Aerobars, auch bekannt als Lenkeraufsätze, waren lange Zeit vor allem im Triathlon und bei Zeitfahrten im Profiradsport anzutreffen. Doch auch für Endurance-MTB-Fahrer und Bikepacker bieten sie entscheidende Vorteile. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Aufsatzlenkern für Rennräder, insbesondere Modelle von Profile Design, und gibt Aufschluss darüber, wie sie Komfort und Geschwindigkeit verbessern können.
Die Vorteile von Aerobars
Für viele Radfahrer, die lange Strecken zurücklegen, sind Aerobars eine kleine Offenbarung. Sie bieten eine angenehme Entlastung und eine bequemere Fahrweise, besonders beim "Ballern", also bei schnellen, langen Geraden. Man kann sich einfach in den Lenker legen, die Hände entlasten und Geschwindigkeit aufbauen. Dieser Aspekt der Entlastung der Handgelenke ist besonders bei Langstreckenfahrten wesentlich. Beim Rennradlenker gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Griffpositionen, aber alle belasten die Handgelenke. Mit einem Lenkeraufsatz hingegen stützt man sich auf die Ellbogen beziehungsweise auf die Unterarme.
Zusätzlich bieten Aerobars eine verbesserte Aerodynamik. Durch die nach vorn gekippte Haltung kommt der Oberkörper weiter nach unten, wodurch der Luftwiderstand deutlich verringert wird. Dies führt zu einer Kraftersparnis von etwa zehn bis 20 Prozent bei moderater und langstreckentauglicher Ausrichtung. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn man schneller als 25 Kilometer pro Stunde fährt.
Beim Bikepacking kommt noch ein weiterer Vorteil hinzu: Durch den Drop-Bar am Gravelbike ist das Gepäck für den Lenker in der Breite stark limitiert. Mit einem Auflieger lässt sich das Gepäck einfach nach vorn an den Lenker klemmen, was mehr Platz schafft und windschnittiger ist.
Worauf man bei der Auswahl achten sollte
Ein Lenkeraufsatz muss gut eingestellt sein und sich den Anforderungen des Fahrers optimal anpassen. Es ist wichtig zu beachten, dass der Platz am Lenker drastisch reduziert wird, was alternative Befestigungslösungen für Licht und Navi erfordert. Zudem bedeutet ein Lenkeraufsatz zusätzliches Gewicht, teilweise mehr als 500g.
Aerobars gibt es in verschiedenen Formen, hauptsächlich in L- und S-Form (L- oder S-Bend genannt). Die S-Form ist sportlicher und legt den Fahrer gestreckter. Die Breite eines Lenkeraufliegers ist zudem eine individuelle Frage. Einige Fahrer schieben die Auflieger so nah wie möglich aneinander, während andere viel Platz lassen und sie eher als Multibar-Lenker nutzen.
Profile Design Sonic Ergo 45ar im Test
Der Sonic Ergo 45ar von Profile Design hat eine vorgegebene Breite von 10cm (Mitte Rohr bis Mitte Rohr am Lenker gemessen), was einen passenden Abstand bietet. Die Armauflieger können auf entweder 124mm oder 290mm Breite eingestellt werden, wobei Profile Design bis zu 80 verschiedene Positionen ermöglicht. Das Gewicht des Sonic Ergo 45ar liegt bei 545g.
Laut Profile Design ist eine Besonderheit beim 45ar, dass die Armauflagen hinter dem Lenker liegen, was den Reach verkürzt. Der Sonic Ergo 45ar wird als ideale Ergänzung für ein Rennrad oder Gravelbike empfohlen, da er eine gestrecktere Geometrie benötigt.
Profile Design Sonic Ergo 35a im Test
Der 35a ist mit 40cm wesentlich länger als der 45ar und erlaubt es, richtig in den Lenkeraufsatz reingelegt zu sein und mit den Händen vorne gut die Enden greifen und damit steuern zu können. Die Grundhöhe des 35a liegt bei 60mm und kann mit sogenannten Risern auf bis zu 130mm erhöht werden. Die 35a werden seit knapp 1.000 km gefahren und sind die aktuelle Wahl am Salsa Fargo.
Alternativen zur Befestigung von Zubehör
Um Zubehör wie Lichter und Navigationsgeräte anzubringen, gibt es sogenannte Lenkerbrücken auf dem Markt. Da diese oft in ihrer Breite limitiert sind, kann man auch Elektrorohr aus Hartplastik verwenden, das im Baumarkt erhältlich ist. Dieses Rohr wird zwischen die Ausleger geklemmt und mit Kabelbindern fixiert.
Triathlon Lenkeraufsätze
Der Triathlon Lenkeraufsatz ist ein wichtiges Zubehör für Triathleten, um Aerodynamik und Komfort zu optimieren. Es gibt verschiedene Arten von Cockpits mit Lenkeraufsätzen, die mit einer Bar-Basis verbunden sind und schließlich das komplette Set, das den Lenker und den Triathlon Lenkeraufsatz umfasst.
Wichtig ist, dass du dich in deinem Cockpit wohlfühlst, damit du über mehrere Stunden hinweg, insbesondere im Rahmen von Langstreckentriathlons, eine Position der Geschwindigkeit einnehmen kannst. Alles hängt auch von deinen Vorlieben, der Art des verwendeten Fahrrads und dem Budget ab.
Achtung: Einige Lenkeraufsätze können nicht für Triathlon eingesetzt werden. Bei Rennen, bei denen Drafting erlaubt ist, wird nur der kurze Triathlon Lenkeraufsatz akzeptiert. Für Triathlons, bei denen Drafting nicht erlaubt ist, können Lenkeraufsätze mit langen Verlängerungen verwendet werden.
Rennradlenker: Drop, Reach und Flare
Am Rennradlenker müssen Aerodynamik und Ergonomie Hand in Hand gehen, damit die beste Performance auf die Straße gebracht werden kann. Ein Rennrad-Lenker, der auf Dich und Deine Fahrweise zugeschnitten ist, sorgt dafür, dass Du sowohl lange Strecken als auch kurze, intensive Sprints schmerzfrei und effizient mit optimaler Kraftübertragung fahren kannst. Doch worauf solltest Du bei der Auswahl achten und was bedeuten Begriffe wie Drop, Reach oder Flare?
Lenkerbreite
Die für Dich passende Breite hängt von Deiner Schulterbreite ab. Wenn Du eher schmale Schultern hast und auf dem Rennrad stets weit nach außen greifen musst, macht sich das rasch in Schulter-, Nacken- oder Armschmerzen bemerkbar und beeinträchtigt Fahrweise und Fahrvergnügen. Die Schulterbreite dient jedoch nur als Orientierung; wichtigster Anhaltspunkt ist Dein persönliches Wohlbefinden.
Drop
Der Drop bezeichnet die Lenkerhöhe, also den Abstand vom Ober- zum Unterlenker - gemessen jeweils von der Rohrmitte. Gibst Du gern richtig Gas, ist ein Lenker mit viel Drop die richtige Wahl, weil Du Deinen Oberkörper tiefer nach vorn beugst und in dieser sogenannten Unterlenker-Haltung dem Wind weniger Angriffsfläche bietest.
Reach
Auch der Reach hat Einfluss auf Fahrweise und Fahrkomfort, denn er bestimmt, wie gestreckt Du auf dem Rad sitzt. Bei einem großen Reach greifst Du vom Oberlenker gesehen weiter nach vorn, um die Bremsgriffe, auch Hörnchen oder Hoods genannt, zu erreichen. Gemessen wird er von der Mitte der Vorbauklemmung bis zu dem Punkt im Drop, der am weitesten von dieser Stelle entfernt ist.
Flare
Wenn der Unterlenker weit ausgestellt und damit breiter als der Oberlenker ist, spricht man von Flare. Ein großer Flare ermöglicht Dir besseres Handling und mehr Fahrkontrolle, was gerade im Gelände nützlich ist. Deshalb findet man vor allem an Gravelbikes Rennlenker mit Flare-Werten von zehn Grad oder mehr.
Materialfrage: Carbon oder Aluminium?
Der große Vorteil von Carbon gegenüber Aluminium ist sein geringes Gewicht bei gleichzeitig hohen Steifigkeitswerten. Die Carbonfasern sorgen mit ihrer hohen Eigendämpfung für mehr Komfort und erlauben gezielt flexible Konstruktionen. Carbon besitzt zudem den Vorteil einer wesentlich freieren Formgebung, etwa wenn es darum geht, Aero-Lenker an der Oberseite abzuflachen.
Im Vergleich zu Aluminium sind Rennrad-Lenker aus Carbon jedoch deutlich teurer. Zudem solltest Du bei Carbon-Lenkern unbedingt die korrekten Anzugsdrehmomente beachten und am besten einen Drehmomentschlüssel und Carbon-Montagepaste zur Montage verwenden.
Aluminium ist robust und verzeiht auch mal etwas fest angezogene Schrauben. Und selbst wenn Alu-Lenker etwas mehr wiegen als ihre Carbon-Pendants, ist es doch statische Masse, die weit weniger ausmacht als die rotierende Masse am Laufrad.
Triathlon-Lenkeraufsatz Vergleich 2025
Im Folgenden eine Tabelle mit verschiedenen Triathlon-Lenkeraufsätzen im Vergleich, basierend auf einem Test aus dem Jahr 2025:
| Modell | Material | Gewicht | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| BBB Cycling BHB-59 | Aluminium | 540 g | Einfache Montage, verstellbare Armauflagen, komfortabel | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
| BBB Cycling BHB-60 | Aluminium | ca. 350 g | Einfache Montage, praktisches Design, mehrfach verstellbare Armauflagen | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
| BBB Road Lenkeraufsatz | Aluminium | 500 g | Einfache Montage | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
| PLATT Triathlonlenker | Carbon | 240 g | Sehr leicht, einfache Montage, leicht waschbar | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
| Rxl Sl Rennrad triathlon Lenker | Carbon | 300 g | Sehr leicht, einfache Montage, leichtes Gewicht | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
| Xlc Tri-Bar Aufsatz HB-T05 | Aluminium | 475 g | Ergonomisch, gepolstert, einfache Montage | Nicht in weiteren Farben erhältlich |
| ergotec Tribar Easyliner 2 | Aluminium | 670 g | Vollständig gepolstert, stabil | Vergleichsweise hohes Eigengewicht |
| M-Wave 403742 | Aluminium | 448 g | Sehr leicht, Polsterung austauschbar, Armlehne verstellbar | Nicht zulässig für Wettkämpfe |
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