Schneller Radfahren mit der gleichen Leistung - das ist, was die meisten Radsportler wollen. Eine Möglichkeit, sich diesem Ziel zu nähern, lautet: Besser auf dem Rad sitzen - aerodynamischer. Schon ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h wird ein Radfahrer überwiegend durch den Luftwiderstand abgebremst. Mit höheren Geschwindigkeiten steigt dieser exponentiell an: Bei 50 km/h benötigt man rund 90 Prozent der Energie dafür, den Luftwiderstand zu überwinden. Das größte „Spar-Potenzial“ liegt bei uns selbst. Die Frage lautet dabei: Was bringt eine Material-Optimierung?
Allgemeines zum Rennrad Lenker
Ergonomie auf dem Rennrad gehört längst zu den primären Zielen der Entwicklung und das auch mit gutem Recht: Nur wer beschwerdefrei und entspannt auf seinem Rennrad sitzt, kann über die gesamte Tourlänge seine Ressourcen schonen und somit effektiv Kraft sparen. Der Lenker bildet da keine Ausnahme, schließlich hast du ihn über viele Stunden in der Hand und führst damit dein Rad über die unterschiedlichsten Untergründe. So unterschiedlich die Hände der Radsportler sind, so unterschiedlich ist auch das individuelle Griffgefühl und die persönliche Vorliebe für den mehrfach gebogenen Lenkerbügel.
Lenkermaße
Drei signifikante Kenngrößen gibt es zu beachten, um den perfekten Lenker für dich zu finden. Diese sind meist auch in Englisch auf dem Lenker vermerkt:
- Width = Lenkerbreite in mm, von Rohrmitte zu Rohrmitte gemessen: Sollte immer zu deiner gemessenen Schulterbreite passen!
- Drop = Lenkerhöhe in mm, senkrechtes Maß von Ober- zu Unterlenker, von Rohrmitte zu Rohrmitte gemessen: Je größer der Drop, desto tiefer musst du dich in die Unterlenkerposition bücken.
- Reach = Lenkertiefe oder auch Vorbiegung in mm, Maß von Mitte Oberlenker bis zum vordersten Punkt des Lenkerbogens: Je größer der Reach, desto mehr musst du dich strecken, um die Brems-/Schaltgriffe zu greifen.
Um diese zu ermitteln, messe mit locker hängenden Armen (am besten mit einem Partner) das Maß zwischen deinen beiden ertastbaren Schultergelenkspunkten wie in dem Bild angegeben. Vermeide einen zu schmalen Lenker, er schränkt dich bei der Atmung ein und lässt die Lenkung deines Rennrades nervöser reagieren. Ein zu breiter Lenker dagegen macht das Rennrad unhandlich und träge, zudem verschlechtert er die Aerodynamik.
Grundformen eines Rennradlenkers
Grundsätzlich wird der Rennradlenker in drei unterschiedliche Grundformen eingeteilt: Am häufigsten ist heute bei dem Großteil neuer Rennräder ein Ergo Lenker verbaut, gelegentlich auch schon ein anatomisches Modell. Die Classic Variante findet -wie es der Name bereits verrät- bei klassischen Rennrädern (Retro- und Stahlrennräder) Verwendung, wird aber auch gerne noch von Radprofis eingesetzt. Bei Neurädern orientiert sich die Lenkerbreite an der Rahmengröße, das heißt an kleinen Rädern sind schmale Lenker verbaut, meist mit 400 mm Breite. An mittleren Rahmen meist Modelle mit 420 mm und an großen Rahmen solche mit 440 mm Breite.
Abweichungen nach unten und oben sind möglich. Die drei Grundformen teilen sich weiter in speziell abgewandelte Modelle auf, wie z.B. aerodynamische Lenker mit abgeflachtem Oberrohr, komfortable Lenker mit einer Biegung zum Fahrer (Backsweep) oder einen Versatz von Klemmung zu Oberlenker (Offset). So unterschiedlich der Körperbau eines jeden Radsportlers ist, so klar ist auch, dass dir nicht immer der serienmäßig verbaute Lenker passen wird. Meist merkst du schon nach einer längeren Ausfahrt, ob das Modell gut zur Hand liegt, oder ob es noch Optimierungsbedarf gibt.
Der Bereich der optimalen Sitzposition (lies hier mehr darüber) ist sehr groß und daher können Beschwerden wie Nacken- oder Rückenschmerzen, Schulterschmerzen und generelle Haltungsschmerzen nicht immer eindeutig dem Lenker zugeordnet werden. Zu viele Faktoren wie die Oberrohrlänge des Rahmens, Länge und Winkel des Vorbaus und deine körperliche Fitness beeinflussen die Sitzposition und damit auch das subjektive Empfinden. Nicht umsonst boomt der Markt rund um das Thema Bike-Fitting, sodass wir dir bei anhaltenden Beschwerden auf dem Rad nur zu einer professionellen Analyse deiner Sitzposition raten können. Ein richtiger und gut eingestellter Lenker löst viele Probleme.
Es macht also durchaus Sinn, sich mit dem Thema Lenker zu befassen, da du hier mit überschaubarem Aufwand und geringen Kosten starke Veränderungen in deiner Sitzposition herbeiführen kannst.
Material und Preise
Wie bei allen Bauteilen stellt sich beim Lenker auch zuerst die Budget- und Materialfrage. Die Preisspanne ist relativ groß, einfache Modelle aus Aluminium gibt es ab ca. 15 €, aufwändig geformte Carbon Lenker kosten gerne bis zu 300 € oder sogar deutlich mehr, wenn z.B. der Vorbau gleich integriert ist. Was die Materialfrage betrifft, ist der Aluminium Lenker etwas unproblematischer und schrauberfreundlicher als die Modelle aus Carbon. Neben dem günstigeren Preis ist er nicht so empfindlich gegen falsche Drehmomente und es gibt auch kaum eine Gewichtsbeschränkung.
Zu beachten ist ebenfalls, dass der Lenker nach einem Sturz oft getauscht werden muss, gerade Carbon ist in dieser Hinsicht für den Laien schwer zu überprüfen und im Ersatzfall dementsprechend teuer. Wir empfehlen dir daher nur einen Carbon Lenker, wenn du dir über die richtige Lenkerform zu 100% im Klaren bist, über ausreichend Erfahrung bei der Montage und das passende Werkzeug verfügst und bereit bist, für einen kleinen Gewichtsvorteil einen höheren Preis zu bezahlen.
Natürlich hat Carbon auch Vorteile: Neben dem geringeren Gewicht flext der Carbon Lenker mehr als die Lenker aus Aluminium, was zu höherem Fahrkomfort führt. Außerdem sind mit Carbon komplexe Formen möglich, was gerade bei höherwertigen Rennrädern im Aero Bereich und der Integration von Schalt- und Bremszügen erwünscht ist.
Lenker für das Aero Rennrad
An vielen Rennrädern der Kategorie Aero ist der Oberlenker aerodynamisch abgeflacht. Im Unterlenker kommen alle drei Grundformen in Frage, am häufigsten wird jedoch die Anatomic Form verwendet, da auch hier häufig und lange in der Unterlenkerposition gefahren wird. Gewicht spielt eine untergeordnete Rolle, vielmehr liegt der Fokus hier auf Aerodynamik und Ergonomie. Ein typisches Lenkermodell der Kategorie Aero ist der ZIPP SL-70 Aero Lenker:
Eine Sonderform der Aero Lenker ist der bei Zeitfahrrädern verwendete TT (Time Trial) Aufsatz. Hier liegt der Fahrer mit den Unterarmen auf und greift die Aero Bars mit am Ende montierten Schalthebeln. Da in dieser Position der Oberkörper stark gebeugt ist und die Arme vor dem Oberkörper liegen, ist die Sitzposition sehr aerodynamisch. Die Position ist gerade für Einsteiger gewöhnungsbedürftig, da das Rad damit kippeliger als normale Rennräder zu lenken ist. Diese Sitzposition erfordert auch einen guten Fitnesszustand, um die extreme Haltung lange halten zu können.
TT Aufsätze können nachträglich auf normalen Rennradlenkern montiert werden und eignen sich besonders gut für Rennradfahrer, die mit ihrem Rennrad gelegentlich bei einem Triathlon starten wollen: Reinrassige Zeitfahrräder fahren mit einen TT-Lenker, der in Form und Funktion alle aerodynamischen Ansprüche erfüllt. Oft ist die Montage und die Verlegung aller Schalt- und Bremszüge aufwendig und erfordert fortgeschrittene Schrauberkenntnisse.
Rennrad-Lenker Carbon Vergleich 2025
Die besten Rennrad-Lenker Carbon: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.
| Modell | Vergleichsergebnis | Kundenwertung bei Amazon | Ausstattung des Rennrad-Lenkers aus Carbon |
|---|---|---|---|
| Rxl Sl RXLZJ-10-181 | Unsere Bewertung: sehr gut Rxl Sl RXLZJ-10-181 08/2025 | 65 Bewertungen | Leichtes Gewicht: 360 g, Internes Routing für Bremsleitungen, einfache Montage, robuste Form |
| Zcxbhd Rennrad-Lenker | Unsere Bewertung: sehr gut Zcxbhd Rennrad-Lenker 08/2025 | 2 Bewertungen | Leichtes Gewicht: ca. 373 g, Integrierter Vorbau, Internes Routing für Bremsleitungen, in weiteren Größen erhältlich |
| Rxl Sl RXLZJ-10-025 | Unsere Bewertung: sehr gut Rxl Sl RXLZJ-10-025 08/2025 | 129 Bewertungen | Leichtes Gewicht: ca. 320 g, Internes Routing für Bremsleitungen, integrierter Vorbau, ergonomisch |
| Rxl Sl RXLZJ-1-046 | Unsere Bewertung: sehr gut Rxl Sl RXLZJ-1-046 08/2025 | 69 Bewertungen | Leichtes Gewicht: ca. 255 g, Geringes Gewicht, Internes Routing für Bremsleitungen, windbrechendes Design |
| Rxl Sl RXLZJ-1-017 | Unsere Bewertung: sehr gut Rxl Sl RXLZJ-1-017 08/2025 | 368 Bewertungen | Leichtes Gewicht: 210 g, Mit Ergobar, mit 3k-Finish, Internes Routing für Bremsleitungen, in weiteren Größen und Farben erhältlich |
| Sqlab 312 R | Unsere Bewertung: sehr gut Sqlab 312 R 08/2025 | 3 Bewertungen | Leichtes Gewicht: 240 g, Mit Ergobar, in einer weiteren Größe erhältlich |
| Plattbk TKDR01 | Unsere Bewertung: gut Plattbk TKDR01 08/2025 | 42 Bewertungen | Leichtes Gewicht: 178 g, Ergonomisch, geringes Eigengewicht, Internes Routing für Bremsleitungen |
| Alfa Pasca APK-12-0002 | Unsere Bewertung: gut Alfa Pasca APK-12-0002 08/2025 | 21 Bewertungen | Leichtes Gewicht: 225 g, Mit Ergobar, in weiteren Varianten erhältlich |
Drop - Reach - Flare: Aerodynamik und Ergonomie
Am Rennradlenker müssen Aerodynamik und Ergonomie Hand in Hand gehen, damit Du die beste Performance auf die Straße bringen kannst. Vor fast 100 Jahren mussten Rennradfahrer Größe und Form ihrer Lenker als quasi gottgegeben hinnehmen, denn die Lenker waren teuer und aufwendig zu montieren. Das hat sich inzwischen geändert und Du kannst aus vielen verschiedenen Modellen wählen. Grundsätzlich gilt: Alle Rennlenker bestehen aus einem geraden Mittelteil, der nach außen in einem Bogen nach unten verläuft. Sie werden deshalb auch „Bügellenker“ oder „Dropbars“ genannt.
Diese Lenkerart hat sich für Rennräder etabliert, weil sie eine aerodynamisch günstige Sitzposition ermöglicht und je nach Ausprägung in vielen unterschiedlichen Einsatzbereichen Anwendung findet. Auch an Reiserädern werden Dropbars gern verbaut, weil sie zahlreiche Griffmöglichkeiten bieten, was Hände, Arme und Schultern entlastet. Ein Rennrad-Lenker, der auf Dich und Deine Fahrweise zugeschnitten ist, sorgt dafür, dass Du sowohl lange Strecken als auch kurze, intensive Sprints schmerzfrei und effizient mit optimaler Kraftübertragung fahren kannst. Doch worauf solltest Du bei der Auswahl achten und was bedeuten Begriffe wie Drop, Reach oder Flare?
Rennlenker erlauben es je nach Fahrsituation eine passende Greifposition einzunehmen. Je nach dem wo Du in den Lenker greifst, ändert sich auch Deine Sitzposition: Mit den Händen auf den Brems-/Schalthebeln sitzt Du etwas aufrechter und entspannter. Gehst Du mit den Händen in den Drop, wird Deine Sitzposition windschnittiger nach vorn gestreckt.
Der erste Schritt: die Lenkerbreite
Viele Rennräder werden abhängig von der Rahmengröße standardmäßig mit einer bestimmten Lenkerbreite ausgeliefert, die selten unter 400 Millimetern liegt. Doch Standards sind ergonomisch gesehen schlechte Ratgeber. Die für Dich passende Breite hängt von Deiner Schulterbreite ab. Wenn Du eher schmale Schultern hast und auf dem Rennrad stets weit nach außen greifen musst, macht sich das rasch in Schulter-, Nacken- oder Armschmerzen bemerkbar und beeinträchtigt Fahrweise und Fahrvergnügen. Die Schulterbreite dient jedoch nur als Orientierung; wichtigster Anhaltspunkt ist Dein persönliches Wohlbefinden.
Auch der Einsatzzweck spielt eine Rolle: Für Aero-, Bahn-, oder Wettkampfräder wählt man wegen der resultierenden geringeren Stirnfläche in der Regel eher schmalere Lenker. Marathonisti und andere Langstreckenfahrer freuen sich über etwas mehr Breite, da diese mehr Abwechslung bei der Sitzposition und unterschiedliche Griffoptionen bietet. Gravelbiker wählen oft die breitesten Lenker mit ausgestellten Lenkerenden für mehr Kontrolle im Gelände.
Was heißt Drop?
Drop und Reach sind weitere, wichtige Faktoren, um Rennrad-Lenker zu vermessen und einzuordnen. Der Drop bezeichnet die Lenkerhöhe, also den Abstand vom Ober- zum Unterlenker - gemessen jeweils von der Rohrmitte. Gibst Du gern richtig Gas, ist ein Lenker wie der Fizik Cyrano R1 Snake mit viel Drop die richtige Wahl, weil Du Deinen Oberkörper tiefer nach vorn beugst und in dieser sogenannten Unterlenker-Haltung dem Wind weniger Angriffsfläche bietest. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Du in dieser körperlich anspruchsvollen Position einige Kilometer problemlos fahren können solltest.
Wenn Du zu Beginn „nur“ den Ortsschildsprint im Unterlenker schaffst, ist das überhaupt nicht schlimm. Wie tief Du greifen kannst, hat viel mit Deinen körperlichen Voraussetzungen zu tun und lässt sich zudem mit gezielten Kraftübungen trainieren. Deine Arme sollten in der Haltung leicht gebeugt und Deine Schultern entspannt sein. Ein geringer Drop ist günstig, wenn Du häufig längere Touren unternimmst und Wert auf Komfort legst. Kompakt-Lenker wie zum Beispiel der LEVELNINE Race Compact Stealth haben üblicherweise einen Drop zwischen 120 und 130 Millimetern. Weil Du Dich dann nicht so tief herunterbeugen musst und schnell umgreifen kannst, ist die Haltung rückenschonender und Du kannst entspannt mehr Kilometer zurücklegen. Auch Gravellenker besitzen oft einen geringeren Drop für mehr Kontrolle im Gelände und eine bessere Erreichbarkeit der Bremsschaltgriffe.
Was heißt Reach?
Auch der Reach hat Einfluss auf Fahrweise und Fahrkomfort, denn er bestimmt, wie gestreckt Du auf dem Rad sitzt. Bei einem großen Reach greifst Du vom Oberlenker gesehen weiter nach vorn, um die Bremsgriffe, auch Hörnchen oder Hoods genannt, zu erreichen. Gemessen wird er von der Mitte der Vorbauklemmung bis zu dem Punkt im Drop, der am weitesten von dieser Stelle entfernt ist (Fixpunkt ist ebenfalls die Rohrmitte). Komfort-orientierte Kompakt-Lenker wie der SL-70 Ergo von Zipp zeichnen sich daher nicht nur durch einen geringen Drop, sondern auch durch einen kurzen Reach aus.
Wofür stehen Rise und Backsweep?
Nur wenige Rennrad-Lenker haben einen sogenannten Backsweep, also eine leichte Kröpfung der Lenkerhälften nach hinten, dessen Ausprägung in Grad angegeben wird. Der Backsweep unterstützt eine natürliche Position für Hände und Handgelenke. Auf diese Weise ermöglicht zum Beispiel der Ritchey WCS Carbon Streem II mit seinem flügelartig anmutenden Oberlenker eine komfortable Handposition, was sich gerade beim Bergauffahren oder auf langen Strecken bemerkbar macht. Aber Achtung: je größer der Backsweep, desto aufrechter die Sitzposition und desto körpernaher die Drops.
Ebenfalls für eine etwas aufrechtere Sitzposition, mehr Möglichkeiten zum Greifen und damit für mehr Komfort sorgt der Rise. Er bezeichnet eine leichte horizontale Steigung des Lenkers, jeweils zu beiden Seiten der Klemmung, die in Millimetern angegeben wird. Da dies jedoch zulasten der Aerodynamik geht, findet sich ein Rise bei wettkampforientierten Rennrad-Lenkern eher selten. Anders sieht es für Komfort- und Langstreckenanwendungen aus. Riser-Dropbars gibt es zum Beispiel von Specialized mit der Hover-Serie.
Das Zusammenspiel von Reach, Backsweep und Vorbaulänge
Nicht nur Reach und Backsweep bestimmen die Sitzposition, sondern vor allem auch die Vorbau- und Rahmenlänge. Ein Lenker mit kurzem Reach und etwas Backsweep etwa kann eine ab Werk gestreckte Sitzposition durchaus kompensieren. Eine Kombination aus kurzem Vorbau, kurzem Hauptrahmen und viel Backsweep kann umgekehrt in engen Kurven dazu führen, dass Deine Knie mit dem Unterlenker kollidieren. Du solltest die Werte des Lenkers deshalb nie isoliert betrachten. Bewerte die Sitzposition auf dem Rennrad immer in der Gesamtschau der Parameter. Über die Länge und die Steigung Deines Vorbaus kannst Du Deine Sitzposition stark verändern.
Flare - wichtig bei Gravelbikes
Wenn der Unterlenker weit ausgestellt und damit breiter als der Oberlenker ist, spricht man von Flare. Ein großer Flare ermöglicht Dir besseres Handling und mehr Fahrkontrolle, was gerade im Gelände nützlich ist. Deshalb findet man vor allem an Gravelbikes Rennlenker mit Flare-Werten von zehn Grad oder mehr. Dem Thema Flare und Gravellenker widmen wir uns ausführlich in einem eigenen Text.
Die passende Form finden
Neben dem Sonderfall „Gravellenker“ unterteilt man grundsätzlich zwischen wettkampforientierten Rennlenkern, sogenannten Kompakt-Lenkern und ergonomischen Rennrad-Lenkern. Welcher für Dich am besten passt, kommt auf Deine persönlichen Vorlieben, Dein Fahrverhalten als auch auf Deine Körpermaße an. Die Modelle unterscheiden sich in der Form des Drops - zum einen gibt es den Klassiker mit großem Reach und Drop, dann die Kompaktmodelle mit geringem Reach und Drop, die auch Profis mittlerweile oft fahren, sowie die ergonomisch geformten Modelle. Diese verfügen über ein leicht verlängertes und zum Teil auch dickeres Rohr im Unterlenker, das verschiedene Griffpositionen ermöglicht und die Hände entlastet.
Windschnittig: Aero-Lenker und Lenkeraufsätze
Auf verschiedene, oft ausfallend anmutende Formen trifft man besonders im Bereich der Aero-Lenker. Bei manchen Modellen ist der Oberlenker extrem abgeflacht, was den Luftwiderstand reduziert und gleichzeitig für eine breitere Grifffläche und somit für mehr Komfort sorgt. Aerodynamisch geformte Lenker sind nicht nur für sportlich orientierte Fahrer:innen interessant, sondern auch für Rouleure. Denn auf langen Strecken sparen sie mit leichten Modellen Gewicht und profitieren von der ergonomischen Formgebung.
Da die Aero-Lenker aus Carbon bestehen, leichter zerkratzen als Alu-Modelle und relativ breite, flache Oberrohre besitzen, ist es schwierig, Licht oder Navigationsgeräte an ihnen zu befestigen. Allerdings bieten viele Hersteller mittlerweile spezielle Halterungen an, damit Du auch im Aero-Cockpit bzw. an den Lenkeraufsätzen Deine Wattwerte im Blick hast.
Triathleten, die um jedes Gramm und jedes Watt feilschen, sind ebenfalls mit Aero-Lenkern unterwegs. Wenn Du „nur“ ein normales, aber kein spezielles Triathlon-Rad besitzt, aber unbedingt einmal die Kombi aus Schwimmen, Radfahren und Laufen finishen willst, sind Lenkeraufsätze eine gute Wahl, die sich per Klemmung an den Lenker montieren lassen. Einfache Modelle gibt es bereits ab ca. 50 Euro. Die Aufsätze unterstützen Dich dabei, eine windschnittige und gleichzeitig entspannte Sitzposition einzunehmen, die Du zum Beispiel mit verstellbaren Armstützen variieren kannst.
Noch schneller: Zeitfahrlenker und Triathlonlenker
Wenn die Uhr Dein Gegner ist, also beim Triathlon oder Time Trial, dann sind spezielle Zeitfahrlenker bzw. Triathlonlenker eine gute Option. Mit ihnen erreichst Du eine noch flachere, aerodynamische Sitzposition und auf den Aufsätzen können Deine Unterarme, wenn Du Triathlon fährst, nach dem Schwimmen etwas entspannen. Auch die Schaltung befindet sich vorn an den Aufsatz-Enden, sodass Du nicht zurückgreifen musst. Die Zeitfahrlenker haben eine hornähnliche Form und bestehen aus einem gerade bis leicht gebogenen Oberrohr, das an jeder Seite in Griffe mündet und auf dem in der Mitte die Extensions liegen. An vielen Modellen lassen sich die Armschalen in Höhe, Breite und Längsrichtung passgenau auf jeden Athleten einstellen.
Die Materialfrage: Carbon oder Aluminium?
Bereits bei der Rahmenwahl ist das für viele die Gretchen-Frage. Doch auch hier gilt wie so oft: Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Der große Vorteil von Carbon gegenüber Aluminium ist sein geringes Gewicht bei gleichzeitig hohen Steifigkeitswerten. Die Carbonfasern sorgen mit ihrer hohen Eigendämpfung für mehr Komfort und erlauben gezielt flexible Konstruktionen. Carbon besitzt zudem den Vorteil einer wesentlich freieren Formgebung, etwa wenn es darum geht, Aero-Lenker an der Oberseite abzuflachen. Im Vergleich zu Aluminium sind Rennrad-Lenker aus Carbon jedoch deutlich teurer. Zudem solltest Du bei Carbon-Lenkern unbedingt die korrekten Anzugsdrehmomente beachten und am besten einen Drehmomentschlüssel und Carbon-Montagepaste zur Montage verwenden.
Auch Aluminium hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung - nicht nur, wenn es um den Preis geht. So bietet der Hersteller LEVELNINE gute und günstige Race-Modelle an. Darüber hinaus ist Aluminium robust und verzeiht auch mal etwas fest angezogene Schrauben. Und selbst wenn Alu-Lenker etwas mehr wiegen als ihre Carbon-Pendants, ist es doch statische Masse, die weit weniger ausmacht als die rotierende Masse am Laufrad.
Und was ist mit Stahl?
Stahl war und ist beliebt und bleibt ein echter Klassiker. Kein Wunder, denn er besticht durch hohe Steifigkeitswerte, ist relativ günstig und sehr robust. Der einzige Nachteil: Stahl ist schwer, deshalb setzen Hersteller im Rennrad-Bereich, wo es auf jedes Gramm ankommt, auf Aluminium und vor allem Carbon. Doch Liebhaber werden sicherlich immer einen „Stahlbügel“ finden. So bietet etwa der Hersteller Nitto Bahnrad-Lenker aus Stahl in verschiedenen Breiten und mit einem Drop von 152 und 170 Millimetern.
Grip und Design - worauf es beim Lenkerband ankommt
Wenn die Profis im Frühjahr bei Paris-Roubaix über Pflastersteine („pavée“) donnern, machen sie nicht nur Gebrauch von flexenden Carbon-Lenkern, Carbon-Sattelstützen und verhältnismäßig niedrigem Reifendruck, sondern auch von dick gewickeltem Lenkerband, um die Stöße in die Armen abzufedern. Auch wenn Deine Touren über weniger anspruchsvolles Terrain führen, sind Lenkerbänder mit stoßdämpfenden Eigenschaften sinnvoll, denn sie erhöhen den Fahrkomfort und beugen Ermüdung vor. Hersteller Fizik setzt beim Tempo Microtex Bondcush Soft auf eine Polymerschicht, die Vibrationen dämpft. Außerdem absorbiert das Material Feuchtigkeit und die angeraute Oberfläche verhindert, dass Du mit den Händen abrutschst.
In der Regel sind Lenkerbänder um die 30 Millimeter breit und bestehen aus Vinyl-Kork-Mischungen, Leder oder Polymerzusammensetzungen. Allen ist gemein, dass sie unempfindlich gegen Schweiß und Nässe sind und optimalen Grip bieten, egal ob Du mit oder ohne Handschuhe unterwegs bist. Last but not least - mit Lenkerbändern kannst Du Dein Rennrad optisch toll in Szene setzen.
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