Du möchtest ein neues Bike kaufen und fragst dich, ob du an alles gedacht hast? Oder du hast gerade ein neues Fahrrad gekauft und willst sofort losfahren? Doch da fängt der Spaß an: Der Po schmerzt, die Hände rutschen am Lenker, das T-Shirt ist komplett nass und will auch in der Sonne nicht mehr trocknen und dann auch noch ein platter Reifen? Mist!
Prinzipiell lässt sich das Zubehör, das wir zum neuen Rad empfehlen, in drei Gruppen aufteilen:
- Werkzeug für kleinere Reparaturen
- Praktische Komponenten bzw. Zubehör für das Fahrrad
- Bekleidung als auch Schutzbekleidung wie ein Helm
Werkzeug für kleinere Reparaturen
Zur Grundausstattung beim Biken zählen in jedem Fall auch ein paar Werkzeuge, mit denen du dein Fahrrad im Notfall kurzfristig reparieren kannst.
Am wichtigsten sind hier:
- Pumpe und ein Schlauch
- Multitools
Multitools
Multitools sind die eierlegende Wollmilchsau unter den Werkzeugen. Sie sind klein und leicht, passen in jede Hosentasche und haben alle Werkzeuge an Bord, die du brauchst, um dein Bike im Notfall wieder gängig zu bekommen. Viele Mutitools sind echte Alleskönner. Die Werkstatt im Trikot-Taschen-Format sozusagen.
Einige Funktionen eines Multitools:
- Innensechskant in 2, 2.5, 3, 4, 5, 6, 8 mm
- Schraubendreher: Kreuzschlitz- und Schlitz
- Torx: T-10, T-25
- evtl. Kettennieter
Pumpe
Genauso wichtig wie das Multitool ist die Pumpe und ein für dein Bike passender Schlauch. Wichtig ist hier die Wahl der Pumpe, da hier Punkte wie das bewegte Luftvolumen eine Rolle spielen. Achte also auf jeden Fall darauf die Pumpe zu kaufen die für deinen Einsatz geeignet ist. Meist findest du dazu Angaben in den Artikelinformationen des Herstellers. Bekannte Hersteller sind hier z.B. SKS oder Lezyne.
Dämpferpumpe
Viele Räder verfügen über eine Federgabel und/oder einen Dämpfer mit einem Luftfederelement. Diese Federelemente müssen mit einer speziellen Pumpe eingestellt werden. Es ist also empfehlenswert beim Radkauf eine Dämpferpumpe gleich mit zu kaufen.
Ketten-Öl
Ketten-Öl ist zwar kein Werkzeug in dem Sinne, aber dennoch immer gut zu haben. Wie auch beim Auto braucht ein Antrieb beim Fahrrad regelmäßige Wartung und Pflege. Wer das nicht komplett eigenständig kann, wollte dennoch nach jeder dritten Fahrt die Kette mit einem Lappen abwischen und etwas frisches Öl auftragen.
Praktische Komponenten und Zubehör
Pedale
Ein Radfahrer hat im Wesentlichen drei Kontaktpunkte zu seinem Rad: Den Lenker, den Sattel und die Pedale. Wer kräftig reintreten möchte, wird schnell feststellen, dass ein gutes Paar Pedale mit einer großen Plattform für sicheren Stand und leichtgängiger, spielfreier Lagerung einen großen Unterschied machen kann. Es gibt die verschiedensten Pedale auf dem Markt: Von Pedalen für Trekking- und Touringbikes bis hin zu sogenannten Flatpedals mit längeren Metallpins, die sich in der Schuhsohle verankern, zum Mountainbiken. Auch Click-Pedale, die sich mit einer unter dem Schuh montierten Pedalplatte verankern, sind eine Option. Und das sowohl beim Mountainbike als auch beim Rennrad.
Flasche und Flaschenhalter
Ein Zubehör, dass eigentlich jeder an seinem Fahrrad braucht: Der Flaschenhalter. Wer länger auf dem Bike unterwegs ist, muss neben regelmäßiger Nahrungszufuhr vor allem seine Flüssigkeitszufuhr im Auge behalten. Ein Flaschenhalter und eine gute Flasche gehören also definitiv zur Standartausrüstung. Bei vielen Fahrrädern besteht sogar die Möglichkeit mehr als einen Flaschenhalter zu befestigen.
Weitere nützliche Komponenten
Je nachdem für welchen Einsatzzweck du dein Rad nutzt, können noch andere Komponenten wichtig für dich werden. Du nutzt dein Bike für den täglichen Arbeitsweg? Dann denk an Licht für dein Fahrrad und eine Klingel, um für den Straßenverkehr besser gerüstet zu sein. Auch ein Ständer kann eventuell sinnvoll sein.
Auch Schutzbleche sind je nach Einsatzgebiet sinnvoll. Ob du eine fest angebrachte Lösung oder doch eine abnehmbare und minimalistische Lösung bevorzugst, ist dir überlassen.
Bekleidung und Schutzausrüstung
Auch bei der Fahrradbekleidung gibt es so manches Kleidungsstück, das dir das Leben erheblich erleichtern und deine Radfahrt sicherer machen kann. Was du auf jeden Fall besitzen solltest, sind: Helm, Schuhe und Handschuhe. Zum Mountainbiken oder für Touren ist außerdem ein Rucksack eine sinnvolle Ergänzung.
Helm
Einen Helm solltest du dir in jedem Fall direkt dazu kaufen. Es gibt für fast jede Art von Radsport einen passenden Helm. Vorneweg sei jedoch gesagt: Jeder Helm ist besser als kein Helm. Wer ohne Helm mit dem Rennrad auf der Straße oder gar mit dem Mountainbike auf dem Trail unterwegs ist, ist nicht cooler als andere, sondern riskiert Schädelverletzungen mit schweren Langzeitfolgen. Besorge dir also auf jeden Fall einen oder im Idealfall sogar einen für deinen Einsatzzweck entwickelten Helm.
Schuhe
Wie bereits erwähnt, stellen die Füße, genauer gesagt Schuhe und Pedale, einen der drei Kontaktpunkte von Biker und Bike beim Radfahren her. Es ist also nicht weit hergeholt, dass ein speziell zum Radfahren gemachter Schuh ein großes Plus an Fahrkomfort bringen kann. Klar, insofern du keine Klick-Pedale hast, wirst du auch erst einmal mit einem normalen Schuh Fahrradfahren können. Aber auch hier macht es Sinn, sich einen speziell zum Radfahren entwickelten Schuh zu gönnen.
Spezielle Flatpedal-Schuhe punkten durch verstärkte, etwas steifere Sohlen mit einer weicheren Gummimischung. Sie kleben förmlich auf dem Pedal und bieten somit viel Grip und mehr Effizienz beim Pedalieren.
Spätestens, wenn du mit Klickpedalen unterwegs bist, benötigst du einen richtigen Fahrradschuh. Hier gibt es alles: Vom Allround-Schuh, mit dem es sich auch im Alltag noch gut Gehen lässt, über Mountainbike-Schuhe bis hin zu extrem leichten, steifen Rennradtretern.
Handschuhe
Auch am Lenker ist ein guter Grip wichtig. Einige Fahrer fahren komplett ohne Handschuhe, aber gerade für sportliche Fahrer ist es durchaus empfehlenswert, einen guten Satz Handschuhe zu tragen.
Radhose und Trikot
Wer schnell radelt, schwitzt. Daher empfiehlt es sich, spätestens wenn man eine längere Tour fährt, von Baumwollshirt und der Jogginghose zu einem Radtrikot und einer Radhose zu wechseln. Diese sind aus synthetischen Materialien gefertigt und transportieren so Schweiß und Feuchtigkeit optimal ab und trocknen wesentlich schneller als herkömmliche Bekleidung. Auch für den Alltagsradler gibt es spezielle Fahrradbekleidung, die eher wie Alltagsbekleidung aussieht.
Die meisten Radhosen haben ein Sitzpolster eingearbeitet, das dazu Beiträgt, auf längeren Touren Druckstellen und gereizte Haut am eigenen Allerwertesten zu verhindern. Über die enge Polsterhose kann z.B. noch eine Rad-Shorts getragen werden, wenn du nicht auf den ganz sportlichen Style stehst.
Rucksack oder Tasche
Rucksäcke und Taschen sind eher unter Mountainbikern und im Trekking-Bereich verbreitet. Sie bieten einige Vorteile: Das Einfache mitführen von Pumpen und Tools, die Möglichkeit ein Trinksystem zu verwenden aber auch das Mitführen von Ersatzkleidung und Protektoren. Neben Rucksäcken gibt es auch Hip-Packs, diese sind etwas kleiner bieten aber dennoch genügend Platz, um die wichtigsten Dinge mitzunehmen. Für diejenigen, die mehr Transportieren möchten oder keine Tasche am Körper tragen möchten, gibt es Taschen, die man direkt am Fahrrad befestigen kann.
Weitere Anpassungsmöglichkeiten
Wie fast überall gibt es auch beim Rad noch unzählige weitere Möglichkeiten dein Rad zu individualisieren und anzupassen. Auch der Fahrkomfort und die Geometrie deines Rades können noch angepasst werden. Verschiedene Lenker(-breiten), Sättel und Griffe und andere Fahrradteile bieten vielzählige Möglichkeiten dein Rad perfekt auf dich anzupassen, falls nötig.
Packliste für Radtouren
Die eine perfekte Packliste gibt es nicht, und dein Gepäck hängt natürlich auch sehr von deiner Tour, deiner Art der Unterkunft (Hotels, Campingplätze, Zeltplätze) und deinem persönlichen Anspruch ab. Sieh unsere Liste als Anregung und überlege dir, was du persönlich für deine Radreise sonst noch mitnehmen möchtest - oder eben auch nicht benötigst. Nichts ist nerviger, als mühsam überflüssige Kilos durch die Gegend zu strampeln.
Aufbewahrung & Packen
Für Taschen und Rucksäcke bietet bei einer Fahrradtour nicht nur der Rücken Platz - verteilt das Gewicht deiner Ausrüstung am besten auf mehrere Körper- und Radteile.
- Rucksack
- Vorder-/ Hinterradtasche
- Lenkertasche
- Rahmentasche
- bei Radtouren mit viel Gepäck: gefederter Anhänger
Beim Packen solltest du darauf achten, dass du noch genügend Platz in deinen Taschen hast, um Einkäufe, vor allem die täglichen Lebensmittel, gut verstauen zu können. Fahrradtaschen sollten grundsätzlich absolut wasserdicht sein.
Außerdem hilfreich beim Packen deiner Fahrradtaschen:
- wasserdichte Schutzhüllen für Handy, Wertsachen und Karte
- Packsäcke oder Flachbeutel (sorgen für Ordnung in deinen Taschen)
Bekleidung
Fahrtwind, Regen oder Sonne können auf dem Rad zu ganz unterschiedlichen Temperaturempfindungen führen - eine Erkältung kann mit einer professionellen Fahrradbekleidung am besten vermieden werden. Man sollte auf einer mehrtägigen Tour immer passende Wechselkleidung zur Hand haben, um für jede Eventualität gewappnet zu sein.
- Fahrradhelm
- Regenjacke und -hose
- Regenschuhe
- Radhose mit Polster - kurz und/oder lang
- Radoberbekleidung
- Funktionsunterwäsche
- T-Shirt
- Fleece-Pullover oder -Jacke
- Fleeceshirt
- Dicke und dünne Socken
- Radhandschuhe
- Badehose
- Handtuch
Pflege & Hygiene
- Kulturbeutel mit deinem persönlichen Bedarf
- Reisehandtuch
- Outdoor-Sandalen / FlipFlops / Badeschuhe
- Insektenschutz
- evtl. Wassersack mit Duschadapter
- Wäscheleine & -klammern
Sonnenschutz
Da bei starkem Fahrtwind Hitze und Sonne oft unterschätzt werden, solltest du dich unbedingt vor großer Sonneneinstrahlung schützen und Kreislaufproblemen vorbeugen.
- Sonnenbrille
- Schirmmütze
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
Im Notfall: Reiseapotheke
Klein verpackt nimmt ein Notfallset nur wenig Platz weg und ist im Fall der Fälle schnell zur Hand.
- Kleines Erste-Hilfe-Paket mit Pflaster, Verbandspäckchen, Mullbinde, elastische.
Sonstige Radlerutensilien
- Fotoausrüstung
- Fernglas
- Reiseunterlagen
- Auslandskrankenschein, zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung
- Personalausweis, intern. Führerschein, Reisepass (6 Monate gültig), Visa
- Kleines Nähset
- Tagebuch
- Mitbringsel
Ausrüstung für dein Fahrrad
Neben anderen wichtigen Ausrüstungsgegenständen sollten die nötige Werkzeuge und Reparaturutensilien nicht vergessen werden. Hier kommt es natürlich extrem auf dein Fahrrad, deine Tour und die Bedingungen & Infrastruktur im Reisegebiet an. Die folgende Liste dient daher als grobe Orientierung. Wer in der Lage ist, kleinere Standardreparaturen jederzeit unterwegs selbst durchführen zu können, ist flexibler und nicht immer auf Hilfe angewiesen.
- Tacho
- Trinkflaschen/-halter
- Luftpumpe
- Schloss
- Multitool
- Speichenspanner
- Reperaturwerkzeug
- Reifendruckmesser
- ggf. Ersatzteile: Schlauch, Speichen, Schraubenauswahl
Übernachten & Verpflegen
Welche Ausrüstung du hier benötigst, hängt natürlich von deinem geplanten radurlaub ab: Bist du als Selbstversorger unterwegs? Übernachtest du im Zelt? Falls ja, dann sind folgende Punkte für dich relevant:
Übernachtung
- Trekking-Zelt, ggf. mit Reparaturkit
- Unterbodenschutz-Folie
- Heringe
- Gummihammer
- Isomatte
- Schlafsack, ggf. mit dünnem Inlay
- Wasserdichte Schutzsäcke für den Schlafsack
- Campingstuhl / -hocker
- Biwacksack
Verpflegen
- Campingkocher / -brenner und Brennstoff, ggf. auch Windschutz
- Trekking- oder Camping-Geschirr und -Besteck
- Taschenmesser oder Multitool
- Trinkflasche
- Klopapier, Taschentücher, Müllbeutel
- Waschutensilien (Geschirrtuch, Spüli, Schwamm, ggf. Bürste)
Nun weißt du hoffentlich, was du brauchst, um voll durchstarten zu können. Natürlich kannst im du Nachhinein immer noch nachrüsten und musst nicht gleich alles aus diesem Beitrag besorgen, bevor du die Zeit mit und auf deinem Bike genießen kannst.
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