Bei einem Motorrad beeinflussen die Reifen die Fahreigenschaften deutlich stärker als bei den meisten Pkw. Umso wichtiger ist es, den passenden Reifen für sein Motorrad zu finden. Der ADAC führt regelmäßig Reifentests durch, um Motorradfahrern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Wichtige Tipps zu Motorradreifen
Hier sind einige Tipps, die Sie bei der Auswahl und Nutzung von Motorradreifen beachten sollten:
- Reifendruck prüfen: Vor jeder Fahrt sollte der Reifendruck am kalten Reifen geprüft werden.
- Alte Reifen ersetzen: Achten Sie auf das Alter der Reifen und ersetzen Sie diese rechtzeitig.
- Luftdruck regelmäßig kontrollieren: Der passende und korrekte Reifendruck beeinflusst den Fahrkomfort und die Fahrstabilität der Maschine sowie die Betriebstemperatur und den Verschleiß des Reifens.
Reifendruck
Die vom Hersteller vorgesehenen Fülldruckwerte für Motorradreifen stehen in der Bedienungsanleitung und vielfach auch auf kleinen Aufklebern an der Schwinge, am Rahmen oder unter der Sitzbank des Bikes. Die Reifen der meisten Straßenmaschinen sollen vorne mit 2,5 bar und hinten mit 2,9 bar befüllt werden. Für Enduros und spezielle Maschinentypen oder besondere Anwendungen sind andere Druckwerte sinnvoll.
Von den Herstellervorgaben abweichender, meist niedrigerer Reifendruck kann je nach Anwendung und Rahmenbedingung die Fahr- und Traktionseigenschaften der Maschine verbessern, zum Beispiel bei Fahrten auf Rennstrecken oder bei sehr niedrigen Temperaturen. Hierzu sollten Sie unbedingt die Experten der Reifenhersteller befragen.
In der Praxis empfiehlt sich dies besonders, wenn das Motorrad einige Tage oder sogar Wochen nicht bewegt wurde. Hierzu eignen sich am besten kleine Druckprüfer als Handgeräte. Bei dieser Gelegenheit kann auch der Gesamtzustand der Reifen gecheckt werden: Wie steht es ums Profil, gibt es Verschleiß, befinden sich Risse oder Steinchen im Profil? Sollte der Reifendruck innerhalb weniger Wochen stark gefallen sein (um ca. 1 bar), sollten der Reifen bzw. das Rad und das Ventil eingehend auf mögliche Undichtigkeiten untersucht werden.
Profiltiefe
Eine ausreichende Profiltiefe ist besonders auf nasser Fahrbahn wichtig. Laut Gesetzgeber muss sie mindestens 1,6 Millimeter betragen, diese Grenze sollte aber nicht ausgereizt werden. Spätestens bei zwei Millimetern empfiehlt es sich, die Pneus zu tauschen. Ein kleiner Profiltiefen-Messer ist dafür der beste Indikator. Zudem besitzen die meisten Reifen den sogenannten TWI (tread wear indicator): Das sind kleine Stege im Profilgrund, die helfen, die richtige Messstelle zu finden. Die Profiltiefe wird direkt neben diesen kleinen Stegen gemessen.
Wer den gesetzlichen Grenzwert unterschreitet, lebt übrigens nicht nur gefährlich: es drohen auch Bußgeld und drei Punkte im Flensburger Fahreignungsregister.
Alterung von Reifen
Motorradreifen werden häufig unbemerkt sehr alt, besonders dann, wenn die Maschine nur selten und dann wenig bewegt wird. Da die Reifen von Motorrädern, die die meiste Zeit stehen, durch nicht optimale Umgebungsbedingungen und die allgemeine Alterung ihre Eigenschaften verschlechtern, sollten Sie das Reifenalter und mögliche sichtbare Alterungserscheinungen beachten. Im Zweifel sollten Sie die Reifen ersetzen.
Zu den Alterungserscheinungen zählen deutliche Verfärbungen und Risse. Wer sich eine Beurteilung des Reifenzustands nicht zutraut, kann einen Fachmann hierzu befragen. Das Alter des Reifens kann anhand der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ermittelt werden. Am Ende der DOT-Nummer steht eine vierstellige Ziffernfolge. Die ersten zwei Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten zwei Ziffern für das Produktionsjahr. "1419" beispielsweise steht also für die 14. Produktionswoche im Jahr 2019.
Üblicherweise wird eine Reifennutzung über das sechste Jahr hinaus nicht mehr empfohlen. Einzelheiten bzw. besondere Regelungen kann der Reifenhersteller festlegen. Eine Verhärtung der Gummimischung kann allerdings auch schon früher als nach fünf Jahren auftreten und gefährlich werden: Steht eine Maschine viel in der Sonne, ist bei jedem Wetter auf der Straße oder stehen während der Überwinterung die Reifen auf dem Boden, können nicht mehr rückgängig zu machende Schäden entstehen. In diesen Fällen steht der Reifenwechsel früher an.
Gleiches gilt für Reifen mit ungleichen Verschleißbildern. Ganz vorne stehen dabei die unter Bikern "Autobahn-Platten" genannten Abnutzungen, die möglicherweise zu wahren Kippkanten führen können. Auch bei Beschädigungen der Reifenflanken, die beim Überfahren von scharfen Kanten wie etwa Granit-Bordsteinen entstehen können, ist Vorsicht geboten: Reifen haben ein Gedächtnis. Selbst wenn sie von außen nicht sichtbar beschädigt sind, können sie sich unter Extrembedingungen wie langer, schneller Fahrt bei großer Hitze genau an der vorgeschädigten Stelle auflösen. Wer rechtzeitig auf neue Reifen wechselt, ist nicht nur sicherer unterwegs, sondern kommt auch in den Genuss der meist besseren Eigenschaften moderner Reifen.
Vorsicht mit neu montierten Motorradreifen
Immer wieder verunfallen Motorradfahrer mit ihren Maschinen kurz nach der Montage von Neureifen. Wegen der produktionsbedingt glatten Oberfläche müssen neue Motorradreifen auf den ersten 20 bis 50 Kilometern vorsichtig eingefahren werden. Dies gilt umso mehr, wenn die Fahrbahn nass ist. Besondere Vorsicht ist beim Bremsen, Beschleunigen und natürlich auch bei der Schräglage in Kurven geboten.
Auch können sich neu montierte Reifen unter hoher Last (starkes Bremsen oder Beschleunigen) auf der Felge drehen. Die Hersteller versuchen, diese Risiken durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren. Trotzdem sollte sich jeder Motorradfahrer nach einer Reifenmontage dieser Ausnahmesituation bewusst sein und Gas und Bremse mit Bedacht bedienen.
Tipp: Winkelventile nutzen
Die Reifendruckkontrolle wird häufig erschwert durch die Position und die Länge vieler gerader Snap-in-Ventile: Am Vorderrad stören die Bremsscheiben, am Hinterrad das Kettenrad oder die Bremsscheibe. Vielfach sind auch die Hinterradfelgen so breit, dass die Ventile mit den Standardsteckern des Tankstellenprüfgerätes nicht erreichbar sind. Unter ungünstigen Umständen entweicht bei der Druckkontrolle nur Luft, eine Reifendruckerhöhung ist nicht möglich, weil sich der Stecker nicht korrekt auf das Ventil aufsetzen lässt.
Winkelventile aus Metall sind hier die ideale Abhilfe. Beim nächsten Reifenwechsel, bei dem das Gummiventil ohnehin ersetzt werden muss, wird das Winkelventil so angebracht, dass bei der Reifendruckprüfung der seitliche Zugang deutlich leichter fällt. Bitte beachten: Die Metallventile müssen zu der Ventilbohrung und zu der Felgenkontur passen. Sie müssen nicht bei jeder nachfolgenden Reifenmontage ersetzt werden. Die höheren Kosten der Metallventile amortisieren sich dadurch bei den nächsten Reifenmontagen. Ein neuerliches Auswuchten der Felge nach Montage der Metallventile kann erforderlich sein. Es können mehr Auswuchtgewichte als üblich erforderlich werden.
Kennzeichnung & gesetzliche Neuregelung
Für neue Reifen, die seit Anfang 2020 gefertigt werden oder wurden, gelten jetzt gesetzliche Neuregelungen, die in der Branche und in der Praxis teilweise für Verwirrung sorgen. Für Motorräder mit EG-Typgenehmigung im Serienzustand wurden Reifenfabrikatsbindungen generell aufgehoben. Es wird trotzdem empfohlen, nur Reifen montieren zu lassen, für die aktuelle Service-Informationen der Reifenhersteller vorliegen.
ADAC Reifentest 07/2001: Vergleichstest - 120/70 ZR 17 (vorn) und 180/55 ZR 17 (hinten)
Sieben Reifenpaare wurden im ADAC-Vergleich (07/2001) bei Nass-, Trocken- und Verschleißfahrten getestet. Die Experten des Landsberger ADAC-Technikzentrums wählten die Suzuki GSF 1200 Bandit als Testmotorrad aus. Das umfangreiche Testprozedere umfasste mehr als 7000 Kilometer.
Testergebnisse im Überblick
Folgendes Modell überzeugte im ADAC Reifentest und hat die ADAC-Empfehlung 3-Sterne erhalten:
- Bridgestone Battlax BT 020 F/020 R
Alle 07/2001 getesteten Reifen im Überblick:
- AVON AZARO Sport II / AV 39/AV 40²
- Bridgestone Battlax BT 020 F/020 R
- Continental Conti Force CC 120/CC 130
- Dunlop Sportmax D207 F/D 207
- Metzeler ME Z 4 Front Z 4 A
- Michelin Macadam 100 X / Macadam 100 X
- Pirelli MTR 23 Dragon GTS/MTR 24 Dragon S
Details zum Test
Die Tester hatten am meisten Vertrauen in die Bridgestone- und Dunlop-Pärchen, denen sie unisono ein hervorragendes Feedback beim Einlenken sowie guten Grip mit weich einsetzendem Grenzbereich beim Herausbeschleunigen und beim Bremsen attestierten.
Weniger überzeugend waren der Avon und der Michelin Macadam 100 X bei Regenfahrten. Dem Azaro Sport II machte der weiche Unterbau das Leben schwer, während dem Michelin dürftiger Grip, vor allem beim Herausbeschleunigen, sowie der schmale Grenzbereich angekreidet wurde.
Bei den Bremsfähigkeiten im Nassen überraschten die guten Ergebnisse des Avon. Deutliches Schlusslicht waren hier wieder die Michelin-Reifen, die damit auch insgesamt mit Abstand den letzten Platz auf nasser Fahrbahn belegen.
Auf der Rennstrecke im kroatischen Rijeka wurden die Reifen auf Haftfähigkeit und Verhalten im Grenzbereich geprüft. In der Summe ihrer Eigenschaften lagen dabei mit Dunlop und Bridgestone die sportlichsten Gummis vorn. Sie verhielten sich sehr handlich und präzise und transferierten dabei saubere Rückmeldungen über Fahrbahnzustand und Vorderradlage an den Lenker.
Die stahlgürtelbewehrten Metzeler/Pirelli-Produkte wurden als relativ träge im Handling und mit geringem Feedback wahrgenommen. Die Überraschung im Trockenen war das Macadam-Pärchen, welches mit neutralem Handling, der hohen Zielgenauigkeit und dem ordentlichen Grip verblüffte.
Die Verschleißfestigkeit des Avon wurde als indiskutabel bewertet, da er ein Opfer seiner weichen Gummimischung wurde. Doch auch Dunlop und Michelin verhielten sich keineswegs ökonomisch wertvoll.
Schnelllaufprüfung: Avon Azaro scheitert
Bei der Schnelllauf-Prüfung im Dunlop-Labor versagte der Avon-Vorderreifen gleich zwei Mal. Entsprechend der ECE-Vorgabe wurden die Reifen in definierten Schritten und unter vorgegebener Last bis zu dem aufgedruckten Geschwindigkeitsindex entsprechenden Tempo von 270 km/h beschleunigt.
Aktuelle Reifenempfehlungen
Die Redaktionen der Magazine testen regelmäßig Motorradreifen von Herstellern aller Art - ob Metzeler, Pirelli oder Continental- auf den unterschiedlichsten Motorrädern, vom Enduro bis zum Supersportler.
Für verschiedene Reifenklassen sind unterschiedliche Strecken beziehungsweise Untergründe zu testen. Hypersportreifen werden niemals im Gelände genutzt, Stollenreifen auf Reise-Enduros sind offensichtlich schlechter auf betonierter Straße als in Schlamm und Matsch. Deshalb fahren die Tester der Magazine auf den verschiedensten Strecken und in unterschiedlichsten Ländern.
Die 1000PS Redakteure fahren mit vielen unterschiedlichen Reifen auf unterschiedlichen Motorrädern. Diese Erfahrungen mit Motorradpneus möchten wir weitergeben. Oft erleben wir bei unseren Events aber auch in unserem Forum, dass trotz des hohen technischen Standards den die Reifen bieten, Motorradfahrer auf falschen Reifen unterwegs sind. Also das Anwendungsgebiet und der Reifen passen nicht zusammen.
Wer kompletter Laie ist und sich an unsere Empfehlungen hält, hat auf alle Fälle einen sehr guten und auch richtigen Reifen am Fahrzeug. Das es möglicherweise für einzelne Motorradtypen oder sehr spezifische Anwendungsgebiete / Strecken oder auch persönliche Vorlieben eine andere Reifenwertung als unsere gibt ist klar. Aber in jedem Fall mal ist unsere Tabelle eine gute Hilfe um mit wenig Forschungsaufwand eine gute Wahl zu treffen.
Es ist sehr wichtig für sich mal die richtige Kategorie Reifen zu wählen. Danach kann man in der entsprechenden Zeile seinen persönlichen Favoriten wählen. Diese Liste wird einmal pro Jahr überarbeitet bzw.
Sportliche Reifen für die Straße die auch bei einem Trackday noch gut funktionieren.
ADAC Sommerreifentest 2024
Der ADAC hat 18 Sommerreifen der Größe 225/40 R 18 getestet. Die Bandbreite reichte vom Premiumhersteller bis zum Low-Budget-Reifen, entsprechend unterschiedlich gestalten sich die Preise. Zwischen dem günstigsten Reifen und dem teuersten liegen pro Satz satte 280 Euro.
Erstmals haben es sogar zwei Modelle geschafft, im Kapitel Fahrsicherheit eine sehr gute Note (beide 1,5) zu erzielen: Der Testsieger Continental SportContact 7 und der Bridgestone Potenza Sport. Beide Reifen liefern auf trockener Fahrbahn eine hervorragende Leistung ab. Sie sind erstaunlich griffig, fahren sich äußerst präzise und auch bei kritischen Fahrmanövern absolut sicher. Ähnlich verhält es sich bei Nässe: Mit Conti und Bridgestone bestückt, umrundet der Testwagen den Nasshandlingkurs nahezu spielerisch.
Sehr überzeugend sind auch der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 sowie der Michelin Pilot Sport 5. Beide Reifen haben sich ebenfalls eine Eins vor dem Komma (jeweils 1,9) erarbeitet. Der Michelin vor allem auch deshalb, weil er unter den guten Reifen am besten in der Umweltbilanz abgeschnitten hat und sich bei Abrieb und Laufleistung mit an die Spitze setzt.
Diese weiteren sieben Reifen sind ebenfalls "gut" und damit sehr empfehlenswert: Vredestein Ultrac Pro, Yokohama Advan Sport V107, Firestone Firehawk Sport, Falken Azenis FK520, Nexen N Fera Sport, Dunlop Sport Maxx RT2 und Toyo Proxes Sport 2.
Der Ceat SportDrive etwa hat Schwächen auf nasser Fahrbahn, ist aber im Trockenen gut, der Kumho Ecsta PS71 haftet gut bei Nässe, ist dagegen auf trockener Fahrbahn und bei der prognostizierten Laufleistung nicht perfekt.
Der Doublecoin wies ausgeprägte Schwächen bei Trockenheit auf und baute bei steigender Temperatur so stark ab, dass der Fahrer oder die Fahrerin kaum noch in der Lage ist, auf Anhieb den richtigen Lenkeinschlag zu finden. Auf nasser Fahrbahn versagte der Doublecoin auf ganzer Linie.
Der Norauto Prevensys 4 und der Syron Premium Performance zeigten sich sehr schwach auf trockener Fahrbahn. Der Testwagen ließ sich nur wenig präzise steuern, ständige Lenkkorrekturen sind für konstante Radien nötig. Und auch das Verhalten im Grenzbereich ist für den Fahrer sehr anspruchsvoll.
Laufleistung: Wie lang halten die Reifen?
Die Verschleißdaten basieren auf dem Straßen-Konvoi-Test über ca. 15.000 km, mit dessen Ergebnis die jeweilige Gesamtlaufleistung prognostiziert wird.
ADAC Ganzjahresreifentest 2024
Der ADAC Test in der Dimension 225/45 R17 zeigt, dass die Streuung bei Ganzjahresreifen groß ist. Von 16 getesteten Reifenmodellen fallen vier mit "mangelhaft" komplett durch, weitere vier schneiden nur mit "ausreichend" ab und sind daher ebenfalls nicht zu empfehlen. Aber, und das ist die gute Nachricht: Wurde beim Ganzjahresreifentest vor einem Jahr (2024) erstmals (nur) ein Reifen mit "gut" bewertet, sind es diesmal sogar vier.
Dem Conti gelingt es als einzigem Reifen im Test sowohl bei der Bewertung zur Fahrsicherheit als auch zur Umweltbilanz - das sind die beiden großen Säulen des ADAC Reifentests - ein "gut" zu erzielen. Schwächen leistet er sich weder auf trockener noch auf nasser Fahrbahn, und auch seine Wintertauglichkeit konnte die ADAC Tester überzeugen.
Der Reifen von Goodyear liegt zwar im Endergebnis gleichauf mit dem Conti-Pneu, wirkt bei sommerlichen Temperaturen aber nicht ganz so präzise. Genügend Sicherheitsreserven hat aber auch er und punktet besonders beim Bremsen und Handling auf nasser Straße sowie bei der Umweltbilanz (Note 1,6).
Zwischen dem besten Reifen (Continental) und dem schlechtesten (Arivo Carlorful A/S) liegen stolze 11,3 Meter beim Bremsweg aus 80 km/h bis zum Stillstand!
No-Name-Reifen wie Petlas Multi Action PT565, CST Medalion All Season ACP1 oder APlus AS909 sind "mangelhaft" und daher nicht zu empfehlen.
Auch Markenreifen teils nur "ausreichend". Mit lediglich "ausreichend" schneidet Continentals Budget-Marke Barum mit dem Quartaris 5 ab (Note 3,9) und ist damit nicht empfehlenswert.
Große Differenzen zeigen sich bei der Laufleistung. So hält der Goodyear voraussichtlich rund 68.000 Kilometer, bis sein Profil abgefahren ist und schlägt damit alle anderen Testkandidaten deutlich. Um diese Laufleistung zu erreichen, bräuchte man zwei Sätze vom Superia Ecoblue2 4S.
ADAC Empfehlungen:
- Achten Sie auf Ihr Fahrprofil.
- Verwenden Sie immer vier Reifen des gleichen Modells und Typs.
- Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck.
- Erhöhen Sie bei schwerer Ladung den Reifendruck entsprechend den Vorgaben des Fahrzeugherstellers in der Bedienungsanleitung.
- Montieren Sie bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse.
- Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimeter zugunsten der Fahrsicherheit getauscht werden.
- Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel - die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss.
- Kaufen Sie keine neuen Reifen, die älter als drei Jahre sind.
Gewichtung, Testkriterien, Methodik
Seit 2023 bildet sich das Gesamturteil zu 70 Prozent aus der Note für die Fahrsicherheit und zu 30 Prozent aus der Note für die Umweltbilanz. Damit werden neben den bislang schon relevanten Sicherheitseigenschaften auch die Reifeneigenschaften bewertet, die die Wirtschaftlichkeit und umfassend die Umwelt betreffen - inklusive der Aspekte der Nachhaltigkeit.
Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klappelementen erklärt.
Bei Reifenmodellen, deren Noten in den einzelnen Kriterien wegen ausgeprägter Stärken und Schwächen stark unterschiedlich ausfallen, könnten sich trotz der schlechten Einzelbewertungen gute oder befriedigende Endbewertungen ergeben, wenn diese Endurteile allein aus den gewichteten Einzelnoten errechnet werden würden. Damit könnten Reifenmodelle trotz relevanter Schwächen im Ranking nach vorne gelangen. Wegen der Schwächen sind diese Reifen aus Sicht des ADAC allerdings nicht empfehlenswert.
Um diesen Effekt des Notenausgleichs zu begrenzen, hat der ADAC bei verschiedenen Kriterien sogenannte Durchschlageffekte eingeführt. Damit soll der erwähnten Ausgewogenheit Rechnung getragen werden. Erreicht ein Reifenmodell in dem jeweiligen Kriterium nicht eine festgelegte Mindestnote, so erhält dieses Kriterium eine Gewichtung von 100 Prozent, während alle anderen Kriterien in dieser Kriteriengruppe eine Gewichtung von 0 Prozent erhalten. Der Durchschlageffekt wird in einer Kriteriengruppe auf das Einzelkriterium mit der schlechtesten Bewertung angewendet.
Bei den beiden Hauptbewertungssäulen Fahrsicherheit und Umweltbilanz gilt: Ist mindestens eine der Noten in diesen Überkriterien 3,6 oder schlechter, so bildet die schlechteste Note das Endurteil.
In dem Hauptkriterium Fahrsicherheit gilt: Ist mindestens eine Note in den Kriterien "Trocken", "Nass", "Winter" (Winterreifentest) 2,6 oder schlechter, so gilt die schlechteste Note für das Überkriterium Fahrsicherheit.
In den Kriterien "Trocken", "Nass", evtl. "Winter" gilt: Ist mindestens eine Note in einem der Einzelkriterien 4,6 oder schlechter, also mangelhaft, so wird die schlechteste Note für das jeweils übergeordnete Kriterium (also "Trocken", "Nass", "Winter") übernommen. Damit schlägt dieses Urteil auch auf die Note für "Fahrsicherheit" durch.
In dem Hauptkriterium Umweltbilanz gilt für die Kriterien Laufleistung, Reifenabrieb und Effizienz: Sind eine oder mehrere Noten in diesen Kriterien 2,6 oder schlechter, also befriedigend, so gilt die schlechteste Note für das Überkriterium Umweltbilanz.
Die Auswahl der zu testenden Reifendimensionen und Reifenmodelle erfolgt durch das Testkonsortium unter Berücksichtigung von Markenstärke, Aktualität früherer Tests und der Abdeckung der gesamten Preisspanne.
Zusammenfassung der Testkriterien
Die ADAC Reifentests berücksichtigen zahlreiche Kriterien, die in die Gesamtbewertung einfließen. Hier eine Übersicht:
Fahrsicherheit
- Trockene Fahrbahn: Fahrkomfort, Fahrverhalten im Grenzbereich, Bremsweg
- Nasse Fahrbahn: Bremsweg, Aquaplaning (längs und quer), Handling, Kreisfahrt
- Winterliche Fahrbahn: (für Winter- und Ganzjahresreifen) Bremsweg Schnee, Beschleunigung, Handling, Bremsweg Eis
Umweltbilanz
- Laufleistung: Konvoifahrten und Prüfstandmessungen zur Ermittlung der Restprofiltiefe.
- Reifenabrieb: Gravimetrische Bestimmung der Menge des Gummiabriebs.
- Effizienz: Reifengewicht, Kraftstoffverbrauch, Geräusche (Innen- und Außengeräusch).
- Nachhaltigkeit: Berücksichtigung von Umweltaspekten wie Herstellungsland, zertifiziertes Umweltmanagement, Recyclingfähigkeit und Produktionsrückstände.
Die detaillierten Testkriterien und Gewichtungen sind auf der ADAC Webseite einsehbar.
Verwandte Beiträge:
- ADAC Motorradzelt: Test, Kaufberatung & praktische Tipps
- ADAC Sicherheitstraining Motorrad: Termine & Anmeldung
- ADAC Perfektionstraining Motorrad: Sicherheit & Fahrtechnik
- ADAC Motorrad Warnweste: Sicherheit auf zwei Rädern
- Ultimativer E-Bike Bremsen Test: So erzielst du maximale Sicherheit und perfekte Kontrolle!
- Gravel Bike Lichtanlage Nachrüsten: Der Ultimative Guide Für Sichere Nächte!
Kommentar schreiben