Seit dem ich Motorrad fahre, versuche ich das neue Hobby mit der Fotografie und dem Filmen zu verbinden. Klar, dass man da auch die Actioncam direkt am Motorrad befestigen möchte. Aber so eine Kamera am Moped kann eine ordentliche Portion an Datenmüll produzieren, wenn man sie einfach nur unbedacht mitlaufen lässt.
Ein Punkt macht da natürlich der spätere Schnitt und die Story eines Videos aus. Ein anderer Punkt ist Position der Kamera am Motorrad, um abwechslungsreiche Aufnahmen zu erzeugen.
Die Qual der Wahl: Welche Befestigungsmöglichkeiten gibt es?
Was habe ich nicht schon an Kohle in irgendwelche Halterungen für GoPro und Co. aus dem Fenster geworfen. Man denkt zunächst, dass es super einfach ist und merkt dann, dass der Teufel im Detail liegt.
Daher habe ich mal ein kleines Video gemacht, in dem ich Euch ein paar Positionen und Befestigungen für meine DJI Osmo Action am Motorrad und die Erfahrungen damit vorstelle. Das ist natürlich subjektiv und auch vom Motorrad abhängig. Nicht jedes Bike hat die gleichen Möglichkeiten der Befestigung. Auch sind die vorgestellten Möglichkeiten lange nicht vollständig.
Verschiedene Befestigungsorte und ihre Vor- und Nachteile
- Am Sturzbügel: Ich hatte die Cam davor auch mal am Sturzbügel.
- Aussermittig am Lenker: Aussermittig am Lenker auf Höhe des Behälters für die Kupplung.
- Spiegelhalterung: Ich habe meine GoPro seit Jahren an der Spiegelhalterung links befestigt.
- Helm: Am Helm störte mich das hektische Gezappel bei jedem Hin- und Hergucken nach links und rechts, das gibt u.U.
- Soziusfußraste: Mal auf die Soziusfußraste klemmen und mal nach hinten das wippen der Schwinge und des Hinterrads filmen.
- Vor der Brust: Auch mal vor der Brust das Cockpit aufnehmen mit deinen Einlenkbewegungen.
- Topcase-Platte: Hinten auf der Topcase-Platte festzurren und deine Kurvenbewegungen filmen.
- Linken Spiegel: Ich habe die GoPro mit einem kleinen Halter und dem ram-mount-Klemmarm des tomtom-Navi am linken Spiegel angebracht.
Weitere Tipps zur Befestigung
- Kamera immer schön anbinden!
- Sicherheitsschlaufe verwenden: Safety first!
- GoPro seitlich am Motorrad montieren: am besten mit Klebepads oder dem Saugnapf.
Die richtige Perspektive macht den Unterschied
Es gibt Nichts langweiligeres als ein Video nur aus einer Perspektive. Es gibt mittlerweile für alles wunderbare Halterungen und wer ein spannendes Video machen möchte, sollte da nicht sparen an Ideen.
Wichtig ist, dass du mit unterschiedlichen Perspektiven für Abwechslung sorgst. Versuchen wird man jedoch schnell eines Besseren belehrt.
Mögliche Perspektiven
- Vorderrad in Schräglage filmen: vorn an den Sturzbügel das Vorderrad bei steilen Kurvenfahrten schön in Schräglage filmen.
- Blick nach hinten: Ein Blick nach hinten darf auch nicht fehlen.
- Dritte Person Perspektive: Also Aufnahmen aus der Third-Person-Perspektive. Dazu kannst du die Kamera entweder auf ein Stativ stellen, oder du hältst sie sehr ruhig in der Hand und filmst dein Motorrad, andere Motorradfahrer oder auch einfach mal die Landschaft während einer Pause aus der Perspektive eines Außenstehenden. Hierzu schadet es nie, wenn du auch ein Handstativ dabei hast.
Technische Aspekte und Bildstabilisierung
Wenn die Cam keinen vernünftigen Bildstabilisator hat sind die Möglichkeiten beschränkt. Die Vibrationen werden aber noch das kleinste Übel sein, fahre mal über eine sehr schlechte Straße, dann mag man nicht mehr hin schauen.
So weit mein Wissensstand derzeit ist, sind zur Zeit von allen Kameras nur die GoPros mit HyperSmooth 2.0 in der Lage, unter diesen Bedingungen wirklich scharfe, geglättete Videos zu liefern.
Rechtlicher Aspekt
Es herrscht eine gewisse Unsicherheit, ob Videoaufnahmen im Straßenverkehr erlaubt sind. Hierbei geht es in erster Linie um sogenannte „Dashcams“, jedoch fällt unter Umständen auch die Nutzung der GoPro am Motorrad darunter. Du solltest dich deshalb am besten immer zuerst über die aktuelle Rechtslage informieren. Denk dabei daran, dass die Rechtslage in unterschiedlichen Ländern variieren kann.
Weitere Aspekte
Die Position hängt ja auch stark vom Mopped (und dem gewählten Bildwinkel) ab, was man dann mit drauf hat. Ich filme jetzt seit acht Jahren am Mopped und habe hauptsächlich Videos von unseren Harley-Touren erstellt.
Am Helm bleibt die Landschaft in Grenzen dort, wo sie ist, am Lenker in Kurven eben oft sehr schräg, bei vielen Wechselkurven für touristische Fahrer auch nervig, für Knieeschleifer gewollt, weil es schräger aussieht, als es war.
Wer es ganz nobel und flexibel haben möchte, sollte zur GoPro MAX greifen, die dann aber wirklich an einer längeren Stange befestigt werden muss, um ihren Sinn auch nutzen zu können. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich mir jetzt eine hole, aber das Stangengedöns am Mopped würde mich zu sehr nerven und bei einer Einkehr abseits des Abstellplatzes des Moppeds alle abbauen und wider anbauen .....
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