Die Unterkategorie „Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren“ gehört zur Hauptkategorie Verhalten im Straßenverkehr und umfasst grundlegende Manöver, die täglich von Verkehrsteilnehmern ausgeführt werden. Obwohl diese Manöver oft als Routine angesehen werden, bergen sie erhebliche Risiken, wenn sie nicht korrekt oder rücksichtsvoll durchgeführt werden. Abbiegen ist eines der häufigsten Fahrmanöver und erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Grundlagen des Abbiegens
Beim Abbiegen muss der Fahrer frühzeitig seine Absicht anzeigen, indem er den Blinker setzt. Dies signalisiert anderen Verkehrsteilnehmern, wohin er fahren möchte. Beim Rechtsabbiegen gilt es, den Schulterblick nicht zu vergessen, um Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel zu erkennen. Linksabbiegen erfordert zudem eine klare Einschätzung des Gegenverkehrs und eine vorausschauende Fahrweise.
Wichtig ist: Wer richtig abbiegen möchte, muss vorausschauend fahrend, den Verkehr im Blick haben und rechtzeitig blinken. Mit einem rechtzeitig gesetzten Blinker signalisierst du anderen die beabsichtigte Änderung der Fahrtrichtung. Diese können sich entsprechend auf dein Vorhaben einstellen. Setze den Blinker unbedingt rechtzeitig, bevor du abbiegen möchtest.
Blinken musst du übrigens immer, wenn du deine Richtung änderst: Beim Abbiegen sowieso, beim Einfahren in ein Grundstück, wenn du einer abknickenden Vorfahrtstraße folgst, beim Wechseln von Fahrstreifen und beim Verlassen von Kreisverkehren. Manchmal ist aber auch ein gesetzter Blinker das Problem - wenn er nämlich im falschen Moment betätigt wird.
Die grundsätzliche Reihenfolge beim Abbiegen oder Fahrstreifenwechsel ist ganz einfach: Außenspiegel - Blinker - Schulterblick (Eselsbrücke: ABS). Zuerst schaust du sowohl beim Einordnen als auch beim Abbiegen in den Rückspiegel: Wird der Verkehr durch deinen Abbiegevorgang behindert? Mit dem Spiegelblick kontrollierst du, ob der nachfolgende Verkehr dir beim Abbiegen in die Quere kommen könnte. Danach setzt du den Blinker rechtzeitig, also so, dass den anderen noch genug Reaktionszeit bleibt, sich auf dein Manöver einzustellen. Bevor du abbiegst, kontrollierst du noch mit einem Schulterblick nach rechts oder links, ob neben dir im toten Winkel noch ein Verkehrsteilnehmer ist.
Sicherheit beim Motorradfahren in der Gruppe
Steigende Temperaturen und strahlender Sonnenschein locken viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wieder auf die Straßen. Besonders beliebt sind gemeinsame Ausfahrten auf kurvenreichen Landstraßen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn das Unfallrisiko ist hoch. Bei aller Freude über die Tour mit Freundinnen und Freunden sowie die schönen Strecken sollten alle die möglichen Gefahren kennen und entsprechend umsichtig fahren. Gerade bei Gruppenausfahrten lauern zusätzliche Gefahren. Wie lassen sich diese minimieren und was gilt es bei Gruppenausfahrten zu beachten?
Regeln für das Fahren in der Gruppe
Für eine Motorrad-Gruppenfahrt gibt es in der Regel eine vorab ausgemachte Formation, die es einzuhalten gilt. Dabei fährt z.B. der Kolonnenführer, der sogenannte Tourleader, an erster Stelle und gibt das Fahrtempo für die Gruppe vor. Zudem wird grundsätzlich versetzt gefahren, um den notwendigen Sicherheitsabstand zwischen den Motorrädern zu gewährleisten. Grundsätzlich ist z.B. jeder für das eigene sowie jeweils folgende Fahrzeug verantwortlich und soll Probleme mit entsprechenden Signalen (Hupen, Lichtzeichen etc.) geltend machen. Neben diesen Motorrad-Gruppenfahrregeln gibt es aber auch weiteres zu beachten. Das betrifft z.B. Regeln zum Überholen oder zur Gruppenreihenfolge.
Da der Kolonnenführer in einem Motorradkonvoi die größte Verantwortung trägt, sollten generell die erfahrensten Piloten in der Gruppe die Kolonnenspitze und das -ende besetzen, schreibt der TÜV Rheinland. Denn der Kolonnenführer trage die Verantwortung für Strecke und Tempo und sollte auf Landstraßen nicht schneller als 80 km/h fahren, damit die Gruppe zusammenbleibt. Aus dem gleichen Grund seien Fahranfänger und diejenigen mit der geringsten Fahrpraxis oder dem leistungsschwächsten Motorrad direkt hinter dem Frontmann im Konvoi einzureihen. Zudem sollte die festgelegte Reihenfolge stets eingehalten werden, raten die Experten des TÜV. So seien Überholvorgänge untereinander im Sinne der Sicherheit für die gesamte Gruppe ein absolutes Tabu.
Auf geraden Strecken und Autobahnen sollten Motorradfahrer versetzt fahren, den Blickkontakt nach vorne und hinten halten sowie auf den Sicherheitsabstand achten, empfiehlt der TÜV. Schon vor dem Start sei es außerdem sinnvoll, den Streckenverlauf, die Pausen, einige Tankintervalle und Handzeichen zu vereinbaren sowie Handynummern für Notfälle auszutauschen. Während der Fahrt sollten die Biker plötzliche Tempoverschärfungen und abruptes Abbremsen vermeiden, denn überraschende Tempowechsel könnten für die Gruppenmitglieder gefährlich sein. Besonders vor Ortschaften und Kreuzungen sei es ratsam, das Tempo frühzeitig zu reduzieren und Richtungswechsel rechtzeitig durchs Blinken anzuzeigen. Zudem sollten sich Motorradfahrer beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer keinesfalls auf den Vordermann verlassen.
10 Tipps für maximalen Fahrspaß und Sicherheit
- Routenplanung: Wählen Sie eine Strecke, die allen Beteiligten gerecht wird. Diese sollte nicht zu anspruchsvoll sein, um niemanden zu überfordern.
- Gruppengröße: Je kleiner die Gruppe, desto besser. Bei größeren Gruppen empfiehlt es sich, sich in mehrere kleinere Untergruppen aufzuteilen.
- Reihenfolge: Erfahrene Fahrerinnen und Fahrer sollten die Gruppe anführen und abschließen. Weniger Geübte sollten sich in der Mitte einreihen.
- Kommunikation: Besprecht vor der Fahrt das geplante Vorgehen und die Regeln in der Gruppe. Bei größeren Gruppen können Sprechfunkgeräte hilfreich sein.
- Abstand halten: Halte genügend Abstand zur Vorderfrau oder zum Vordermann.
- Überholvorgänge vermeiden: Gegenseitiges Überholen innerhalb der Gruppe sollte tabu sein.
- Pausen einplanen: Regelmäßige Pausen beugen Konzentrationsverlust und Übermüdung vor.
- Tempolimits einhalten: Auch wenn es in der Gruppe Spaß macht, müssen die Geschwindigkeitsbegrenzungen unbedingt eingehalten werden.
- Defensiv fahren: Die wichtigste Regel lautet: Fahre immer so, dass du jederzeit anhalten kannst.
- Ausrüstung: Neben dem fahrerischen Können ist auch die richtige Ausrüstung für die Sicherheit entscheidend.
Weitere wichtige Punkte
- An Kreuzungen, in der man in eine vorfahrtberechtigte Straße einbiegt, halte ich kurz. So kann ich die Truppe wieder etwas sammeln.
- Beim Überholen gilt das gleiche: Jeder überholt nach seinen Möglichkeiten - kein blindes Hinterherfahren! Es wird zügig überholt.
- Nach dem Überholvorgang sollte man sich ganz rechts am Fahrbahnrand einordnen und nicht abrupt den Gashahn zudrehen oder bremsen, sondern flüssig weiterfahren.
- Beim Abbiegen blinken alle Gruppenmitglieder, sobald vorne erkennbar geblinkt wird. Jeder stellt sicher, dass sein Hintermann sieht, dass abgebogen wird.
Die Gruppenreihenfolge
Vor der Abfahrt werden durch den Tourguide die Positionen innerhalb der Gruppe verteilt bzw. die Wünsche abgefragt. Wir handhaben das so, dass die erfahreneren Teilnehmer vorne fahren, sodass sich niemand von hinten bedrängt fühlt. Es spielen neben der Fahrerfahrung der Teilnehmer auch die Leistung der Motorräder und die Streckenführung der Etappe Beachtung (manche fahren generell am liebsten hinten z.B.). Innerhalb der Gruppe wird während der Etappe untereinander nicht überholt! Ein eventuell notwendiger / gewünschter Tausch der Position innerhalb der Gruppe kann bei der nächsten Pause (ggf. mit dem Tourguide) besprochen werden.
In der Gruppe gilt eine feste Reihenfolge der FahrerInnen. Hinter dem Guide fährt das schwächste Mitglied der Gruppe. Das kann die schwächste Maschine sein, Unsicherheiten, geringe Fahrpraxis oder was auch immer. Sollten mehrere schwächere FahrerInnen dabei sein, kann man diese in der Gruppe abwechselnd hinter einer erfahrenen Fahrerin / einem Fahrer platzieren. Wenn es die Strecke zulässt, sollte möglichst versetzt gefahren werden. Somit kann man die Länge der Gruppe reduzieren. Der Tourguide hat einen besseren Überblick.
Verhalten bei Problemen
Sollte jemand mal "verloren" gehen, aus welchem Grund auch immer, bleibt er stehen und versucht, den Tourguide über das Handy zu erreichen. Auf keinen Fall sollte man "blind" weiterfahren, da man dadurch im schlechtesten Fall schnell eine relativ große Entfernung zwischen sich und die Gruppe bringt! Jedes Gruppenmitglied sucht seinen Hintermann regelmäßig im Rückspiegel (besonders nach Ampeln, Kreuzungen und Überholmanövern). Fehlt er, gibt er wenn möglich dem Vordermann ein Signal (durch hupen, blinken etc.) und sollte an geeigneter Stelle anhalten. Diese Vorgehensweise wird ggf. bis zum Tourguide fortgesetzt. Nur dieser fährt zurück, um die Situation zu klären (wenn alle auf der Straße wenden, ist die Unfallgefahr zu groß).
Sanktionen bei Verstößen
Motorrad-Gruppenfahrten sind zwar nicht gesondert in etwaigen Bußgeldkatalogen aufgeführt, jedoch sind bei solchen Fahrten auch der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie den geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen Folge zu leisten. Halten Sie bspw. Abstände zu anderen Fahrzeugen nicht ein oder überschreiten die zulässige Geschwindigkeit, können je nach Grad des Verstoßes Bußgelder, Punkte in Flensburg und bei schwerwiegenden Verstößen Fahrverbote drohen.
Anmeldung einer Motorrad-Gruppenfahrt
Es gibt für die Anmeldung einer Motorrad-Gruppenfahrt keine einheitliche Regelung oder eine generelle Pflicht, diese zu registrieren. Die Verwaltungsvorschrift (VwV) zur StVO sieht in § 30 Abs. 5 und Abs. 6 lediglich vor, dass „motorsportliche Veranstaltungen“ mit 30 oder mehr Kraftfahrzeugen beim „Fahren im geschlossenen Verband„ eine Erlaubnis dafür benötigen. Im Zweifelsfall sollten Sie bei einer großen Gruppe vorab (idealerweise schon ein paar Monate im Voraus) bei der Polizei oder dem Ordnungsamt anfragen, inwiefern eine Anmeldung notwendig ist.
Maximale Gruppengröße
Das Gesetz schreibt für die Größe einer Motorrad-Gruppenfahrt prinzipiell keine konkrete Maximalanzahl vor. Sie können sich also nicht dafür strafbar machen, sollten Sie in einer größeren Gruppe unterwegs sein. Es ist allerdings aus praktischen Gründen empfohlen, dass die Anzahl der Gruppenmitglieder nicht zu groß ist, um ein unkompliziertes, zügiges Vorankommen zu garantieren.
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