikes. Je größer die Akkukapazität, desto weiter kommst du - aber auch Gewicht und Preis steigen. Während in den Anfängen der E-Bikes Gepäckträgerakkus üblich waren, wird der Akku heute meist im Rahmen integriert. In-Tube-Akkus ermöglichen eine elegante, unauffällige Integration des Akkus in den Rahmen. Es gibt dabei entweder herausnehmbare oder fest im Rahmen verbaute Akkus. Der Vorteil bei fest verbauten Akkus ist eine schlankere Form der Rahmenrohre, der größte Nachteil ist, dass der Akku zum Laden nicht entnommen werden kann. Das wiederum ist bei herausnehmbaren In-Tube-Akkus nicht möglich.

Die Akkus beim E-Bike sind in der Regel Lithium-Ionen-Akkus. Lithium-Ionen-Akkus haben eine lange Lebensdauer und können hunderte Lade- und Entladezyklen durchlaufen, bevor sie als defekt gelten.

E-Bike, Pedelec und S-Pedelec

Zum Abschluss nur noch eine kleine Erläuterung der Bezeichnung E-Bike, Pedelec und S-Pedelec. Allen voran: Jedes Fahrrad, welches mit einem Elektromotor ausgestattet ist, wird als E-Bike bezeichnet. Dann geht es quasi ins Feintuning: Treibt der Motor das Fahrrad alleine an? Oder wird lediglich die Tretbewegung des Fahrers unterstützt? Dann handelt es sich um ein Pedelec. Bei dem S-Pedelec handelt es sich um eine weitere Sonderform. Hier gibt es eine Motorunterstützung für den Fahrer bis zum Tempo von 45 km/h. Aufgrund dieser höheren Geschwindigkeit, ist hier ein Versicherungskennzeichen und auch ein Helm gesetzlich vorgeschrieben. S-Pedelecs dürfen nicht auf dem Fahrrad-Weg, sondern nur auf der Straße gefahren werden. Ebenso sind Waldwege oder Fußgängerzonen, in denen es Freigaben für Fahrräder gibt, absolutes Tabu für S-Pedelecs.

Fazit

Ob sich ein E-Bike für dich lohnt oder nicht, hängt also von vielen verschiedenen Faktoren ab. Trotz höherem Gewicht und Preis - eine Fahrt mit dem E-Bike ist insgesamt natürlich deutlich komfortabler als Fahrradfahren ohne elektrische Unterstützung. Besonders, wenn es bergauf geht, hilft der Akku dabei, schnell voranzukommen, ohne ins Schwitzen zu geraten. Aber auch auf flachen Strecken schont der Motor die Muskelkraft, sodass man länger durchhält und schneller ans Ziel kommt. Ein E-Bike lohnt sich also vor allem für Menschen, die das Rad als Alternative zum Auto nutzen und somit viele (lange) Strecken bewältigen und Besorgungen erledigen möchten.

Beispiele für E-Bikes

Die hier vorgestellte Auswahl an E-Bikes zeigt, dass für jeden Anspruch das passende Modell existiert. Ob für urbane Wege, als platzsparendes Faltrad oder für ambitionierte Mountainbike-Touren. E-Bikes bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten und unvergessliche Fahrerlebnisse. Jetzt bist du dran: Finde aus dem vielfältigen Angebot das passende E-Bike für dich heraus.

Einige Beispiele für E-Bike-Modelle

Modell Motor Akkukapazität Schaltung Bremsen Besonderheiten
Fischer City CITA 2.2i Bafang Mittelmotor 522 Wattstunden 3-Gang Shimano mechanische Felgenbremsen, Rücktrittbremse Ideal für flaches Gebiet
Riese & Müller Swing City Bosch Active Line Plus Mittelmotor 500 Wattstunden 8-Gang-Nabenschaltung Magura hydraulische Felgenbremsen, Rücktrittbremse Exzellente Bremsleistung
Fischer Electric Folding Bike Hinterrad-Nabenmotor - - - Kommt mit Schutzblechen, Gepäckträger und Lampe
Tern Vektron Q9 Bosch Active Line Plus Mittelmotor 400 Wattstunden - Hydraulische Scheibenbremsen Ideal für den täglichen Einsatz
Cube Reaction Hybrid SLT Bosch Performance Line CX Gen4 522 Wattstunden 10-Gang-Schaltung - Gut gerüstet für unwegsames Gelände

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