Kaum ein Thema wird so heftig diskutiert wie die Akkugröße an E-Mountainbikes. In einer Sache sind sich Umfragen jedoch einig: Viele E-Biker wünschen sich mehr Reichweite. Entsprechend ist unter den Motoren- und Bike-Herstellern ein wahrer Wattstundenwettlauf entbrannt.
Shimano schließt die Lücke
Spätestens seit dieser Saison hat sich der Standard auf rund 630 Wattstunden erhöht. Bikes mit 500er-Akkus sind, zumindest in der hochpreisigen Kategorie, eher die Ausnahme. Am weitesten verbreitet sind die kleinen Batterien bei Rädern mit Shimano Steps-Motoren. Denn von den Japanern gab es bislang keine eigenen Akkus mit mehr Kapazität. Bike-Hersteller mussten auf Batterien von Drittanbietern ausweichen. Das hat sich jetzt geändert.
Drei neue Shimano-Akkus für E-Bikes
Mit dem BT-E8036 schließt Shimano die Lücke zum großen Konkurrenten Bosch. 630 Wattstunden, schlank im Unterrohr integriert. Damit liegt der neue Intube-Akku für das Steps-System in puncto Abmessungen und Kapazität wieder auf Augenhöhe mit Boschs 625er-Powertube.
Außerdem wird es mit dem BT-E8035-L noch einen kleinen Bruder des Neulings geben. Er hat exakt die gleichen Abmessungen, fällt mit 504 Wattstunden aber leichter aus. So eignet er sich besser als Zweitakku im Rucksack. Die 630er-Variante soll 3,7 Kilo wiegen, die 504er 3,1 Kilo. Zum Vergleich: Der aktuelle, kleinere Akku mit 504 Wattstunden (BT-E8035) lag knapp unter der Drei-Kilo-Marke.
Mit dem BT-E8016 bieten die Japaner auch einen größeren externen Akku an - ebenfalls mit 630 Wattsunden. Shimano hat also mit Batterien, die extern am Rahmen montiert sind, noch nicht abgeschlossen.
Mit dem BT-E8016 gibt´s auch einen Akku für die externe Montage mit mehr Kapazität, nämlich ebenfalls 630 Wattstunden.
Kompatibilität der neuen Shimano Steps-Akkus
Das alte Rad mit Steps-Antrieb im Handumdrehen auf eine neue Reichweiten-Stufe hieven? Ist das möglich? Diese Frage stellen sich jetzt wahrscheinlich viele, die ein E-Bike mit 500er-Shimano-Batterie besitzen. Doch dieser Traum wird leider kaum zur Wirklichkeit werden.
Die Akku-Aufnahme beim integrierten System bleibt zwar identisch, in der Praxis wird für die längeren Akkus aber in nahezu keinem bestehenden Unterrohr Platz sein. Für den externen 630er ist gar eine neue Aufnahme nötig.
Verfügbarkeit
Die neuen Steps-Akkus von Shimano sollen ab Sommer 2020 verfügbar sein. Entscheidend für E-Biker bleibt natürlich die Frage, ab wann Hersteller passende Bikes für diese Batterien präsentieren. Konkrete Informationen gibt es dazu nicht, im Laufe der zweiten Jahreshälfte dürften aber die ersten Modelle mit 630er-Shimano-Akkus auftauchen.
Der Shimano Steps E8000 Antrieb
Mit dem Shimano Steps E8000 Antriebssystem an Bord, kannst du dein e-Mountainbike Erlebnis in vollen Zügen auskosten. Dieser Elektromotor, mit allem was dazu gehört, wurde für den extremen Offroad-Einsatz geschaffen und zeigt genau hier, was er alles draufhat. Für ein individuelles Fahrgefühl bietet Shimano zahlreiche Möglichkeiten, das perfekt abgestimmte Antriebssystem auf deine Wünsche hin anzupassen.
Die Fahreigenschaften des Shimano Steps E8000
Hindernisse überwinden, rasante Abfahrten unternehmen, steile Berge erklimmen - alles mit einer Menge Spaß möglich, wenn man als Support das Shimano Steps E8000 Antriebssystem für e-Mountainbikes hat. Da das Ziel dieses e-Mountainbike Antriebs war, ihn möglichst so zu entwickeln, als hätte man keinen Elektromotor mit auf dem Bike, ist er besonders kompakt und leicht gebaut.
Das geringe Volumen schafft die Möglichkeit kurze Kettenstreben und einen Q-Faktor von 177 mm am e-Mountainbike einzusetzen und es auf diese Weise an ein reguläres Bike heran zu rücken. Da der Elektromotor allein lediglich 2,8 kg auf die Waage bringt und mittig über dem Tretlager positioniert ist, fühlt sich der Schwerpunkt des e-Mountainbikes ebenfalls natürlich an.
Erreicht man einen steilen Streckenabschnitt oder kommt gerade aus einer Kurve, sind das Momente, in denen man sich besonders an der verzögerungsfreien Leistungsentfaltung des Shimano Steps E8000 e-MTB Antriebs erfreut. Eine feine Sensorik sorgt dafür, dass du ab dem ersten Tritt in die Pedale tatkräftig begleitet wirst, Auch in hohen Trittfrequenzen arbeitet der Elektromotor noch harmonisch und zugkräftig.
Mit der Unterstützung deiner eigenen Tretleistung bis hin zu 300%, kann dir kein Berg so schnell einen Schrecken einjagen. Das besondere an der „Trail“-Stufe des Shimano Steps E8000 ist die Leistungsentfaltung, die sich dynamisch nach dem eigenen Tretverhalten richtet. Je mehr Druck du auf die Pedale ausübst, desto mehr Unterstützung liefert dir der Antrieb. Das System erkennt dank der Sensorik, wenn die Anstrengung eine höhere Leistungsentfaltung des Elektromotors erfordert. Im „Trail“-Modus kannst du also jeden möglichen Unterstützungsgrad des Shimano Steps E8000 abrufen.
Shimano Steps E8000 konfigurieren
Wie zuvor bereits mehrfach angedeutet, ist es beim Shimano Steps E8000 e-Mountainbike Antriebssystem möglich, die Unterstützungsstufen „Trail“ und „Boost“ für deinen persönlichen Bedarf anzupassen. Von den drei Fahrmodi, oder auch Betriebsarten, die die Kraftentwicklung des Elektromotors bestimmen sind mit „Dynamic“ und „Explorer“ zwei bereits von Werk aus festgelegt. Sind die Voreinstellungen der Unterstützungsstufen nicht das, was man sich darunter vorstellt, so kann man im Zuge des Updates 2018 im dritten Modus „Custom“ selbst bestimmen, wie sich der Elektromotor je nach Unterstützungsstufe verhält.
Nach Verbindung von SC-E8000 Display und deinem Smartphone kannst du in der simpel gehaltenen E-Tube App deine Feinabstimmung des „Custom“-Modus vornehmen. Über die Anpassung der Unterstützungsstufen hinaus, kann über die Verbindung mit der App die Belegung der Schalthebel geändert werden, wenn du über eine elektronische Gangschaltung an deinem e-Mountainbike verfügst.
Das Display zum Shimano Steps E8000
Bei einem e-Bike, das ein Elektromotor von Shimano schmückt, genießt du nicht nur dessen überzeugende Leistung, sondern profitierst auch von einem Antriebssystem, dessen gesamte Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wer sein e-Mountainbike auf extremen Fahrten nutzt, der hat keine Zeit und auch kein Auge für ein großes, komplexes Display. Dieser Umstand wurde von Shimano bedacht.
Das LCD Farbdisplay SC-E8000 hat nur 4 cm Durchmesser und eine angenehm aufgeräumte Anzeige. Die gegenwärtige Unterstützungsstufe ist farblich codiert und somit schon aus dem Augenwinkel zu erkennen. Weitere Funktionen umfassen wesentliche Informationen wie den Akkuladestand, die Gesamtkilometer, die Geschwindigkeit, den derzeitigen Gang und natürlich die Möglichkeit zur Verbindung mit der E-Tube App zur Individualisierung deines e-Mountainbike Erlebnisses.
Shimano STEPS E8000 vs. EP8
Um Parameter und Einflussgrößen wie Hinterbaukinematik, Rollwiderstand, Sitzposition und Co. in den Hintergrund zu rücken und uns ganz auf den Fahreindruck der beiden Shimano-Motoren konzentrieren zu können, haben wir die Motoren in zwei nahezu identischen Husqvarna Mountain Cross-E-Mountainbikes getestet. Den neuen Shimano EP8 sind wir im 2021er Husqvarna Mountain Cross 7 mit 150 mm Federweg und 630-Wh-Akku gefahren.
Analog dazu ist der Shimano STEPS E8000 in einem Husqvarna Mountain Cross 8 von 2020 verbaut. Beide Rahmenplattformen und der verbaute Akku sind ebenso identisch wie die von uns gewählte Reifenkombination mit einem 27,5” x 2,6” breiten Schwalbe Hans Dampf am Heck. Außer dem Motor ist das Laufradkonzept der größte Unterschied zwischen unseren Test-Bikes. Denn für 2021 setzt Husqvarna auf das MX-Konzept mit größerem 29”-Laufrad an der Front.
Faire Testbedingungen dank fast identischer Test-Bikes.
Shimano EP8 - Leichter und kraftvoller
Auch Shimano setzt beim neuen EP8-Motor auf Magnesium statt wie bisher beim STEPS E8000 auf das schwerere Aluminium. Der Shimano EP8 liefert mehr Drehmoment mit der Steigerung des maximalen Drehmoments ist der neue EP8-Motor um 21 % kraftvoller als der vier Jahre alte STEPS E8000. Allerdings macht sich das auf dem Trail oftmals gar nicht bemerkbar.
Der interne Tretwiderstand des EP8 wurde laut Shimano um 36 % reduziert. Das haben die Japaner durch eine Überarbeitung des Getriebes und neue Dichtungen der Lager erreicht, die alle weniger Reibung erzeugen. Aber auf dem Trail lässt sich beim EP8 kein Tretwiderstand feststellen, während der alte STEPS E8000 jenseits der 25 km/h einen spürbaren Tretwiderstand hat.
Lautstärke
Doch genau dieses Summen ist beim neuen Shimano EP8-Motor deutlich leiser als bei seinem Vorgänger. Fährt man in der Ebene auf einem EP8 neben einem STEPS E8000-Motor, hört man fast ausschließlich die Motorengeräusche des E8000-Bikes.
Dennoch ist der neue EP8-Motor in vielen Situationen lauter. Nicht weil er summt, sondern weil er klackert: Bauartbedingt kommt es beim internen Getriebe zu Klackgeräuschen, die bei einem Lastwechsel an der Kette entstehen - beim Ein- und Aussetzen der Unterstützung und beim Einfedern des Hinterbaus, z. B. bergab auf dem Trail oder wenn man über unebenen Untergrund fährt. Der feuchte Traum vom leisen Bike, dem viele ambitionierte Mountainbiker nachhängen, ist damit dahin.
Setup-Möglichkeiten
Wie auch schon beim alten STEPS E8000 lassen sich aber die Fahreigenschaften und die Charakteristik des neuen Motors feintunen im Sinne von anpassen. Die Setup-Möglichkeiten sind beim EP8 nun deutlich vielfältiger. So können in der E-TUBE PROJECT-App jeweils drei Parameter der Unterstützungsstufen Eco, Trail und Boost angepasst werden. Auch in Sachen Konnektivität hat der neue EP8 die Nase vorn, denn er ist im Unterschied zum STEPS E8000 out of the Box mit der E-TUBE RIDE-App kombinierbar.
Fahrleistung auf dem Trail
Im Detail lassen sich zahlreiche Verbesserungen in der Charakteristik des Motors feststellen: Egal in welchem Fahrszenario arbeitet der EP8 natürlicher und bringt, falls gewünscht, mehr Motorleistung geschmeidiger auf den Trail. Besonders deutlich wird das im Trail-Modus. Wie auch beim alten Motor erkennt der EP8 die Fahrsituation und regelt das Level an Unterstützung je nach App-Setup in den Grenzen von Eco bis Boost. Besonders an steilen Rampen und in technisch herausfordernden Passagen bergauf zeigen die beiden Motoren sehr große Unterschiede in ihrer Power.
Vor allem das um 15 Nm gesteigerte Drehmoment lässt den EP8 beim Beschleunigen, unter großer Last oder bei niedrigen Trittfrequenzen - z. B. bei falscher Gangwahl - am alten Motor vorbeiziehen. Im Boost-Modus gibt sich der STEPS E8000 giftiger und schwerer zu beherrschen als der neue EP8. Der alte prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann. Mit dem neuen Motor lässt sich die Motorpower viel intuitiver und gefühlvoller dosieren, egal ob beim Anfahren oder auf besonders rutschigem Untergrund.
Auch wenn der neue EP8 den alten Motor auf dem Trail weit hinter sich lässt, muss er sich doch in der Disziplin „Geräuschkulisse“ geschlagen geben. Der neue Shimano EP8-Motor ist in fast jeder Hinsicht besser als der alte STEPS E8000. Er vereint vermeintliche Gegensätze miteinander und ist sowohl kraftvoller als auch gefühlvoller. Sein natürlicher, sportlicher Charakter erreicht jetzt auch den starken Boost-Modus, wodurch technische Trails zum Spielplatz werden.
Shimano STEPS E8000
Der Shimano STEPS E8000 gehört zu den am weitesten verbreiteten E-Mountainbike-Motoren. Obwohl er jetzt schon vier Jahre auf dem Buckel hat, werden noch immer neue Bike-Modelle auf Basis des kompakten Motors entwickelt. Die Hardware des 70 Nm starken Shimano STEPS E8000-Motors ist seit seiner Vorstellung 2016 weitestgehend unverändert. Dank kontinuierlicher Softwareupdates, verbesserter Connectivity, neuer Akkus, Display- und Remote-Optionen wurde das Shimano STEPS E8000-System immer wieder modernisiert.
Akkus
Shimano bietet zwei externe Akkus mit 418 Wh und 504 Wh sowie zwei interne mit jeweils 504 Wh an. Letztere unterscheiden sich vor allem im Gewicht, in der Form und Größe voneinander. Auf den internen BT-E8035-Akku haben die Bike-Hersteller lange gewartet. Der ältere BT-8020-Akku stellt noch immer viele Fahrradhersteller mit seiner klobigen Form vor große Herausforderungen bei der Integration ins Unterrohr, während der neue BT-E8035-Akku deutlich kleiner, leichter und besser zu integrieren ist.
Shimano stellt es den Bike-Herstellern aber frei, auch Akkus von Drittherstellern zu nutzen. Dadurch gibt es auch zahlreiche Shimano-Bikes mit 600 Wh und mehr. Viele Hersteller - wie z. B. FOCUS - setzen bei Shimano auf modulare Systeme mit Zusatzakku auf dem Unterrohr.
Trail
Auf dem Trail bietet der Shimano STEPS E8000 drei Unterstützungsstufen: Eco, Trail und Boost, wobei die dynamisch-progressive Stufe Trail die Unterstützung sehr feinfühlig über den gesamten Leistungsbereich regelt. Hier gibt sich der Shimano giftiger und prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann. Die einzelnen Stufen lassen sich mit der E-TUBE-App noch jeweils in drei Stufen fein tunen.
Reichweitentest
Um den Reichweiten-Test bzw. die erzielten Ergebnisse verifizieren zu können, stellen wir Bedingungen auf, die zu transparenten Resultaten führen. Wir stecken einen Rahmen ab, damit nicht ein Tester mit 80 Watt rumrollt, während der andere Kollege sich voll reinhängt und ständig 200 und mehr Watt auf der Nadel hat. Mit 160 bis 180 Watt im Durchschnitt geben wir eine für einen gesunden, durchschnittlich fitten Menschen machbare Tretleistung für Geländetouren vor.
Bei einem Reichweiten-Test stehen die Antriebssysteme im Vordergrund, dabei konnten wir auf die aktuellsten und interessantesten Systeme zugreifen.
Ergebnisse der Reichweitentests
Zuerst auf maximal erzielbare Reichweite, d.h. dass wir im Rahmen unserer Vorgaben (Trittfrequenz 60 - 70 U/min, Tretleistung im Schnitt 180 W) die Unterstützungsstufen von der geringsten Stufe her auswählten; das heißt im Flachen Eco-Modus, wenn´s steiler wurde in die nächste Stufe. So erreichten wir mit den E-MTBs Reichweiten von knapp 43 km (mit dem Panasonic-Antrieb im Flyer Uproc) und knapp 58 km mit dem neuen Bosch CX Gen. 4. Durchschnittlich erreichten die Testbikes 53 km.
Da wir auch mal den Spaßfaktor testen wollten, fuhren wir einige Systeme in einem zweiten Zyklus im Powermodus unter den schon genannten Bedingungen. Dabei erreichte der Panasonic-Antrieb 25 km und der Shimano E8000 im BH mit einem 720-Wh-Akku knapp 47 km.
Akkukapazität
Die Reichweitenthematik hängt natürlich von der in den Testrädern befindlichen jeweiligen Akkukapazität ab. Waren wir noch vor zwei Modellzyklen bei Kapazitäten um ca. 500 Wh, so liegen die der aktuellen Generation rund 20 bis 25 % höher.
Aktive Fahrweise
Eine aktive Fahrweise wirkt sich auf die Reichweite aus, schont die Akku-Energie. Wer flüssig tritt, hat mehr Spaß und greift die Ressourcen des Energiespenders weniger an als ein Pedalieren mit niedriger Trittfrequenz.
Unterschiede in der Theorie
Beginnen wir dennoch mit den technischen Daten. Denn Shimano hat dafür gesorgt, dass sich die Unterschiede auch in Zahlen gut beschreiben lassen. War schon der alte Motor, verglichen zum (damaligen) Bosch, sehr leicht, hat der neue nun noch mal deutlich abgespeckt: 300 g weniger bringt er auf die Waage und wiegt damit nur noch 2,6 Kilo. Beim Akku legt Shimano dafür ordentlich zu.
Neben dem bekannten 504-Wh-Stromspeicher wird nun auch ein großer 630-Wh-Akku angeboten. Unterm Strich dürfte sich die Gewichtsersparnis des alten Motors durch das Zusatzgewicht des dickeren Akkus aufheben. Dafür bekommt man deutlich mehr Reichweite. Rein rechnerisch sind das, bei gleichen Parametern von Bike-, Fahrergewicht und Laufradgröße, stolze 350 Höhenmeter mehr, die der Neue liefern kann.
Nicht nur in Sachen Akku-Kapazität ist der neue Motor, der jetzt mit Magnesium-Gehäuse ausgestattet ist, auf dem Papier besser. Statt der 70 Newtonmeter Maximalleistung des E8000 dreht der EP8 bis auf 85 Nm auf, und er soll dank eines verbesserten Hitzemanagements später und weniger stark abregeln. Reduzierte der alte die Leistung bei starker Temperaturentwicklung noch bis auf 40 Nm, soll der neue lediglich auf 70 Nm abregeln. Dies dürfte vor allem E-Biker, die oft oder ausschließlich in den Alpen unterwegs sind, freuen.
Verbessert wurde auch die Geräuschentwicklung, der EP8 soll nun zwei Dezibel leiser sein. Zudem hat Shimano laut Eigenaussage den Tretwiderstand ab 25 km/h um satte 36 Prozent reduziert.
Alt gegen neu - der Praxistest
E8000 vs. EP8. Auf zwei identischen MeridaBikes geht es zur Sache. Nur die Motoren und die Anbauteile (Bedienelement, Display) unterscheiden die Zwillinge. Während dies bei Display & Co. zunächst kaum auffällt, ist die neue Motorcharakteristik sofort spürbar.
Dabei macht sich in der Ebene und auch im moderaten Anstieg das erhöhte Drehmoment erst mal kaum bemerkbar. Auch die reduzierte Geräuschkulisse ist nicht so stark wahrnehmbar wie zunächst angenommen - was aber auch an den per se für E-MTBs gut geräuschgedämpften Meridas liegen dürfte. Dafür beeindruckt auf Anhieb das direkte Einsetzen der vollen Leistung. Schon bei niedrigen Trittfrequenzen zieht der neue Motor viel stärker durch - ohne dabei übertrieben zu beschleunigen oder gar undosierbar zu wirken.
Der E8000-Motor braucht hier deutlich mehr Trittfrequenz (um 70 U/min), um auf Touren zu kommen. Die volle Kraftzugabe bei niedrigen Kadenzen erlaubt es, wesentlich ruhiger im Sattel zu sitzen. Vor allem in technischen Uphills macht sich das als Vorteil bemerkbar, da man das Bike besser unter Kontrolle hat und aus dem Stillstand heraus mit der vollen Motorleistung rechnen kann.
Tabelle: Vergleich Shimano E8000 und EP8
| Merkmal | Shimano E8000 | Shimano EP8 |
|---|---|---|
| Maximales Drehmoment | 70 Nm | 85 Nm |
| Gewicht | Ca. 2,9 kg | Ca. 2,6 kg |
| Tretwiderstand über 25 km/h | Spürbar | Reduziert |
| Geräuschentwicklung | Lauter | Leiser (Summen), Klackgeräusche |
| Akkukapazität | Bis zu 504 Wh | Bis zu 630 Wh |
Verwandte Beiträge:
- Elektrofahrrad mit abnehmbarem Akku: Vorteile & Modelle
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Elektroroller 45 km/h mit herausnehmbarem Akku: Test & Kaufberatung
- Akku Prophete Elektrofahrrad: Ersatzakkus, Reichweite & Pflege
- Shimano Dreifachkurbel erklärt: Alles, was Sie über Technik & Vorteile wissen müssen!
- E-Bike Kette: Auswahl, Pflege & Tipps
Kommentar schreiben