93 % der Unfallopfer waren Kraftradfahrende oder -mitfahrende, aber 66,4 % dieser Unfälle wurden von Pkw-Fahrenden verursacht. Weil Auto und Motorrad ungleiche Partner im Straßenverkehr sind. Basierend auf der Fahrleistung ist das Risiko eines Motorradfahrenden, an einem Unfall beteiligt zu sein, vier Mal höher als bei anderen Verkehrsbeteiligten. Auch das Verletzungsrisiko ist bei Motorradfahrenden erhöht. Ein möglicher Grund liegt darin, dass Krad-Fahrende so gut wie keine passiven Schutzvorrichtungen wie Airbags, Gurte oder Knautschzonen der Karosserie haben.
Gefahren und Herausforderungen beim Abbiegen mit dem Motorrad
Neben Alleinunfällen, bei denen Motorradfahrende von der Fahrbahn abkommen, kommt es häufig zu Kollisionen mit Pkw. Sie wirken wegen ihrer schmalen Silhouette zwar klein, haben aber ein großes Beschleunigungsvermögen und kommen oft schneller nah, als Autofahrende vermuten. Auf kurvenreichen Strecken benötigt ein Motorradfahrender in Schräglage beinahe so viel Platz wie ein Pkw. Schneiden Sie deshalb niemals unübersichtliche Kurven!
Viele Neulinge unterschätzen die Komplexität beim Abbiegen aus dem Stand, die sich aus den zahlreichen Parametern ergibt. Da du auf engstem Raum binnen kürzester Zeit deine Geschwindigkeit von null auf etwa 30 km/h steigerst, muss deine Fahrlinie und Schräglage äußerst präzise darauf abgestimmt werden. Beim Abbiegen nach rechts setzt der Gegenverkehr schlimmstenfalls die tödliche Grenze, solltest du ungeplant weit gehen. Beim Abbiegen nach links setzt dir der Straßenrand gefährliche Grenzen, solltest du ungeplant weit gehen.
Der schlimmste Fall ist, wenn du komplett die Kontrolle über die Beschleunigungsleistung deines Motors und somit über dein Motorrad verlierst: Die Kraft des Motors wird dir den Lenker in Händen gerade richten und schießt dich in Richtung des anderen Straßenrands. Selbst 48PS-Motorräder der Führerscheinklasse A2 können nach 7 Metern, was ungefähr der Breite durchschnittlicher Nebenstraßen entspricht, bereits 30 km/h erreichen.
Typische Fehler von Motorradanfängern
Anfänger passen Kurvengeschwindigkeit oft nicht korrekt an oder sie wählen Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal. Grund hierfür ist die fehlende Erfahrung. Vor allem sollten Neulinge auf dem Bike darauf achten, nicht auf die Gegenfahrbahn zu geraten, wenn die Straße in eine Kurve übergeht.
Das eigene Motorrad nicht rangieren zu können, ist ein unangenehmer Fehler, der vor allem Neulingen schnell passiert. Sie fühlen sich von den erfahrenen Bikern beobachtet, wenn das Motorrad aus der Parklücke geschoben werden soll und wollen es schnell hinter sich bringen. Ein falscher Winkel und das Motorrad verliert seine Balance.
Fahranfänger auf dem Motorrad sollten unbedingt darauf achten, sich das korrekte Blinken anzugewöhnen. Die einen vergessen komplett zu blinken, die anderen stellen den Blinker nach dem Abbiegevorgang nicht wieder aus.
Auch wenn die Fahrstunden gut liefen und die Prüfung bestanden ist, solltet ihr nun zunächst Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln, bevor ihr lange Touren auf eurem Motorrad plant.
Motorrad-Neulinge verkrampfen schnell in einer unbequemen Position, weil sie nicht an ihre Sitzposition denken. Ob beim Bremsen oder beim Einfahren in Kurven - auf die richtige Körperhaltung kommt es an.
Eine Idee, die Fahranfänger vor eine besondere Herausforderung stellt, weil sich das Verhalten der Maschine komplett ändern wird. Auch das Fahren mit Beifahrer sollte trainiert werden, bevor ihr zu einer längeren Ausfahrt startet.
Tipps für sicheres Abbiegen
Um mit dem Motorrad richtig Kurven zu fahren, fährt man mit einer angemessenen Geschwindigkeit in die Kurve ein, indem zuvor gleichmäßig abgebremst wird. In der Fahrschule lernen Motorradfahrer, auf welcher Linie sie die Kurve durchfahren sollen.
Wichtig ist, dass immer ein konstanter Zug auf dem Antriebsstrang ist. Wenn das Motorrad zu kippen droht, gebe ich etwas mehr Gas bzw.
Das Abbiegen aus dem Stand solltest du locker beherrschen, da es beim Motorradfahren häufig notwendig ist. So erleichterst du dir dieses komplexe Manöver und lernst es bis zur Perfektion.
Du merkst schon, welch wichtige Rolle die Feinsensorik und Feinmotorik deiner linken Hand und das Vorwegnehmen der Folgen des Fingerspreizens dieser Hand hat. Beim Motorrad kontrollierst du die Beschleunigung am besten über das gefühlvolle Einkuppeln. Je nach Steigung der Stelle, von der du wegfährst, brauchst du bei beiden Methoden die richtige Gasgriffstellung.
Beginne zunächst einmal damit, dass du dich in einem Abstand von circa fünf Metern vor der Schnur mit deinem Motorrad hinstellst und versuche vor der Schnur abzubiegen. Schaffst du es, stell dich beim nächsten Mal 50 cm näher hin. Du wirst wahrscheinlich in deinem Leben auf öffentlichen Verkehrsflächen nie weniger als 250 cm zum Abbiegen brauchen.
Motorrad etwas in die entsprechende Richtung abkippen lassen. Den Tipp mit dem Absetzen des richtigen Fußes gab mir mein Fahrlehrer auch.
Ich hab beim Fahrlehrer (nebst den oben genannten Punkten) noch gelernt, dass ich die Hinterradbremse beim langsamen Fahren etwas gedrückt halte (und keinesfalls die Vorderbremse!!). Dadurch, dass die Bremse hinten etwas zieht, wird die Front beim Anfahren und langsamen abbiegen (oder auch im Kreisverkehr) nach oben gezogen. Dadurch kannst du stabiler fahren.
Ich mache es so: wenn es sich einrichten lässt, halte ich so an, dass das Motorrad schon etwas in die Richtung zeigt, in die ich abbiegen will. Natürlich ist das nicht immer möglich, z.B.
Weitere Tipps für Motorradfahrer
- Bedenken Sie: Motorräder sind nicht wendiger als Autos und haben auch keinen kürzeren Bremsweg. Im Gegenteil.
- Auch bei optimaler Spiegeleinstellung bleiben "tote Winkel". Werfen Sie deshalb vor jedem Spurwechsel, Abbiegen oder Überholvorgang einen bewussten Sicherungsblick über die Schulter. Blinken Sie stets rechtzeitig.
- Schauen Sie in Einmündungsbereichen und an Kreuzungen lieber zweimal zu viel als einmal zu wenig. Beachten Sie vor allem: Die vordere Dachsäule ("A-Säule") Ihres Autos verdeckt nur allzu gern den Blick auf seitlich herannahende Motorräder.
- Schauen Sie vor einem Spurwechsel, vor einem Überholmanöver oder beim Wenden lieber zweimal in den Spiegel und über die Schulter. Ein Motorrad wird leicht übersehen.
- Bleiben Sie gelassen, wenn ein Motorradfahrender überholt. Er braucht dafür weniger Strecke, als Sie annehmen.
- Bringen Sie Ihr Navigationsgerät nicht mittig unten an der Frontscheibe an. Vor Kreuzungen Tempo reduzieren, bremsbereit sein, Augenkontakt suchen.
- Vertrauen Sie grundsätzlich nicht auf die eigene Vorfahrt.
- Fahren Sie immer so, dass Sie an Kreuzungen für wartende Autofahrende gut sichtbar sind. Halten Sie also Abstand zu größeren Autos vor Ihnen, fahren Sie gegebenenfalls "auffällig", indem Sie durch eine kurze Lenkbewegung geringfügig Ihre Fahrspur ändern.
- Meiden Sie bei mehrspurigem Kolonnenverkehr den Bereich seitlich hinter anderen Fahrzeugen. Sie befinden sich dort im toten Winkel.
- Vorsicht bei haltenden Pkw am Straßenrand. Blinksignale links können ein Einfädeln in die Fahrspur, aber auch ein Wendemanöver ankündigen.
- Überholen Sie Kolonnen nur dann, wenn Sie ein Wende- oder Überholmanöver eines vor Ihnen fahrenden Autos ausschließen können.
- Rechnen Sie auf Landstraßen mit überholenden Autos im Gegenverkehr.
- Fahren Sie in Linkskurven nicht zu weit innen. Durch die Schräglage ragt Ihr Körper sonst in die Gegenspur.
Für Auto- und Motorradfahrende gilt: Fahren Sie defensiv, respektieren Sie die Verkehrsregeln. Und machen Sie sich fit für Gefahrensituationen.
Ausrüstung und Sicherheit
Kein verantwortungsvoller Biker würde ohne seine robuste Motorradkombi aufs Motorrad steigen - auch nicht im Sommer. So mancher Anfänger scheint seine Maschine oder sein Können jedoch zu überschätzen. Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung.
Zu empfehlen ist entweder eine Kombi oder eine Motorradjacke in Kombination mit einer langen Motorradhose. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt. Denkt immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!
Übung macht den Meister
Der Kreisverkehr ist eine gute Übung für sauberes Fahren. Um die nötige Lockerheit im Kreisverkehr zu erreichen, sollten Anfänger auf eine flüssige Linie achten.
Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitstraining. Bei einem neuen Motorradrad macht ihr euch vor der Fahrt genau mit den Bedienelementen vertraut.
Schlussfolgerung
Indem Motorradfahrer diese Tipps beherzigen und kontinuierlich üben, können sie ihre Fähigkeiten verbessern, sicherer im Straßenverkehr unterwegs sein und die Freude am Motorradfahren unbeschwert genießen.
Für den Fall, dass es Dir in Deiner Ausbildung ähnlich geht oder gegangen ist und/oder Du noch Anfängerin bist, habe ich unten dieses kleine Video erstellt. Kupplung bis zum Schleifpunkt kommen lassen. Ich habe das Video bereits vor diesem Artikel über meine Social Media Kanäle geteilt. Reaktionen von Frauen durchweg positiv oder neutral. Es gab Anmerkungen dazu, ob man es schon so gelernt hat oder dass man sich die Finger dabei verknotet ...
Reaktionen von Männern: Hauptsächlich herablassend, überheblich, besserwisserisch, sich lustig machend, Unverständnis. Ich frage mich, ob sie sich über diverse andere Youtube Videos zum Anfahren mit dem Motorrad, erstellt von Männern, auch so lustig gemacht hätten.
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