Motorradfahren in Italien: Wichtige Vorschriften und Tipps für eine sichere Tour

Italien ist ein Paradies für Motorradfahrer, mit seinen malerischen Strecken durch die Dolomiten, entlang der Küste Liguriens und durch die Toskana. Um Ihre Motorradreise durch Italien sicher und unbeschwert zu gestalten, ist es wichtig, die geltenden Verkehrsregeln und Vorschriften zu kennen. Der ADAC bietet hierzu umfassende Informationen und Tipps.

Allgemeine Verkehrsregeln für Motorradfahrer in Italien

Die ADAC Juristen erklären, welche Regeln Motorradfahrer bei Touren in Italien beachten müssen. Vor einer Fahrt mit dem Motorrad ins Ausland sollte man sich über die bestehenden Verkehrsregelungen, Bußgelder und Besonderheiten informieren.

Tempolimits

Welche Tempolimits gelten in Italien?

  • Kleinkrafträder dürfen nicht schneller fahren, als es die für sie technisch höchstzulässige Geschwindigkeit zulässt, also 45 km/h.
  • Motorräder dürfen innerorts maximal 50 km/h und außerorts 90 km/h fahren.
  • Das Tempolimit auf Schnellstraßen liegt bei 110 km/h, auf Autobahnen bei 130 km/h (bzw. 150 km/h auf dreispurigen Autobahnen, wenn die Beschilderung dies erlaubt).

Bei Regen oder Schneefall darf auf Autobahnen höchstens 110 km/h und auf Schnellstraßen 90 km/h gefahren werden, bei Nebel allerdings nur 50 km/h.

Helmpflicht

Alle Fahrer und Beifahrer von Motorrädern und Kleinkrafträdern (auch Motorrollern) müssen einen Schutzhelm tragen. Bei Zuwiderhandlung droht die Sicherstellung des Fahrzeugs bis zu einem Monat.

Verstöße gegen die Helmpflicht - hierzu zählt insbesondere auch die Verwendung nicht entsprechend der ECE-Regelung Nr. 22 gebauter, geprüfter, genehmigter und gekennzeichneter Helme - werden mit hohen Geldbußen geahndet. Zusätzlich zur Geldbuße kann das Kraftrad für einen Zeitraum von 60 Tagen beschlagnahmt werden; bei einem erneuten Helmpflichtverstoß innerhalb von zwei Jahren erfolgt eine 90-tägige Einziehung.

Für den Helmpflichtverstoß eines minderjährigen Beifahrers haftet der Fahrer.

Autobahnen und Schnellstraßen

Auf Autobahnen und Schnellstraßen dürfen nur Motorräder mit einem Hubraum von mindestens 120 cm³ fahren. Der Fahrer muss zudem mindestens 18 Jahre alt sein. Motorräder mit Beiwagen dürfen erst ab einem Hubraum von mindestens 250 cm³ und einer Leistung von 15 kW auf diese Straßen.

Sozius und Kinder

Auf Motorrädern und Kleinkrafträdern dürfen Kinder als Sozius mitfahren, wenn sie mindestens fünf Jahre alt sind und selbstständig und sicher auf dem Beifahrersitz sitzen können.

Ladung

Auf Motor- und Kleinkrafträdern dürfen Gegenstände befördert werden, wenn diese ordnungsgemäß gesichert sind und die Fahrzeugumrisse um nicht mehr als 50 cm überragen.

Bußgelder

Die Strafen für Verkehrsdelikte (insbesondere für Handy- und Alkoholverstöße) sowie für die Nicht-Beachtung polizeilicher Weisungen, sind erheblich höher als in Deutschland. In Italien sind rechtskräftige Bußgeldbescheide und Gerichtsentscheidungen innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren vollstreckbar.

Bei den meisten Bußgeldern wird bei Zahlung innerhalb von fünf Tagen ein Nachlass von 30 % gewährt.

Geschwindigkeitsüberschreitungen

Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht einhält und geblitzt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. In der Regel werden Verstöße auf allen Straßen gleich sanktioniert. Einen ersten Überblick über drohende Strafen gibt ein Auszug aus dem italienischen Bußgeldkatalog.

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld
bis 10 km/h zu schnell ab 42 €
11 - 40 km/h zu schnell ab 173 €
über 40 km/h zu schnell ab 543 €
über 60 km/h zu schnell ab 845 €

Stand: 4/2025

Besondere Hinweise

  • Auf Autobahnen und außerorts muss tagsüber ganzjährig mit Abblendlicht (oder alternativ Tagfahrleuchten) gefahren werden.
  • Das Benutzen und Mitführen von Radarwarngeräten ist verboten.
  • Telefonieren am Steuer ist nur unter Verwendung einer Freisprecheinrichtung erlaubt.
  • Wer außerhalb geschlossener Ortschaften (z.B. bei Panne oder Unfall) das Fahrzeug verlässt und sich auf der Fahrbahn aufhält, muss eine Warnweste tragen.

Motorradtouren in Italien: Inspiration für Ihre Reise

Italien bietet zahlreiche atemberaubende Motorradstrecken. Hier sind einige Highlights:

Die schönsten Motorradtouren durch die Dolomiten

Die schönsten Motorradtouren durch die Dolomiten, entlang der ligurischen Küste und in der Toskana. Reichlich Inspiration für den nächsten Motorradurlaub in Italien.

Zweitages-Motorradtour Trentino-Südtirol

Diese zweitägige Rundtour führt auf einer Gesamtlänge von 550 Kilometern mit insgesamt knapp 23.000 Höhenmetern in die schönsten und kurvenreichsten Ecken der Region Trentino-Südtirol. Mendel- und Manghenpass, Monte Grappa, Passo Brocòn und Pordoijoch liefern ein vielfältiges Gebirgsszenario, das für Tourenfahrer keine Wünsche offenlässt und von Mai bis Oktober herrliche Entdeckungsmöglichkeiten bietet.

Der Mendelpass: Besser könnte eine Motorradtour in Südtirol wohl kaum starten. Über 15 gut ausgebaute Kehren und abwechslungsreiche Kurvenkombinationen mit hohem Fahrspaß-Faktor fräst sich die Passstraße bergauf in den Felsen und erreicht auf 1363 Metern ihren Höhepunkt.

Direkt an der Passhöhe zweigt (abseits der Route) eine kleine Waldstraße und Sackgasse mit engen Kehren rechts zum Gipfelplateau des Penegal ab. Von dort aus genießt man aus 1737 Metern Höhe eine phänomenale Fernsicht. Wer sich den Umweg von rund zehn Kilometern sparen möchte, bleibt auf der Route, die vom Mendelpass nun in einem kurvigen Verlauf bergab nach Ronzone und Cavareno führt.

Eine Kurvenfahrt durch saftig-grüne Apfelplantagen folgt, bis bei Revò ein spektakulärer Ausblick auf den Lago di Santa Giustina vor dem Visier erscheint. Die von Bergen malerisch umrahmte Talsperre wird am Westufer umfahren. Weiter geht es in den Süden Richtung Mezzolombardo.

Bei St. Michael an der Etsch taucht die Route auf wenig befahrenen Straßen in die Weinberge rund um Verla ein. In den romantischen Seitentälern, an denen der Durchgangsverkehr vorbeizieht, wird die Tour geruhsamer.

Im darauffolgenden Val di Fiemme nimmt die Motorradreise auf genialen Powerkurven wieder Fahrt auf. In diesem besonders "flowigen" Streckenabschnitt mit langgezogenen, gut ausgebauten und einsehbaren Kurven verfällt man in ein rhythmisches Links-rechts-Schwingen, ehe die Route bei Molina di Fiemme rechts zum Manghenpass abbiegt.

Der Manghenpass liefert eine lustvolle Trainingseinheit für Motorradfahrer und kräftiges Zupacken ist dank anspruchsvoller Kombinationen mit vielen engen Haarnadelkurven gefragt. Der Pass zwischen dem Fleimstal und der Valsugana führt zunächst auf einer enger werdenden Straße durch dichten Wald das Val Cadino hinauf, wo die Dichte der Kehren allmählich zunimmt. Der Wald lichtet sich und eine grüne, alpine Gebirgswelt eröffnet sich vor dem Visier.

Konzentration ist gefragt: Nach Steigungsraten von bis zu 18 Prozent und spitzen, wenig einsehbaren Kurven ist die Passhöhe auf 2042 Metern schließlich erklommen. Die Aussicht zu beiden Seiten des Passes ist fantastisch und lädt zu einem ausgedehnten Boxenstopp ein.

Für Motorradfahrer erfreulich: Der Passo Manghen ist für Lkw und Busse gesperrt und deshalb wenig frequentiert. Dennoch ist es ratsam, das Tempo hier zu verringern - sowohl wegen der kniffligen Streckenführung als auch aus Vorsicht vor frei herumlaufenden Kuhherden. Fahrerisch ähnelt die bergabführende Südrampe dem nördlichen Abschnitt. Auch hier ist die Fahrt durch die alpine Landschaft ein Hochgenuss.

Vorbei am Levicosee, der mit kleinen Stränden und schattigen Wiesen auf einen Badestopp einlädt, geht es in den Süden nach Bassano del Grappa, wo die Berglandschaft abrupt endet und in eine weite Ebene übergeht.

Es folgt die Etappe zum Monte Grappa (1775 m) - eine Strecke, auf der man sich herrlich schwindelig fahren kann. Oben angekommen ist ein Stopp beim Militärfriedhof von Monte Grappa mit nahegelegener Einkehrmöglichkeit empfehlenswert. Vom beeindruckenden Kriegerdenkmal aus hat man einen grandiosen Rundumblick auf die im Norden liegende Gebirgslandschaft und die Po-Ebene in südlicher Richtung.

Über den Passo di Monte Ágaro und den Passo Brocòn mit seiner schmalen, kurvenreichen Straße geht es wieder in den Norden. Vorbei an Agordo und dem Lago di Alleghe nähert sich die Motorradtour dem Herzen der Dolomiten. Zwischen Arabba und Canazei über das Pordoijoch zaubert der fahrerisch und landschaftlich reizvolle südliche Abschnitt der Sellarunde Tourenfahrern nochmal ein Grinsen ins Gesicht.

Der Schlussspurt über den abwechslungsreichen Nigerpass, der mit einer kurzzeitigen Steigung von satten 24 Prozent aufwartet, rundet den Tourentag zackig ab. Die Zweitagestour klingt mit einer Fahrt durch Bozen nach Kaltern an der Weinstraße aus - was bleibt: Eine Gepäckrolle voller Erinnerungen und jede Menge Passerfahrung.

Sellarunde mit dem Motorrad

Im Lebens-Roadbook eines jeden Motorradfahrers darf die Sella Ronda nicht fehlen. Bei der Umrundung des Sella-Bergstocks auf den vier berühmten Dolomitenpässen Grödner Joch, Campolongo-Pass, Pordoijoch und Sellajoch wird alles geboten, was eine gelungene Motorradtour ausmacht.

In Südtirols abwechslungsreicher Landschaft von schneebedeckten Dolomitengipfeln bis zu sanften Weinbergen werden die unzähligen kurvigen Bergstraßen zum Paradies für Motorradfahrer. Pässe wie das Stilfser oder Penser Joch und die Sellarunde bieten spektakuläre Ausblicke. Diese Route widmet sich der Kult-Motorradtour Sellarunde.

Ausgangsort der Rundtour ist das mittelalterliche Städtchen Klausen im Schatten des Säbener Klosterfelsens. Parallel zur Brennerautobahn geht es ein Stück entlang an den Windungen der Eisack in den Süden, bis Waidbruck erreicht ist. Hier zweigt die Route Richtung Sankt Ulrich ab - eine Fahrt auf der kurvenreichen Bergstraße ins Grödner Tal folgt.

In Wolkenstein in Gröden beginnt der Einstieg in die legendäre Sellarunde, die ursprünglich als Skirundtour berühmt wurde und heute Motorradfahrer ebenso begeistert. Im Uhrzeigersinn geht es in einem Kurvenrausch rund ums Sellamassiv über Corvara nach Arabba. Vorbeiziehende markante Felswände, grüne Almwiesen und tiefe Täler schaffen eine faszinierende Kulisse vor dem Visier.

Mit dem anschließenden Passo Pordoi folgt ein weiteres fahrerisches Highlight: Auf einer gut ausgebauten Strecke führt der zweithöchste asphaltierte Pass Italiens in luftige Höhen auf 2240 Meter. Nur wenige Kilometer weiter liefert das Sellajoch ein Kurvenangebot, das ebenso zum Schwärmen anregt.

Nach insgesamt rund 50 Kilometern ist das Sellamassiv umrundet und die Route zweigt wieder Richtung Wolkenstein in Gröden ab. Der Weg zurück nach Klausen führt über das hübsche Bergdorf Kastelruth mit seinem historischen Ortskern, der zu den "Borghi più belli d'Italia", also zu den schönsten Orten Italiens zählt und am Tourenende zum gemütlichen Flanieren einlädt.

Südtirol: Burgen und Bergpanorama

Attraktionen dieser Tagestour sind Burgen und Gebirgspanoramen, romantische Seitentäler und kurvenreiche Bergstraßen mit traumhafter Aussicht. Durch das Sarntal, über dem die Burg Runkelstein thront, geht es nach rechts in die Höhe auf den Bozener Hausberg Ritten. Hier eröffnet sich eine grandiose Aussicht auf Dolomiten und Schlern, bevor man bei Waidbruck Richtung Grödner Tal fährt. Dessen Eingang bewacht die imposante Trostburg.

Kurz vor Sankt Ulrich steigt die Route nach Kastelruth an. Da die Stichstraße zur Seiser Alm zwischen 9 und 17 Uhr für den privaten Verkehr gesperrt ist, kann man mit Bussen der Seiser Alm Bahn die größte Hochalm Europas besuchen. Empfehlenswert ist die Weiterfahrt über den Nigerpass (1688 m), vorbei am fotogenen Felsmassiv Rosengarten und über Karersee und Eggental zurück nach Bozen.

Trentino: Dolomiten und Kurvenspaß

Sehenswerte Berglandschaften prägen das Trentino, dazu variantenreiche Kurven, Kehren und Schräglagen für Motorradfahrer. Die Landeshauptstadt Trient, die mediterranes Flair, italienische Gemütlichkeit und Bergpanoramen vereint, ist Ausgangsort dieser Rundtour. Durch das Val di Fiemme und das von Weinbergen geprägte Val di Cembra geht es über Cembra nach Mezzolombardo. Am Lago di Molveno vorbei, einem Bergsee zu Füßen der mächtigen Brenta-Dolomiten, und entlang des Seengebiets Valle dei Laghi wird Trient erreicht.

Ligurien: Küstenstraße und Cinque Terre

Highlights auf der Rundtour sind die herrliche Küstenstraße entlang der Riviera di Levante ab Portofino und die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Cinque Terre. Von der Hafenstadt La Spezia führt die Route zunächst durch das Inland nach Varese Ligure, einem schmucken Städtchen im Vara-Tal. Auf kurvigen Nebenstraßen geht es weiter durch Hügelland nach Rapallo. Hier erinnert die Uferpromenade Lungomare Vittorio Veneto an die Blütezeit des Seebads.

Viel besucht, aber dennoch ein Muss ist Portofino. Rote und ockergelbe schmale Häuser säumen den Hafen des einstigen Fischerstädtchens, in dem heute Luxusjachten ankern. Entlang der Küstenstraße lädt das hübsche Chiavari zum Bummel unter Arkaden ein, die Halbinsel Isola di Sestri Levante mit zwei herrlichen Buchten und später auch der Badeort Levanto machen Lust aufs Schwimmen.

Die fünf autofreien Bilderbuchdörfer des Cinque Terre sind von der hoch über den Orten verlaufenden Straße im Blick und lohnen einen Abstecher, bevor wieder La Spezia erreicht ist.

Toskana: Zypressen und Chianti-Gebiet

Highlights auf dieser Rundtour sind der Besuch von Siena, Volterra und San Gimignano sowie Fahrten auf schmalen Zypressenalleen und über Kurvenstraßen durch die Colline Metallifere und das Grün des Chianti-Gebiets. Die von prächtigen Palästen gerahmte Piazza del Campo in der Altstadt von Siena gehört zu den schönsten Plätzen der Welt. Über Colle di Val d’Elsa wird die Hügelkette der Colline Metallifere erreicht, die schon in der Antike für ihre Bodenschätze bekannt waren. Auf dem Weg nach Roccastrada liegt rechter Hand die beeindruckende gotische Klosterruine Abbazia di San Galgano.

Die Route verläuft an den Geothermalfeldern von Pomarance vorbei nach Volterra. Umschlossen von einer hohen Stadtmauer lädt das charmante mittelalterliche Städtchen mit seinen Wohntürmen zu einem Erkundungsspaziergang ein. Durch seine 15 noch erhaltenen mächtigen Geschlechtertürme ist San Gimignano eine der größten Attraktionen der Toskana. Mit Ausblicken auf Hügel und Weinberge schlängelt sich die Route durch das Chianti-Gebiet zurück nach Siena.

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