Abenteuer Motorrad Reisen: Tipps für unvergessliche Touren

Für viele Motorradfahrer ist der Gedanke an lange, weite Straßen, die sich durch spektakuläre Landschaften schlängeln, der Inbegriff dessen, was es bedeutet, ein Biker zu sein. Unsere Motorradtouren bieten ein atemberaubendes Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das kaum eine andere Reiseart bieten kann. Wer auf seiner Motorradtour keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, der sollte vor jedem Start einen Kurzcheck machen.

Motorrad-Grundcheck vor jeder Fahrt

Schon beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule wurde die Wichtigkeit der Überprüfung der "3 großen B" ins Hirn der künftigen Motorradfahrer eingebrannt: Beleuchtung, Bereifung und Bremsen. Sehen und gesehen werden ist eine wichtige Voraussetzung für sicheres Motorradvergnügen. Denken Sie daran, dass eine ordnungsgemäße Beleuchtung nicht nur gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern auch Ihre Sicherheit auf der Straße gewährleistet.

Beleuchtung prüfen

Hier sind einige Schritte, die Sie befolgen können:

  • Scheinwerfer: Überprüfen Sie, ob der Scheinwerfer richtig funktioniert. Schalten Sie das Motorrad ein und prüfen Sie, ob sowohl das Abblendlicht als auch das Fernlicht funktionieren.
  • Blinker: Testen Sie sowohl die vorderen als auch die hinteren Blinker. Stellen Sie sicher, dass sie deutlich sichtbar sind und in der richtigen Frequenz blinken.
  • Bremslichter: Überprüfen Sie, ob die Bremslichter aufleuchten, wenn Sie die Bremsen betätigen. Dies sollte sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterradbremse gelten.
  • Rücklicht/Positionslicht: Stellen Sie sicher, dass das Rücklicht/Positionslicht funktioniert und klar sichtbar ist.
  • Kennzeichenbeleuchtung: Die Kennzeichenbeleuchtung sollte Ihr Kennzeichen klar und deutlich beleuchten.
  • Kontrollleuchten: Überprüfen Sie alle Kontrollleuchten auf dem Armaturenbrett, einschließlich der Kontrollleuchte für die Motortemperatur, Öldruck, Batterie und Neutralstellung.

Auch Rück- und Bremslicht sowie die Blinker sollten in diesen Check einbezogen werden.

Reifen prüfen

Weil die Reifen den Kontakt zur Straße herstellen und eine kaum postkartengroße Fläche über das Gelingen selbst schwieriger Fahrmanöver entscheidet, sollten sie zwingend vor jeder Fahrt überprüft werden.

Die entscheidenden Fragen sind:

  • Ist die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorhanden? Erheblich sicherer ist man unterwegs, wenn das Profil nicht bis zum gesetzlichen Minimum abgefahren wird.
  • Ist der Luftdruck im fürs Modell vorgeschriebenen Bereich?
  • Sind Beschädigungen am Reifen sichtbar? Prüfen Sie auf Fremdkörper im Gummi, Risse in der Karkasse etc.
  • Sind beide Ventilkappen vorhanden?

Bremsen prüfen

Natürlich fasziniert beim Motorradfahren die Beschleunigung. Das Gegenteil ist allerdings eine Lebensversicherung - und zur "Entschleunigung" sind funktionierende Bremsen nötig. Prüfen Sie vor einer Ausfahrt unbedingt:

  • Die Leitungen und Schläuche auf Dichtheit oder Scheuerstellen.
  • Bremsbeläge auf Abnutzung.
  • Der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichbehälter kann per Augenschein geprüft werden, die Qualität der Bremsflüssigkeit nicht.

Da sie auch Alterungsprozessen unterliegt, sollte sie - unabhängig von der Fahrleistung - jedes Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre getauscht werden. Normalerweise sollte nicht überalterte Bremsflüssigkeit eine klare und goldgelbe Farbe aufweisen. Die Bremswirkung muss vor dem Fahrtantritt gecheckt werden, indem Hinterrad und Vorderrad möglichst abseits des Verkehrs (Parkplatz, Hof) bis zur Blockiergrenze gebremst werden. Ob neben den Bremshebeln auch der Kupplungshebel und der Gasgriff leichtgängig sind, kann dabei ebenfalls getestet werden. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach Lösen der Bremse ebenso schnell ab, ist die Bremsfunktion in Ordnung.

Weitere wichtige Checks

Die Antriebskette sollte bei jeder Fahrt ausreichend mit Schmierstoff versorgt sein. Eine entsprechende Sprühdose gehört deshalb zur Fahrer-Grundausstattung, schließlich können Regenfahrten Schmierung kosten. Für die richtige Kettenspannung gilt die alte "Biker-Faustregel": Die Kette sollte sich rund zwei Fingerbreit auf und ab bewegen lassen. Besitzer von Motorrädern mit Kardanantrieb sollten den Stand des Kardanöls regelmäßig prüfen und gegebenenfalls nachfüllen.

Sind alle Lager, Manschetten und Gelenke sauber und dicht, oder tritt irgendwo Öl aus? Die Prüfung des Motorenöl-Standes sowie das eventuell erforderliche Nachfüllen sollte vor dem Start auf größeren Touren zum Programm gehören. Wenn der "Killschalter" des Seitenständers zum Verdrecken neigt, sollte dessen Reinigung gekonnt sein. Ob die Seitenständer-Feder genügend Rückholkraft besitzt, kann leicht geprüft werden. Nach einer Rast im Nirgendwo deshalb vom Anlassen gehindert zu werden, ist ein wenig schönes Erlebnis.

Ausführliche technische Prüfung vor größeren Reisen

Hier ist es ratsam, den technischen Check mit ausreichend Vorlauf zum Reisebeginn durchzuführen, um auf eventuelle Mängel reagieren und Wartungsarbeiten durchzuführen zu können. Auf einer zehntägigen Motorradtour mit Sozia und Campingausrüstung auf rauen Kurvenstraßen am Mittelmeer wird das Motorrad anders beansprucht als auf der meist kurzweiligen "Hausrunde", weshalb Anpassungen am Bike vor einer großen Motorradreise vorgenommen werden sollten.

Zusätzlich zum Motorrad-Grundcheck (siehe oben) empfehlen wir eine ausführliche technische Prüfung für eine rundum sichere und komfortable Tour.

  • Geplante Fahrstrecke und zu erwartende Restprofiltiefe auf Heimfahrt abschätzen und im Zweifelsfall Reifen erneuern, da Reifen der richtigen Dimension im Ausland vielfach nicht oder nur unter hohem Aufwand erhältlich sind. Berücksichtigen Sie beim Verschleiß eine ggf. höhere Beladung und einen eventuellen Soziusbetrieb. Reifenluftdruck ebenfalls an höhere Beladung und eventuellen Soziusbetrieb anpassen.
  • Alle Ölstände prüfen: Motor, ggf. Getriebe und Endantrieb bei Kardanmaschinen.
  • Antriebskette - wenn vorhanden - auf Verschleiß checken und im Zweifel eine neue Kette montieren. Antriebsketten bauen bei fortgeschrittenem Verschleiß sehr schnell ab, längen sich dann rapide und können im Extremfall reißen. Kette korrekt einstellen (siehe Grund-Check), dabei höhere Belastung durch Beifahrer und Gepäck berücksichtigen. Es ist zudem ratsam, Kettenspray auf die Tour mitzunehmen - insbesondere nach Regenfahrten sollte die Antriebskette nachgefettet werden.
  • Bremsanlage überprüfen (siehe Motorrad-Grundcheck): Kalkulieren Sie einen ggf. höheren Verschleiß der Bremsbeläge aufgrund der zusätzlichen Beladung und ggf. Soziusbetrieb ein.
  • Fahrwerk: Motorradgabel und Federbeine auf Dichtigkeit prüfen. Falls auf der Gabel bereits ein Schmierfilm zu sehen ist, sollten die Dichtringe und das Gabelöl erneuert werden. Federvorspannung und Dämpfung auf erhöhte Beladung und ggf. Soziusbetrieb einstellen. Häufig zeigt sich erst im Lauf der Reise, ob das gewählte Fahrwerks-Set-up auch wirklich passt - Hakenschlüssel bzw. Einstell-Werkzeug sollte deshalb griffbereit im Tankrucksack liegen.
  • Scheinwerfereinstellung (falls nötig) an erhöhte Beladung anpassen, um den Gegenverkehr nicht zu blenden.
  • Ist die Betätigung der Kupplung leichtgängig und der Kupplungszug nicht angescheuert, vor allem aber: Trennt sie richtig, ohne durchzurutschen?
  • Zulässiges Gesamtgewicht (siehe Fahrzeugschein) beachten. Zur Ermittlung des Motorradgewichts wird Vorder- und Hinterradlast getrennt auf der Personenwaage gemessen. Die Summe ergibt das Gesamtfahrzeuggewicht.
  • Gepäcksysteme (Koffer, Taschen etc.) auf Funktion und Verschleiß prüfen.

Packliste für Motorradreisen

Hier finden Sie eine ausführliche Packliste mit allen wichtigen Basics für Ihre nächste große Motorradtour. Natürlich muss die Liste an die eignen Bedürfnisse, Fahrzeugbegebenheiten und Reiseziele angepasst werden, dient jedoch als grobe Orientierung - wer mit weniger auskommt, umso besser.

Grundausstattung:

  • Helm
  • Motorradjacke und -hose (gut gepolstert und wetterfest)
  • Geldbeutel mit Kreditkarte, Ausweis und Führerschein, außerdem Fahrzeugschein
  • Kleiner Kulturbeutel (Shampoo etc. in kleinen Fläschchen, Reisewaschmittel)
  • Smartphone plus Ladegerät
  • Buch (für Wartezeiten bei Pannen o. Ä.)

Camping-Ausrüstung:

  • Leichtes Kompaktzelt (max. 2 kg)
  • Schlafmatte (max. 1 kg)
  • Ultrakompakter Schlafsack (max.

Informiere dich über unsere verschiedenen Reiseangebote oder blättere dich durch unseren Katalog. Wenn du dich nicht allein auf deine erste Motorradtour wagen möchtest, sind geführte Motorradreisen mit MR Biketours eine hervorragende Option. Mit erfahrenen Guides sind deine Sicherheit und der Fahrspaß garantiert. Eine Motorradtour als Anfänger kann eine der aufregendsten und erfüllendsten Reisen deines Lebens sein.

Weitere nützliche Tipps für die Motorradreise

1. Das Motorrad vorbereiten

Das gilt doppelt, wenn auf der Tour materialfordernde Offroad-Strecken oder High-Speed-Passagen geplant sind. Sind die Bremsbeläge in Ordnung? Halten Kette und Ritzel die geplanten Kilometer noch aus? Wann wurden die Flüssigkeiten das letzte Mal getauscht? Es gibt wenig ärgerlicheres, wie wenn die Tour durch einen vermeidbaren technischen Defekt unterbrochen werden muss. Starte mit einem Bike in top Zustand - Unterwegs kann auch so noch genug schiefgehen.

2. Die richtige Kleidung wählen

Egal, ob du in die Berge oder an den Strand fährst, deine Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. Helm, Handschuhe, Motorradjacke und -hose sowie geeignetes Schuhwerk sind ein Muss. Außerdem kann die richtige Kleidung deine Tour auch noch deutlich angenehmer machen. Eine gute wasser- und winddichte Kombi gibt dir in kalten Gegenden mehr Widerstandskraft gegen die Elemente und du hast mehr von der Reise.

3. Werkzeug einpacken

Ein kleiner Werkzeugsatz und einige Ersatzteile wie Sicherungen, Glühbirnen und Schläuche können den Unterschied zwischen einer kurzen Pause und einer mühsamen, langwierigen und kostspieligen Rettungsaktion ausmachen. Gerade bei modernen und größere Bikes kommt es dabei häufig vor, das an relevanten Stellen Spezialwerkzeug oder unübliche Dimensionen benötigt werden.

4. Gepäcksystem auswählen

Ein zuverlässiges Gepäcksystem ist unerlässlich, um deine Sachen sicher zu verstauen. Welches Gepäcksystem dabei die beste Wahl ist, hängt stark von der Art der Tour ab und auch dein Reisestil hat großen Einfluss. Fährst du gerne dynamisch? Dann suche nach möglichst leichten Gepäcklösungen. Wirst du mehrere Nächte in einer Unterkunft verbringen? In dem Fall empfehlen sich Gepäcksysteme, welche du flott abmontieren und im Hotel lassen kannst.

5. Navigation sicherstellen

Ob GPS-Gerät, Smartphone-Halterung oder klassische Straßenkarten, du möchtest nicht in der Pampa verloren gehen. Stell sicher, dass du weißt, wo du hinwillst. Aber stelle auch sicher, dass du weißt, wie du hinnavigierst. Denn heutzutage kann man sowohl mit 500 € teuren Navis, als auch nur mit dem Smartphone quer durch die Welt navigieren.

6. Weniger ist mehr beim Packen

Aus Erfahrung weiß ich, dass man selbst bei zurückhaltender Packweise noch immer mehr mitnimmt, als man eigentlich braucht. Was mir geholfen hat, sind erstens multifunktionale Kleidungsstücke. Zum Beispiel Hosen mit abzippbaren Hosenbeinen, die sowohl lang als auch kurz getragen werden können. Mag nicht besonders modisch sein, aber zumindest bei meinen Motorradtrips stehen keine Galas oder Abendessen im Hauben-Lokal am Programm.

7. Hygieneartikel überdenken

Doch wenn man in der Zivilisation unterwegs ist, dort bleibt und dementprechend seine Mitmenschen nicht geruchlich belästigen möchte, dann ist die Chance auch recht hoch, dass abends sowieso eine feste Unterkunft mit bereitgestellten Handtüchern, Duschgel und Seife wartet. Also kann man sich einige Hygieneartikel auch gleich sparen. Sobald es aber abenteuerlich wird, man auf solchen Luxus verzichten muss und vielleicht auch das Gepäck knapp wird, dann ist mein Motto: Ein bisschen stinken hat noch niemanden umgebracht.

8. Reiseapotheke zusammenstellen

Ein einfaches Erste-Hilfe-Set kann in Notfällen Leben retten, weshalb diese hierzulande sowieso verpflichtend mitzuführen sind. Aber selbst wenn es nicht gleich um Leben und Tod geht, lohnt es sich eine durchdachte Reiseapotheke mitzunehmen. Es braucht nur ein bisschen Pech und schon passiert ein Missgeschick, die Maschine kippt um und auf den Fuß. Zum Glück gibt es moderne Medizin, also her mit den Schmerzmitteln.

9. Proviant mitnehmen

Selbst wenn man eigentlich nur eine kurze Tagestour machen möchte, zahlt es sich aus zumindest ein paar Müsli-Riegel oder Snacks einzupacken. Es muss ja nicht gleich so eskalieren wie auf unserer Tour, schon ein paar Stunden mit knurrendem Magen sind lästig genug, um sich ein paar Riegel sehnlichst herbeizuwünschen. Noch wichtiger ist ausreichend Trinkwasser mitzuführen, vor allem im Hochsommer wenn man unter der Motorradkombi ausrinnt und viel Flüssigkeit verliert.

10. Flexibel bleiben

Deshalb mein persönlicher Tipp: Lieber in der Planung etwas Raum für Ungeplantes lassen. So kann man bleiben, wo es einem gefällt und mehr die Tour selbst genießen, anstatt einem selbstauferlegten Zeitplan nachzuhetzen. In Zeiten des Internets ist es zumindest laut meinen Erfahrungen für Einzelpersonen und kleinere Gruppen kein Problem, auch spontan und rasch eine Bleibe für die Nacht zu organisieren.

Sicherheit beim Motorradfahren in der Gruppe

Bei allem Gruppengefühl gilt als oberstes Gebot: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung für Blessuren, Unfallschäden, Strafmandate o.ä. Es gilt: Safety first! Fahrt mit der Geschwindigkeit, die Ihr gefahrlos beherrschen könnt. Denn neben der Sicherheit gilt: Ihr sollt Spaß beim Motorrad fahren haben! Fahrt einfach so, wie Ihr es Euch von den andern Gruppenmitgliedern wünscht.

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