Zehn Tage sind nicht viel, um ein Land kennenzulernen, aber mit der richtigen Reiseorganisation kann es gelingen. Albanien, das Land der Skipetaren, ist touristisch noch relativ unentdeckt.
Die Vorbereitung und Anreise
Die Anreise erfolgte im Schnellgang durch Slowenien und Kroatien in Richtung Bosnien-Herzegowina. Das Motto war einfach: „Fahren!“. Stopps wurden reduziert, um das Zielland und die Zielregion zu erreichen.
Die 700 Kilometer bis nach Neum in Bosnien-Herzegowina wurden auf unterhaltsamen Strecken innerhalb von zwei Tagen zurückgelegt. Asphalt war üblich, die Verkehrsdichte erträglich. Spannender wurde es am dritten Tag, als es über die Adriatische Küstenstraße, durch den südlichen Teil Kroatiens und durch Montenegro ging, bevor schließlich albanischer Boden unter die Räder kam. Das Einreisen war unproblematisch, ein gültiger Personalausweis genügte.
In Shkodra, eine knappe Stunde jenseits der Grenze, wurde in einem Hotel am Beginn der Fußgängerzone genächtigt. Die Luft war mild, obwohl der Herbst schon begonnen hatte. Eine kurze Stadtführung klärte über Grundlegendes von Shkodras einst und jetzt auf. Beispielsweise, dass in dieser Region viele Einwohner Italienisch können.
Erkundungsreise mit Guide
Ein ortskundiger Guide wie Armond ist von Vorteil. Der Albaner war ein halbes Jahr mit seiner Ducati Multistrada in seiner Heimat unterwegs und kennt alle relevanten Straßen, Baustellen und Orte zum Motorradfahren, Essen und Schlafen.
Die Strecken, die Armond herausgesucht hatte, waren Filetstücke: Kurven ohne Ende, fantastische Ausblicke und Einblicke in das Leben der Albaner. Die Note 1 für Ungewöhnliches ist der Tour im Grunde schon im Vorhinein sicher. Für die Albanien-Tour muss man keineswegs mit einer Reiseenduro gesegnet sein; ein beliebiges Straßenmotorrad tut’s problemlos. Von Vorteil ist in jedem Fall, wenn das Motorrad dreckig werden darf.
Höhepunkte der Reise
Koman-Stausee
Der Start am vierten Tag war bereits um sechs Uhr. Ziel war der Koman-Stausee, auf dem eine Autofähre verkehrt. Die dreistündige Fahrt führte durch eine unberührt scheinende Berglandschaft, die an die Alpen erinnerte. Die Bootsfahrt verhieß einen Trip in die Seligkeit.
Die Straßen machten immer wieder kräftige Höhenmeter. Später erst erfuhr man, dass man den ganzen Tag über niemals über 1.000 Meter hoch gewesen war. Natürlich fand sich in dieser Gegend keinerlei Industrie und auch Handwerksbetriebe beschränkten sich auf Kleinunternehmen. Kleinbäuerliche Landwirtschaft herrschte vor in den offenbar sehr fruchtbaren Tälern, denen man immer wieder folgte. Peshkopi hieß der Übernachtungsort des vierten Tages.
Ohridsee und Korça
Die Gruppe näherte sich Nordmazedonien, der Grenzübertritt verlief erneut unspektakulär. Größte Sehenswürdigkeit in dieser Region ist der Ohridsee. An seinem Ufer wurde gerastet und eine lokale Spezialität, eine Ohrid-Forelle, genossen. Nachmittags wurde auf einer schönen Kurvenstrecke wieder Albanien angefahren, und zwar wurde in Korça übernachtet. Die Stadt gilt als heimliches Juwel Albaniens und beheimatet eine vorzügliche Brauerei, „Birra Korça“.
Das Hotel lag direkt am Marktplatz und so war es nicht weit bis zur Auferstehungskathedrale. Zwei Türme schmückten ihren Kuppelbau, der Platz davor war mit einer Art Masken ungewöhnlich „möbliert“.
Sarantaporos-Fluss und Saranda
Am sechsten Reisetag war die Gruppe erneut auf sehr schönen Straßen unterwegs; ein großer Teil von ihnen war neu asphaltiert und daher bestens zu befahren. Immer wieder verzückten schöne Ausblicke, doch trotz dieses attraktiven Umfelds stieß man kaum einmal auf Touristen. Der siebte Tag brachte ein echtes Highlight: die Fahrt entlang des smaragdgrünen Flusses Sarantaporos. Nicht weit von Griechenlands Grenze entfernt ist die Stadt Saranda; hier befindet sich der südlichste Punkt der Reise. In Saranda wurde ein Lokal besucht, in dem der Präsident des lokalen Motorradclubs kochte. Da man sich ja am Meer aufhielt, tischte er Shrimps, Fisch und Salate auf.
Berat
Am Morgen wurden die Eindrücke auf der küstennahen Fahrt am Ionischen Meer genossen. Das Mittagessen wurde unmittelbar am Strand eingenommen. Beim Ort Qeparo wurde dann erneut die Küste erreicht, danach wandte man sich weiter ins Innere Albaniens. Nächster Übernachtungsstopp war in Berat, einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Einzigartigkeit von Berat ist unübersehbar: „Stadt der tausend Fenster“ nennt man die am Fluß Osum gelegene Stadt, die schon seit 2008 zum UNESCO-Welterbe zählt. Am Abend wurde in einem Lokal innerhalb der alten Festung gegessen.
Rückreise
Von Berat aus ging es in Albaniens Hauptstadt Tirana, für einen Mittagsstopp. Nach dem Essen in einem Altstadtlokal und einem Stadtspaziergang wurde wieder aufgesattelt und erneut die gut 100 Kilometer entfernte Stadt Skodra angefahren; hier verbrachte man die erste Nacht auf albanischem Boden. Ab jetzt war Schluss mit der relativen „Bummelei“, denn zwischen Shkodra und Biha in Bosnien-Herzegowina lagen um die 700 Kilometer.
Weitere Eindrücke und Erlebnisse
Die Reise bot nicht nur landschaftliche Schönheiten, sondern auch Einblicke in die albanische Kultur und Lebensweise. Die Gastfreundschaft der Menschen, die oft einfachen Verhältnisse und die allgegenwärtigen Bunker prägten das Bild des Landes.
Einige Teilnehmer erlebten auch abenteuerliche Offroad-Passagen und mussten sich mit den teils schlechten Straßenverhältnissen auseinandersetzen. Doch gerade diese Herausforderungen trugen dazu bei, dass die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Dauer | 10 Tage |
| Distanz | ca. 3.000 km |
| Schwierigkeit | Mittel-hoch (inkl. Autobahn, Stadt- und Dorfstraßen) |
| Motorrad | Beliebiges Straßenmotorrad geeignet |
| Besondere Hinweise | Vorteilhaft, wenn das Motorrad dreckig werden darf |
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