Die Frage, ob man ein Antiblockiersystem (ABS) an einem Motorrad nachrüsten kann, ist ein viel diskutiertes Thema. Viele Motorradfahrer schätzen die zusätzliche Sicherheit, die ABS bietet, besonders in Notbrems-Situationen. Doch die Nachrüstung ist komplex und wirft einige Fragen auf.
Technische Machbarkeit und Kosten
Einige Forenmitglieder sehen die Umbaupläne kritisch. Entweder gibt es keine Umbausätze, oder falls doch, sind die Anschaffungskosten und die Arbeitskosten teurer, als wenn man sein Motorrad ohne ABS verkauft und sich eins mit ABS zulegt. Jedenfalls so oder so verliert man Geld.
Die reinen Materialkosten liegen weit jenseits von 2000 EUR. Natürlich kannst Du zusehen ob Du gebrauchte Teile aus einem Schrott bekommst aber ich würde mir den gesamten Umbau verkneifen. Ein "paar" Kabelchen wären ja auch noch zu ziehen .
Eine mögliche Lösung wäre ein ABS-Tiger mit Motorschaden, den man dann in dein Motorrad adaptiert. War, glaub ich, ab 2011 im Tiger.
Es sind ja nicht nur die Teile. Danach muss das beim TÜV abgenommen und eingetragen werden.
TÜV-Abnahme und ABE
Es ist möglich, dass die Varianten mit und ohne ABS eine unterschiedliche ABE als Baumusterprüfung haben bzw.
Wäre die Komplettabnahme denn nicht nur dann zu machen, wenn er aus seiner PC38 N/S eine PC38 NA/SA machen wollte und nicht "nur" eine PC38 N/S mit ABS?
Eine PC38NA ist dann eben keine PC38N mit ABS. Möglicherweise. Was, wenn die eine eine um 5mm längere Schwinge hat?
So eine ABE hat gut 100 Seiten. Deshalb galt z.B. Eine Briefkopie z.B. interessiert bei uns keinen, die sagen, es ist völlig irrelevant was der Meier seinem Nachbarn Müller aus Gefälligkeit oder Unkenntnis eingetragen hat, vor Gericht stehen sie ggfs.
also der Prüfer war der Erste, den ich dazu kontaktiert habe. Neben dem Nachweis der Herkunft bzw. der Modellzugehörigkeit der Bauteile, sieht er das als Verbesserung der Sicherheitsausstattung unter Verwendung originaler Bauteile.
Alternativen zur ABS-Nachrüstung
Eine kostengünstigere und effektive Alternative zur Nachrüstung von ABS ist ein Fahrsicherheitstraining. Dann mach einen Fahrsicherheitskurs. Das kostet Dich 120 EUR oder so und Du lernst richtig was übers richtige und Effektive Bremsen. Ich hab bereits 3 Kurse gemacht und kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen.
Du hast recht, üben ist sicher ein Sicherheits-Plus. Da gibt`s sicher noch das ein oder andere für mich zu lernen, - wäre mal interessant, auch wenn ich mich nach 25 Jahren fast täglichem Motorradfahren recht sicher fühle und so manche schwierige Situation durch Erfahrung zum Guten wenden konnte.
Ein geübter Motorradfahrer bekommt auf trockener Fahrbahn sogar den geringeren Bremsweg hin. Niemand behauptet ernsthaft, mit ABS hat man immer den kürzeren Bremsweg.
Bestmögliche Bremsleistung erzielt man auch mit ABS nur, wenn man kurz vor den Regelbereich kommt.
ABS im Fahrbetrieb
Fakt ist aber auch, dass sich das ABS-bremsen grundlegend verändert hat. Früher hieß es: "volles Rohr rein langen", den die Elektronik macht das schon. Aber das ist übeholt! Auf Nachfage, warum jetzt ein anderes Vorgehen besser sein soll, heiß es einfach und, wie ich finde- auch nachvollziehbar-, dass man eben nicht mehr voll "reingreift", sondern auch sich da rantastet (Übungssache).
Schon beherzt mit hartem Druck gleichmäßig steigernd bremsend und erst dann voll zuziehen (sehr wichtig!) um später in den Regelbereich zu kommen. Grund? Geht das ABS zu früh in den Regelbereich, dann verschenken wir wertvolle Bremsenergie, nicht nur auf den ersten Metern sondern vorallem danach.
Ich habe eine MT-125 und irgendwie kommt eigentlich immer ein Abs Eingriff bevor mein Heck hoch geht, gehe auch langsam und nicht plötzlich auf die Bremse, auch Sommerreifen warm GRIP ist gut, es klappt bei niedrigen Geschwindigkeit jedoch schon manchmal, kann es sein das des Abs auch greift wenn sich das Motorrad sonst zu sehr nach vorn neigt (bei hohen Geschwindigkeiten) gibt's sowas? Oder was mach ich falsch, Bremse zu schwach?
ABS auf der Rennstrecke
du sprichst wohl von der Rennstrecke, und da stimme ich dir zu, ist ABS eher hinderlich. Selbst auf einer kleinen Rennstrecke wie dem Harzring kann ich mich ohne Probleme an fast jeden der Heizer, auch mit Speedtriple und Co. locker ran bremsen, ohne in den Regelbereich zu kommen.
Jeder, der ein Motorrad an der Grenze bewegen kann, hasst ABS. Punkt!
Beispiel für eine erfolgreiche Nachrüstung
Im V-Strom-Forum gab es mal einen, von dem habe ich vor Jahren gelesen, der die alte 1000er auf ABS umgerüstet hat. Als es noch gar keine (neue) 1000er ABS gab, nur für die 650er. Vielleicht kennt man den dort ja noch oder er hat seine Vorgehensweise beschrieben.
KTM bietet Nachrüst-Kit an
Der Motorradanbieter KTM ermöglicht jetzt die Nachrüstung der Fahrdynamikregelung Motorcycle Stability Control (MSC). Das gilt für die KTM 1190 Adventure und 1190 Adventure R des Modelljahrgangs 2013. In Deutschland kostet die Nachrüstung 399 Euro, das Software-Update ist seit Mitte Januar bei den offiziellen Vertragshändlern erhältlich. Das sogenannte „Retrofit-Kit“ entwickelte KTM in Zusammenarbeit mit Bosch.
ABS-Pflicht für Neufahrzeuge
In der am Dienstag vom EU-Parlament verabschiedeten Verordnung zur ABS-Pflicht für motorisierte Zweiräder geht es vorrangig um Modelle mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum. Ab 2016 müssen die Hersteller alle neuen Modelltypen in diesen Klassen verbindlich mit ABS ausrüsten. Ab 2017 gilt diese Pflicht für alle zugelassenen Neufahrzeuge.
Weitere Aspekte
Einige Motorradfahrer greifen aus Angst vor teuren Defekten auf Maschinen ohne ABS zurück. Es gibt durchaus einige, welche aus Angst vor teuren Defekten auf Maschinen ohne ABS zurückgreifen.
Die Komponenten und die Software sind auf dem neuesten Stand der Technik und wurden speziell für unsere Fahrzeuge programmiert und angepasst. Gerade am Vorderrad minimiert das ABS das Sturzrisiko erheblich und sorgt für maximale Kontrolle in kritischen Fahrsituationen.
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