Der Alpe Adria Radweg ist eine der beliebtesten Radrouten Mitteleuropas und bietet eine unvergessliche Reise durch die Alpen bis zur Adria. In den letzten 12 Monaten waren 2040 Mitglieder aktiv, um ihre Erfahrungen und Tipps zu teilen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der schönsten Erlebnisse und nützlichen Informationen für Ihre eigene Tour.
Streckenvarianten und Empfehlungen
Bei der Planung Ihrer Route gibt es verschiedene Optionen. Eine beliebte Variante führt über den Vršič-Pass in Slowenien und entlang der Soča (Isonzo). Diese Strecke wird oft als besonders schön beschrieben, da sie durch beeindruckende Landschaften führt. Eine Alternative ist die Weiterfahrt auf dem Alpe Adria Radweg bis nach Grado. Beide Strecken sind reizvoll, aber die Soča-Variante wird von vielen als landschaftlich überlegen empfunden.
Einige Alternativen zur CAAR-Strecke liegen ziemlich nahe:
- ab Tarvis über die Sella Nevea nach Chiusaforte
- ab Pontebba durch das Val Aupa und die Sella Cereschiatis nach Moggio Udinese
- bei Moggio Udinese kannst du bis Carnia die Fella-Seite wechseln
- ab Venzone die Tagliamento-Seite
- ab Gemona hast du ohnehin viele, viele Möglichkeiten in Richtung Grado oder Triest - entweder rein italienisch oder auch mit Etappen in Slowenien.
Es ist ratsam, die aktuelle Situation in Slowenien aufgrund von Unwetterschäden zu überprüfen, um sicherzustellen, dass alle Abschnitte befahrbar sind. Die Parenzana (Bahntrasse zwischen Triest und Porec) könnte mit Reiserädern schwierig zu befahren sein, aber es gibt gute Ausweichmöglichkeiten auf Nebenstraßen.
Erfahrungen und Eindrücke
Viele Radfahrer haben den Alpe Adria Radweg bereits mehrfach befahren und teilen ihre Eindrücke gerne. Der Alpe Adria Radweg (CAAR) ist gut befahren, aber von unangenehmen Massen, die die Freude am Radeln beeinträchtigen, berichten die wenigsten. Es gibt jedoch Zeiten oder Strecken, wo es für Schnellradler nicht empfehlenswert ist, klassische Radwege zu benutzen - Donau- oder Bodenseeradweg wären z.B. kritische Beispiele.
Stefan, ein erfahrener Radfahrer, berichtet von seiner Tour durch Italien im Jahr 2022:
- Eine Übernachtung in Cividale mit Essen im Antico Leon d'Oro auf der anderen Seite der Ponte del Diavolo mit Spaziergang durch die abendliche Altstadt war ein Erlebnis!
- Udine hat mir auch sehr gut gefallen
- Alpe Adria Radweg war mir zu voll (und zu steigungsarm^^), fährt sich aber ganz gut. Man klingelt sich halt stellenweise den Daumen wund.
Die Zählstelle in Tarvisio wies ca. 1400 Radler am Nachmittag für diesen Tag aus. In unserer Richtung waren wir ziemlich alleine. Der Vršič mit seinen Spitzkehren ist schon anspruchsvoller, belohnt aber auch durch ein schönes Bergpanorama. Die anschließende Soča-Strecke ist wirklich traumhaft.
Alternativen und Ergänzungen
Es gibt eine slowenisch-italienische Alternative unter der Bezeichnung "adria bike". Die Massen auf dem alpe Adria trail klingen ja echt grausig. Noch ein Grund mehr ab travisio Richtung Slowenien abzubiegen wenn ich so ieso nach Istrien möchte.
Einige Radfahrer warnen vor überfüllten touristischen Radrouten, aber andere betonen, dass es immer noch genügend Platz gibt, um ungestört zu radfahren. Es gibt natürlich auch mal Zeiten oder Strecken, wo es für Schnellradler nicht empfehlenswert ist, klassische Radwege zu benutzen - Donau- oder Bodenseeradweg wären z.B. kritische Beispiele.
Die Reise von Salzburg nach Grado
Eine typische Route beginnt in Salzburg und führt in sieben Tagen nach Grado. Die Anreise erfolgt oft mit dem Auto und Fahrradträger. Die Strecke führt durch beeindruckende Landschaften mit Bergen, Tälern und Flüssen.
Etappe 1: Salzburg - Pfarrwerfen
Die erste Etappe startet in Salzburg und führt entlang der Salzach nach Pfarrwerfen. Auf den ersten 30 km hinter Salzburg können wir uns perfekt einrollen. Der Alpe-Adria Radweg verläuft hier die ganze Zeit schön flach an der Salzach entlang, easy😎 Nach der Salzach ist auch das Tal benannt, das wir nun auf dem ersten Teil des Alpe-Adria Radwegs durchqueren.
Nach etwas mehr als 30 km ist es dann auch soweit und der Talpass Lueg steht auf dem Plan. Nicht die Welt, aber immerhin 1,5 km „kräftig bergauf“, wie uns der Reiseführer wissen lässt. Nach der kurzen Pause am Pass Lueg geht es direkt steil bergab und das im doppelten Sinne, denn einige hundert Meter später macht es „PLING“ an einem unserer Hinterräder und es schleift direkt massiv. Diagnose: Speiche rausgeknallt.
Die erste Nacht verbringen wir auf einem kleinen Campingplatz bei Pfarrwerfen, mit herrlicher Aussicht ins Tal und auf die umliegenden Alpengipfel.
Etappe 2: Pfarrwerfen nach Kötschachdorf
Der zweite Tag startet früh am Morgen. Wir holen uns die am Abend vorbestellten Brötchen an der Rezeption ab und machen uns bei feinstem sommerlichen Morgenstunden erst einmal einen Kaffee am Zelt. Beine und Köpfe haben den ersten Tag und die erste Nacht gut überstanden und wir packen mit Vorfreude die Räder für den zweiten Tourentag.
Es geht weiter durch das schöne Ponguaer Salzachtal und langsam aber stetig bergauf. Unser Startort Pfarrwerfen liegt auf 545 m und bis Kötschachdorf müssen wir weitere 300 m Höhenunterschied schaffen. Kurz vor unseren Tagesziel Kötschadorf am Fuße von Bad Gastein, sehen wir den Badesee. Pickepackevoll mit Menschen. Also raus aus den Rad- und rein in die Badesachen.
Der Campingplatz ist klein und liegt sehr ruhig mit einem schönen Blick ins Umland. Wer Golfschläger im Gepäck hat, kann direkt nebenan am Abschlag arbeiten. Glücklicherweise schlägt man nicht in Richtung Campingplatz.
Etappe 3: Kötschachdorf nach Villach
Am Abend dieses Tages haben wir circa 90 km zurückgelegt, inklusive Bahnfahrt durch die Hohen Tauern um vom Gasteinertal ins Mölltal zu kommen. Aber erst einmal geht es nach einem schnellen Kaffee los nach Bad Gastein.
Nach wenigen flachen Metern geht es für uns direkt in den nicht langen aber sehr steilen Anstieg hoch nach Bad Gastein. Teilweise mit über 20 % Steigung. Ehrlich, nicht gelogen. Steht sogar auf einem Straßenschild weiter oben kurz vor einer der Kirchen im Ort. Zwischendurch schieben wir unsere Kisten sogar. Wir kriegen das einfach nicht gekurbelt, aber was soll’s. Vorweggenommen: Die Anstrengungen lohnen sich. Bad Gastein ist echt eine Nummer.
Von Bad Gastein aus geht es noch einige wenige Kilometer weiter bergauf bis zur Tauernschleuse. Wir haben mega Glück, perfektes Wetter begleitet uns und wir kommen irgendwie in so eine Art Fahr-Flow. Es läuft halt. Die Bahnfahrt endet nach ca. 10 Minuten und 8,4 km in Mallnitz auf 1200 Metern. Und dann geht es richtig bergab und das richtig geil.
Nach der Abfahrt von Mallnitz geht es auf diesem Teilstück des Alpe Adria Radwegs den ganzen Tag über recht flach weiter. Sollte doch recht einfach sein, denken wir mit dem Blick auf die Karte. Pustekuchen. Auf der Karte kaum sichtbar geht immer wieder kurze Hügel rauf und runter. Wir passieren die Stadt Spittal an der Drau sowie den Millstätter See. Da hätten wir mal reinspringen sollen, lassen ihn aber links liegen, da wir heute noch bis Villach kommen wollen.
Etappe 4: Villach über Venzone nach Osoppo
Die ersten 30 Kilometer der heutigen Etappe zwischen Villach und Tarvis legen wir per Bahn zurück - Willkommen in Bella Italia! Die Sonne strahlt zur Begrüßung. Nachdem wir die Zählstation als 83799. Radler durchfahren haben, gelangen wir auf einen hervorragend ausgebauten Radweg.
Auf der stillgelegten alten Pontebbana-Eisenbahnstrecke zwischen Tarvisio nach Resiutta wurde mit Mitteln der EU ein Radweg angelegt. Es geht stetig bergab vorbei an alten Bahnhofshäuschen, über Eisenbahnbrücken, die den Fluss Fella queren, vorbei an herabstürzenden Wasserfällen und durch zahllose Tunnel, deren Bewegungsmelder für das Licht allerdings oft recht spät reagieren. Wir sind an dieser Stelle sehr dankbar für unsere gute Fahrradbeleuchtung.
Anstelle irgendwelche Häuser wieder aufzubauen, machten sich die Einwohner stark, ihren Ort in seinem ursprünglichen Glanz puzzleartig wiederherzustellen. Wir gönnen uns ein typisch italienisches Eis, welches in der Pasticceria d'altri tempi handgemacht einfach grandios schmeckt.
Etappe 5: Osoppo nach Udine
Während wir unsere Drahtesel an diesem Morgen satteln, empfiehlt uns unser Wirt die Auffahrt zur über dem Hotel thronenden Festung. Von der ehemaligen Anlage sind nur noch die Ruinen zu sehen. Das Areal scheint allerdings für Feierlichkeiten, Konzerte und andere Open-Air-Veranstaltungen genutzt zu werden. Von bezaubernden Ausblicken können wir nicht genug bekommen.
Die Berge im Rücken machen wir uns auf den Weg nach Udine. Die Stadt, die vor allem zum Shoppen einlädt, hat ein paar mehr Einwohner als die letzten Etappenziele, demzufolge ist die Verkehrsdichte viel höher als in den letzten Tagen. Als Radfahrer haben wir dennoch unsere eigene Spur, zum Teil allerdings ganz ungewohnt auf der linken Seite. Wir erreichen unsere Unterkunft bereits am frühen Nachmittag, sodass genügend Zeit zur Erkundung des historischen Zentrums bleibt.
Etappe 6: Udine an die Adria
60 Kilometer bis zum Meer, die Vorfreude ist groß. Heraus aus der Stadt, zurück in die Natur radeln wir gen Süden auf der alten Römerstraße Via Julia Augusta. Wein- und Maisfelder begleiten unseren Weg in die Festungsstadt Palmanova. Der Grundriss dieser Planstadt aus dem 16. Jahrhundert ist beeindruckend.
Der nächste spannende Ort ist Aquileia. Rechts und links des Radwegs sind immer wieder Reste der römischen Stadt sowie Ausgrabungen zu bestaunen, ein wahres Freilichtmuseum. Die mittelalterliche Basilika Santa Maria Asunta, UNESCO-Weltkulturerbe, ist bekannt für ihr aus dem 3. Jahrhundert stammendes Fußbodenmosaik.
Die letzten 5 Kilometer nach Grado fahren wir über einen Damm, die die Adria-Insel mit dem Festland verbindet. Die Lagune ist mit ihrer facettenreichen Tier- und Pflanzenwelt ein Paradies für Naturliebhaber. Die als Seehafen von den Römern gegründete Stadt hat sich zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt.
Eurobike Erfahrungen
Eurobike bietet die Möglichkeit, den Alpe Adria Radweg stressfrei und ohne Gepäck zu erleben. Mit einem Leihrad-Plus, wie der "schwarzen Mamba", wird die Tour zu einem besonderen Erlebnis. Eurobike sorgt dafür, dass das Gepäck zuverlässig im jeweils nächsten Hotel wieder vorhanden ist.
Einige Highlights der Eurobike-Tour:
- Die zweispurige Radlerautobahn ist echt klasse.
- Mit tollen Ausblicken auf die Ausläufer der Julischen Alpen und durch zahlreiche Tunnel hindurch geht es auf der Bahntrasse der früheren Pontafel Bahn immer leicht bergab.
- Die Tunnel im Kanaltal sind übrigens wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Schön kühl sind die Durchfahrten! Aber auch dunkel.
Marco Schreyls Spuren folgen
Die WDR-Sendung „Wunderschön“ hat viele Menschen dazu inspiriert, den Alpe Adria Radweg zu befahren. Diese Reise bietet die perfekte Gelegenheit, den Spuren von Marco Schreyl zu folgen und sich von den faszinierenden Gegensätzen verzaubern zu lassen.
Die Route verläuft exakt wie in der Sendung und ermöglicht spektakuläre Ausblicke auf schroffe Bergmassive, wildromantische Täler, rasant zu Tal donnernde Wasserfälle und kristallklare Seen. Am Ende der Tour erwartet Sie die herrlich blaue Adria.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Der Alpe Adria Radweg ist eine vielseitige und lohnende Radroute, die sowohl für erfahrene Radfahrer als auch für Einsteiger geeignet ist. Mit der richtigen Planung und Vorbereitung wird Ihre Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.
| Etappe | Von | Nach | Distanz (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | Salzburg | Pfarrwerfen | 50 km |
| 2 | Pfarrwerfen | Kötschachdorf | 60 km |
| 3 | Kötschachdorf | Villach | 90 km (inkl. Bahnfahrt) |
| 4 | Villach | Osoppo | 70 km |
| 5 | Osoppo | Udine | 43 km |
| 6 | Udine | Grado | 60 km |
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