ADAC Fahrrad App im Test: Navigation und Routenplanung für Radfahrer

Sie suchen Tipps für abwechslungsreiche Fahrrad-Touren in Ihrer Umgebung? Eine Fahrrad-Navi-App leistet dabei Hilfestellung. Wir klären auf, was Fahrradtouren-Apps genau sind und was die Radfahrer-Apps eigentlich können.

Was genau sind Fahrradtouren-Apps?

Eine Fahrrad-Navi-App (auch Navi App) ist auch für Radfahrer überaus praktisch. Viele dieser Apps bieten nämlich zwei entscheidende Funktionen: Einerseits könnt ihr sie im Vorfeld als Fahrradroutenplaner zur Erstellung einer Radtour ganz nach euren Wünschen verwenden. Andererseits weisen euch die Fahrradtouren-Apps bei der Fahrt den zuvor geplanten Weg. Alles, was ihr dafür braucht, ist eine Handy-Halterung an eurem Lenker.

Im Google Play Store und in Apples App Store gibt es hunderte Fahrrad-Navi-Apps. Ihr seid noch gar nicht auf die Idee gekommen, so eine Fahrrad-App einfach mal auszuprobieren? Prinzipiell hättet ihr dazu aber Lust? Dann sei euch gesagt: Die Wahl einer Fahrrad-Navi-App ist gar nicht so einfach. Grund dafür ist, dass es hunderte solcher Fahrradtouren-Apps gibt. Sie unterscheiden sich allerdings stark in ihren Leistungen.

Die Qual der Wahl: Anforderungen an eine Fahrrad-App

Überlegt euch deshalb zuerst, welche Anforderungen so eine Radfahr-App erfüllen muss, damit sie euren Ansprüchen an einen ständigen Radlbegleiter gerecht wird. Wenn ihr euch unsicher seid, welche Fahrrad-Routenplaner-App die richtige für euch ist, hilft es, wenn ihr euch einige Fragen stellt:

  • Möchtet ihr einfach nur ein bestimmtes Ziel erreichen oder ist euch eine landschaftlich reizvolle Streckenführung wichtig?
  • Möchtet ihr aus vorgeschlagenen Routen wählen oder euch Touren selbst zusammenstellen?
  • Sollen während der Fahrt Point of Interests (POIs) angesteuert werden, zum Beispiel schöne Aussichtspunkte, nette Einkehrmöglichkeiten und Ähnliches?
  • Und ist es wichtig, dass die App auch offline nutzbar ist, beispielsweise in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung?

Fünf Fahrrad-Navis im Vergleich

Fahrrad-Apps gibt es mit verschiedenen Schwerpunkten. Für einige ist der Weg das Ziel, für andere dagegen ist nur das Ziel selbst entscheidend; und wieder andere setzen auf den Gemeinschaftsgeist. Wir stellen euch fünf Apps mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung einmal genauer vor.

1. Google Maps für das Fahrrad

Der große Vorteil an Google Maps für das Fahrrad: Jedes Kind kennt sich mit diesem Kartendienst aus, die Bedienung fällt entsprechend leicht. Wie bei der Navigation im Auto auch, gebt ihr euer Ziel einfach an, lasst euch die Route anzeigen und klickt dann über der angezeigten Routenkarte das kleine Fahrrad-Symbol an. In den Kartendetails könnt ihr nun auswählen, dass Radwege in der Kartendarstellung besonders hervorgehoben werden sollen. Per Sprachnavigation wird euch die Google-Route gewiesen. Links, rechts, im Kreisverkehr die dritte Abfahrt nehmen.

Wenn es euch einfach nur wichtig ist, euer Ziel zu erreichen, tut euch Google Maps gute Dienste. Jetzt kommt das Aber: Wenn ihr eine besonders schöne Strecke sucht oder die Strecke individuell anpassen möchtet, sind die Optionen begrenzt. Zwar könnt ihr Zwischenziele einfügen, aber je genauer ihr die Strecke selbst vorgeben möchtet, umso sperriger gestaltet sich die App.

Zusammengefasst: Google Maps für das Fahrrad eignet sich zur zielgerichteten Navigation, aber weniger für den Radausflug mit besonders schönen Streckenabschnitten und interessanten Wegpunkten. Die App gibt es sowohl für Android als auch für Apple kostenfrei.

2. Komoot - Fahrrad-, Wander- und Mountainbike-Navi

Eine der beliebtesten Fahrrad-Routenplaner-Apps ist die Komoot-App. Mehr als 100.000 Android- und Apple-Nutzer haben ihre Bewertungen abgegeben, durchschnittlich kommt die Komoot-App auf 4,6 bzw. 4,7 Sterne.

Ihr könnt euch hier entweder eine vorgefertigte Route aussuchen, die euch zum Beispiel in den Highlights von anderen Nutzern vorgeschlagen worden ist, oder ihr plant ganz individuell und bequem am Laptop einen eigenen Routenverlauf. Und zwar unter Berücksichtigung vieler Details wie Wegbeschaffenheit, Schwierigkeit, Distanz und Höhenmetern. Anschließend kann die geplante Route samt topografischen Karten mit einem Klick auf das Smartphone übertragen werden. Dadurch habt ihr auch offline Zugriff auf die Route. Sprachanweisungen sorgen dafür, dass ihr kaum aufs Handydisplay blicken müsst.

Praktisch: Ihr könnt die Route im Fahren (um)planen, Komoot synchronisiert die Daten automatisch auf allen Geräten - allerdings nur im Online-Modus. Eigene konzipierte Strecken könnt ihr zudem anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

Kosten: Eine erste Region könnt ihr kostenfrei nutzen. Das heißt, ihr könnt die Fahrrad-Navi-App bestens ausprobieren. Jede weitere Einzelregion kostet 3,99 Euro, das Regionen-Paket 8,99 Euro und das Komplett-Paket 29,99 Euro.

3. ADAC Fahrrad-Tourenplaner

Der ADAC ist für sein Kartenmaterial bekannt - allen voran für seinen Straßenatlas. Aber auch für Radfahrer gibt es ein entsprechendes App-Angebot. Im Google Play Store kommt die Fahrrad-Navi-App des ADACs auf 4.0 Sterne, in Apples App Store sogar auf 4,5 Sterne.

Mehr als 19.800 Radtouren stehen zur Wahl. Jede von ihnen ist ausführlich beschrieben, kommt mit topographischen Karten daher und bietet eine sprachgeführte Navigation entlang der gesamten Strecke. Wetterinfos, Höhenprofil und Bilder könnt ihr euch ebenfalls schon im Vorfeld ansehen. Per Download lässt sich das Gesamtpaket auch offline nutzen.

Für die freie Tourenplanung werden Start und Ziel eingegeben und schon schlägt die App eine für Radtouren geeignete Strecke vor. Auch eine nette Funktion: Befindet ihr euch irgendwo in einer euch unbekannten Gegend, könnt ihr per Umgebungssuche eine passende Tour finden - inklusive Anfahrtsbeschreibung.

Achtung: Die App kommt zwar insgesamt auf eine sehr gute Bewertung, die Akkulaufzeit reduziert sich allerdings sehr schnell, sobald die App mit aktiviertem GPS-Empfang läuft. Packt also besser eine Powerbank ein. Zudem ist der ADAC-Tourenplaner nicht kostenfrei, aber mit 4,99 Euro günstig zu haben.

4. GPSies

GPSies ist sozusagen der kostenlose Allrounder unter den Navigations-Apps. Denn: Diese Routenplaner-App hat nicht nur Fahrradfahrer im Visier, sondern auch Wanderer, Läufer, Segler und mehr. Da die App-Variante von GPSies für Android und Apple der Desktop-Variante noch hinterher hinkt, ist diese Fahrrad-Tourenplaner-App vielleicht vor allem etwas für Neulinge, die für sich schauen möchten, ob ihnen das Radfahren via Fahrrad-Navi-App überhaupt zusagt.

Die App soll es ihren Nutzern erleichtern, tolle Strecken zu entdecken und auszuprobieren. Die Planung vor der Radreise, die Navigation währenddessen und das Live-Tracking für ein späteres Anschauen der Tour - mit dieser Fahrradwege-App ist all das möglich. Alle relevanten Informationen habt ihr immer direkt auf dem Smartphone dabei. Mehr als vier Millionen Strecken in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt stehen in der größten europäischen Freizeit-Outdoor-Community zur Verfügung.

Eine Besonderheit gegenüber anderen Apps ist, dass ihr euch zwischen verschiedenen Kartendarstellungen entscheiden könnt: klassische Google-Darstellung oder doch lieber OpenStreetMap-Karte? Tipp: Die OpenStreetMap-Karten sind vor allem, wenn es um eher unbekannte Strecken geht, genauer als Google.

5. Cyclique Fahrrad Community

Unter dem Stichwort „Fahrrad App kostenlos“ ist die noch recht junge App Cyqlique Fahrrad Community ganz vorne mit dabei. Wie der Name - zusammengesetzt aus „Cycling“ für Radfahren und „Clique“ für den Freundeskreis - schon nahelegt, geht es hier sowohl um Radtouren als auch um die Gemeinschaft. Das heißt: Ihr findet mit der App nicht nur Fahrradtouren, sondern auch gleichgesinnte Radfahrer in eurer Nähe für gemeinsame Ausfahrten.

Integriert in die App sind die Routenportale GPSies und Komoot, sodass Nutzer aus einem quasi unerschöpflichen Pool an Radrouten wählen können. Der Cyclist-Feed wiederum hilft bei der Vernetzung: Per Klick nehmt ihr an bestehenden Touren in der Nähe teil, erstellt selbst Touren und ladet Mitfahrer dazu ein oder findet einen Trainingspartner für anspruchsvolle Ausfahrten.

Außerdem verfügt diese Fahrradtouren-App über nette Funktionen wie zum Beispiel Tipps und Tricks rund um das Thema Radfahren von Profis und Experten oder auch ein Flohmarkt zum Kaufen und Verkaufen von gebrauchten Fahrrad-Produkten. Verfügbar ist das Ganze kostenlos sowohl für Android als auch Apple.

Weitere nützliche Fahrrad-Apps

Neben den Navigations-Apps gibt es auch noch andere nützliche Apps für Radfahrer, wie z.B. Fahrradcomputer-Apps oder Apps für Bike-Fitting und die Fahrrad-Werkstatt.

Fahrradcomputer-Apps

Wenn es nicht unbedingt eine Navi-App sein muss, dann kann das Smartphone aber zumindest als Fahrradcomputer herhalten um z.B. Daten wie Strecke oder Geschwindigkeit zu tracken. Die klassische Funktion eines Tachos also? Nicht ganz. Die gängigsten Programme wollen wir uns hier einmal näher anschauen.

Einige Beispiele für Fahrradcomputer-Apps sind Strava, Runtastic Mountain Bike und Runtastic Road Bike.

ADAC Apps für Radfahrer

Neben dem ADAC Fahrrad-Tourenplaner bietet der ADAC noch weitere nützliche Apps für Radfahrer an:

  • ADAC Trips App: Begleiter für Freizeit und Urlaub. Nach Eingabe Ihrer Interessen gibt die App individuelle Tipps und nennt mögliche Aktivitäten.
  • ADAC Medical App: Bietet schnell, einfach und überall Hilfe bei gesundheitlichen Anliegen. Hier erhalten Sie jederzeit Zugang zu telemedizinischer Behandlung, Doctolib Arztsuche mit Online-Terminvereinbarung, Symptomchecker sowie Apothekenservices.
  • ADAC Smart Connect App: Hält Sie jederzeit über den Gesundheitszustand Ihres Autos auf dem Laufenden, z.B. über Batteriespannung oder weitere Fahrzeugteile. Und wo Ihr Auto steht, sagt Ihnen die App auch.

Tipps für die Nutzung von Fahrrad-Apps

Grundsätzlich gilt: Die Sprachnavigation kann im Stadtverkehr oder starkem Wind manchmal schwer zu verstehen sein. In diesem Fall helfen spezielle Fahrradhelme mit integriertem Bluetooth-Lautsprecher oder auch Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer.

Solltet ihr Probleme bei der Einrichtung der Apps, der Übertragung geplanter Routen vom Rechner auf das Handy oder bei der Verbindung eines Bluetooth-Geräts mit dem Smartphone haben, meldet euch gern bei eurem PC-SPEZIALIST in eurer Nähe. Unser Technik-Experten finden schnell heraus, woran es bei der Benutzung hapert und bringt euch ins Rollen.

Unser Fachmann gibt euch auch gern Tipps zum Thema Displayschutz für Smartphone und Tablet - immerhin besteht die Gefahr, dass das Handy on Tour mal zu Boden fällt. Und im Falle des Falles, also beispielsweise wenn das Samsung-Handy auf dem Asphalt gelandet und das Display defekt ist, wissen unsere Profis natürlich ebenfalls um Rat.

Checkliste für den Fahrradurlaub

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, über ein paar Wochen hinweg mehrmals pro Woche mindestens eine halbe Stunde am Stück Rad zu fahren. Wie viele Kilometer im Radurlaub pro Tag zu schaffen sind, hängt von der Strecke, dem Wetter, der eigenen Fitness, dem Körpergewicht und natürlich von Fahrrad sowie Gepäck ab. Insbesondere bei Radurlauben ohne Gepäckbeförderung gilt: Weniger ist mehr!

Vor dem Start sollte das Fahrrad auf Funktionalität überprüft werden. Die wichtigsten Komponenten für die Verkehrssicherheit des Rades sind die Bremsen, Schaltung, Beleuchtung und selbstverständlich die Kette. Zudem ist es hilfreich, sich mit seinem Bike vertraut zu machen, um im Fall der Fälle einen Reifen flicken oder einen Fahrradschlauch wechseln zu können. Die wichtigsten Utensilien wie Flickzeug, Fahrradschlauch, Luftpumpe und ein Miniwerkzeug mit den passenden Schraubendrehern gehören deshalb mit ins Gepäck.

Sollte das Werkzeug doch einmal vergessen werden, können kleinere Reparaturen selbstständig an den ADAC Radservice-Stationen vorgenommen werden. Diese finden sich an beliebten Radrouten in ganz Deutschland. Wird darüber hinaus Hilfe benötigt oder ist keine Reparaturstation in der Nähe, können ADAC Mitglieder jederzeit die Gelben Engel der ADAC Fahrrad-Pannenhilfe rufen.

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