ABUS Fahrradhelm Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Die Fahrradbranche boomt, und E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Allerdings steigt durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder auch die Unfallgefahr. Bei Rad-Alleinunfällen sind schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden. Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten.

Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde. Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort.

Wir hatten insgesamt 59 Fahrradhelme im Test, 49 davon sind aktuell noch erhältlich. Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle:

Uvex Urban Planet LED: Testsieger mit Top-Bewertung

Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.

Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Aber auch auf Inlineskates, dem E-Scooter oder im Gelände auf dem Mountainbike bietet der extrem robuste Helm sehr guten Schutz. Zu haben ist der Uvex in den Größen 54-58 und 58-61 Zentimeter in den Farben Black Matt und Cloud Matt.

Im Inneren des Helms ist eine Art dünnes Netz angebracht. Dies fungiert beim Tragen als Insektenschutzgitter. Außerdem schmiegt es sich an die Schädeldecke und vermittelt ein sehr angenehmes Gefühl. Der Uvex Urban Planet umhüllt den Kopf perfekt. Was uns gut gefällt: Im Gegensatz zu vielen anderen Helmen sitzt der Uvex nicht nur auf dem Kopf, er umschließt diesen auch, nämlich im Bereich des Hinterkopfs und an den Schläfen. Das steigert das subjektive Sicherheitsempfinden signifikant.

Die Außenschale besteht aus Polycarbonat, innen kommt ein sehr fester Schaum zum Einsatz. Nettes Extra: Uvex setzt bei seinem in Deutschland produzierten Helm auf recycelte und biobasierte Materialien. Die Gurtbänder reflektieren, um nachts die Sichtbarkeit zu verbessern. Die Längenanpassung der Gurtbänder gelingt blitzschnell über zwei Kunststoffverschlüsse. Zum Verschließen des Kinnriemens nimmt man am besten zwei Hände. Eine Art Ratsche wird in das passende Gegenstück eingesetzt, fertig! Das Öffnen gelingt mühelos auch mit einer Hand und mit Handschuhen.

Der Uvex Urban Planet LED schnürt für rund 100 Euro ein attraktives Gesamtpaket. Der Helm ist sehr robust und sowohl hinten als auch im Bereich der Schläfen weit nach unten gezogen. Ein abnehmbares LED-Licht und reflektierende Gurtstreifen erhöhen die Sicherheit.

Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).

Details zum Uvex Urban Planet LED laut ADAC Test

Merkmal Details
Testergebnis gesamt 2,0 (gut)
Unfallschutz 2,3 (gut)
Handhabung & Komfort 1,8 (gut)
Bauart In-Mold Technologie
Kinnbandverschluss Ratsche
Integriertes Licht Ja (Licht aufladbar per USB, verschiedene Leuchtmodi)
Stärken Guter Pass- und Tragekomfort, höhenverstellbares Kopfband, Reflektoren, LED-Beleuchtung
Schwächen hohes Gewicht

Uvex Finale Visor: Optimaler Schutz bei jedem Wetter

Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.

Uvex verkauft den Finale Visor in den Größen 52 bis 57 und 56 bis 61. Als Farben stehen Schwarz, Grau/Weiß, Grün/Schwarz und Gelb/Weiß zur Auswahl. Unser Testmuster in 56 bis 61 wiegt 370 Gramm. Für einen Helm mit Visier und Beleuchtung ist das ein guter Wert.

Tragekomfort und Passform des Uvex-Helms sind vorzüglich. Dieser umschließt exakt den Kopf, drückt nicht und reibt nicht. An den Seiten ist der Helm weit heruntergezogen, was das subjektive Sicherheitsempfinden erhöht. Über das rückseitige Rädchen lässt sich die Passform maßgeschneidert anpassen. Der untere Helmbereich wird durch eine zweite Polycarbonat-Schale zusätzlich geschützt. Die gesamte Verarbeitung des in Deutschland hergestellten Helms ist exzellent. Außenhaut und Innenschutz gehen nahtlos ineinander über. Es gibt keine störenden Nähte oder hässliche Klebereste.

Das Visier lässt sich ohne Kraftaufwand mit einer Hand sauber herunterklappen oder wieder nach oben schieben. Wichtig für Brillenträger: In den meisten Fällen darf die Sehhilfe auf der Nase bleiben. Bei uns klappt dies zumindest ohne Probleme, zwischen Helm und Visier ist ausreichend Platz. Trotzdem liegt die gummierte Unterkante des Visiers angenehm auf der Nase auf, was den Tragekomfort verbessert.

Bei Bedarf kann man einen höheren Sonnenschutz aufrüsten. Das Visier kann abgenommen werden. Ersatzvisiere sind separat erhältlich. Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und Helligkeiten sind wir mit der Tönung des Visiers sehr zufrieden.

Mit dem Uvex Finale Visor ist man das ganze Jahr über und bei jedem Wetter sicher unterwegs.

Abus Pedelec 2.0: Mit integriertem Regenschutz

Dieses Feature ist einmalig: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.

Verfügbar ist der Helm in den drei Größen S (51 bis 55 Zentimeter), M (52 bis 57) und L (56 bis 62). Die Farbauswahl ist riesig, elf Farben sind erhältlich - von Weiß über Blau, Gelb, Rot und Schwarz bis hin zu Silber, Champagner und Grau. Mit 410 Gramm fällt unser Testexemplar in Größe L nicht sonderlich leicht aus.

Für eine optimale Belüftung hat Abus den Pedelec 2.0 mit vier Luftein- und neun Luftauslässen versehen. Rückseitig ist ein LED-Licht integriert. Hier kann man per Knopfdruck zwischen rotem Dauer- und rotem Blinklicht wählen. Der interne Akku wird per USB geladen.

Klappt man diese mit etwas Kraft nach unten, so öffnet sich ein Geheimversteck mit einer schwarzen Regenhaube. Diese wird über den Helm gezogen und vorne mit zwei Gummibändern unten eingehakt. Das dauerte im Test nur wenige Sekunden. Die schwarze Außenhaut ist mit kleinen Reflektorstreifen überzogen. Ein nasser Kopf wird durch dieses Regencape zuverlässig verhindert.

Den Pedelec 2.0 gibt es zusätzlich in einer teureren MIPS-Variante (Multi-directional Impact Protection System), bei der der Helm bei bestimmten Aufprallgeschehen schädliche Rotationsbewegungen reduzieren soll, die andernfalls auf den Kopf des Trägers übertragen werden könnten.

An den Seiten und hinten ist der Helm für besseren Schutz heruntergezogen. Die Größenanpassung lässt sich über das Rädchen fein justieren. Der Riemen im Kinnbereich ist gepolstert und liegt weich auf. Der praktische Verschluss setzt auf Magnetismus - notfalls öffnet und schließt man diesen mit einer Hand, mit zwei Händen gelingt dies super komfortabel.

Unter dem Strich ist der Pedelec 2.0 ein innovativer Helm mit integriertem Regenschutz. Auch für die Beleuchtung, die Verarbeitung sowie den Tragekomfort vergeben wir Pluspunkte.

Weitere Empfehlungen und Aspekte beim Kauf

  • POC Omne Beacon Mips: Farblich ein echter Hingucker, speziell in leuchtendem Orange und mattem Grün.
  • Fischer Urban Plus Brooklyn: Ein vernünftiger Helm, der nicht viel kosten muss und dennoch Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz bietet.
  • Visier-Helme: Bieten besseren Gesichtsschutz vor äußeren Einflüssen wie Insekten oder Regen, sind Windschutz und Sonnenschutz.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:

  1. Passform: Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken.
  2. Größenanpassung: Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen.
  3. Sichtbarkeit: Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe.
  4. Normen: Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten.
  5. Austausch nach Sturz: Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.

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