E-Bike Akku lädt nicht mehr: Ursachen und Lösungen

Die Straßen sind immer mehr von elektrischen Rädern bevölkert. Ein E-Bike ist mehr als ein einfaches Rad mit ein bisschen Antrieb. Wenn der Akku des E-Bikes nicht lädt, ist dies ärgerlich, denn immerhin stellt dieses Bauteil den großen Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrrad dar. Damit das Fahrrad mit dem Elektromotor einsatzbereit ist und gefahren werden kann, sollte also überprüft werden, wieso der Akku nicht richtig auflädt.

Sollte der Akku des E-Bikes nicht laden, ist das Fahren mit dem Rad kaum möglich: Durch das Mehrgewicht des Motors kann das Fahrrad nämlich ohne die Unterstützung des Akkus kaum verwendet werden. In vielen Fällen liegt jedoch lediglich eine falsche Handhabung des Akkus vor, durch die dieser nicht aufgeladen werden kann - dann sind keine teuren Reparaturen notwendig. Manchmal ist der Akku jedoch wirklich kaputt und muss repariert oder ausgetauscht werden.

Ursachen, wenn der Akku des E-Bikes nicht lädt

Wenn Sie den Akku des E-Bikes nicht mehr laden können, können dem Problem verschiedene Ursachen zugrunde liegen.

  • Tiefentladung: In vielen Fällen tritt dieses Phänomen im Winter auf: Hier wird der Akku häufig nicht korrekt gehandhabt und verliert als Folge enorm an Kapazität und Spannung. Sehr tiefe Temperaturen schaden dem Akku nämlich ebenso wie übermäßige Hitze. Insbesondere im Winter wird der Akku nach der Fahrt häufig draußen am Fahrrad belassen. Dies kann zu einer Tiefenentladung führen, die zu einem defekten Akku führt.
  • Falsche Lagerung: Weiterhin kann es durch eine falsche Lagerung dazu kommen, dass sich der Akku des E-Bikes nicht laden lässt. Wird der Akku zum Beispiel über den Winter im Gartenhaus oder in der Garage gelagert, sind die Temperaturen hier in der Regel sehr tief und führen ebenfalls zu einer Tiefenentladung - zudem entlädt sich der Akku auch bei fehlender Verwendung weiter.
  • Mechanischer Defekt: Manchmal handelt es sich bei einem defekten E-Bike auch um einen mechanischen Defekt des Akkus. Ein solcher Akku besteht nämlich aus vielen einzelnen Zellen - ist eine dieser Zellen kaputt, funktioniert häufig der ganze Akku nicht mehr. Manchmal ist auch die Sicherung des Akkus kaputt.
  • Defektes Ladegerät: Ein Ladegerät kann aus verschiedenen Gründen ausfallen, sei es durch mechanische Schäden, Überhitzung oder einfach durch Verschleiß.
  • Verschleiß und Alter des Akkus: Akkus haben eine begrenzte Lebensdauer.
  • Verbindungsprobleme: Lose oder korrodierte Kontakte an den Anschlüssen des Akkus oder Ladegeräts können das Laden verhindern.
  • Softwarefehler: Moderne E-Bike-Akkus sind mit einem Batterie-Management-System (BMS) ausgestattet, das die Leistung überwacht. Softwarefehler oder veraltete Firmware können Ladeprobleme verursachen.

Symptome eines defekten E-Bike-Akkus

  • Akku lädt nicht mehr: Beim Anschließen an das Ladegerät passiert nichts oder die LED-Anzeige springt sofort auf grün, als ob der Akku bereits voll wäre.
  • Stark reduzierte Reichweite: Falls der Akku noch lädt, aber die Reichweite des E-Bikes deutlich geringer ausfällt als üblich, könnten einzelne Zellen beschädigt oder gealtert sein.
  • E-Bike reagiert nicht mehr: Das E-Bike lässt sich nicht mehr einschalten oder zeigt eine Fehlermeldung im Display an.
  • Niedrige oder keine Spannung messbar: Mit einem Multimeter kann die Spannung des Akkus überprüft werden. Liegt der gemessene Wert unter den kritischen Grenzen.
  • Aufgeblähter oder warmer Akku: In manchen Fällen kann ein tiefentladener oder beschädigter Akku aufquellen oder ungewöhnlich warm werden.

Wie kann der Akku repariert werden?

Häufig versuchen die Besitzer des E-Bikes selbst, den Akku zu reparieren - dies sollte jedoch unterlassen werden, denn aufgrund des fehlenden handwerklichen Geschicks ist die Wahrscheinlichkeit hier groß, dass der Akku irreparabel geschädigt wird.

Besser ist es, die Reparatur des E-Bikes in einer Werkstatt vornehmen zu lassen. Die meisten Werkstätten sind mittlerweile auch für Arbeiten an Fahrrädern mit Elektromotor ausgestattet, sodass dies kein Problem ist.

Wenn der Akku des E-Bikes nicht mehr lädt, prüfen die Monteure die Ursache. Liegt eine Tiefenentladung vor, was meistens der Fall ist, kann die Spannung des Akkus wieder über den Wert der Entladeschlussspannung gehoben werden.

Hat sich der Akku allerdings unter einen Wert von 1,5 V (Volt) entladen, liegen in der Regel irreparable Schäden vor. Zudem kann die Verwendung des Akkus in diesen Fällen gefährlich werden, denn hier kann es zu einem Kurzschluss kommen, was sogar zu einem Brand führen kann.

Wenn der Akku des E-Bikes aufgrund der Tiefenentladung nicht mehr lädt, sollte daher auf eine weitere Verwendung verzichtet werden. In der Regel wird in diesem Fall zu einem neuen Akku geraten, der von den Profis der Werkstatt eingebaut wird.

Ist eine Zelle defekt, muss geprüft werden, welche und wie viele Zellen defekt sind. Liegt das Problem bei mehreren Zellen, muss der Akku häufig durch ein neues Modell ausgetauscht werden - meistens lohnt sich eine Reparatur nur dann, wenn nur eine Zelle defekt ist und leicht ausgetauscht werden kann.

Grundsätzlich ist eine Reparatur des Akkus also nur in wenigen Fällen möglich. Durch eine ausführliche Beratung können Sie in Erfahrung bringen, ob sich die Schadensbehebung lohnt oder ob ein neuer Akku sinnvoller ist. Häufig unterliegen die Akkus bei E-Bikes auch dem natürlichen Verschleiß, bei dem die chemischen Prozesse im Akku nachlassen - nach etwa 1.000 Ladezyklen verringert sich so die Kapazität des Akkus nach und nach. Dies ist kein Defekt, kann aber auch nicht repariert werden. Hier ist ein neuer Akku notwendig.

Auch, wenn der Akku des E-Bikes nicht mehr lädt, darf dieser nicht einfach im normalen Hausmüll entsorgt werden! Der Fachmann in der Werkstatt übernimmt die ordnungsgemäße Entsorgung.

Erste Schritte zur Fehlerbehebung

  • Prüfung der Verbindungen und Kontakte: Stelle sicher, dass die Kontakte sauber und korrosionsfrei sind.
  • Bedeutung der LEDs am Ladegerät und Akku: Viele Ladegeräte und Akkus haben LED-Anzeigen, die den Status anzeigen. Ein blinkendes oder rotes Licht kann auf ein Problem hinweisen.
  • Häufige Fehlercodes und ihre Ursachen: Moderne E-Bike-Systeme zeigen Fehlercodes an, wenn Probleme auftreten. Diese Codes können helfen, die Ursache des Problems zu identifizieren.
  • Reinigen der Kontakte: Korrosion und Schmutz an den Kontakten können die Ladefähigkeit beeinträchtigen. Verwende einen Kontaktreiniger oder Isopropylalkohol, um die Kontakte gründlich zu reinigen.
  • Reset des Akkus: Einige Akkus verfügen über eine Reset-Funktion. Überprüfe das Handbuch deines E-Bikes, um herauszufinden, ob und wie ein Reset durchgeführt werden kann.
  • Aktualisierung der Firmware: Wenn der Akku über eine Software oder ein Batterie-Management-System (BMS) verfügt, prüfe, ob Firmware-Updates verfügbar sind. Diese Updates können Probleme beheben und die Leistung verbessern.

Wann sollte ein Fachmann hinzugezogen werden?

Wenn die einfachen Lösungen nicht funktionieren, kann es notwendig sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Kosten für eine professionelle Reparatur können variieren, je nach Art des Problems und der benötigten Ersatzteile. In der Regel liegen die Kosten zwischen 50 und 200 Euro. Wenn der Akku irreparabel beschädigt ist, kann ein Austausch erforderlich sein.

Dem defekten Akku vorbeugen

Als Fahrer eines E-Bikes können Sie dem Problem vorbeugen, dass der Akku nicht lädt. Prinzipiell gilt es hierbei, den Akku sorgsam zu handhaben: Das bedeutet in erster Linie, das Gerät vor schadhaften Einflüssen zu schützen. So sollte der Akku möglichst nicht mit Wasser in Berührung kommen, aber auch tiefe Minusgrade und übermäßige Hitze sollten vermieden werden. Im Idealfall wird der Akku zwischen 10 Grad Celsius und 20 Grad Celsius aufbewahrt. Zudem sollte der Akku natürlich nie vollständig geleert werden, um eine Tiefenentladung zu vermeiden.

Tipps zur Akkupflege und Lebensdauerverlängerung

  • Richtige Ladegewohnheiten: Lade deinen Akku regelmäßig, aber vermeide extremes Laden und Entladen. Ein Ladestand zwischen 20 % und 80 % ist optimal für die Lebensdauer des Akkus.
  • Lagerung des Akkus: Lagere den Akku an einem kühlen, trockenen Ort. Temperaturen zwischen 10°C und 20°C sind ideal. Vermeide extreme Hitze oder Kälte, da diese die Zellen beschädigen können.
  • Regelmäßige Wartung und Pflege: Überprüfe regelmäßig die Kontakte und halte sie sauber. Nutze den Akku regelmäßig, um die Zellen aktiv zu halten.
  • Auswahl des richtigen Ladegeräts: Verwende immer das vom Hersteller empfohlene Ladegerät. Billige Nachbauten können den Akku beschädigen und die Lebensdauer verkürzen.
  • Nützliches Zubehör für die Akku-Pflege: Es gibt diverses Zubehör, das dir helfen kann, die Lebensdauer deines Akkus zu verlängern. Dazu gehören spezielle Aufbewahrungstaschen, Ladegerät-Timer und Akkudiagnosegeräte.

E-Bike Akku Reset

Der Bordcomputer zeigt mitunter Fehlercodes an, die E-Bikern Rätsel aufgeben, aber relativ häufig sind. Dieser Fehler verweist darauf, dass das Bike und sein Akku nicht mehr richtig miteinander reden können. Der Klassiker Akku rausnehmen und wieder einsetzen kann hier oft schon helfen. Die Akkukalibrierung ist zwar keine Garantie gegen Fehlermeldungen. Sie sorgt allerdings für eine realistischere Kommunikation zwischen den Komponenten.

Viele E-Bike-Akkus lassen sich durch bestimmte Handgriffe zurücksetzen (Reset). Hier einige Beispiele:

  • Flyer Akku: Akku aus dem Fahrrad nehmen und an das Ladegerät legen. Nach vollständiger Ladung Akku vom Ladegerät trennen. Indikatortaste am Akku 20-30 Sekunden lang gedrückt halten, bis die Lichter erlöschen. Akku mit weiterhin gedrückter Taste auf das Ladegerät setzen und Taste loslassen, sobald der Akku weiter lädt.
  • Gazelle Innergy Akku: Reset-Taste (im Licht eingebaut) auf der Rückseite des Akkus einige Sekunden lang gedrückt halten.
  • Bosch Akku: Reset-Taste neben der Anzeige auf der Batterie mindestens 20 Sekunden lang gedrückt halten.
  • BionX Akku: Sicherstellen, dass der Akku vollständig geladen ist und das Elektrofahrrad einschalten. Ein-/Aus-Taste auf dem Display mindestens 20 Sekunden lang gedrückt halten, bis die Vorder- und Rücklichter schnell hintereinander blinken.

Wichtig: Wenn das Zurücksetzen des Akkus nicht funktioniert, ist der Akku möglicherweise defekt oder verschlissen. In diesem Fall sollte ein Fachmann kontaktiert werden.

Kalibrierung des E-Bike Akkus

Gerade richtig in Fahrt gekommen und schon ist der E-Bike-Akku leer? Das kann an einer falschen Ladestandanzeige liegen. Selbst die modernsten Batterie-Management-Systeme brauchen manchmal Nachhilfe. Ein kalibrierter Akku hat zwar weder mehr Reichweite noch lässt er sich regenerieren.

Jeder Akku hat eine bestimmte Maximalkapazität, die er pro Ladezyklus aufnehmen kann. Über komplexe Messvorrichtungen überprüft ein Batterie-Management-System, wieviel Ladung der Akku gerade im Verhältnis zu seiner maximalen Aufnahmefähigkeit hat. Diese Messungen sind zwar ziemlich genau, können allerdings von der Realität abweichen. Beim Akku kalibrieren werden Messsystem, Anzeige und Akku wieder auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Oft wird dieser Vorgang auch Akku refreshen genannt.

Die Kalibrierung eines E-Bike-Akkus ist wesentlich einfacher als der Akku-Refresh von Notebooks oder Handys. Insbesondere nach der Überwinterung des E-Bike-Akkus ist es eine gute Idee, ihn vor dem Start in die Fahrsaison zu kalibrieren.

Die Kalibrierung hat jedoch den großen Vorteil, dass sich der Anwender ab sofort wieder auf die Anzeige zum Akkustand verlassen kann.

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