Apple AirPods Pro im Test: Ein umfassender Erfahrungsbericht für Fahrradfahrer

Die ersten Apple AirPods haben im Herbst 2016 eine kleine „Revolution“ beim mobilen Musikhören und freihändigen Telefonieren ausgelöst. Mittlerweile hat Apple die vierte Generation der beliebten True-Wireless-In-Ears im Programm. Die Entscheidung dafür, einen 100-Tage-Test mit den AirPods Pro durchzuführen, ist vor allem aufgrund der guten Erfahrungen mit den vorherigen Generationen gefallen. Besonders der vollständige Verzicht auf Kabel - mittlerweile Standard - sorgt für ein unkompliziertes Musikhören beim Fahrradfahren. Beim Upgrade der neuen Generationen der AirPods könnten neue Funktionen eine wesentliche Rolle spielen.

Design und Komfort

Im Vergleich zu älteren Apple AirPods fällt auf den ersten Blick das etwas längere Ladeetui auf. Bei der neusten Generation der AirPods haben nicht nur die Ohrstöpsel an sich, sondern auch das Etui neue Funktionen erhalten. Die Apple AirPods Pro werden in einer für den Hersteller typischen weißen, minimalistischen Verpackung verkauft. Im Lieferumfang enthalten sind die beiden AirPods Pro Ohrstöpsel, drei unterschiedlich große Ohrpassstücke (S, M, L) und das Ladeetui. Das Gewicht der Ohrstöpsel liegt bei jeweils nur 5,3 Gramm.

Dank der drei mitgelieferten Aufsätze aus Silikon ist der Tragekomfort der AirPods Pro deshalb bei fast jeder Ohrform sehr gut. Nach einigen Stunden Tragezeit verschwindet das zuerst als störend empfundene Gefühl jedoch automatisch. Die Ohrstöpsel fallen im Alltag somit kaum auf und sorgen auch nach längerer Nutzung nicht für unangenehme Druckstellen im Ohr. Auch im Fitnessstudio, beim Joggen oder auf dem E-Bike lösen sie sich nicht ungewollt aus dem Ohr.

Funktionen und Bedienung

Kabelloses Laden und Konnektivität

Der integrierte Akku kann nun kabellos per Qi-Ladegerät oder MagSafe Ladegeräten mit Strom versorgt werden. Alternativ wird das Ladecase bei der neuesten Version per USB-C-Anschluss versorgt. Für das kabellose Laden kann bequem ein entsprechendes Ladegerät eines Drittherstellers verwendet werden. Deutliche Verbesserungen gibts außerdem beim Bluetooth-Pairing, also bei der Herstellung der kabellosen Verbindung. Die neuen Apple AirPods Pro verbinden sich noch schneller als die bereits guten Vorgänger mit allen Geräten von Apple.

Akkulaufzeit

Die von Apple angegebenen Akkulaufzeiten konnten auch in der Praxis erreicht werden. Eine Akkuladung reicht dabei für bis zu 6 Stunden Musikgenuss. Insgesamt lässt sich die Laufzeit dank des Ladeetuis auf bis zu 30 Stunden erhöhen. Der Nutzungskomfort kann sich hier aufgrund der neuen kabellosen Lademöglichkeit deutlich steigern. Durch einfaches Ablegen auf der Ladefläche lässt sich sicherstellen, dass der Akku immer mit genügend Strom versorgt wird.

Geräuschunterdrückung und Transparenz-Modus

Die AirPods Pro bieten im Gegensatz zu vorherigen Generationen der Apple In-Ears erstmals eine aktive Geräuschunterdrückung. Dazu verfügen beide Ohrstücke jeweils über Mikrofone. Ein Beamforming-Mikrofon nimmt die äußeren Störgeräusche auf, invertiert deren Phase und gibt diese über die AirPods wieder. Die Mikrofone im inneren sind zum Gehörgang ausgerichtet, nehmen dort Störgeräusche auf und versuchen diese ebenfalls zu neutralisieren. Zur weiteren Verbesserung des Noise-Cancelling erfolgt laut Apple ständig eine automatische Anpassung an die Trageposition der Ohrstöpsel.

Im Laufe der Modellpflege sind weitere Funktionen wie Konversationserkennung, Stimmisolation und Beschleunigungssensoren für Bewegungserkennung sowie ein Hauterkennungssensor hinzugekommen. Der sogenannte Transparenz-Modus zeichnet durch die Mikrofone externe Geräusche auf. Diese werden dann über die Lautsprecher wiedergegeben. Besonders im Straßenverkehr ist die Nutzung dieser Funktion zu empfehlen, da sonst möglicherweise lebensrettende Außengeräusche nicht beim E-Bike-Fahrer ankommen. Telefonate und Musik sind also weiterhin möglich, ohne dass die AirPods Pro den Nutzer vollkommen von der Umgebung abschirmen. In unserem Test zeigte sich, dass der Transparenz-Modus für E-Bike-Fahrer eine klare Empfehlung ist. Auch bei 25 km/h im Straßenverkehr konnten Gesprächspartner beim Telefonieren keine Störgeräusche wahrnehmen.

AirPods Pro im Einsatz beim Fahrradfahren

Die AirPods Pro ermöglichen aufgrund der Sprachsteuerung per Siri oder der Steuerung über den Drucksensor auch während der Fahrt mit dem E-Bike eine gefahrenlose Kontrolle der Musik und anderer wichtiger Funktionen.

Grundsätzlich empfehlen wir, im Straßenverkehr keine Kopfhörer zu tragen. Trotzdem kann es manchmal praktisch sein. Gekoppelt mit dem Fahrradnavi sorgen Kopfhörer für verständliche Richtungsansagen, wie wir sie aus dem Auto kennen. Die Technik ist die gleiche wie bei der aktiven Geräuschunterdrückung: Mikrofone im Kopfhörer nehmen die Außengeräusche auf und verarbeiten sie. Statt aktiv die Frequenzen der Außengeräusche zu unterdrücken, geben die Kopfhörer sie im Awareness-Modus 1:1 ans Ohr weiter.

Sollten Sie Musik hören, telefonieren oder einem Podcast lauschen, achten Sie darauf, die Lautstärke gering zu halten.

AirPods Pro 2. Generation

Die Neuheiten der Apple AirPods Pro (2. Die Apple AirPods Pro 2 sehen fast genauso aus wie ihre Vorgänger. Unterschiede gibt es rein äußerlich nur in Bezug auf die Platzierung der Mikrofone sowie der Belüftung-Öffnungen. Ansonsten sind sie mit einem Gewicht von 5,3 Gramm wieder erfreulich leicht, sodass sie über Stunden bequem getragen werden können.

Auch das Lade-Case-Design ist geblieben, wobei es hier augenscheinlich Neues gibt: Drei kleine Löcher auf der Unterseite verraten die Existenz eines kleinen Lautsprechers, der Töne von sich gibt, um das Case bei Verlust schnell wiederfinden zu können. Über die Funktion „Wo ist“ wird das Lade-Case daher künftig nicht nur auf einer Karte visuell gezeigt, hier lässt sich auch ein akustisches Feedback zur Ortung abspielen, was selbstverständlich auch für die beiden In-Ears gilt. Hinzukommt nun die Möglichkeit, eine Tragebandschlaufe (nicht im Lieferumfang enthalten) auf der rechten Seite des Cases zu befestigen, damit die kleine weiße Schatulle an einem Rucksack oder einer Handtasche befestigt werden kann.

Um die Lautstärke zu ändern, musste man bisher entweder das Smartphone zücken oder die Apple-Watch-Krone bemühen, bzw. Siri um Korrektur bitten. Das geht jetzt endlich schneller, denn die beiden Stiele der Apple AirPods Pro 2 verfügen über einen Sensor, der durch Streichen eines Fingers das Volumen ändert. Das klappte bei uns allerdings auf Anhieb nicht so smooth und setzte etwas Übung voraus. Für uns funktionierte diese Variante am besten: Der Daumen stabilisiert von hinten den Stiel, während der Mittelfinger auf der Einkerbung der Vorderseite nach oben bzw. nach unten streicht. Der Rest hat sich zum Vorgänger nicht verändert: Ein einfacher Druck spielt Musik ab oder pausiert sie oder nimmt einen Anruf an bzw. beendet ihn.

Wie oben bereits erwähnt, bildet der neue hauseigene H2-Chip das Herzstück der neuen Apple AirPods 2. Dieser übernimmt vielfältige Funktionen - vom Noise Cancelling bis hin zu 3D Audio (Spatial Audio) samt Head Tracking. Wie die Apple AirPods 3 (zum Test) oder die Apple AirPods Max (zum Test) beherrschen die neuen AirPods Pro das sogenannte „personalisierte 3D Audio“. Wer ein iPhone mit TrueDepth-Kamera besitzt, kann sich und seine Ohren fotografieren, damit ein persönliches Hörprofil erstellt werden kann. Mit kompatibler Apple-Hardware synchronisiert sich dieses, sodass es auf allen Endgeräten zur Verfügung steht. Klanglich muss man aber schon ganz genau hinhören, um Unterschiede festzustellen. Zumindest trifft dies auf das Gehör des Testers zu.

Fakt ist: Die neuen Apple AirPods Pro unterstützen die Bluetooth-Version 5.3 und den Codec AAC. Apple gibt an, dass die AirPods Pro 2 insgesamt sechs Stunden Musikspaß (ANC an) bieten, bevor sie im Lade-Case wieder betankt werden müssen. Dieses vermag die In-Ears bis zu fünfmal aufzuladen, sodass insgesamt eine Laufzeit von 30 Stunden erreicht wird. Fünf Minuten im Case sorgt für etwa eine Stunde Hörzeit, wobei das Case selbst per Lightning-Kabel, Apple-Watch- oder MagSafe-Ladegerät sowie mit einer Qi-zertifizierten Ladematte aufgeladen werden kann.

Doppelt so effektiv soll sie sein, die aktive Geräuschunterdrückung der Apple AirPods Pro 2. Während das ANC der ersten Generation schon sehr gut ist, legt hier Apple nochmals einen drauf: Dank des H2-Chips, neuer Treiber und Positionsänderungen der Mikrofone sowie der Belüftungsöffnungen löscht das Noise Cancelling der Apple AirPods Pro 2 tatsächlich noch breitbandiger und effektiver aus. Die Qualität ist schlicht beeindruckend: Statische Geräusche wie Rasenmäher, Motorenlärm oder selbst die Parkettschleifmaschine des Nachbarn wurden fast vollständig ausgelöscht. Im direkten Vergleich mit den Bose QuietComfort EarBuds II (zum Test), ziehen die Apple AirPods Pro 2 allerdings den Kürzeren. Zwar fehlen nur Nuancen, aber Boses ANC arbeitet dann doch eine Spur effektiver.

Gleiches gilt auch für den Transparenzmodus, der systembedingt das Rauschen nach oben zieht. Hier verhält sich Apples neues Modell im direkten Vergleich zu Bose unauffälliger. Die Natürlichkeit behält auch die neue Version bei, und dank des neuen H2-Chips wird die Intensität des Transparenzmodus automatisch angepasst. Will heißen: Laute Geräusche wie beispielsweise eine Sirene werden heruntergefahren, so dass der Rest des Umfeldes besser hörbar ist. In der Praxis fiel das aber nicht wirklich auf. Entweder arbeitet diese Funktion so dezent, dass kaum Unterschiede auszumachen sind, oder unser Testszenario löste dies nicht sauber aus.

Neu entwickelte Treiber, ein adaptiver Equalizer, der den Klang in Echtzeit anpasst, spezielle Verstärker mit hohem Dynamikbereich. In der Praxis bedeutet das: Die Abstimmung ist der Company wieder gelungen! Egal, ob intime Singer-Songwriter-Stücke oder Bombast-EDM: Die Apple AirPods Pro 2 klingen für einen Consumer-Kopfhörer sehr dynamisch - samt breiter Klangbühne. Im direkten Vergleich zu der ersten Generation ertönen Bässe satter und definierter. Der fürs Sprachverständnis wichtige Mittenbereich wirkt dabei klar und detailliert. Interessant ist wieder der Blick auf die Bose QuietComfort Earbuds II, die uns klanglich aber dann doch etwas besser gefallen.

Diese True Wireless In-Ears können natürlich noch mehr: Immer aktiviertes „Hey Siri“, damit Mitteilungen und Nachrichten vorgelesen werden können, inklusive Beantwortung selbiger mit der eigenen Stimme. Zudem können sie den Fokus auf Stimmen in unmittelbarer Nähe legen, sodass Menschen mit Hörbeeinträchtigung Gesprächen besser folgen können. Aber auch „Live Mithören“ und natürlich der grandiose nahtlose Wechsel zwischen all den Devices, die alle mit der gleichen Apple-ID verknüpft sind, werden unterstützt. Zwar kein echtes Multipoint, aber fast!

Die spannende Frage zum Schluss: Wir verhalten sich die neuen AirPods Pro 2 mit Android Devices? Hier gibt es - wenig überraschend - nichts Neues. Um es kurz zu machen: Sie verhalten sich wie ganz normale andere Bluetooth-Kopfhörer auch. Weder lassen sie sich konfigurieren noch funktioniert Auto Pause. Wer also kein aktuelles iOS Smartphone zum Konfigurieren als Side-kick besitzt, sollte sich nach Alternativen umsehen, die beide Plattformen gleichberechtigt behandelt.

Die Apple AirPods Pro 2 klingen sehr gut und das aktive Noise Cancelling arbeitet äußerst effektiv. Das, was der Hersteller hier wieder an Technik verbaut hat, ist schlicht einmalig auf dem Markt. Leider gibt es auch wieder Kritik: Die fehlende Lossless-Unterstützung des eigenen Apple-Music-Kataloges, die fehlende Optimierung für Nicht-Apple-Devices und schließlich der im Vergleich zum Vorgänger um 20 Euro gestiegene Preis.

Rechtliche Aspekte und Sicherheitshinweise

Kopfhörer auf dem Fahrrad? Ja, das ist rein rechtlich zulässig. Der Gesetzgeber fordert aber, dass die Lautstärke der Verkehrssituation angepasst sein muss. Sprich: Der Sound aus dem Kopfhörer darf die Umgebungsgeräusche nicht überdecken. Ist die Musik zu laut, drohen 15 Euro Bußgeld. Die ARAG warnt, dass im Falle eines Unfalls gar der Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verloren gehen kann. Sogar, wenn der Unfallgegner klar schuld am Unfall war.

Alternativen

Es gibt neues von Apple: Apple AirPods Pro. Wir sind bekennende „Soundtrack of your life“ -Fans dementsprechend nutzen wir seit Sonys Walkman die Möglichkeit, sich permanent mit Musik berieseln zu lassen. Mit den aktuellen AirPods Pro stellt Apple die dritte Generation seiner polarisierenden Headphones vor. Bereits die erste Version hatte uns begeistert. Kein störendes Kabel. Perfekte usability und guter Klang haben die Messlatte beim Debüt der Kopfhörer hoch gehangen. Die AirPods 2 wurden um eine verbesserte Sprachsteuerung ergänzt und klangen subjektiv etwas besser. Mit den AirPods Pro geht Apple hier einen deutlichen Schritt weiter. Echtes In-Ear-Design. Aktive Geräuschunterdrückung und geändertes Bedienkonzept sind echte Veränderungen und nicht nur Evolution alter Produkte.

Weitere Testberichte und Vergleiche

In Zeiten des Internets und des Onlinekaufs mit Umtauschrecht, spricht nichts dagegen, ein Produkt zu testen, bevor man es kauft. Verrückt oder? Apple weiß wie Produkte präsentiert werden müssen, um zumindest einen ersten Kaufimpuls auszulösen. Während viele andere Hersteller deutlich abfallen, bleibt bei Apple alles auf hohem Niveau. Schon das Unboxing ist ein Erlebnis. Das satte Auseinandergleiten der Verpackung endet mit einem Blick auf die Anleitung. Die Spannung steigt. Anleitung? Werfen wir wie gewohnt achtlos zur Seite. Endlich erhaschen wir einen Blick auf das eigentliche Produkt. In einer minimalistischen Schutzhülle aus Plastik präsentieren sich die Protagonisten künftiger Musikerlebnisse hochwertig aber unspektakulär. Bei einem Preis von 279 Euro hätten wir zumindest Fanfaren und Tischfeuerwerk erwartet. Unterhalb der Kopfhörer mit Ladeschale finden wir das USB-C zu Lightning-Ladekabel und weitere Silikontips in den Größen S und L. Auf den AirPods Pro sind die mittleren Silikonaufsätze vormontiert.

Beim Verbinden mit dem Telefon wird deutlich, warum eine geschlossene Architektur Sinn machen kann. Das Ladecase direkt neben dem iPhone aufklappen und die Kopfhörer werden sofort vom iPhone erkannt, „Verbinden“ anklicken. Fertig! Damit stehen die AirPods auf allen Geräten, die unter der gleichen Apple-ID angemeldet sind zur Verfügung. In den Einstellungen lässt sich noch der Name und die Belegung der Bedienfelder konfigurieren. Oft klagen die Nutzer von In-Ear-Kopfhörern über fehlende Bässe. Das können wir nicht nachvollziehen. Den meisten fehlt es an Gefühl, wie ein In-Ear-Kopfhörer sitzen muss. Hier hat Apple dem Nutzer die Anpassung abgenommen. Kopfhörer ins Ohr stecken. Passform-Test starten und die App sagt euch, ob die AirPods gut sitzen. Die AirPods müssen den Gehörgang dicht verschließen, um einen vernünftigen Bass und perfektes Noise Cancelling bieten zu können. Dank der freundlichen App-Unterstützung ist das im Handumdrehen erledigt.

Schon die Größe prädestiniert die AirPods für eine Nutzung im Helm. Bei normalen Helmen mit Ohren umschließender Gurtwaage sind die verkürzten „Stengel“ der AirPods Pro ein echter Gewinn. Bei den alten AirPods konnte es passieren, dass die Helmgurte den Kopfhörer aus dem Ohr hebelten. Durch den festeren Sitz der Aipod Pros und den kürzeren Design tritt dieser Effekt so gut wie gar nicht mehr auf. Im Gegensatz zu den alten Kopfhörern von Apple sind die neuen AirPods jetzt zumindest wassergeschützt nach dem IPX4-Standard. Allerdings schränkt Apple hier die Haltbarkeit des Schutzes ein. Nicht so schön. Wobei die Aussage zu relativieren ist. Bei unseren alten AirPods in Dauernutzung, beim Regen, exzessivem Training mit massiver Schweißbildung, gab es in zweieinhalb Jahren überhaupt keine Probleme.

Ob die Kopfhörer beim Dirt- und Fullfacehelm sitzen, kommt stark auf die Polsterung und das Geschick des Bikers an. Es ist eine Kunst den Fullfacehelm aufzusetzen ohne die Kopfhörer aus den Ohren zu ziehen. Die Meinungen zum Musik hören gehen hier stark auseinander. Während der eine zur Höchstform aufläuft, finden andere es nervig, nichts von der Umwelt wahrzunehmen. Sicherlich muss man nicht immer und überall beschallt werden. Es ist erwiesen, dass der richtige Beat leistungssteigernd sein kann. Apple Watch und AirPods sind aus unserer Sicht ideale Trainingsbegleiter. Tracking und Entertainment mit minimalistischem Aufwand.

In-Ear-Kopfhörer muss man mögen. Die AirPods Pro sorgen für einen Druckausgleich, trotz dieser Maßnahme bleibt das Gefühl des „verstopften“ Gehörgangs. Wer damit nicht klar kommt, für den sind die AirPods Pro nicht geeignet. Die aktive Geräuschunterdrückung verstärkt diesen Eindruck noch. Die Geräuschunterdrückung verfügt über zwei Einstellungen: Geräuschunterdrückung und Transparent. Passive In-Ear-Kopfhörer dämpfen den Schallpegel um circa 20-30 db. Das verhindert eine normale Unterhaltung. Auch im Straßenverkehr ist die Nutzung eher fragwürdig. Zwar ist mittlerweile das Tragen von Kopfhörern nicht mehr verboten, es muss jedoch gewährleistet sein, dass der Verkehr wahrgenommen wird. Das kann ein passiver In-Ear nicht leisten.

Während bei aktiver Geräuschunterdrückung alle Außengeräusche auf ein Flüstern reduziert werden (so stellen wir uns eine Elektroautozukunft vor), mischt der Transparenzmodus Musik und Außengeräusche. Dabei analysiert der Kopfhörer permanent die Umgebung und passt entsprechend das Noise Cancelling an. Selbst bei geringer Lautstärke klingen die Kopfhörer überragend. Wenn die Musik laut gestellt ist, wird die Umgebung natürlich nicht mehr wahrgenommen. Hier hilft der Transparenzmodus wenig. Laut ist laut!

Bei der ersten und zweiten Generation der AirPods erfolgte die Bedienung über mehrfaches Tappen. Einfach zweimal auf das Ohr hauen und schon ging es zum nächsten Track oder die Wiedergabe pausierte. Je nach Konfiguration. Wahrscheinlich war Apple der Meinung, dass hier eine Quelle für ungewollte Bedienung zu finden sei. In der Tat ist uns genau das bei einen oder zwei extremen HIT-Trainings passiert. Die nassgeschwitzten Haare haben die AirPods bedient. Das fanden wir wenig dramatisch.

Apple hat den Tap durch einen Druck ersetzt. Die AirPods verfügen nun über eine drucksensitive Fläche, die es gilt, liebevoll ein oder mehrfach (bis dreimal) durch drücken mit zwei Fingern zu aktivieren. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Die Bedienflächen sind so klein, dass sie zwischen dem Helmgurt - mit Handschuhen - im Gelände überhaupt nicht zu bedienen sind. Hier bleibt nur der Befehl „Hey Siri: Volle Lautstärke“. Der Standard für die Bedienung per Fingerdruck ist jetzt: vor, zurück, stop, play und die Einstellung der Geräuschunterdrückung (Geräuschunterdrückung, Aus, Transparent).

Die Geräuschunterdrückung gehört zum Besten was wir bis jetzt gehört haben. Da sehen wir die neuen AirPods in den Top5. Der Transparenzmodus ist im Büro und normalen Alltag spitze. Wenn die Anwendung mehr „Pro“ wird, offenbaren sich Schwächen. In unseren Breitengraden kommt es vor, dass man eine Mütze oder einen Buff trägt. So lange die AirPods nicht vom Stoff verdeckt werden ist alles in Ordnung. In dem Moment, wo die Mütze den Kopfhörer berührt, überträgt das Außenmikrofon das Geräusch ins Ohr. Gleiches gilt für das Helmfutter oder nicht sauber eingestellte Gurte, die das Kopfhörergehäuse touchieren.

Einziger Kritikpunkt beim ANR: Windgeräusche. So gut die Geräuschunterdrückung der AirPod Pro ist, bei starkem Wind kommt sie an Ihre Grenzen. Hier ist der eine oder andere „Wusch“ zu hören. Wessen Ohr in das statistische Muster Apples passt und auf In-Ear-Kopfhörer steht, dem wird ein echtes „Boah, wie geil“-Erlebnis beschert. Wenn der passende Silikon-Tip gefunden ist und das iPhone optimale Dichtigkeit signalisiert, fühlt man sich ins Sprachlabor zur Schulzeit zurückversetzt. Schalltot schafft der kleine Stöpsel zwar nicht, aber er ist nah dran. Durch die kleine Bauform, das geringe Gewicht und das fehlende Kabel vergisst man nach ein paar Minuten, dass man einen Kopfhörer trägt. Die neuen Pro-Kopfhörer sitzen wie eingeklebt im Ohr. Selbst wildeste Burpee-, Headbanging- oder Bunny-Hop-Sessions hat er mit zementierter Beharrlichkeit überstanden.

Die kabelgebundenen Kollegen haben früher oder später immer genervt. Entweder haben die Kabel Geräusche übertragen, die Kopfhörer aus dem Ohr gezogen oder sie sind schlichtweg an einem Kabelbruch verstorben. Der Tragekomfort ist bei den AirPod Pro Kopfhörern unschlagbar. Wer 300 Euro für einen Kopfhörer ausgibt, erwartet einfach einen Klang der Spitzenklasse. Nicht mehr und nicht weniger liefert Apple. Die neuen In-Ears überzeugen mit satten, abgrundtiefen Bässen, kristallklaren Höhen und einer ausgewogenen Mitteltonpräsenz. Der geneigte Mittfünfziger, der über ein seines Alters entsprechendes Gehörvermögen verfügt, kann hier sowieso nicht mitreden. Er hört schlicht und einfach nicht mehr genug. Hifi-Freaks sehen MP3 als Manifestation des Teufels an und hören lieber weiterhin knisternde Schallplatten. Ebenso wie ein Porsche 911 der mehr kann, als 99 % Prozent seiner Besitzer, überzeugt der Kopfhörer auf ganzer Linie.

Der Kopfhörer kann überzeugt durch seine Größe und seinen Klang auf ganzer Linie. Die für Biker oder Läufer etwas wackelige Bedienung mindern den überragenden Gesamteindruck. Unter dem Helm, unter einer Mütze und mit Handschuhen beim Biken oder beim Laufen finden wir die Bedienung nicht optimal. Alternativ lässt sich das Headset via Siri bedienen. Dafür ist eine Mobilfunkverbindung zwingende Voraussetzung. Beim Spinnig oder beim Bodyweight-Workout überzeugen die Pros in jeder Disziplin. Die AirPods halten 2,5-3 Stunden am Stück durch. Selbst bei erhöhter Lautstärke. Dann müssen sie ins Case zum Energie nachtanken. Die Geräuschunterdrückung funktioniert zuverlässig. Der Transparenzmodus hat uns nicht so gut gefallen. Das von Karajan dirigierte Stück „Also Sprach Zarathustra“ ist bekannt für das beängstigende Tiefe C der Orgel und die wummernden Trommelschläge. Die blecherne Erhabenheit der Bläser wird ebenso fühlbar, wie die durchdringende Dramatik der Streicher. Perfekt! Und mein Lieblingsstück: Dire Straits - Private Investigations. Boah.

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