Aero-Rennrad-Test bis 3000 Euro: Was du für dein Geld bekommst

Die Fahrradindustrie befindet sich im Wandel, und das betrifft auch den Handel. Aktuell ist sicherlich eine ganz gute Zeit, in dieser Preisklasse zuzuschlagen. Wie ihr seht, ist bzgl. Preis-Leistung noch Einiges verfügbar, vielleicht in den kommenden Wochen sogar mit weiteren Rabattierungen. Denn: Ende Oktober/November vollzieht die Branche i.d.R.

Sport und Speed in einem kompakten und schlanken Paket: Mit dem Rennrad können weite Strecken und hohe Geschwindigkeiten problemlos erreicht werden - und das kostet Profis auch gerne mal um die 10.000 Euro und noch viel mehr. Doch auch in niedrigeren Preisklassen gibt es empfehlenswerte Modelle. FITBOOK stellt die besten Rennräder unter 3000 Euro vor.

Aluminiumrahmen, Carbongabeln, Scheibenbremsen - Rennräder gibt es in verschiedenen Ausführungen und Qualitätsklassen. Nicht alle Bikes glänzen in allen Kategorien. Nur allzu leicht stößt man auf überteuerte Racebikes oder solche, die einfach nicht hochwertig genug sind. Dennoch gibt es auch im vergleichsweise niedrigpreisigen Segment tolle Räder.

Sie sind leichtgewichtig und verfügen über eine clevere Gewichtsverteilung: Rennräder sind aerodynamisch optimierte Bikes, die für Geschwindigkeit auf dem Asphalt sorgen. Die sportliche Haltung auf dem Rennrad ist per se nicht die komfortabelste. Dennoch sollte man diese optimieren, um auch lange Ausfahrten angenehm zu überstehen und das Maximale an Leistung herauszuholen. Zudem gilt heute häufig das „Alles kann, nichts muss“-Prinzip, weshalb die Eigenschaften von Gravelbikes immer mehr auf den Rennrad-Bereich abfärben und die modernen Bikes zu Allroundern macht.

War man früher stets auf der Suche nach dem glattesten Asphalt, dürfen Kopfsteinpflaster, gelegentliche Schotterabschnitte oder schlechter Straßenbelag heute auch Teil der Rennradrunde sein. Citybikes sind dafür gemacht, kurze Strecken bei hohem Fahrkomfort zu absolvieren. Im Unterschied zum Citybike sitzt man auf dem Rennrad nach vorn gebeugt, um aerodynamischer unterwegs zu sein und die Trittkraft möglichst effizient in die Pedale zu übertragen. Rennräder sind Leichtbau-Kunstwerke und weisen deshalb meist einen Aluminium- oder - im oberen Preisbereich - einen Carbon-Rahmen auf.

Die Größe des Rennrads ist abhängig von der Körpergröße, der Schrittlänge sowie der präferierten Sitzposition des Fahrers: Rennradfahrer sowie sportliche Fahrer sitzen gerne höher. Soll die Sitzposition aber eher komfortabel ausfallen, dann wird auch die Körperhaltung aufrechter sein.

Auch interessant: Auf dem Bike richtig durchstarten! Rennräder müssen nicht ausschließlich für hohe Geschwindigkeiten gedacht sein; auch längere Touren lassen sich mit diesem Typus fahren. Ein Beispiel dafür ist das Bike Scott Addict 40, das zu den Endurance-Rädern des Unternehmens gehört. Die Form des Fahrrads ist besonders auf eine angenehme Sitzposition ausgelegt, um längere Strecken zurücklegen zu können.

Ein sehr empfehlenswertes Rennrad ist das schicke Modell von Trek. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene, die nicht so viel ausgeben möchten. Ausgestattet ist es unter anderem mit einer Shimano-Schaltgruppe und einem Aluminiumrahmen. Dank der Endurance-Geometrie ist es auch für Langstreckentouren geeignet. Außerdem verfügt es über Halterungen für Oberrohrtaschen, Gepäckträger, Schutzbleche und Trinkflaschen. So können Sie ganz einfach Tagestouren planen.

Für unter 2000 Euro gibt es das Specialized-Rennrad, das sich sowohl für Rennen als auch für längere Touren eignet. Das Allez-Modell ist besonders für Anfänger geeignet. Der Aluminiumrahmen ist verhältnismäßig leicht und in drei verschiedenen Farben erhältlich.

Nicht gerade günstig, aber ein echter Allrounder ist das Focus Paralane 8.7. Dieses Fahrrad vereint Geschwindigkeit mit Ausdauer, also Komfort, und Aerodynamik. Dementsprechend ist es auch vielseitig einsetzbar. Nicht ganz üblich für ein Fahrrad dieser Preisklasse ist, dass der Focus über einen Carbon-Rahmen verfügt. Dank der 35-Millimeter-Reifen eignet sich das Bike für verschiedene Terrains und kann daher auch für Bikepacking-Touren genutzt werden.

Das Cube-Rennrad ist eine Mischung aus Geschwindigkeit und Komfort. Deshalb eignet es sich für schnelle, aber auch längere Fahrten. Der Komfort soll zudem dank des Carbon-Rahmens und der -Gabel gewährleistet werden. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, ein Schutzblech anzubringen. Das Cube-Rad kann sowohl als Training- als auch Alltags-Bike verwendet werden. BremssystemShimano 105 BR-R7170, Hydr.

Der Name verrät direkt, um welche Art von Rennrad es sich handelt. Das Endurace-Bike von Canyon legt großen Wert auf Komfort, aber auch auf Leistung. Dank seiner Geometrie ist das Modell agil und lässt sich sehr gut fahren, da man recht aufrecht und komfortabel sitzt. Mit 6,7 Kilogramm ist das Orbea-Bike nicht nur sehr leicht, sondern auch ein echtes Kletterfahrrad, mit dem Sie Berge, Anhöhen und Steigungen quasi mühelos bewältigen.

Natürlich aber können Sie dieses Modell auch für Trainingsfahrten und auch Touren verwenden. Dank der 32-Millimeter-Reifenfreiheit ist das Fahren auf holprigen und rauen Straßen besonders einfach. Vielen ist Bianchi mit dem ikonischen Celeste ein Begriff. Dabei handelt es sich um die Farbe, die eine Mischung aus Himmelblau und Türkis ist. Aber abseits des Designs zählt Bianchi zu den Fahrradpionieren und baut seit über 130 Jahren Bikes.

Das Modell Spring 105 12SP gilt als klassisches Rennrad und kann sowohl für das Training als auch im Alltag genutzt werden. Dieses Rennrad ist für lange Strecken gemacht. Die meisten Eigenschaften des Rads wurden so konzipiert, dass eine optimale Leistung auf langen Touren gewährleistet wird. Die Sitzposition ist dabei aufrecht und die steife Geometrie sorgt für Stabilität auf der Straße.

Ein weiteres Rennrad für unter 3000 Euro aus der 105er-Shimano-Gruppe ist das Radon Spire 8.0. Auch dieses Bike eignet sich aufgrund des steifen Rahmens für längere Bikepacking-Touren, aber dank seines Gewichts auch für schnelle Ausfahrten. Ein Allrounder mit ausgezeichneten Kletterfähigkeiten: Das beschreibt das Giant-Rennrad treffend. Auch dieses Modell ist mit der Shimano 105-Gruppe ausgestattet und überzeugt mit präzisen Schaltvorgängen.

Eines der preisgünstigsten Rennräder im FITBOOK-Überblick ist das Cannondale-Modell. Dieses Aluminium-Bike ist vor allem für Rennen konzipiert und dementsprechend ein wahres Speed-Wunder. Die Rohre wurden zudem so gestaltet, dass der Luftwiderstand möglichst gering ist. Die Eigenmarke des Sportunternehmens Decathlon ist besonders interessant für diejenigen, die weniger als 1000 Euro für ein solides Rennrad ausgeben möchten. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um einen Allrounder, der jedoch eher für den Einstieg in die Welt des Rennradsports gedacht ist. Ebenfalls in der unteren Preisklasse findet man das Scott Speedster 20. Aufgrund seiner Materialien ist es durchaus leicht, lässt sich schnell fahren und ist für den Alltag sehr gut geeignet.

Normalerweise ist der Name Marin unter Mountainbikern bekannt, doch seit einiger Zeit werden auch Rennräder produziert. Das Gestalt-Modell ist ein Beispiel dafür. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad, das vor allem auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Moderne Rennräder unterscheiden sich oft nur marginal. Deshalb sind die Details besonders wichtig: Einige Räder zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit, ihre durchdachte Ausstattung oder einen hochwertigen Carbon-Rahmen aus.

Ebenso entscheidend ist das integrierte Schalt- und Bremssystem sowie die Bereifung. Es ist außerdem wichtig zu erwähnen, dass viele Rennräder in dieser Preisklasse nicht die neuesten Modelle sind. Diese sind in der Regel deutlich teurer und können sogar im fünfstelligen Bereich liegen. Wenn man ein Rennrad kaufen möchte, sollte man vor allem auf eines achten: Viele Räder werden ab Werk nicht mit einer Straßenausstattung geliefert und sind somit nicht StVZO-konform.

Rennräder bis 3.000 Euro entdecken

Wenn du auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Rennrad bist und dabei ein Budget von bis zu 3000 Euro hast, dann bist du im Mittelbereich angesiedelt. Egal, ob du ein erfahrener Rennradfahrer oder ein Einsteiger bist, es ist wichtig, das richtige Fahrrad zu wählen. Im Vergleich zu günstigeren Rennrädern haben Räder in dieser Preisklasse oft eine bessere Ausstattung, die eine höhere Leistung ermöglicht. Dazu gehören beispielsweise hochwertige Schaltgruppen, leichte Rahmen und aerodynamische Laufräder.

Wenn du ein Rennrad bis 3000 Euro kaufen möchtest, hast du auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Marken und Modellen zu wählen. Es gibt viele renommierte Hersteller wie Trek, Specialized, Canyon und viele mehr, die Fahrräder in diesem Preisbereich anbieten.

Interessant hingegen ist, dass man mittlerweile Carbonrahmen mit elektronischer Schaltung für schon € 2.500 erwerben kann…. Thema Inflation: Im Vorfeld dieses Vergleichstests diskutierten wir von der RennRad intensiv über die von uns gesetzte Preis-Obergrenze von 2500 Euro. In früheren Vergleichstests der „Preis-Leistungs-Klasse“ mussten wir diese Grenze schrittweise erhöhen - von 2000 auf 2500 Euro. In diesem Jahr konnten wir dieses selbst gesetzte Limit noch einmal halten, auch wenn wir von gleich mehreren Herstellern Absagen auf unsere Testanfragen erhielten.

Günstigere Komplettrad-Preise können etwa durch die Materialauswahl - Aluminium statt Carbon - und durch Ausstattungsdetails erreicht werden. Fünf der zehn Test-Modelle basieren auf Aluminium-Rahmen: das Canyon Endurace 7, das Liv Avail AR 1, das Stevens Aspin Disc und das 8bar Kronprinz V3. Ihre Gesamtgewichte: 9,34, 9,26, 9,38, 9,41 und 8,78 Kilogramm. Im Vorjahr betrug die Carbon- vs. Aluminum-Rahmen-Quote innerhalb des RennRad-Tests dieser Preisrange noch sechs zu vier, vor drei Jahren sieben zu drei.

Aluminium-Rahmen sind in der Regel schwerer als Carbon-Modelle. Dass man im Umkehrschluss mit einem Carbon-Modell zwangsläufig Abstriche bei der Ausstattung machen muss, stimmt nach unserem Testfazit nur noch bedingt. Gleich drei Carbon-Räder - das Radon Spire 8.0, das Cube Attain C:62 SLX und das Van Rysel Allroad NCR Apex - sind mit elektronischen Shimano-105- beziehungsweise Sram-Apex-AXS-Gruppen ausgestattet.

Die Ausrichtung dieser drei Modelle ist extrem unterschiedlich: Das Radon ist ein sportives Race-Bike mit einer hohen Agilität. Das Attain ist dagegen ein recht leichtes Endurance-Modell, das vor allem mit seiner Laufruhe und einem hohen Langstreckenkomfort überzeugt. Es steht stellvertretend für einen weiteren Trend innerhalb des Testfelds: jenen hin zu breiteren Reifen. Nur noch ein Modell - das Storck Aernario.2 Comp - rollt auf 25 Millimeter „schmalen“ Pneus. Das Storck ist auch sonst ein „Exot“ in diesem Testfeld: Es ist das einzige Modell, das mit Felgenbremsen ausgestattet ist. Dafür punktet das Aernario.2 Comp mit seinem sehr agilen Fahrverhalten und dem mit Abstand geringsten Gewicht des Tests.

Fakt ist: Dieses Testfeld ist extrem vielseitig. Es bietet Räder vieler Ausrichtungen - von agil, aero-optimiert und sportiv bis komfortorientiert und geländegängig.

Endurance-Rennräder: Eine beliebte Wahl

Für einen unkomplizierten und verhältnismäßig preiswerten Einstieg in den Straßen-Radsport sind Endurance-Rennräder die erste Wahl. Eine bequemere Sitzposition, etwas breitere Reifen, kleinere Übersetzungen und weniger komplizierte Technik sind die wesentlichen Unterschiede zu den prominenteren, aber in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen Rennmaschinen von Radprofis. Diese auf Bedürfnisse von Freizeitradlern zugeschnittenen Details machten die Gattung ab Anfang der 2000er-Jahre zunehmend populär. Zwar begleitet manche Modelle ein etwas biederes Image, für einen unkomplizierten und verhältnismäßig preiswerten Einstieg in den Straßenradsport etablierten sie sich aber als erste Wahl.

Dass die Weiterentwicklung bei den Langstrecken-Spezialisten damit stehen bleibt, bedeutet das aber nicht, denn in mittleren Preislagen sind die “vernünftigen” Straßenrenner immer noch beliebt, das zeigt zum Beispiel die jüngste Leserbefragung von TOUR: 40 Prozent der Teilnehmenden würden als Nächstes ein Marathonrennrad kaufen, das sind deutlich mehr als Race- oder Gravelbike-Interessierte.

Von der technischen Entwicklung anderer Rennradkategorien profitiert auch das Marathonrennrad, wie unser aktueller Test zeigt. In dieser Preisklasse trifft man die günstigsten Elektro-Ensembles von Shimano (105 Di2) und Sram (Rival AXS) an, in seltenen Fällen auch ein höherwertiges Pendant. Moderne Carbonrahmen sind Standard, leichte Carbonfelgen noch nicht, bei guten Angeboten aber möglich.

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, wie unterschiedlich attraktiv die Angebote in dieser Preisklasse ausfallen. Preis und Ausstattungsniveau korrelieren offenbar kaum, dadurch auch nicht das Gewicht der Räder. Attraktiv sind auch das Veto als einziges Ultegra-Rad im Test sowie das Rose Reveal aufgrund des günstigen Preises. Ein zentrales Werbeversprechen für Marathonräder ist ein hohes Maß an Fahrkomfort, der nicht nur mit breiten Reifen, sondern auch mit federnden Rahmen, Gabeln und Sattelstützen erreicht werden soll.

Überwiegender Konsens der Hersteller ist, dass die typische Reifenbreite auf der Langstrecke in Zukunft bei 30 bis 32 Millimetern liegt. Bei den meisten Modellen ist sogar noch Luft für 35er eingeplant. Das macht die Räder etwas schwerer, aber auch robuster und komfortabler und erweitert das Einsatzspektrum auch auf ungeteerte Wege.

Da 28 Millimeter breite Pneus inzwischen an Wettkampfrädern Standard sind, setzen sich die Marathonräder damit wieder ein Stück ab und drängen in die kleine Nische sogenannter Allroadbikes. Bei den Geometrien setzen die meisten Hersteller auf Bewährtes; die Sitzposition auf einem typischen Marathonrennrad ist durchaus sportlich, aber gegenüber klassischen Race-Geometrien deutlich entschärft.

Wer eine betont aufrechte Position sucht, sollte sich Canyon, Merida und Rose anschauen. Die komfortabel ausgelegten Modelle überzeugen in der Regel auch mit gutem Geradeauslauf. Sehr sportlich, durchaus vergleichbar mit Wettkampfrennern, sitzt es sich auf Cube, Storck und Veto. Sie lenken sich tendenziell auch etwas nervöser.

Mit Ausnahme von Cervélo und Storck verlaufen die Leitungen in oder an Lenker und Vorbau entlang ins Steuerrohr. Das schaut modern aus, verursacht meist aber Probleme bei der Positionsanpassung. Cube und Storck kommen mit einteiligen Cockpits aus Carbon, die an Top-Rennmaschinen erinnern, aber extrem teuer im Austausch sind. Für viele Interessenten sinnvoller dürften Befestigungsösen für Taschen oder feste Schutzbleche sein. Über Letzteres verfügt immerhin die Hälfte der Testräder.

So dürfte sich für fast jeden Anspruch ein passendes Konzept finden - über kurz oder lang.

Wettkampf-Rennräder unter der Lupe

Doch es geht auch ein paar Nummern günstiger, wie unser Vergleichstest von Race-Modellen unter 5000 Euro zeigt. Auffällig: Die Rennräder unterscheiden sich extrem bei Gewicht und Aerodynamik, was zu großen Abständen bei den Gesamtnoten führt.

Das ist immer noch viel Geld für ein Rennrad - erst recht vor dem Hintergrund, dass die finanziellen Belastungen des Lebens in den kommenden Monaten weiter steigen werden und eine Neuanschaffung fürs Hobby gut überlegt sein will. Zudem haben die Hersteller auch günstigere Modelle im Programm, die mit weitaus weniger Entwicklungsaufwand und -kosten verbunden sind. Im Segment der Wettkampf-Rennräder geht es inzwischen aber kaum noch günstiger. Doch sind Race-Modelle bis 5000 Euro überhaupt empfehlenswert? Oder muss man zu viele Abstriche in Kauf nehmen und wäre für einen vergleichbaren Preis mit dem Rad einer anderen Kategorie besser bedient? Unser Vergleich liefert die Antworten.

Bei der Ausstattung sind Shimano und SRAM vertreten, wobei die Testrennräder je zur Hälfte mechanisch (105 und Ultegra) oder elektronisch (Ultegra Di2 und Rival eTap) schalten. Bei den Laufrädern ist von flachen Alu- bis zu hohen Carbonfelgen alles vertreten, woraus sich mitunter krasse Unterschiede bei Gewicht und Aerodynamik ergeben. Knapp 700 Gramm trennen den leichtesten (Storck) vom schwersten Laufradsatz (Merida), zudem belegen die vier Renner mit einfachen Alu-Felgen im Windkanal die hinteren Plätze. Damit zeigt sich einmal mehr, dass ein noch so aerodynamisches Rahmen-Set den Nachteil langsamer Laufräder nicht kompensieren kann.

Überhaupt zeigen sich bei den beiden wichtigsten Kriterien eines Wettkampfrads - Gewicht und Aerodynamik - riesige Unterschiede. Die leichtesten Wettkampf-Rennräder (Cube und Storck) wiegen fast 1,5 Kilogramm weniger als das schwerste Modell (Merida), das wir mit etwas mehr als neun Kilo an der TOUR-Waage hängen hatten.

Bemerkenswert ist dabei das Benotti: Trotz des zweitschwersten Rahmen-Sets landet das Bike dank sehr leichter Carbonlaufräder von Engage bei 7970 Gramm. Eine Überraschung gelingt dem Rose-Renner, dessen Rahmen-Set das Günstigste und das Leichteste ist (1538 Gramm). Das schwerste Chassis trägt das Lapierre (1924 Gramm). Im Vergleich zu den Top-Wettkampfrädern muss man in dieser Preisklasse also mit einem Mehrgewicht von bis zu einem Kilogramm kalkulieren.

Während die leichtesten Räder sich relativ flott beschleunigen und über hügeliges Terrain treiben lassen, fühlen sich die schweren Modelle ziemlich träge an.

Den beeindruckenden Bestwert erzielt das Aerfast.4 Comp mit 202 Watt. Als einer der ersten Hersteller wandte Storck das neue UCI-Reglement konsequent an und steckte ein Exemplar in den Rahmen, dessen Holme an den Ausfallenden fast 80 Millimeter tief sind. In Kombination mit dem extrem flachen Aero-Cockpit schneidet das Aerfast.4 damit regelrecht durch den Wind und katapultiert sich auf Rang drei der schnellsten Serienräder im TOUR-Test. Das Ergebnis ist dennoch beeindruckend, da es aktuell kein schnelleres Rennrad in der Klasse bis 5000 Euro gibt.

Knapp dahinter folgt mit Canyons Aeroad ein alter Bekannter, wenn es um die Bestenliste der schnellsten Serienräder der Welt geht. Das CF SLX 7 eTap benötigt eine Tretleistung von 206 Watt für 45 km/h. Das Cube Litening Aero C:68X Race komplettiert mit 207 Watt das Spitzen-Trio in der Preisklasse bis 5000 Euro.

Die Messungen mit den Referenzlaufrädern zeigen, dass die Rahmen durchaus aerodynamische Qualität haben, das Gesamtsystem mit den flachen Laufrädern aber nicht besonders gut funktioniert. Das beste Beispiel, wie viel sich mit einem Wechsel der Laufräder herausholen lässt, liefert das Soloist 105 von Cervélo. Mit den Zipp 404 verbessert es sich um zehn Watt und dringt damit ins Mittelfeld vor. Auch Lapierre Aircode DRS 5.0, Merida Reacto Rival-Edition (je acht Watt) und Rose XLite 04 105 (sieben Watt) machen mit dem schnelleren Set-up einen Sprung nach vorne - wenngleich die Top Ten der schnellsten Serienräder noch weit entfernt sind.

Der Ausreißer nach oben ist das Rose, das Unebenheiten im Stile eines Marathonrads wegbügelt. Auch Merida und Ridley federn Stöße sehr gut ab. Der Ausreißer nach unten ist das Storck, das extrem hart abgestimmt ist und Erschütterungen relativ ungefiltert an den Fahrer weitergibt. Auch beim Fahrverhalten unterscheiden sich die Renner kaum und bieten eine gelungene Mischung aus Geradeauslauf und Agilität. Bei den Steifigkeitswerte leisten sich Benotti, Canyon, Cervélo und Storck leichte Schwächen an der Gabel, die während der Fahrt aber nicht auffallen.

Insgesamt bieten nur die wenigsten Räder ein überzeugendes Rundum-Paket als Wettkampfgerät. Bei der Aerodynamik bleiben einige hinter dem aktuellen Stand der Technik zurück, obwohl alle mit ihren Aero-Qualitäten angepriesen werden. Nur Canyon, Cube und Storck können bei diesem Kriterium richtig punkten und verdienen sich damit auch die besten Noten.

Zum anderen: Das Storck Aerfast.4 Comp ist das einzige Rennrad für weniger als 5000 Euro, das in die Top Drei der schnellsten Serienrennräder der Welt vorstoßen kann. Und nicht zuletzt: Das Rose XLite 04 105 schneidet als günstigstes Rad im Test schon sehr respektabel ab - mit etwas Laufrad-Tuning wird daraus eine ernstzunehmende Rennmaschine.

Insgesamt wären schnellere Laufräder für die meisten Modellen eine Empfehlung - stünde dem nicht der Preis entgegen: Schnelle Carbonlaufräder sind inzwischen kaum noch für weniger als 1000 Euro zu bekommen. Der Traum vom schnellen und preiswerten Wettkampf-Rennrad ist damit leider schnell wieder ausgeträumt.

Vergleich einiger Aero-Rennräder bis 3000 Euro

ModellRahmenmaterialSchaltgruppeBesonderheiten
Radon Spire 8.0CarbonShimano 105 (elektronisch)Sportives Race-Bike
Cube Attain C:62 SLXCarbonShimano 105 (elektronisch)Endurance-Modell, laufruhig
Van Rysel Allroad NCR ApexCarbonSram Apex AXS (elektronisch)Vielseitig
Canyon Endurace 7AluminiumShimano 105Komfortorientiert
Liv Avail AR 1AluminiumShimano 105Speziell für Frauen
Storck Aernario.2 CompCarbonShimano 105Felgenbremsen, sehr leicht

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