Der Discounter Aldi bietet immer wieder Fahrräder und Fahrradzubehör an. Wir nehmen sowohl das Aldi Klapprad als auch die E-Bike-Angebote genauer unter die Lupe, um herauszufinden, was sie taugen.
Aldi Klapprad im Test
Wie gut kann ein Klapprad für 189 Euro sein? Dieser Frage gehen wir auf den Grund. Wir haben uns das Alu Klapprad in 20 Zoll geholt, um es zu testen. Bei unserem Test betrachten wir die Verarbeitung der einzelnen Bauteile und die Stabilität vom Klapprad.
Lieferumfang und Ausstattung
Gekauft und geliefert wird das Klapprad in einem großen Karton. Der Deal scheint recht einfach zu sein, man gibt Aldi 189 € und im Gegenzug bekommt man ein vormontiertes Alu-Klapprad. Der Hinweis, dass das Fahrrad nur vormontiert ist, ist wichtig. Ein direktes Zusammenbauen und Losfahren ist somit nicht möglich.
Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Klapprad eine Anbau bzw. Montieranleitung und eine Tasche (Transporttasche), um das Fahrrad im zusammengeklappten Zustand einwandfrei und problemlos transportieren zu können. Ebenfalls mit dabei sind Akku LED Lampen. Das Fahrrad selbst ist nach aktuellen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Es erfüllt somit alle notwendigen Anforderungen laut StVZO. Mit dieser Vorgabe wissen wir bereits, dass das Klapprad mit einer funktionierenden Lichtanlage ausgeliefert wird. Hierbei setzt Aldi auf eine Batteriebeleuchtung mit StVZO-Zulassung.
Die Lampen liegen separat bei und können ohne Werkzeug am Fahrrad montiert werden. Die Vorderlampenhalterung wird mit einer Klemme und einer Schraube mit Drehkopf fixiert. Die Rückleuchte findet dabei seinen Platz an der Sattelstange. Die Halterungen können dauerhaft am Fahrrad montiert bleiben, da die Akku Fahrradlampen mittels Klickfunktion abgenommen werden können. Lediglich das Rücklicht sollte man genauer im Auge behalten. Bei der Rücklampenhalterung sollte man jedoch schauen, dass man die Sattelstange nicht bis auf das Maximum einfährt. Gegebenenfalls muss man hier die Halterung entfernen.
Zusätzlich der Hinweis, dass das Fahrrad nur dann eine Straßenzulassung hat, wenn auch beide Beleuchtungseinheiten montiert sind. Einen Nabendynamo oder Seitenläuferdynamo suchen wir hier vergebens. Sämtliche vorgeschriebene Reflektoren und Rückstrahler befinden sich ebenfalls an dem 20 Zoll Klappfahrrad. Die Pedalen haben gelbe Reflektoren und die Mäntel der Reifen haben einen Leuchtstreifen, bzw. Reflektorstreifen. Wer möchte, kann die Speichen optional noch mit Speichenreflektoren bestücken. Neben den vorgeschriebenen gesetzlichen Mindestanforderungen kommt das kleine Fahrrad mit einer 7-Gang Kettenschaltung um die Ecke.
Die technischen Details im Überblick nach Herstellerangaben:
- 7 Gang Kettenschaltung von Shimano
- Batteriebeleuchtung / LED Steckbeleuchtung inkl. Akkus nach STVZO
- 20 Zoll Aluminiumfelgen mit Reflexbereifung
- Alu Faltrahmen mit Schnellspanner
- Klapppedalen mit Reflektoren
- Rahmen mit 33 cm Rahmenhöhe
- V-Brake vorne und hinten
- Gefederte Aluminium Sattelstütze
- Mittelbauständer
Die Pedalen sind neben dem Rahmen und der Lenkerstange auch mit einem Klappmechanismus versehen. Dazu muss man am äußeren Bereich die beidseits vorhandenen Metallknöpfe drücken (siehe Bild). Klappt man das Aldi Klappfahrrad zusammen, kann man auch die Tretpedalen einklappen und spart somit wieder wichtige Zentimeter beim Verstauen.
Rahmen und Klappmechanismus
Der Rahmen hat neben dem Klappmechanismus und dem Schnellspanner eine Einrastfunktion. Diese Arretierung hält den Rahmen jedoch keineswegs zusammen, diese Funktion dient lediglich zur Stabilisierung und besseren Verschraubung durch den Schnellspanner. Möchte man das Fahrrad auseinanderklappen, muss man diese Arretierung durch das Hochheben des Schnellspannhebels lösen. Erst jetzt kann der Rahmen geklappt und das Fahrrad verkleinert werden. Diese Arretierung gibt es auch bei der Lenkerstange. Sollte sich die Schraube einmal unerwartet lösen, ist die Arretierfunktion eine zweite Sicherung.
Bremsen
Bei den Bremsen setzt man hier auf V-Bremsen die sehr gut zupacken und das Fahrrad gut, aber mit einem quietschen zum Stehen bringen. Die Bremsgriffe sind ein wenig kürzer als man es bei einem normalen Tourenrad oder Trekkingrad gewohnt ist. Ergonomische Handgriffe sucht man hier vergebens, angesichts der Tatsache, dass man mit einem Klapprad meist keine langen Strecken zurücklegt, ist dies ok.
Die Sattelstütze ist lang, so wie sich es für ein 20 Zoll Fahrrad für Erwachsene gehört. Hierbei ist wichtig, dass man die Sattelstütze mit Federung nicht weiter herauszieht als die Markierung mit der maximalen Auszuglänge. Tut man es doch, besteht Bruchgefahr!
Transport und Handhabung
Die mitgelieferte Transporttasche ist genau groß genug um das Aldi Klapprad gut zu verstauen. Geschlossen wird diese mit einem Reißverschluss und getragen an zwei gut verarbeiteten Griffen. Das ganze Fahrrad kann man in wenigen Handgriffen zusammenklappen und fahrbereit machen. In unserem Test haben wir vom Auspacken bis zum Losfahren unter einer Minute gebraucht.
Die Gangschaltung schaltet sauber und flüssig durch alle Gänge, eine 7-Gang-Kettenschaltung von Shimano schmückt hier das Hinterrad. Vorne gibt es nur ein Ritzel, einen Umwerfer gibt es somit nicht. Auch bei einem Klapprad sollte die Gangschaltung immer richtig eingestellt sein.
Die festen Bauteile die nicht mit einem Klapp- oder Faltmechanismus ausgestattet sind, sind alle ohne klappern und wackeln montiert. Bei den Klappgelenken muss man mit dem Schnellspanner den richtigen Anschlag finden. Einmal eingestellt kann dies jedoch so bleiben und die Schrauben verstellen sich dank selbstsichernder Muttern nicht.
Bei der Montage ist unbedingt darauf zu achten, dass alle Schrauben fest sitzen. Die Schnellspanner müssen stramm schließen und kein Klappgelenk darf mehr wackeln oder Spiel aufweisen.
Fazit zum Aldi Klapprad
Mit gerade mal 14,9 kg kann sich das Faltrad durchaus sehen lassen. Dabei gilt es jedoch unbedingt das Maximalgewicht zu beachten. In der Betriebsanleitung steht ein Maximalgewicht von 100 kg geschrieben. Dort ist eine Beispielrechnung aufgeführt, die wie folgt aussieht: 100 kg - 14,5 kg = 85,5 kg für den Fahrer. Dies heißt nichts anderes als dass der Fahrer nicht mehr als 85,5 kg Körpergewicht mitbringen sollte.
Wer mit dem Aldi Faltrad nur im Urlaub mal Brötchen holen möchte, der macht nicht viel falsch bei der Anschaffung. Auf dem Boot im Hafen oder auf dem Campingplatz, alles kein Problem. Auch wenn man mal gelegentlich damit ein Fahrrad für Besuch vorhalten möchte, kann sich das Klapprad durchaus etablieren. Mit den 7 Gängen bekommt man auch bei leichter Steigung nicht direkt Probleme. Das Fahrrad wird mit einer 10-jährigen Garantie auf den Rahmen und 3-jährigen Garantie auf alle anderen, außer Verschleißteilen, verkauft.
Bitte beachten bei der Bewertung Was man bei einem Test nicht vergessen darf ist das Verhältnis vom Preis zur Leistung. Betrachten wir uns dieses Verhältnis beim Aldi Klapprad, kommen wir auf ein gutes Ergebnis. Die Ausgangsfrage: „Was kann man für 189 Euro erwarten“, können wir mit einem: „Für den Preis ein vernünftiges Klapprad“. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Vergleich zu einem Pegasus, Tern oder Brombton kann man natürlich nicht ziehen, diese Räder fahren in einer ganz anderen Klasse.
Alternativen in ähnlicher Preisklasse
Leider gibt es das Aldi Klapprad nicht immer im Sortiment, daher haben wir ein Klapprad in ähnlicher Preisklasse herausgesucht. Alternativ dazu gibt es noch das Alu Klapprad 20 Zoll von Lidl, der Vorteil hier: Lidl bietet das Klapprad im Online Shop an* *Werbung
| Modell | Größe | Gänge | Gewicht | Preis | Anbieter |
|---|---|---|---|---|---|
| Bergsteiger Windsor | 20 Zoll | 6 | 14,5 kg | 299,90 € | Amazon |
| Licorne Phoenix | 20 Zoll | 7 | - | 329,99 € | Amazon |
Aldi E-Bikes im Test
Immer wieder tauchen im Onlineshop von Aldi E-Bikes auf - bevorzugt in der Zeit vor Ostern. Die Räder kosten oft deutlich weniger als im Fachhandel, auch das Prophete E-SUV Entdecker: Statt für 3100 Euro wird es für 1999 Euro angeboten.
Aldi Nord und Süd bieten seit dem 20. Januar Damen-City-E-Bikes von Prophete in ihrem Online-Shop an. Der Preis ist dabei angenehm niedrig: 999 Euro soll das E-Bike kosten.
Prophete Trekking E-Bike
Aktuell gibt es bei Aldi zum Start der Saison wieder das Prophete Trekking E-Bike für nur 899 Euro. Wie im vergangenen Jahr sind die Trekking-Modelle sowohl mit einem Trapez- als auch einem Diamantrahmen erhältlich. Das Setup mit hohem Rahmen richtig sich vornehmlich an Herren, der Rahmen mit der niedrigeren Querstange an Damen. Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Preis sogar gesunken. Wo die Räder im letzten Jahr noch um 999 Euro gekostet haben, ruft Aldi in dieser Saison nur 899 Euro auf.
Im Prophete Trekking E-Bike arbeitet ein Hinterradmotor der Marke Blaupunkt. Er hat 250 Watt und läuft mit einer Spannung von 36 Volt. Wir vermuten, dass der Nabenmotor ein maximales Drehmoment von 40 Newtonmeter (es gibt leider keine offiziellen Angaben dazu) schafft, was im Vergleich mit anderen E-Bikes eher wenig ist. Das E-Bike fährt mit diesem Antriebssystem 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und ist damit ein Pedelec, das mit einem Fahrrad rechtlich gleichgestellt ist.
Das Aldi E-Bike ist in der Rahmenhöhe 52 cm verfügbar und bringt 28 Zoll Laufräder mit. Für die Verzögerung sorgen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Schön ist auch die verbaute 8-Gang Kettenschaltung. Zwar kommt diese aus dem Einsteigerbereich, ist dennoch solide und für ein E-Bike dieser Preiskategorie gut gewählt. Das E-Bike hat einen Freilauf, eine Rücktrittbremse hat es nicht.
Benutzererfahrungen mit Aldi E-Bikes
Ein freundliches Paar hatte sich 2016 bei ALDI Nord zwei für knapp 900 Euro angebotene Tiefeinsteiger City-E-Bikes “Prophete Hansa Alu-City mit Mittelmotor“ nach Süddeutschland bringen lassen. Die Elektrofahrräder brachten mit, was dem Paar zunächst wichtig war. StVZO-gemäße Ausstattung mit Licht und reflektieren Reifen, ein Motor, der auf den ca. 150 Höhenmetern vom Einkaufen oder Schwimmbad hinauf zur Wohnstraße ordentlich unterstützt, ein solider Gepäckträger.
Allerdings war bergauf doch ein gewisser Kraftaufwand und eine der beiden höchsten Unterstützungsstufen nötig - die Steigung betrug da etwa 10%. Der erforderliche Kraftaufwand ist den nur etwa 50 Nm Drehmoment des e-novation Motors geschuldet. Auf ebener Strecke läuft das Hansa Alu-City angenehm und leicht. Der Gel-Sattel ist für kurze und mittlere Strecken bequem. Die Sitzhaltung ist aufrecht, der gebogene Lenker passt gut dazu.
Für die Verzögerung sorgen günstige mechanische Seilzug-Felgenbremsen, auch V-Brakes genannt. Am gefahrenen E-Bike quietschten die recht ordentlich - Klingeln für die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer war hier nicht nötig. Für die Seilzüge und die Funktion der Bremsen ist jedenfalls ein waches Auge und regelmäßige Prüfung und Nachjustierung nötig.
À propos Service: Auf den Rahmen gewährt der Prophete zehn Jahre Garantie, auf Kleinteile - außer Verschleißteile - drei Jahre. Sollte das Elektrofahrrad einen Schaden haben und die Gewährleistung des Herstellers greifen, setzt Aldi bzw. Prophete auf ein mobiles Servicekonzept, das sich Vor-Ort-Service nennt.
Fazit zu Aldi E-Bikes
Die Aldi- und Discounter E-Bikes sind so etwas wie dia Dacias unter den E-Bikes. Nicht aufregend aber durchaus solide. Vorsicht nur bei vereinzelten Schwachstellen wie den Bremsen oder dem feuchtigkeitsempfindlichen Display. Auf ebener Strecke gerne und nicht mehr als 10 Kilometer. Und sofern Ihr auch wegen Servicebedarf einmal ein, zwei oder im Einzelfall auch mehr Wochen auf das E-Bike verzichten könnt.
Abgesehen davon ist das Prophete SUV-Bike von Aldi aber ein gutes Angebot, bei dem man tatsächlich ordentlich Geld sparen kann.
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