Action Cams werden nicht umsonst auch „Helmkameras“ genannt. Für die GoPro ist die Befestigung am Helm eine der Paradedisziplinen. Obwohl es Helme in allen Formen, Farben, Größen und Materialien gibt, findet sich immer ein Weg, die GoPro-Kamera daran zu montieren. Damit sie auch wirklich hält und du interessante Aufnahmen bekommst, lernst du in diesem Artikel verschiedene Befestigungsmöglichkeiten und Helmhalterungen kennen.
Die besten Befestigungspunkte am Helm
Egal ob du einen Ski-, Motorrad-, Fahrrad-, Kletter- oder sonstigen Helm hast, es gibt drei sinnvolle Befestigungspunkte:
- Oben auf dem Helm
- Vorne am Helm
- Seitlich am Helm
Bevor wir näher auf die Vorteile und Nachteile dieser Befestigungsmöglichkeiten eingehen, schauen wir uns an, wie man die GoPro-Kamera überhaupt am Helm befestigen kann.
Verschiedene Helmhalterungen für Action Cams
Je nachdem, wie dein Helm geformt und aufgebaut ist, kannst du dich für eine der folgenden drei Befestigungen entscheiden:
- GoPro Klebepads (flach oder gebogen)
- GoPro Vented Helmet Strap (Halterung für Helme mit Belüftungsschlitzen)
- GoPro Kopfbandhalterung
GoPro Klebepads anbringen
GoPro Klebepads gibt es flach und gebogen. Da Helme in der Regel rund sind, eigenen sich die gebogenen Klebepads besser. Sie sind von den drei Befestigungsarten am vielfältigsten einsetzbar.
Wenn du eine Stelle zum Aufkleben suchst, wirst du merken, dass der Helm nicht überall die gleichen Rundungen hat. An manchen Stellen ist er eher gerade, an anderen stärker gebogen. Es ist wichtig, dass du eine Stelle findest, die möglichst gut zur Biegung des Klebepads passt. Der logische Grund: Je größer die Auflagefläche des Klebepads, desto besser hält es.
Daher kann man das Klebepad leider nicht einfach an jeder beliebigen Stelle am Helm befestigen, man muss eine passende Stelle finden. 100% perfekt wird es nur selten passen und an den Rändern wird vielleicht 1mm Luft sein, an dem die Klebefläche den Helm nicht berührt. Das ist aber normalerweise nicht weiter schlimm.
Wenn du eine passende Stelle gefunden hast, musst du sicherstellen, dass diese Stelle sauber (und fettfrei) ist. Dazu machst du am besten einen Tropfen Spülmittel auf einen Lappen und wischst die Stelle am Helm damit ab. Wenn die Stelle komplett trocken ist (du kannst nochmal mit einem sauberen, trocken Lappen drüber gehen), kannst du die Schutzfolie von der Klebehalterung abziehen und den Mount möglichst gerade aufkleben.
Wenn alles richtig ausgerichtet ist, musst du es richtig schön festdrücken. Ich mache das meistens 2-3 Minuten lang. Das war‘s. Bevor du die Halterung benutzt, solltest du aber noch etwa 24 Stunden warten, bis die volle Klebekraft entfaltet ist.
GoPro Vented Helmet Mount
Manche Helme haben viele Lüftungsschlitze und Löcher, sodass es schwer ist eine gute Stelle für die Klebepads zu finden. Dafür gibt es den Vented Helmet Mount. Diese Gurthalterung kannst du durch die Lüftungsschlitze des Helmes führen und den Gurt auf der jeweils anderen Seite an der Halterung befestigen. Bei den meisten Helmen lässt sich diese Halterung nur zentral oben drauf anbringen.
GoPro Kopfbandhalterung
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass du deine GoPro-Kamera weder mit den Klebepads, noch mit dem Vented Helmet Mount am Helm befestigen kannst, gibt es zur Not immer noch die Kopfbandhalterung. Man kann sie nicht nur auf den Kopf ziehen, sondern auch über den Helm. Bei dieser Art der Helmbefestigung sitzt die GoPro-Kamera dann vorne am Helm, ähnlich wie eine Stirnlampe.
Perspektiven und Kamera Positionen
Nach den ersten Aufnahmen, bei denen du die GoPro-Kamera auf dem Helm befestigt hattest, wird dir auffallen, dass jedes Video ähnlich aussieht. Wenn du nur Aufnahmen aus dieser Perspektive hast, kannst du kein gutes Action Cam Video zusammenschneiden. Egal ob vom Skifahren, Motorradfahren, Mountainbiken oder anderem. Verschiedene Perspektiven sind extrem wichtig.
Das Tolle ist, dass die Möglichkeiten mit den kleinen Action Cams dabei fast endlos sind. Alleine ein Helm bietet schon eine Vielzahl an verschiedenen Perspektiven, mit denen du nicht nur Abwechslung, sondern auch mehr Spannung in deine Videos bringen kannst. Einige der Perspektiven stelle ich dir jetzt vor.
1. Oben nach vorne
Beschreibung: Die Kamera sitzt mittig oben auf dem Helm und filmt in deine Blickrichtung.
Vorteile:
- Du kannst relativ gut auf das zielen, was du filmen möchtest. Denn du filmst genau dorthin, wohin du schaust.
- Gut geeignet um andere (Freunde/Sportkameraden) zu filmen, wenn man keine Hand frei hat.
- Du merkst die Kamera kaum, da sie zentral auf dem Kopf sitzt und das Gewicht somit gut verteilt ist.
Nachteile:
- Je nach Ausrichtung der Kamera kann es sein, dass man einen kleinen Teil des Helmes unten im Video sieht.
- Jeder filmt mit der Kamera auf dem Kopf, weil die Befestigung einfach ist und die Perspektive genau die eigene Sicht ist. Diese Vorteile sind gleichzeitig der größte Nachteil dieser Helmhalterung. Denn sie wird leider viel zu oft als einzige Perspektive benutzt. Da sind langweilige und gleich aussehende Videos schon fast vorprogrammiert.
2. Oben nach hinten
Beschreibung: Die Kamera ist zentral auf dem Helm befestigt und filmt nach hinten.
Vorteile:
- Man muss keine neue Halterung anbringen, sondern kann die Kamera einfach umdrehen.
- Einfachste Möglichkeit nach hinten zu filmen.
- Interessant mal zu sehen, was hinter einem passiert.
Nachteile:
- Es ist kaum möglich auf etwas hinter einem genau zu zielen.
- Daher sind gute Aufnahmen eher Zufallstreffer. (Auf jeden Fall ist es aber eine Möglichkeit für Abwechslung zu sorgen.)
3. Vorne nach vorne
Beschreibung: Die Kamera ist Vorne am Helm befestigt und filmt auch nach vorne.
Vorteile:
- Es ist leicht zu zielen, denn du filmst das, was du siehst.
- Gut geeignet um andere (Freunde/Sportkameraden) zu filmen, wenn man keine Hand frei hat.
Nachteile:
- Der Helm wird etwas frontlastig durch das Gewicht der Kamera vorne.
- Je nach Rundung des Helms kann es sein, dass die Kamera zu weit nach unten filmt (und nicht höher gestellt werden kann). Das passiert, weil sie nur bis zu einem bestimmten Punkt nach oben gestellt werden kann. Dann berührt das Schutzgehäuse den Mount. (In diesem Fall kann der Front Helmet Mount Abhilfe schaffen.)
- Das ist die gleiche Perspektive wie bei „oben nach vorne“. Deshalb ist auch hier das Problem, dass jeder aus dieser Perspektive filmt und die Videos daher meist langweilig werden.
4. Vorne nach unten
Beschreibung: Mit einem Verlängerungsarm wird die Kamera vorne am Helm angebracht, sodass man sich selbst filmen kann. Je nachdem, wie die Kamera ausgerichtet ist, kann man seinen ganzen Körper von der Stirn abwärts im Video sehen. Das ist echt eine super tolle, sehr interessante Perspektive, die aus dem Meer an gleichen Aufnahmen (die einfach nach vorne filmen) deutlich heraussticht. Entweder baust du dir so einen Arm selber, oder du benutzt den professionellen GoPole The Arm, den du an den normalen GoPro Klebepads befestigen kannst.
Vorteile:
- Besondere Perspektive, die in anderen Videos nur selten zu entdecken ist.
- Du kannst speziell dein Gesicht filmen und dich im Nachhinein über deine Grimassen kaputt lachen.
- Du kannst deinen ganzen Körper sozusagen „von außen“ filmen, und genau sehen, was Arme und Beine machen.
- Wenn du wie beim Skifahren oder Motorcross eine verspiegelte Brille trägst, kannst du durch die Spiegelung (meist sehr bunt und mit tollen Farbeffekten) nach vorne filmen. Sehr geile Aufnahmen…
Nachteile:
- Durch den großen Hebel spürt man das Gewicht der GoPro-Kamera recht deutlich. Es zieht den Kopf etwas nach vorne. Daher nicht als Dauer-Halterung geeignet. (Aber wie gesagt sollte keine Halterung eine „Dauer-Halterung“ sein. Die Abwechslung macht’s.)
5. Seitlich
Beschreibung: Die GoPro-Kamera ist seitlich am Helm befestigt und filmt nach vorne, oder als Variation auch nach hinten. Zur Befestigung dient ein Klebepad, an dem ein Winkelarm befestigt ist, damit die Kamera nicht hochkant filmt. Der Winkelarm ist im Lieferumfang der Kamera enthalten.
Vorteile:
- Je nachdem, wie die Kamera montiert wird, kann man links oder rechts im Bild einen Teil des Helms erkennen. Eventuell auch von deinem Gesicht, oder deiner Sonnen/Ski/Schutz-Brille, wenn du eine trägst. Wer das Video guckt, kann sich dadurch sehr gut orientieren und dir sozusagen über die Schulter schauen.
- Einen Teil deines Helms im Bild zu haben lenkt außerdem von wackeligen Aufnahmen ab. Denn der Helm bleibt im Vergleich zur Kamera immer in der gleichen Position.
Nachteile:
- Die einseitige Gewichtsbelastung.
Welche Position ist die beste?
Die Antwort ist ganz klar: Alle! Alle der vorgestellten Halterungen sind die besten und alle solltest du benutzen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile und deshalb solltest du auch versuchen alle Vorteile der Halterungen in deinen Action Cam Videos zu vereinen.
Dieser Artikel sollte dir zeigen, wie man eine GoPro-Kamera am Helm befestigen kann und verdeutlichen, wie wichtig verschiedene Perspektiven für gute Action Cam Videos sind (und wie einfach und vielfältig die Möglichkeiten dazu sind).
Zusätzliches Zubehör für Action Cams
Neben den Helmhalterungen gibt es noch weiteres nützliches Zubehör für Action Cams, das deine Aufnahmen verbessern und erleichtern kann:
- Mini-Hartschalen-Tragetasche: Schützt deine Kamera vor Kratzern, Stößen und Staub.
- Magnetische Kaltschuh-Adapterhalterung: Ermöglicht die sofortige Verbindung deiner Action-Kamera mit anderen Geräten mit Kaltschuhhalterung.
- Unsichtbarer Selfie-Stick: Lässt den Selfie-Stick in den Aufnahmen verschwinden für einen atemberaubenden Follow-Through-Effekt.
- Lenkerhalterung: Ideal für Radfahrer, um die Kamera am Lenker zu befestigen.
- ND-Filter: Reduzieren die Verschlussgeschwindigkeit und ermöglichen so Bewegungsunschärfe bei dynamischen Aktivitäten.
Tabelle: Vor- und Nachteile der Helmhalterungen
| Halterung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Klebepads | Vielfältig einsetzbar, sicherer Halt | Passende Stelle am Helm muss gefunden werden |
| Vented Helmet Strap | Geeignet für Helme mit Lüftungsschlitzen | Meist nur zentrale Befestigung oben möglich |
| Kopfbandhalterung | Universell einsetzbar, auch für Helme ohne geeignete Stellen | Positionierung ähnelt einer Stirnlampe |
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