ADFC Potsdam: Vielfältiges Radtourenprogramm und Initiativen zur Förderung des Radverkehrs

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen.

ADFC Potsdam: Engagiert für Radfahrer vor Ort

Der ADFC ist in mehr als 450 Städten in Deutschland vertreten. Wir arbeiten daran Potsdam fahrradfreundlicher zu machen. Fahrradfahren in Potsdam macht Freude und das soll unbedingt so bleiben.

Im Bundesvergleich schneidet Potsdam für die mit dem Rad zurückgelegten Strecken gut ab, aber natürlich gibt es hier noch Platz nach oben. Wir setzten uns dafür ein Fahrradfahren in Potsdam so angenehm und vielfältig wie möglich zu gestalten. Um das Ziel einer umfassend fahrradfreundlichen Stadt zu erreichen, vertritt die Ortsgruppe Potsdam des ADFC die Interessen aller Radfahrerinnen und Radfahrer in Potsdam und Umgebung.

In aktiver Zusammenarbeit mit der Stadt versuchen wir auf allen Ebenen die Situation für alle Fahrrad fahrenden Menschen in und um Potsdam zu verbessern. Der aktuelle Fahrradklimatest 2022 zeigt, dass es in vielen Bereichen deutlichen Verbesserungsbedarf gibt. Dieses Jahr erfolgt dann wieder ein Fahrradklimatest des ADFC. Die ADFC Ortsgruppe Potsdam ist wichtiger Akteur um Interessen von Fahrradfahrern zu bündeln und gegenüber der Stadt zu vertreten. Wir gelten als Ansprechpartner für die Stadt genauso wie als Impulsgeber für neue Lösungsansätze.

Interessierte können sich gerne bei uns melden. Wir freuen uns natürlich über neue ADFC Mitglieder, die sich dann auch aktiv in das Geschehen einbringen wollen. Einen guten Einstieg bietet unser Ortsgruppentreffen immer am ersten Dienstag im Monat ab 18:30 Uhr in der Gutenbergstr 76.

Infoladen und Selbsthilfewerkstatt

Der Infoladen befindet sich in unserer Geschäftsstelle im wunderschönen Holländischen Viertel mitten in Potsdam, in der Gutenbergstraße 76 (am Bassinplatz). Von März bis einschließlich Oktober ist der Infoladen in der Regel jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Informieren Sie sich bitte zeitnah auf dieser Seite über eventuelle Änderungen. Von November bis einschließlich Februar ist der Infoladen nur jeden ersten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

In unserem Infoladen bekommen Sie aktuelles Infomaterial und Radkarten für unsere Region sowie für Radfernwege, die Brandenburg queren.

Die Selbsthilfewerkstatt befindet sich auf dem Hof unserer Geschäftsstelle (14467 Potsdam, Gutenbergstraße 76). Unter Anleitung Ehrenamtlicher des ADFC können technische Mängel gleich an Ort und Stelle beseitigt werden. Bitte bringen Sie nach Möglichkeit benötige Ersatzteile mit.

Neben der Hilfe bei Reparaturen bieten wir Fahrrad-Codierung an. Für ADFC-Mitglieder ist sie kostenlos, alle anderen zahlen dafür 10 Euro. Wir bitten um Voranmeldung unter 0331 2800 595 (Geschäftsstelle) oder shw-potsdam [at] brandenburg.adfc.de. Zur Codierung sind ein Eigentumsnachweis und der Personalausweis mitzubringen. Die Werkstatt ist ab dem 5. April wieder jeden ersten und dritten Dienstag des Monats von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Beim Werkstattteam ist jede weitere Mithilfe jederzeit herzlich willkommen.

Da wir ehrenamtlich arbeiten, ist unser Service für ADFC Mitglieder kostenlos; wir freuen uns aber über eine Spende.

Geführte Radtouren und Radurlaubsplanung

Geführte ADFC-Radtouren sind geplant und ab dem Jahr 2021 nur noch im Internet verfügbar.

Der ADFC Berlin ist der größte Anbieter von geführten Radtouren in Berlin und Brandenburg. In den Wintermonaten bieten wir auch Wanderungen an. Die Radtouren führen durch Berlin, in den Spreewald, durch die Uckermark, in die Lausitz, nach Mecklenburg-Vorpommern, nach Polen und in viele andere schöne Regionen.

Es werden verschiedene Schwerpunkte wie Kultur, Stadt entdecken, die sportliche Herausforderung, gemütliches Radfahren, schöne Einkehren, Badepausen, Familientouren u.v.m. angeboten. Die Radtouren werden von erfahrenen und qualifizierten Tourenleiterinnen und Tourenleitern geführt. Bei Bedarf kann die Teilnahme an einer Radtour bescheinigt werden (als Nachweis für die Krankenkassen).

Die Suche funktioniert mit Datum oder Zeitraum. Auch ist es möglich, nach den Radtouren einer Tourenleiterin/eines Tourenleiters (über den Vor- und/oder Nachnamen) zu filtern. Unter „Typen“ kann u.a. nach Tages-, Halbtages-, Feierabend- und Mehrtagestouren/Radreisen gesucht werden. „Geeignet für“ gibt Auskunft darüber, ob die Teilnahme z.B. mit einem Rennrad, Pedelec, Mountainbike usw. empfohlen wir. Die Merkmale Schwierigkeit, Tourenlänge, Geschwindigkeit, Steigung und Belag sind selbsterklärend. Hier kann jeder nach Kondition, Lust und Laune auswählen.

Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich.

Die "fLotte" Potsdam: Freie Lastenräder für die Stadt

Seit 2018 hat auch Potsdam eine „fLotte“ nach dem Vorbild des ADFC Berlins. Freie Lastenräder gibt es dort aber bereits schon länger. Die Freien Lastenräder der fLotte sind aus Berlin nicht mehr wegzudenken. Mehr als 100 Transporträder stehen inzwischen unter www.flotte-berlin.de zur kostenlosen Ausleihe bereit. Etwas jünger ist ihre Schwester aus der Nachbarhauptstadt Potsdam. Aufgegriffen wurde die Idee 2018 von einigen Engagierten des Projekts „Media-Trike“.

Dessen Team baut seit 2014 im Projekthaus Potsdam unter der Trägerschaft des Fördervereins „inwole“ mit Schülern, Geflüchteten und anderen Gruppen Lastenräder nach Open-Source-Ideen der Künstlergruppe „n55“ aus Kopenhagen und den Plänen des Hamburger Lastenrad-Designers Till Wolfer. Er stellt die Pläne seiner futuristisch anmutenden „XYZ Cargobikes“ in DIY-Workshops zur Verfügung. Mit einem Schraubrahmensystem lassen sich Sets von Teilen zu unterschiedlichen Lastenrad-Typen zusammenfügen.

Das erste mit Schülern gebaute Fahrrad wurde namensgebend ein Media-Trike, also ein Lastenrad als Ü-Wagen fürs Bürgerradio. Ansonsten ist MediaTrike stadtpolitisch unterwegs. Mit Lastenrädern unterstützt man soziale und kulturelle Gruppen sowie die bunte Verkehrs- und Umweltszene - sei es Potsdam Autofrei, Fridays For Future, die Bürgerstiftung mit Senioren-Rikscha, die Critical Mass oder das Bürgerbegehren Verkehrswende in Brandenburg von ADFC und VCD.

Freie Lastenräder gab es in Potsdam schon vor der fLotte. Etwa „Kiezräder“, die von Hausgemeinschaften oder Kieztreffs angeschafft und eher im kleinen Kreis geteilt wurden oder die selbstgebauten Lastenräder von MediaTrike für Jugendclubs oder Flüchtlingsunterkünfte. 2018 entschied sich das Team von MediaTrike, die Idee Freier Lastenräder in Potsdam auf die nächste Stufe zu heben und seine Räder mit dem Buchungssystem der fLotte Berlin zu bündeln und bequem und einfach online zur Verfügung zu stellen.

Das erste Rad für die fLotte Potsdam spendete Tom Sehrer, der auch die Radstation und den Fahrradverleih im Potsdamer Hauptbahnhof betreibt. Inzwischen sind neun Lastenräder in der fLotte Potsdam unterwegs, davon sechs selbstgebaute XYZ-Bikes. Der Fuhrpark wächst vielfältig mit immer neuen Kiez-Stationen.

MediaTrike will Lastenräder nicht nur frei benutzbar machen, sondern betreibt Bildungsarbeit zu alternativer Mobilität und möchte auch den Spaß und die Begeisterung teilen sowie die Szene weiter vernetzen. Zu diesem Zweck findet seit Jahren mit engagierten Lastenradler*innen und Künstlergruppen ein Festival unter freiem Himmel statt. Auch dieses Jahr lädt das Potsdamer Lastenrad-Netzwerk interessierte (Lasten-)Radler* innen aus Kultur, Wissenschaft und Bildung, Zivilgesellschaft, Gastronomie, Logistik, Fahrradbau und alle anderen ein, die sich mit dem Thema Lastenrad beschäftigen. Auf dem Bassinplatz im historischen Holländerviertel in Potsdam haben sie die Möglichkeit, Fahrräder, Ideen, Performances und Initiativen zu präsentieren, ins Gespräch zu kommen und natürlich das Lastenrad als geniales Transportmittel zu feiern.

Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein.

Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.

Verkehrssicherheit und Verhalten im Straßenverkehr

Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können.

Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

Pedelecs und E-Bikes: Was ist der Unterschied?

Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben.

Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.

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