Um das Bike zur Rennstrecke oder zum Urlaubsort zu transportieren, werden in der Praxis wohl am häufigsten Anhänger verwendet. Sie sind verhältnismäßig günstig, beeinträchtigen die Zuladung des Zugfahrzeugs kaum und lassen sich mit jedem Campingbus ziehen. Abstriche müssen dafür beim Reisetempo gemacht werden. Mehr als 100 km/h sind nicht erlaubt, auf Landstraßen ist Tempo 80 die Grenze. Das Rangieren ist für Ungeübte außerdem eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
Spezielle Anhänger für Motorradtransporte
Besonders für Biker bietet der Markt eine breite Auswahl an Spezialanhängern. Sie sind üblicherweise mit Schienen ausgestattet, die die Position des Bikes vorgeben. Eine Auffahrrampe sollte ebenfalls zur Ausstattung jedes Motorradanhängers gehören, wenn er nicht über eine Absenk- oder Kippfunktion verfügt, mit der die Ladefläche bis auf den Boden heruntergelassen werden kann. Mit Plane oder Kastenaufbau wird der Anhänger im Urlaub zur vollwertigen Garage für mehrere Motorräder - und das Zugfahrzeug kann man unabhängig davon nutzen.
Ein Parkplatz für die Fuhre muss aber immer mit eingeplant werden, besonders wenn eine Eigenanschaffung ansteht. Ist in der echten Garage nur eine Ecke frei, löst ein Faltanhänger das Problem.
Zusammengeklappt nimmt das Eiler-Modell (2549 Euro) nur 1,2 Quadratmeter (1,85 mal 0,64 Meter) ein. Das Problem eines Anhängerstellplatzes ist damit in den meisten Fällen gelöst. Welcher Anhänger überhaupt gezogen werden darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst vom eigenen Führerschein. Mit der Klasse B darf die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 750 Kilogramm hinter einem Campingbus mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse nicht überschreiten. Für zwei mittelgroße Motorräder reicht das aber immerhin.
Mit BE-Schein dürfen Hänger bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht angekoppelt werden - wenn Stütz- und Anhängelast des Zugfahrzeugs dies erlauben. Sie sind in den Papieren vermerkt. Wer die Werte kennt, findet schnell den Anhänger, der zu den persönlichen Ansprüchen passt. Dann heißt es: Anhängen und die Unabhängigkeit genießen.
Mieten oder Kaufen?
Bei der Anschaffung eines Anhängers für den Motorradtransport müssen folgende Kosten einkalkuliert werden: Preis des Anhängers selbst (750 Kilogramm für zwei Bikes ab ca. 750 Euro), Zulassung (26 Euro) und Versicherung (rund 55 Euro im Jahr). Unterm Strich stehen dann schon knapp 900 Euro für ein Standardmodell. Dazu kommen regelmäßig Kosten für den TÜV und gegebenenfalls nötige Reparaturen.
Ein vergleichbarer Leihanhänger kann pro Woche für durchschnittlich 120 Euro angemietet werden. Bis allein die Anschaffungskosten erreicht sind, wären also schon sieben Wochen Miete drin.
Verschiedene Arten von Motorradanhängern
Standardanhänger
Motorradanhänger verfügen meist über Schienen und Vorderradhalterungen, die das Verladen und Sichern der Fracht erleichtern. Zwei Bikes passen problemlos auf die gängigen Modelle. Mehr wäre mit einem Klasse-B-Führerschein problematisch.
Absenkanhänger
Das Motorrad über eine Rampe auf den Hänger zu manövrieren kann tricky sein. Bei Absenkanhängern nicht: Die Ladefläche wird auf den Boden abgelassen, das Bike barrierefrei aufgeschoben.
Faltanhänger
Spezielle Anhänger wie der Cochet Uno von Eiler sind nicht nur absenkbar, sondern zusätzlich auch faltbar. Zusammengeklappt nimmt das Eiler-Modell (2549 Euro) nur 1,2 Quadratmeter (1,85 mal 0,64 Meter) ein. Das Problem eines Anhängerstellplatzes ist damit in den meisten Fällen gelöst.
Quertransporter
Mit dem Anhänger rangieren ist für Unerfahrene eine Herausforderung. Ein Modell, auf das ein Zweirad quer aufgeladen wird - wie auf einen Heckträger -, macht’s leichter, denn es ist besonders kurz. Beim Sawiko Wheely (mit Rüstsatz ab 2254 Euro) steht das Bike direkt auf der Achse.
Auffahrrampen für Motorräder
Louis nimmt exklusiv zwei Auffahrrampen von Rothewald ins Programm auf, um Motorräder mühelos und sicher in den Transporter oder auf den Anhänger zu verladen. Die dreiteilige Ausführung aus Aluminium ist für Traglasten bis 240 Kilogramm ausgelegt und wiegt selbst nur 5,2 Kilogramm. Sie bietet eine Länge von zwei Metern und eine maximale Auffahrhöhe von 90 Zentimetern. Sie kostet 99,99 Euro und misst im zusammengeklappten Zustand 72 mal 31 mal 20 Zentimeter. Für schwerere Maschinen mit einer Tragkraft von 340 Kilo gibt es noch eine zweiteilige Ausführung von gleicher Länge und Auffahrhöhe. Auch sie ist aus Aluminium und wiegt 6,2 Kilogramm. Zusammengeklappt betragen die Maße 102 x 30 x 13 Zentimeter. Der Preis liegt bei 119,99 Euro.
Heckträger und Heckgaragen für Motorradtransporte
Mit einem Roller oder einem Motorrad kannst du größere Strecken am Urlaubsort zurücklegen. Vor allem für Stadtbesichtigungen eignet sich ein Zweirad besonders gut. Gewichte von 100 Kilo und mehr sind für einen Motorroller nicht selten. Motorräder können sogar noch schwerer sein. Daher eignet sich zum Transport am Heck des Wohnmobils nur ein Chassisträger, der am Rahmen des Fahrzeugs befestigt ist. Denn bei diesen Zweiradträgern lastet das Gewicht auf den stabilen Holmen des Rahmens und nicht an der Heckwand oder wie beim Kastenwagen auf den Hecktüren. Auch eine Heckgarage, sofern vorhanden, bietet sich für den Zweiradtransport an.
Beförderst du dein Zweirad auf einem Lastenträger am Heck, bleibt der Innenraum des Wohnmobils frei. Außerdem kann das Auf- und Abladen im Freien bequemer sein. Umgangssprachlich werden Plattformträger auch häufig Motorradbühnen genannt. Auf mehr als 150 Kilo beziffert kaum ein Hersteller die Nutzlast seiner Heckträger. In der Regel ist die maximale Zuladung ausreichend für Motorroller und Leichtkrafträder (Hubraum maximal 125 ccm). Oftmals lassen sich Heckträger über einen Schnellverschluss vom Fahrzeug lösen und bei Nichtgebrauch abnehmen. Das ist praktisch, da der Lastenträger die Fahrzeuglänge spürbar erhöht und das Rangieren sowie Einparken erleichtert.
Dieser Motorradträger ist teilweise aus Aluminium gefertigt und bringt dadurch nur 41 Kilo auf die Waage. Max. Dieser Zweiradträger ist speziell für Kastenwagen auf Fiat Ducato (ab Baujahr 07/2006) konstruiert. Große Campingbusse stellen durch ihre Flügeltüren besondere Ansprüche an einen Heckträger. Im beladenen Zustand lässt sich der Motorradträger Linnepe Slideport zur Seite schieben, um die rechte Hecktüre öffnen zu können. Max. Besitzt dein Wohnmobil eine geräumige Heckgarage, kannst du einen Motorroller auch im Innenraum transportieren. In der Garage ist das Zweirad vor Verschmutzung, Beschädigung und Diebstahl optimal geschützt. Neben der Zuladung musst du auch die Größe der Stauklappe berücksichtigen.
Über eine Schiene schiebst du den Roller bis zum Aufnahmebügel. Dort findet das Vorderrad sicheren Halt. Der Einzug des Rollers kann je nach Ausführung des Transportsystems auf zwei Arten erfolgen: manuell mit Muskelkraft oder über einen Elektromotor. Abschließend musst du den Roller mit Spannbändern von beiden Seiten fixieren.
Heckgaragen Rollerträger mit absenkbarer Vorderradwippe und seitlicher Querverschiebung. Der Roller wird über die Rampe in die Vorderradwippe gefahren und steht dadurch schon stabil. Danach wird das Vorderrad von außen mit Gurten in der Wippe fixiert. Durch die automatische Entriegelungsfunktion der Wippe kann der Roller nun direkt in die Garage geschoben werden. Zuletzt wird noch das Heck des Rollers am Träger abgespannt.
Egal ob du das Zweirad am Heck oder im Innenraum transportierst: durch das hohe Gewicht steht die Federung an der Hinterachse unter Dauerbelastung. Die serienmäßigen Blattfedern können dadurch so weit einsinken, dass kein Federweg mehr übrigbleibt. Daher sind Luftfedern eine sinnvolle Ergänzung zum Motorradträger. Die Luftbälge lassen sich an den Beladungszustand anpassen und das Heck einige Zentimeter anheben.
Erfahrungen mit dem Wheely Anhänger
Einige Nutzer haben Bedenken bezüglich des Wheely Anhängers geäußert, insbesondere hinsichtlich des Beladens und Abladens sowie der Positionierung des Motorrads quer zur Fahrtrichtung. Es wird argumentiert, dass im Falle einer starken Bremsung die gesamte Kraft auf die Zurrgurte, Befestigungspunkte und den Querrahmen wirken würde. Andere Nutzer hingegen loben das System und sehen kaum etwas Besseres.
Ein Nutzer berichtet von einem Vorfall, bei dem der Wheely Anhänger nach dem Abkoppeln umgekippt wäre, wenn sein Sohn ihn nicht abgestützt hätte. Er verkaufte den Wheely daraufhin und kaufte einen geschlossenen Böckmann Alu Kasten. Sein Fazit ist, dass der Wheely maximal für einen Roller taugt.
Zusätzliche Tipps und Überlegungen
- Auffahrwinkel optimieren: Durch Anheben des Stützrads und Absenken des Anhängers hinten kann der Auffahrwinkel reduziert werden.
- Breite Rampe verwenden: Eine breite Rampe erleichtert das Auf- und Abladen, da man nicht ständig auf seine Füße achten muss.
- Bordwand als Rampe nutzen: In Erwägung ziehen, eine seitliche Bordwand so anzupassen, dass sie als Rampe genutzt werden kann.
- Gewicht des Motorrads beachten: Das Gewicht des Motorrads muss bei der Auswahl der Auffahrrampe berücksichtigt werden.
- Steigung der Rampe beachten: Beim Beladen sollte eine Steigung von 30 % nicht überschritten werden.
Tabelle: Vergleich verschiedener Anhängertypen
| Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Standardanhänger | Günstig, einfach zu bedienen | Manuelles Verladen erforderlich, evtl. steiler Auffahrwinkel |
| Absenkanhänger | Barrierefreies Verladen, komfortabel | Höherer Preis |
| Faltanhänger | Platzsparend bei Lagerung | Höherer Preis |
| Quertransporter | Kurze Bauweise, erleichtert Rangieren | Motorrad steht quer zur Fahrtrichtung, evtl. höhere Belastung der Zurrgurte |
Die richtige Beladung von Wohnmobil oder Wohnwagen können eine große Herausforderung sein. Die Auffahrrampen von AL-KO sind aus Aluminium hergestellt und besitzen so ein geringeres Eigengewicht. Um Platz zu sparen, kann die Laderampe zusätzlich eingeklappt werden. So kann die Auffahrrampe einfacher im Wohnmobil oder Wohnwagen verladen werden. Grundsätzlich hängt das ganz vom Gewicht des Motorrades ab. Die meisten Motorräder besitzen ein Gewicht von 200 kg - 300 kg. Genau lässt sich das genaue Gewicht von Motorrädern und Rollern im Zulassungsschein Teil 1 herausfinden. Hat man überprüft, ob die Auffahrrampe dem Gewicht des Motorrades standhält, sollte im nächsten Schritt geprüft werden, ob die Auffahrrampe gut zum Wohnmobil passt. Hierzu muss zuerst die Höhe der Heckgarage oder des Stauraumes ermittelt werden, in der Roller oder Motorrad gelagert werden sollen. Jetzt ist das Verhältnis von Auffahrschiene zu der ermittelten Höhe relevant. Denn beim Beladen des Campers oder Wohnmobils mit der Auffahrrampe sollte eine Steigung von 30 % nicht überschritten werden.
Eine Anhängerkupplung nachträglich anzubringen ist grundsätzlich kein Problem. Für die meisten Kastenwagen bieten Hersteller wie Alko, Aukup oder Linnepe passende Sets an (mit Elektrosatz rund 450 Euro), die mit dem Chassis verschraubt werden. Wenn die neue Kupplung über eine EU-Zulassung verfügt, braucht sie nach der Montage auch keine Abnahme durch eine Prüforganisation. Es genügt, die Zulassungspapiere mitzuführen. Der Einbau sollte von einer Fachwerkstatt ausgeführt werden, um Fehler auszuschließen. Sonst gefährdet man sich und andere Verkehrsteilnehmer. Wer selbst Hand anlegt, sollte die Werkstatt wenigstens zur Kontrolle aufsuchen.
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