AirPods beim Motorradfahren: Erlaubt oder gefährlich?

Die Frage, ob man AirPods beim Motorradfahren tragen darf, ist komplex und hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Viele Motorradfahrer haben es ausprobiert und unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte und gibt Empfehlungen.

Umgebungsgeräusche und Lärmreduzierung

Bei Geschwindigkeiten von 100 km/h oder mehr sind die Windgeräusche ohnehin so laut, dass man kaum etwas anderes als Rauschen hört. AirPods verfügen über einen Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche weiterleitet. Mit AirPods hört man also genauso viel wie ohne, was jedoch keinen Sinn macht, da man ja eigentlich genauso wenig hören möchte.

Schaltet man die Geräuschunterdrückung ein, werden vor allem die Fahrgeräusche reduziert. Radio oder Musik sind dann gut zu hören, während Hupen und Martinshorn weiterhin deutlich wahrnehmbar bleiben. Die AirPods können sogar das Gehör schützen, da es dann deutlich weniger laut ist. Jedoch gibt es auch Nachteile.

Telefonieren mit AirPods auf dem Motorrad

Möchte man telefonieren, kann man den Gesprächspartner zwar selbst gut verstehen, aber da die AirPods die Fahrgeräusche mit übertragen, wird man selbst ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht mehr verstanden. Zum Telefonieren sind sie damit ungeeignet. Leider gibt es keinen "Motorradmodus", bei dem genau solche Geräusche elektronisch herausgefiltert werden.

Komfort und Praktikabilität

Ein großer Nachteil ist, dass die AirPods in den Ohren stecken und ein Motorradhelm recht eng sitzt. Nach der Tour kann es beim Absetzen des Helmes passieren, dass sich die Kopfhörer verkeilen, was schmerzhaft sein kann. Es gibt zwar Helme, bei denen die Polsterung extra ausgespart ist, um z.B. Senas oder Cardos einzusetzen, aber ob diese dauerhafte Verletzungen vermeiden, ist fraglich.

Alternativen: Intercom-Systeme und Gehörschutz

Eine gute Alternative sind Intercom-Systeme, die man in den Helm einbaut. Diese Systeme können die Geräusche sehr gut herausfiltern, man wird auch bei hohen Geschwindigkeiten verstanden, kann telefonieren, Radio oder Musik hören, sich mit seinem Navi verbinden und sich untereinander auf der gemeinsamen Tour unterhalten. Zudem gibt es kleine Ohrstöpsel als Gehörschutz, speziell für das Motorradfahren, die für rund 20,00 EUR erhältlich sind.

Angepasster Gehörschutz vom Hörgeräteakustiker kann eine weitere Option sein. Diese sind so eingestellt, dass sie bestimmte Sprachfrequenzen durchlassen, sodass man sich trotz Gehörschutz unterhalten kann, während die Windgeräusche effektiv weggefiltert werden.

Rechtliche Aspekte

In Deutschland ist es, anders als in anderen europäischen Ländern, nicht generell verboten, Kopfhörer zu tragen, wenn man am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt. Sollte man jedoch z.B. in einen Unfall verwickelt sein, kann einem das unter Umständen negativ ausgelegt werden.

Gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) haben sich alle Verkehrsteilnehmer so zu verhalten, dass weder ihre Sicht noch ihr Gehör z.B. durch technische Geräte oder andere Accessoires beeinträchtigt werden. Daher ist es generell empfehlenswert, während des Fahrens die Musik leiser zu stellen.

Erfahrungen anderer Motorradfahrer

Viele Motorradfahrer haben unterschiedliche Erfahrungen mit AirPods unter dem Helm gemacht. Einige berichten von Schmerzen durch den Druck der AirPods im Ohr, während andere keine Probleme haben. Es hängt stark vom Helm und der individuellen Ohrform ab.

Einige Fahrer empfehlen, die MotoSafe Race von Alpine zu verwenden, da sie Windgeräusche reduzieren und Schmerzen vermeiden. Andere schwören auf individuell angepasste Ohrstöpsel vom Akustiker.

Gehörschutz-Feature der AirPods Pro 2

Die AirPods Pro 2 bieten ein Gehörschutz-Feature, das dein Gehör in lauten Umgebungen schützen kann. Der Gehörschutz1 ist standardmäßig über alle drei Geräuschkontrollmodi aktiviert. Wichtig ist, dass deine AirPods deine Ohren vollständig abdichten, wenn sie sich in deinen Ohren befinden. Ein passgenauer Sitz sorgt für maximalen Gehörschutz in dem gewählten Geräuschkontrollmodus.

Die tatsächliche Geräuschreduzierung (Dämpfung) hängt vom Passsitz deiner AirPods, der Lautstärke um dich herum und dem verwendeten Geräuschkontrollmodus ab.

Modus Dämpfung Empfohlene Nutzung
Transparenzmodus 11-15 dB Konzerte oder Sportveranstaltungen
Adaptiver Modus 25-29 dB Straßenverkehr oder Arbeitsweg
Geräuschunterdrückungsmodus 25-30 dB Permanenter Gehörschutz

Es ist wichtig zu beachten, dass der Gehörschutz nicht wie vorgesehen funktioniert, wenn Pfeifgeräusche auftreten. Versuche, die AirPods neu anzupassen. Regelmäßige Reinigung der AirPods und sorgfältige Aufbewahrung im Case sind essenziell, damit der Gehörschutz einwandfrei funktioniert.

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